Küssen ist schön - oder nicht?

Autor: AmelieInLove
veröffentlicht am: 06.12.2009




Ich war verdammt aufgeregt. Bitte, bitte, lieber Gott, lass es endlich klappen. Das dominante Geräusch unserer Klingel riss mich aus meinen Tagträumen. War es schon so spät? Ich hechtete zur Tür und vor mir stand breit grinsend meine beste Freundin Felicitas, kurz Feli.
'Wahnsinn, du siehst verdammt heiß aus!' Sie quietschte begeistert und nahm mich in die Arme. 'Da KANN er gar nicht nein sagen.' Mit 'er' war natürlich Pascal gemeint. Kaum zu glauben, dass ich vor zwei Wochen gerade mal wusste, dass er in meiner Parallelklasse war und noch nicht einmal seinen Namen kannte. Mittlerweile wusste ich fast alles über ihn und war sogar zu einem Madsen-Fan geworden. Wir chatteten fast jeden Tag und seither hatte ich auf heute nur so hingefiebert. Es war Karneval. Und jeder wusste schließlich, dass Karneval die beste Möglichkeit war, entjungfert zu werden. Halt, Stopp! So meinte ich das natürlich nicht. Mit dem 'richtigen' Entjungfern konnte ich wohl noch warten, doch geküsst werden wollte ich endlich. Zwar hatte ich schon ein paar Jungen auf den Mund geküsst, darunter zum Beispiel meinen allerersten Freund Günther (ja, ich weiß, ein beschissener Name), den ich mit 10 Jahren in einem Ferienlager kennen gelernt hatte, doch so richtig mit Zunge hatte ich noch nicht geküsst. Und da war ich fast die Einzige bei mir in der Klasse. Schließlich war ich schon 14! Ich zog schnell meinen Mund mit knallrotem Lippenstift nach, rief ein 'Tschüs!' in Richtung Wohnzimmer, in dem meine Eltern saßen, und stieg auf mein Fahrrad.
'Mein Gott, ich bin so aufgeregt. Ich kann's kaum erwarten. Meinst du, er mag mich? Bestimmt hat er schön längst eine andere, so gut, wie er aussieht.' Er war ein absoluter Traum. Braune, etwas längere und leicht gelockte Haare, groß und athletisch gebaut und herrlich blaue Augen. Ich schmolz fast dahin bei dem Gedanken an ihn.
Der Bus war proppevoll - wie immer an Karneval. Unsere Freunde hatten uns zum Glück Plätze freigehalten, sodass wir nicht stehen mussten. Ab ging's ins Vergnügen. Es war das erste Mal, dass ich so richtig mit Freunden zum Karneval ging und danach noch auf die berühmte Party bei Grallmer gehen durfte. Grallmer war eine Kneipe an die eine riesige Halle anschloss, in der ab und zu Parties stattfanden.
Wir stürmten in das Getümmel und suchten einen Platz vorne an der Straße, um auch noch möglichst viel von der Party mitzubekommen. Wir hatten ein paar Sixpacks Mischbier mit und tranken uns so richtig in Stimmung. Außerdem musste ich mir ja auch noch ein bisschen Mut für den Augenblick, in dem ich Pascal treffen würde, antrinken. Es dauerte nicht lange und wir waren am Grölen und genossen den Umzug in vollen Zügen. Ein paar Freunde von uns, die beim Umzug mitliefen, verschafften uns sogar etwas Hochprozentigen, sodass wir bald einen ordentlichen Alkoholpegel hatten und bald schon mit Feli auf die Suche nach Pascal loszog. Da sie selbst seit kurzem glücklich vergeben war an einen Kerl, den sie im Urlaub kennen gelernt hatte, konnte sie sich ganz meinen Problemen widmen. Leider war uns das Glück aber nicht ganz hold und wir fanden Pascal in der Menge nicht. Da es aber ohnehin angefangen hatte zu regnen, beschlossen wir einfach, schon mal zu Grallmer zu gehen. Wir stürzten sofort auf die Tanzfläche und legten los. Ich behielt aber meine Augen offen und tatsächlich dauerte es nicht lang und ich hatte ihn erspäht. Er sah hinreißend aus wie immer. Angetrunken wie ich war lief ich einfach zu ihm und begrüßte ihn stürmisch. Er war zwar überrumpelt, schien sich aber zu freuen, mich zu sehen. Da es unglaublich laut war in der Halle, gaben wir den Smalltalk schnell auf und tanzten. Er war etwas unbeholfen, doch das machte mir reichlich wenig aus. In meinem sexy Teufelchen-Outfit schmiegte ich mich an ihn und wackelte mit den Hüften, was das Zeug hielt. Ich hatte Erfolg damit - er gab mir einen aus. Leider nur einen alkoholfreien Cocktail. Na ja, was soll's, ich hatte eh schon genug intus.Als uns beiden zu heiß wurde, nahm ich ihn an der Hand und zog ihn hinaus. Der große Augenblick war gekommen, das spürte ich. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals, als wir dicht aneinandergedrängt an der Wand standen und sich unsere Münder näherten.









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