Suddenly

Autor: Daisy
veröffentlicht am: 21.02.2010




John war gar nicht mal so ?bel. Er hatte beim auschecken aus dem Hotel bezahlt und wir fuhren (diesmal mit Auto) zu ihm Nachhause.
Ich linste manchmal zu ihm hin?ber und beobachtete ihm aus dem Augenwinkel. Als er seinen Kopf mir zuwandte, blickte ich peinlich ber?hrt aus dem Fenster. Ich musste nicht zu ihm sehen um zu wissen dass er mich angrinste?
Nach einigen Minuten durchbrach John die Stille 'Da sind wir auch schon.'

Mir klappte die Kinnlade herunter. Ich hatte noch nie zuvor so ein sch?nes Haus mit Garten gesehen.
Sein Grundst?ck war durch einen verschn?rkelten Eisenzaun begrenzt und das Tor ?ffnete sich per Knopfdruck automatisch.
Wir fuhren die Einfahrt zur Garage entlang und ich wusste nicht, was ich zuerst betrachten sollte. Den wundersch?nen Garten mit den vielen Blumen und B?umen oder das wei?e, moderne Haus.

John ging voran und ?ffnete mir ganz Gentleman m??ig die T?r.
Ich trat auf einen hell verfliesten Boden und wunderte mich ?ber seinen Geschmack. Das Haus war wirklich unglaublich, es war zwar nicht ?berm??ig gro?, aber die Einrichtung traf genau meinen Geschmack!
Es war hell und freundlich?Im Ernst, so etwas hier h?tte ich John niemals zugetraut?Wie konnte ich mich so irren? Bis jetzt hatte ich immer gedacht, ich konnte Menschen gut einsch?tzen.
Verbl?fft lie? ich meinen Blick ?ber die dunkle Ledercouch bis hin zum modernen B?cherregal gleiten.
Die W?nde hier waren gro? teils verglast und man konnte einen perfekten Garten sehen.Ich ging ?ber einen gro?en dunklen Teppich und setzte mich auf die Couch.
Ja ich wei?, normalerweise h?tte ich jetzt auf so was wie ?setz dich doch' oder ?nimm Platz' warten sollen, aber was soll's? Schlie?lich werde ich ja hier wohnen, also kann ich ja schon mal beginnen mit dem 'f?hl dich wie Zuhause'-Ding.
Ich betrachtete den Flachbildschirmfernseher ungl?ubig, w?hrend John meine Tasche abstellte und auf mich zu ging.
'Und wirst du es hier aushalten k?nnen?' Johnny-Boy grinste wieder wie ein Honigkuchen Pferd.
'Muss ich wohl.' Gab ich m?rrisch zur?ck. Innerlich sprang ich wie ein K?nguru. Das war das sch?nste Haus in dem ich jemals war. Mein Gott, ich sollte ein Foto machen!...Sp?ter!Ich setzte eine unbeteiligte Miene auf und fragte vorsichtig: 'Wo kann ich ?berhaupt schlafen?'
'Komm mit!' Er wollte gerade wieder meine Reisetasche aufheben, als ich von der Couch sprang. 'Warte, ich trag die schon selber. Du musst das wirklich nicht tun!' Er warf mir einen ?Lass gut sein' Blick zu und ging die Treppe hoch. Nerv?s schlich ich ihm nach.
'Hier kannst du schlafen.' Er ?ffnete eine von 4 T?ren in diesem Gang und stellte meine Tasche neben meinem zuk?nftigen Bett ab. Auch dieses Zimmer war modern eingerichtet und man blickte auf einen gro?en Teich runter.
Mein Zimmer war wirklich sch?n, trotzdem wollte ich mich mit dieser neuen Situation nicht so recht anfreunden. Der Gedanke von jemandem Abh?ngig zu sein, beunruhigte mich nur noch mehr.
'Okay, ich werde dann mal auspacken.' Ich kniete mich zur Tasche und begann meine Kleidung heraus zu nehmen.
'Soll ich dir nicht die anderen R?ume zeigen?'
'Nein schon gut. Das k?nnen wir ja sp?ter machen, oder?' Ich lugte zu ihm auf.
'Wie du willst. Wenn du was brauchst ich bin unten, in der K?che. Du musst nur rufen.''Ja, danke!'
Als ich meinen Kasten einger?umt hatte, stand ich eine Weile nur herum.
Unschl?ssig ging ich zum Fenster und starrte auf das Wasser. Irgendwann ging die T?r hinter mir auf und ich drehte mich erschrocken um.
'Sei so lieb, und klopf das n?chste Mal bitte an.' Meine Stimme klang m?de.
'Willst du was essen, S??e? Ich hab was Chinesisches kommen lassen.'
Ich nickte z?gernd und folgte ihm in die K?che.

'Erkl?r mir mal, warum ich deine Freundin spielen muss?' fragte ich kauend. Diese Frage stellte ich mir sowieso schon l?nger.
Er sah von seiner Fr?hlingsrolle auf. 'Naja, mein Bruder kommt zu mir auf Besuch und weil er denkt ich h?tte eine Freundin muss ich sie ihm auch zeigen k?nnen.'
Ich sah ihn argw?hnisch an. 'Und warum hast du ihm erz?hlt dass du eine Freundinn hast?''H?tte ich keine, w?rde er mir Syl aufschwatzen. Und diese Frau, h?lt so gut wie niemand aus.'
Ich schnaubte genervt. 'Werd mal genauer, Johnny-Boy! Wozu brauchst du eine Freundin und warum glaubt dein Bruder das du eine hast?!'
Er grinste mich breit an. 'Hm, schon wieder gereizt? Naja, das hab ich dir vergessen zu erz?hlen. Wir gehen zu einer Gala und du begleitest mich. Weil mein Bruder von Deutschland kommt, wird er hier auch ?bernachten, deswegen musst du nicht nur beim Ausgehen meine Freundinn spielen, sondern auch Zuhause.'
Dieser hinterh?ltige Wiederling! Ich erdolchte ihn quasi mit meinen w?tendsten Blicken. Am liebsten w?re ich aufgesprungen und ihm an die Kehle gegangen. Mein Gott, ich konnte f?rmlich sp?ren, wie mein Gesicht vor Zorn rot anl?uft.
'Geht's dir gut?' er sah mich belustigt an. 'Schatz?'
So jetzt reicht's!
'Du Idiot!' br?llte ich los 'Du hast mich reingelegt! Du wolltest mir nie helfen! Du hast mich nur bei dir aufgenommen, weil du eine Freundinn brauchst! Ich dachte ich solle nur kurz deine Freundinn spielen, aber es war nie die Rede davon dass ich das auch hier tun muss!! Und wei?t du was? Bevor ich mich mit dir in der ?ffentlichkeit blicken lasse,?'
'Ja?' fragte er zuckers??, als w?rden wir gerade ?bers Wetter plaudern.
'?' Verdammt, mir f?llt nichts ein wie ich diesen Satz zu Ende bringen k?nnte.
'Vorher?Vorher ?ist ja auch egal!' br?llte ich ihn an 'Ich werde nirgends mit dir hingehen, du..du Arsch!'
Ich schlug mit meiner Hand so fest auf den Tisch wie ich nur konnte. Es gab einen lauten Klatscher und meine Hand brannte wie Feuer. Ahhh, das h?tte ich nicht tun sollen! Ich versuchte den Schmerz herunter zu schlucken. Die Genugtuung w?rde ich ihm ganz bestimmt nicht lassen! Verdammt, meine Hand tat weh!
Ich blitzte ihn w?tend an, doch ihm schien das alles nur zu erheitern! Dieser Mistkerl!
'Schon gut, S??e. So schlimm wird das schon nicht werden. Aber ob du willst oder nicht, ich f?rchte ich muss auf deine Begleitung bestehen.'
'Ich zeig dir gleich auf was du alles bestehen kannst!' schrie ich aus vollem Halse.
'Schhh, Kleine. Wir haben Nachbarn.' Er lehnte sich l?ssig in seinen Sessel zur?ck und sah mich grinsend an.
W?re ich ein Drache, h?tte ich jetzt Feuer gespuckt! Ich sprang auf und der Sessel fiel um. 'Wei? du! Das habe ich alles nicht n?tig! Du kannst mich mal!' Ich drehte mich um und ging mit erhobenen Hauptes aus dem Raum.
Ich h?rte ihn lachen. Der hatte Nerven! Er lachte mich tats?chlich aus!
Ich schnappte mir meine Jacken, rannte raus und einfach einer Stra?e entlang.
Bei dem w?rde ich bestimmt nicht bleiben. Ich benahm mich jetzt zwar wie ein kleines Kind, doch das war mir sowas von egal. Ich wollte nur noch weg.
Zornig stapfte ich den fremden Weg entlang und nach ein paar Minuten sah ich auch schon die Au?enbeleuchtung einer Bar.
Das war genau das richtige!
Ich ?ffnete die schwere T?r und steuerte auf die Theke zu. Ich sp?rte zwar wie mir einige neugierige Blicke folgten, doch das war mir im Moment gleichg?ltig.
'Was kann ich Ihnen bringen?' brummte mir ein dicker Kellner entgegen. 'Einen doppelten Whiskey.' Er zog die Augenbrauen hoch brachte mir aber dann doch mein Getr?nk.Mir war klar das ich total ?bertrieben reagierte, aber wenn man die gesamt Situation betrachtete konnte ja etwas st?rkeres nicht schaden.
Ich sch?ttelte mich beim Geschmack von diesem Ges?ff, und hing weiter meinen Gedanken hinterher.
Jemand r?usperte sich vor mir laut und ich sah auf. 'Sie wirken bedr?ckt, kann ich Ihnen vielleicht irgendwie helfen?' fragte mich der Kellner und sah mich betreten an. 'Nein, schon gut. Aber trotzdem danke.'
'Keine Ursache.'
Eine Stunden war schnell vorbei gegangen und in der Zwischenzeit sp?rte ich die Auswirkungen vom Alkohol. Doch das kam mir nur Recht. Ich bestellte mir noch ein Glas und trank es auch gleich z?gig leer. Danach stellte ich es ab, rutschte vom Sessel und bem?hte mich so n?chtern wie m?glich zu wirken. Ich ging ins WC und setzte mich danach auch gleich wieder auf meinen Platz.

Ich hatte jegliches Zeitgef?hl verloren, und wippte auf meinem Barhocker zum Takt der Musik. Nebenbei schl?rfte ich an meinem Getr?nk, als sich pl?tzlich neben mir der Hocker bewegte und sich jemand darauf setzte.
Das st?rte mich auch nicht. Ich meine warum sollte es mich st?ren? Immerhin war das ein freies Land?Im Gedanken versunken starrte ich in mein Glas hinein. Da fiel mir auf das die Fl?ssigkeit gelblich war? Schon komisch. Ich begann wie eine bekloppte zu kichern. Warum war Whiskey eigentlich gelblich?
Der Kellner sah mich neugierig an, machte sich aber dann doch wieder an die Arbeit.'Was ist so lustig?' fragte mein Sitznachbar neugierig. Ich sah zu ihm r?ber. Nein! Da war ich extra weg gegangen, und jetzt sa? Johnny-Boy neben mir. Warum nur? 'Das geht dich nichts an!' Ich st?rzte mein Getr?nk hinunter und winkte den Kellner mir einer ungeschickten Bewegung heran. 'Wie viel macht das aus?'
'Lass nur, ich zahl schon.'
Ich wand mich zornig John zu und w?re beinahe vom Hocker gefallen. Was mussten diese Dinger auch so klein sein? Als ich wieder aufsah, bemerkte ich das er mich an den Armen festhielt.
'Lass mich los! Au?erdem brauch ich dich nicht, ich kann auch alleine zahlen!' schnauzte ich. Ich riss mich los, zumindest versuchte ich es.
'S??e, bleib einfach sitzen und lass mich zahlen.'
Ich schnaubte ver?chtlich 'Von dir..lass ich mir gar nichts sagen!' Blieb dann aber doch sitzen, weil ich schon so m?de war.
Nachdem er gezahlt hatte, stand er auf. 'Komm, gehen wir nach Hause.'
Ich rutschte wieder ungelenk vom Hocker herunter und ging an ihm vorbei. 'Mit dir geh ich nirgends hin.' Nuschelte ich verschlafen.
'ja ja, Kleine.' Sagte er hinter mir.
Ich drehte mich um und sah ihn b?se an. 'Nimm mich verdammt noch mal Ernst!' fauchte ich aufgebracht. 'Ich hole mir ein Taxi und fahr zur?ck ins Hotel!' Ich schwankte etwas zur Seite und John hielt mich sofort wieder fest. 'Ich nehme dich Ernst, S??e. Aber du wirst heute trotzdem in meinem Haus schlafen.'
Ich brummte etwas unverst?ndliches. John f?hrte mich beim Arm die Stra?e entlang und mir war es gleichg?ltig. Ich hatte die Augen geschlossen und trottete neben ihm her. Pl?tzlich fiel mir wieder was ein.
'Du hast mir nie gesagt..' ich g?hnte herzhaft '?dass ich mit zu einer Gala muss.'
John sah herunter 'ist die Gala denn so ein Problem? Ich hatte gedacht, dass sie nur eine Kleinigkeit f?r dich sein w?rde.'
'Ist sie aber nicht. Ich gehe nicht mit zur Gala, John.'
'Warum nicht, Kleine?'
'Ich?ich kann nicht tanzen.' Ich sah auf den Boden. Wobei mir auffiel das vereinzelt kleine Steinchen auf dem Asphalt lagen. '1, 2,?3,?5!' s?uselte ich im Gedanken.
'Was?' unterbrach mich John. Ich sah auf und bemerkte dass er mich musterte.
'Ach nichts?'
John sagte l?ngere Zeit nichts. 'Und deswegen hast du vorhin so einen Aufstand gemacht? Weil du nicht tanzen kannst?' Er klang belustigt.
Ich sah zu ihm hin und kurzzeitig verschwamm alles. 'Das ist nicht lustig! Ich gehe da nicht hin.'
Als er stehen blieb, war ich auch dazu gezwungen. Er drehte sich zu mir und? h?? Pl?tzlich stand die Stra?enlaterne quer. Er hielt mich an der Taille umfasst. 'Finger weg!' ?chzte ich und versuchte mich los zu machen. 'S??e. Du bist umgefallen. Sei froh das ich dich halte.'Verwirrt sah ich ihn an. 'Ja, danke. Du kannst mich jetzt aber trotzdem wieder los lassen.'Er schmunzelte mich an 'Das Risiko gehe ich nicht noch mal ein!' Pl?tzlich war der Boden unter meinen Beinen weg und er hob mich mit Schwung hoch. Erschreckt krallte ich meine Finger in seine Arme. 'Lass mich sofort wieder runter!' sagte ich aufgebracht. Ich wollte mich zwar befreien, aber es war mir zu anstrengend. Also zappelte ich unbeholfen herum.'Auf gar keinen Fall.' Irgendwann gab ich es auf und lie? mich tragen. Ich sah zu John auf, der in der Gegend herum schaute und mich anscheinend m?helos trug.
'Ich kann es dir beibringen, Kleine.'
'Wovon redest du..?' fragte ich m?de
'Na vom Tanzen.'
Ja toll, ich wollte ihm nicht erz?hlen dass ich ein Rhythmusgef?hl wie ein Regenwurm hatte. Wie kam ich jetzt auf Regenwurm? Naja, die konnten ja kein gutes Rhythmusgef?hl haben, nahm ich zumindest an.
Au?erdem musste John ja nicht meine ganzen schlechten Eigenschaften auf einem Silbertablett pr?sentieren bekommen.
'Brauchst du nicht! Ich werde nie tanzen.' Erz?hlte ich ihm.
'Mal sehen, S??e...' damit beendete er das Thema.
Langsam f?hlte ich mich richtig wohl in seine Arme. Nie zuvor war ich getragen worden, was ich ja auch nicht zu gelassen h?tte. Aber das hier war was anderes? das mochte ich. Das einzige was mich st?rte war, dass ich alles so verschleiert sah, aber dagegen konnte ich auch nicht viel tun.
Ich drehte meinen Kopf zu seiner Brust. Wow, er musste wirklich viel trainiert haben.Die Muskeln zeichneten sich durch sein dunkelgr?nes Shirt ab und ich starrte darauf. Ich ?berlegte fiebernd ob ich wohl dar?ber streichen konnte. Halt! Was machte ich da? Warum war ich so versessen darauf seinen Oberk?rper zu ber?hren? Was war los, das machte ich doch sonst nie!
Ich versuchte meine Gedanken wieder auf Regenw?rmer zu lenken, aber pl?tzlich sah John zu mir herunter. Seine Augen fixierten mich und es lagen Verwunderung und auch noch etwas anderes darin, oder bildete ich mir das nur ein?
Ich senkte meinen Blick, weil ich nicht wusste was ich davon halten sollte.
Oh Nein! Und dann wusste ich warum er mich so angesehen hatte. Meine Hand lag auf seiner Brust und ich strich dar?ber. Schei?e! Gehetzt riss ich meine Hand weg, als h?tte ich mich verbrennt und w?re runtergefallen, wenn er mich nicht so fest gehalten h?tte. Wieso habe ich das gemacht?!
'Ich will runter!' rief ich leicht panisch. Das lief alles ?berhaupt nicht nach Plan!
John lachte leise, er hatte sichtliches Vergn?gen an meiner Reaktion. 'Warum? Gerade eben schien es als w?rdest du dich bei mir ziemlich wohl f?hlen.'
'Das du ich nicht!' wehrte ich heftig ab und zappelte ungeschickt herum.
Seine Augen fixierten mich. 'Rede dir das nur ein, Schatz.'
'Lass mich runter!'
'Warum?'
'Weil mir schlecht wird!' rief ich. Das letzte woran ich mich erinnern konnte war, dass ich mich in irgendein Geb?sch ?bergeben habe.







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