Suddenly

Autor: Daisy
veröffentlicht am: 24.01.2010




Hey! Also hier ist der 3. Teil meiner Geschichte ;-)
Ich würde mich total über eure Kommentare freuen, also bitte schreibt was.
Grüße, Daisy


Das kann doch nicht sein ernst sein! Vor mir stand ein schwarzes Monstrum, das er als Motorrad bezeichnete.
Ich hielt genug Sicherheitsabstand zu dem Ding und starrte es völlig entgeistert an. Ich war noch nie auf so was mitgefahren, und hatte es auch eigentlich nicht vor.
Er schlenderte zur Maschine und warf mir den Helm zu, der auf dem Sitz gelegen hatte. Aus Reflex streckte ich meine Arme aus und fing den Helm. Zumindest hatte ich das vor. Doch als das Ding an meinen Händen vorbei und mit einem dumpfen Krachen auf der Straße landete, zog ich meine Arme wieder zurück und versuchte so zu tun als hätte ich nur eine Fliege verscheucht.
Tja, Sport zählte nicht gerade zu meinen Stärken…
Ich sah zu John und bemerkte, dass ihm mein Ausrutscher nicht entgangen war. Er sagte zwar nichts (was auch gut für ihn war), aber er grinste dämlich übers ganze Gesicht.
'Du hast mir noch immer nicht deinen Namen gesagt.'
'Stimmt.' Er wartete, doch als ich nichts mehr sagte kam er zu mir rüber. Er hatte seinen Blick auf mich gerichtet und grinste gerissen.
Ich zwang mich stehen zu bleiben. 'Und wie heißt du?' Ich schob meine Augenbrauen rauf und betrachtete ihn argwöhnisch. Er war fast um einen Kopf größer als ich und seine breiten Schultern verunsicherten mich ein bisschen. Ich versuchte selbstsicher zu wirken und reckte mein Kinn in die Höhe. John musterte mich von Kopf bis Fuß.
Plötzlich packte er mich an den Schultern und presste mich an seine Brust. Ich spürte seinen Atem an meinem Ohr und blieb stocksteif stehen. Mit so was hatte ich nicht gerechnet. 'Ich nehme nur ungern Namenlose mit.' Flüsterte er mir zu und seine Finger strichen über mein Schlüsselbein, das war der Augenblick als ich aus meiner Erstarrung fand.
Sofort gab ich ihm einen kräftigen Stoß und er musste ein paar Schritte zurückgehen. 'Fass mich nochmal an und dein geliebtes Teil wird es bereuen, du Idiot!' fauchte ich aufgebracht. Wütend stand ich vor ihm und ballte meine Hände. Beschwichtigend hob er seine Arme.'Hey Kleine, nicht so wild. Wusste ja nicht dass du das alles so verkrampft siehst.' Ich schnaufte ungläubig 'Nenn mich nicht Kleine, verstanden?!' Ich versuchte ihn quasi mit Blicken zu erdolchen, aber mein Gegenüber blieb ziemlich unbeeindruckt.
'Wie soll ich dich denn sonst nennen? Ich finde 'Kleine' süß, der Name passt zu dir. Du kannst mir aber auch gerne einen besseren verraten.' Er zwinkerte mir belustigt zu und unterdrückte ein Lachen.
Oh Gott, bis jetzt hatte ich immer gedacht ich hatte keine aggressive Seite, aber John hatte mir gerade was anderes bewiesen.
'In Zukunft behältst du lieber deine Finger bei dir, verstanden?' rief ich noch immer wütend. Johnny Boy schien erstaunt.
'Übertreib doch nicht Kleine, was war denn so schlimm daran?'
'Sag nicht 'Kleine' zu mir.' Damit er mich endlich beim Namen nannte, fügte ich noch gereizt hinzu: 'Ich bin Jane… und falls du das noch nicht bemerkt hast, kennen wir uns nicht, also fass mich nicht an!'
'Ist ja schon gut.' Er ging zum Motorrad, setzte sich darauf und ließ den Motor an. Als ich nicht reagierte sah er mich abschätzend an. 'Na was ist? Nimm den Helm und komm endlich, Süße.' So ein Idiot! Ich sollte nicht mit ihm mitfahren, das hatte ich nicht nötig! Aber wollte ich wirklich barfuß heim hatschen?
Ich nahm den Helm und ging zu ihm. 'Ich heiße Jane, also brauchst du 'Süße' auch nicht mehr zu sagen, okay?' Er zeigte mir seine strahlenden Zähne und lächelte arrogant 'Ich weiß, aber mir gefallen die anderen Namen besser.'
Wie aufgeblasen kann ein einzelner Mensch bitte sein?!
Ich hätte ihm am liebsten eine Gemeinheit an den Kopf geworfen, aber dann würde er mich wahrscheinlich auch nicht mitnehmen.
Ich lächelte ihn zuckersüß an. 'Wie du meinst Bärchen.' Seine Augenbrauen schoben sich wie gewohnt nach oben, er sagte aber nichts weiter.

Während ich auf den hinteren Sitz kletterte, fragte mich John wo ich wohnte und ich erklärte ihm den Weg. (Wobei sich ein mulmiges Gefühl ausbreitete. Ich hatte ja immerhin gerade einen Wildfremden meine Adresse gegeben.)
Ich hielt mich bei solchen Metall-Stangen (oder wie das auch heißen mag) fest, und verkündete: 'Ich bin so weit.'
'Leg deine Arme um meinen Bauch'
'Es reicht ja wohl schon, wenn ich auf dem gleichen Motorrad mit dir sitze, da muss ich mich nicht auch noch an dir fest halten!' erwiderte ich skeptisch.
'Wir wollen doch nicht das du runter fällst, also stell dich nicht so kindisch an. Wie alt bist du, 6?' Ich war 20. Und ich war kindisch. Was solls…
'Da gehe ich schon lieber das Risiko ein, runter zu fallen….' Murmelte ich beleidigt.Der Motor heulte auf, und er ließ die Bremse los. Die Maschine hüpfte vor und ich wurde an seinen Rücken geschleudert. Ohne zu überlegen schlang ich meine Arme jetzt doch um ihn. Ja, ich bin eben flexibel. Das gehörte allerdings ganz klar zu meinen Stärken, sonst wäre ich ja schließlich wirklich am Boden gelandet.

Ich stellte fest, dass das Fahren mit sowas gar nicht mal so schlecht war.
Einziger Nachteil: der Fahrtwind! Ja klar, ich hätte damit rechnen müssen. Hab ich aber nicht… Somit hatte ich die ganze Zeit damit zu tun mein Kleid unten zu halten.
Meine Stimmung schwang zwischen Begeisterung, Empörung und extremer Peinlichkeit hin und her.
Ich war begeistert weil mir das Fahren wirklich Spaß machte, war empört weil John immerzu übers ganze Gesicht wie verrückt grinste und es war mir peinlich wie ich im Moment aussah.Meine kaputten High Heels waren hinten rauf gebunden worden (ich bestand darauf sie mit zunehmen, vielleicht konnte man sie ja reparieren) und
meine zerzausten Haare flatterten wild umher. Ich krallte mich mit einer Hand an John fest und mit der anderen versuchte ich mein Kleid zu halten. Der Wind blies nämlich genauso hinein, dass vorbeikommende Autofahrer einen perfekten Blick auf meine Unterwäsche erhaschen konnten.
Wenn ich könnte, würde ich am liebsten im Boden versinken! Ein Auto hatte sogar gehupt!!







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