Gro?e Gef?hle & Teuflische Momente

Autor: Beata
veröffentlicht am: 11.11.2009




Oh, Mann, dieser komische Typ war in der Tat den ganzen Abend geblieben. Einfach dagesessen, zwischenzeitlich in einem Laptop recherchiert, eine SMS geschrieben und eine Bild gelesen. Was wollte er? Irrten Nina und ich uns, oder beobachtete er uns? Aber eins war definitiv klar: Ich wollte die Bar schlie?en und musste diesen Gorilla rausschmei?en! Ich drehte mich zu seinem Tisch um: Er war verschwunden! Das konnte nicht sein! Ich hatte die T?r nicht geh?rt! Und vor wenigen Sekunden war er noch da gewesen. Schnell eilte ich zu seinem Tisch und sah, dass dort das Geld auf dem Tisch lag mit einem saftigen Trinkgeld. Ich nahm das Geld auf und lief zur Theke.
'Heute haben wir ja besonders viel eingenommen!', freute sich Maja, w?hrend sie die Abrechnung machte. Ich zog meinen K?rper neben sie auf den Schreibtisch und sah ihr beim Rechnen zu. Im Kopfrechnen war sie tats?chlich noch mal flinker als ich, dabei war ich schon stolz, dass ich wenigstens das konnte. Au?er Mathe und Sport hatte ich in der Schule nie ein Fach wirklich auf die Reihe bekommen.
'Bevor ich es vergesse! Ronaldo hat sich eben bei mir gemeldet.', sagte sie gl?cklich und steckte das Geld zur?ck in die Kasse. Sie schloss diese ordentlich ab und sah mich an. 'Super! Was wollte er?'
'Sich treffen. Wir sind f?r Morgen verabredet. K?nntest du?'
'Ja, nat?rlich.'
'Sicher?'
'Ja, ich krieg das hin.'
'Du bist ein Engel.'
'Ich wei?, ich wei?.', sie gab mir einen sanften Kuss auf die Stirn und zwinkerte mir zu. Komischer Gedanke, dass die eigene Mutter es mit einem Kerl treibt, w?hrend ich hier hinter der Bar stehen w?rde. Dieser Moment musste wohl mal kommen.
'Und du redest mit Peter?'
'Sicher nicht!', ich nahm mir meinen schwarzen Mantel von der Garderobe und warf ihn mir dr?ber. Maja verdrehte die Augen. Ich wei? was sie dachte, doch war es nicht unfair, den eigenen Mann der Impotenz zu beschuldigen?! Das w?rde ICH mit Sicherheit niemals tun. Daf?r lag mir Peter viel zu sehr am Herzen.
Als ich mit Mutter die Bar verlie? und abschloss, musste ich wieder an den Typen denken. Nina konnte er nicht verfolgt haben, daf?r hatte er noch zu lange da gesessen, nachdem sie gegangen war. Ich sah mich mit einem unheimlichen Gef?hl und G?nsehaut um und studierte die Umgebung. Anscheinend war er nicht da. Aber ich traute der Ruhe nicht. Ob es nun Einbildung war oder nicht. Nina und ich mussten verdammt vorsichtig sein. Ich meine, nach drei Jahren kriminellen Machenschaften durfte uns kein Anf?ngerfehler unterlaufen.'Was hast du, Liebling?', fragte meine Mutter und sah mich mit schiefem Kopf an. 'Nichts. Soll ich dich Heim fahren?'
'Oh, das w?re super', klatschte sie in ihre H?nde. Sie hatte doch gewusst, dass ich sie das fragen w?rde. Sie stieg in meinen 350Z und schnallte sich sofort an. Als ich losfuhr, konnte ich es nicht lassen, st?ndig in den R?ckspiegel zu sehen. Kein Auto war l?nger als drei Stra?en hinter uns. Sonst waren immer nur einzelne Personen unterwegs. Okay, er verfolgte mich nicht. Erleichtert atmete ich aus. Es war anscheinend doch nur ein Hirngespinst von Nina gewesen. Es war ein harmloser Typ auf der Suche nach einem sch?nen Abend gewesen.Doch eine Frage brannte mir dennoch wie Feuer unter den N?geln.
'Sag mal, Ma. Meine Augenfarbe ist doch nichts Au?ergew?hnliches oder? Genauso selbstverst?ndlich wie braun.'
Maja lachte mich aus. Einfach so!
'Also, ich finde sie sehr au?ergew?hnlich. Ist dir schon einmal aufgefallen, wie unterschiedlich sie aussehen k?nnen?'
'Mutter, sich sehe sie h?chstens im Badspiegel mal fl?chtig.'
Sie nickte. 'Okay, wenn Sommersonne hineinf?llt, wirken sie immer wie der blaue Ozean und Wintersonne l?sst sie wie ein eisblauer Gletscher gl?nzen. Ach, du warst schon immer unglaublich h?bsch durch die Kombination von schwarzen Haaren und blauen Augen. Und dein sch?nes Gesicht!', sie nahm meine Wange zwischen ihre Finger und kniff sie zusammen. 'Autsch!', fauchte ich und fuhr auf die Laterne zu, im letzten Moment riss ich das Lenkrad herum und kassierte ein Hubkonzert eines Minicars, welches meinen Weg kreuzte. 'Idiot!', schrie ich ihm nach und sch?ttelte den Kopf.

~*~

Er war mit seinen Gedanken vollkommen woanders, als sie sein bestes St?ck in den Mund nahm und sorgf?ltig mit ihren Lippen und der Zunge bearbeitete. Er lie? zwar seine Fingerkuppen ?ber ihren nackten R?cken gleiten, dennoch schwirrte ihm ein anderes Gesicht vor Augen. Diese Frau von Gestern. Er legte seinen Kopf zu Seite und linste auf den kleinen Knopf auf dem Nachttisch. Eine Wanze. Das sie wirklich glaubte, ihn mit so einem billigen Trick austricksen zu k?nnen. Das bedeutete jedoch, dass sie durchaus aufmerksam geworden war.
'Javier, was ist los?', sie spreizte ihre Beine und setzte sich auf seinen Scho? und begann seinen durchtrainierten Oberk?rper zu massieren. Sie legte sich mit ihrem K?rper auf seinen, bewusst, dass ihre Brust nun seine empfindliche Haut ber?hren w?rde und k?sste wild sein Gesicht. Er packte sie mit seinen gro?en H?nden an der Schulter und dr?ckte sie sanft aber bestimmt von sich herunter. Er setzte sich auf und nahm die Wanze zwischen seine Finger. Sie war selbstgebaut, in ordentlicher Handarbeit. 'Sag mir was los ist, reiche ich dir nicht mehr?', sie umschloss seinen Hals mit ihren Armen und liebkoste seinen Nacken. Ihre blonden Haare fielen ?ber seine Brust und strichen wie ein feiner Pinsel ?ber seine Brustwarzen. Javier stand auf und begann sich anzuziehen. 'Das ist jetzt nicht dein Ernst, wo gehst du hin?!'
'Nach Hause.', er zog einen Schein aus seinem Portemonnaie heraus und lie? ihn auf das Bett flattern, 'f?r deine M?he, das sollte reichen.'
'Du verdammtes Arsch, ich bin keine Hure!'
Er ignorierte ihren Kommentar, schmiss sich seinen Mantel um und lie? sie alleine in ihrem Schlafzimmer zur?ck. Ohne seine Adresse, Nummer und ohne eine Entschuldigung.

~*~

Wie immer wachte ich nach nur wenigen Stunden Schlaf von Peters zartem Kuss auf. Als ich die Augen schlaftrunken ?ffnete, war er jedoch schon aus dem Schlafzimmer verschwunden. Schreck! Ich zog meinen Morgenmantel aus Seide ?ber und riss die Schlafzimmert?r auf. War er schon weg?! Ich st?rmte die Treppe herunter und wollte ihn abfangen, bevor er ins Auto stieg.
'Schatz? Du hast es aber eilig!', lachte er und ich legte eine Vollbremsung hin. Unangenehm quietschten meine Fu?sohlen auf den Marmorfliesen. Ich fuhr herum und ging in die K?che. Ich begr??te ihn mit einem breiten L?cheln und ging auf ihn zu. 'Was ist denn los?', fragte er und nippte an seinem morgendlichen Kaffee. 'Ich?du musst mir einen Gefallen tun!''Alles was du willst, Engel.', er stellte sich auf und blickte mich fragend an. Seine ruhige Art beruhigte mich immer wieder aufs Neue. 'Kannst du mich heute Abend in Maja's Bar unterst?tzen? Mutter hat ein Date.'
Ich krallte mich an seinem Hemd fest und stellte mich auf Zehnspitzen, um tief in seine braunen Augen sehen zu k?nnen. Er l?chelte mich an und k?sste mich auf die Wange. 'Du wei?t doch, dass ich Morgen wieder fr?h raus muss. Wie soll ich das schaffen?'Entt?uscht lie? ich ihn los und wendete mich ab. 'Schatz, sei nicht traurig. Nina hilft dir doch bestimmt gerne, oder Julian. Frag ihn doch mal.'
'Ach, Peter. Das ist doof.', ich f?hlte mich wie ein Kindergartenkind, dessen Traum ein Pony zu besitzen wie eine Luftblase geplatzt war. 'Biiiiitte!', ich blickte ihn noch einmal mit meinen gro?en Kulleraugen bettelnd an, doch es hatte alles keinen Sinn. Er war nun mal mit Leib und Seele der 'Sunset International' zugeschrieben.
'Sag mal, warst du mal beim Frauenarzt oder hast einen Test gemacht?'
Fragte er pl?tzlich und ich musste ?u?erst an mich halten. Kam der mir auch noch damit. Bei mir war alles in Ordnung nur zu seiner Information.
'Wovon soll ich denn bitte schwanger sein?', antwortete ich und grinste ihn spitzb?bisch an. Ich stellte mir vor, wie er mich dreckig in der K?che vernaschte, doch stattdessen schnalzte er mit der Zunge.
'Soll ich dir das mit dem Bienchen und dem Bl?mchen noch einmal erkl?ren?'
Ich lief an ihm vorbei und goss mir ebenfalls einen sch?nen, hei?en Kaffee ein. Wie immer ein Drittel Milch und drei L?ffel Zucker. In das pure Kaffeealter w?rde ich wohl nicht mehr reinkommen.
'Das Bienchen hat keine Lust auf das Bl?mchen.', erkl?rte ich meine Gef?hle und hoffte, dass er nun auf meinen K?der ansprang. Reizend stellte ich mich vor ihn und streckte ihm meine Brust entgegen.
Er blickte mich mit hochgezogenen Augenbrauen an. 'Und was war Gestern?'
'Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt?', lachte ich und streckte ihm die Zunge heraus. Ach, er hatte was von einem naiven, kleinen Jungen, der noch nicht aufgekl?rt wurde. Unglaublich s??!
'Gib dem Bienchen ?bermorgen noch eine Chance. Da haben wir ja beide frei. Wir sehen uns.'
'Werde meinen Terminplan mal durchchecken ob da noch Platz f?rs Bienchen ist.'Er k?sste mich auf die Lippen und hauchte mir die drei sch?nsten Worte der Welt in die Ohren. Schon ging er.
Ich lie? mich mit meinem Kaffee auf den K?chenstuhl sinken und r?hrte wild in der hellen Fl?ssigkeit herum. Geld sollte in der Tat nicht ?berbewertet werden. Ich sehnte mich nach der Zeit, in denen er nicht genug hatte von mir kriegen k?nnen. Seufzend lief ich ins Bad und lie? meinen Morgenmantel an meinen Waden nach unten gleiten. Meine Figur hatte sich doch gar nicht ver?ndert. Was war es, was sich so ver?ndert hatte? Na gut, wenn ich an den letzten Tag dachte, wurde mir klar, dass er meinen Reizen immer noch nicht widerstehen konnte. Nur unsere Zeit war so schrecklich begrenzt und mir fehlte die Spontaneit?t an ihm.


Ich wei? gar nicht, warum ich solche Panik hatte, an diesem Abend zu Arbeiten.Selbst meine Klamotten hatte ich an meine kindische Angst angepasst. Ich trug meinen schwarzen, Taillenbetonten Mantel, unter dem ich problemlos meine Waffe verstecken konnte und hohe Stiefel, mit deren Abs?tzen ich so einiges anstellen konnte.
Ich schloss 'Maja's Bar' auf und eine unheimliche Finsternis begr??te mich. Schnell schaltete ich das Licht an und atmete tief durch, als die gewohnte, niedliche Bar im 80er Jahre Stil zum Vorschein kam. Es war so albern, was ich hier veranstaltete. Ich bin davon ?berzeugt, dass dies eine Angst ist, die in uns Frauen von Anfang an schon angelegt ist. Genau wie das mulmige Gef?hl, welches uns beschleicht, wenn ein Auto neben uns immer langsamer wird. Warum denken wir eigentlich an Kidnapping und Vergewaltigung, obwohl wir vielleicht nur nach dem Weg gefragt werden? Oder bin nur ich so ein Schisser?Ich blickte nerv?s auf die Uhr und sendete ein kleines Gebet in den Himmel, dass Nina es schaffen w?rde, zu kommen.
Tja, ich hatte tats?chlich Peters Rat befolgt. Julian, mein Sandkastenfreund und treuer Begleiter durch viele turbulente Jahre hindurch, war leider zu seiner Tante nach Australien geflogen. Aber wenigstens hatte Nina sich bereiterkl?rt.
Wenn man vom Teufel spricht. 'Es tut mir leid, Cleo!', kam sie mit einer gro?en Tasche durch die T?r gerauscht und grinste mich mit einem gewitzten Gesichtsausdruck auf den Lippen an.
Sie lief zu ihrem Lieblingstisch neben der antiken Vase und rollte irgendwelche Plakate aus. Ohne ein Wort der Begr??ung. Aber so war sie schon immer gewesen. Als sei ihr kleiner Kopfcomputer nur im Stande eine Sache zu bet?tigen. 'Was hast du da?', kam ich auf sie zu und blickte auf den Bauplan eines Casinos. 'Was wohl?!', lachte sie und legte ihren langen, schmalen Finger auf einen Raum. 'Du willst Oceans 11 nachspielen?', fragte ich schelmisch und boxte ihr spielerisch gegen die Schulter. 'Was ist daran bitte so verkehrt? So verzwickt wie in diesem Film wird es schon nicht sein, an den Safe zu kommen.', ?berlegte sie und bekam erneut ein erfreutes Strahlen. 'Ich werde mir das ganze mal ansehen, wenn ich Zeit habe.'
'Habe ich mir auch so gedacht.', sie packte alles wieder in die Tasche und streckte sie mir entgegen.
'Dann lasst uns mal an die m?rderische Arbeit gehen!', knackste sie mit ihren Fingern.'Nina?wer durch die kleinsten Sch?chte kriecht, wird doch wohl auch in der Lage sein ein Tablett zu tragen!'
'Moment mal! Ich krieche doch nie durch Sch?chte, das machst du!'
'Ist doch egal. Komm jetzt. Erst einmal brauchst du eine wei?e Bluse.', ich zog sie hinter mir her durch die K?che und dann in den Privatbereich. Ich ?ffnete meinen Schrank und zog einen zusammengelegten Klamottenhaufen heraus. 'Spinnst du?! wer soll da denn bitte reinpassen?!', regte sie sich k?nstlich auf, als sie das Oberteil Gr??e XS vor sich hielt.'Ich?', fragte ich ironisch und streckte ihr die Zunge heraus, 'na gut, ich gebe dir eins meiner Mutter.'
Selbstverst?ndlich musste sie auch dort eines ihrer dummen Kommentare ablassen. 'Man, deine Ma hat vielleicht Holz vor der H?tte. Hui!'
Ich gab ihr einen Klaps gegen den Hinterkopf - schlie?lich erh?hen diese das Denkverm?gen - und r?umte die Tasche in meinen Schrank, w?hrend sie sich umzog.
'Passt doch.', ich musterte sie. Sie war so h?bsch. Fand ich zumindest. Nina hatte ihre Haare rotbraun gef?rbt, da ihr das Naturblond nicht gefiel. Sie trug den Viktoria Beckham Bob, wodurch ihre Haare stets flott aussahen. Daf?r musste sie auch alle zwei bis drei Wochen zum Fris?r. Ihre Figur war kurvig. Ein echtes D strahlte von ihrem K?rper - soviel zum Thema Holz vor der H?tte. Ihre Augen waren dunkelbraun und ihr L?cheln sehr offen. Ihr Kinn stand etwas hervor, wodurch sie immer etwas markant wirkte.
Ich drehte mich wieder um und zog mir ebenfalls eine Bluse an.
'MEEENSCH! Ich wei? schon, warum deine Parents dich Cleopatra genannt haben? Du hast vielleicht einen geilen Apfelpo, da h?tte Caesar garantiert eine drei Meter Latte bekommen!''Nina, das habe ich jetzt nicht geh?rt, aber trotzdem danke.', grinste ich verlegen und warf ihr eine Sch?rze ins Gesicht, mit der Aufschrift 'Maja's Bar'.
Sie legte sich diese um und dackelte mir wieder hinterher. Ich drehte das Schild von 'Close' auf 'Open' und begann schon mal ein paar Biere vorzuzapfen. 'Soll ich dir das noch einmal zeigen?'
'Aber nein. Ich bin ja nicht zum ersten Mal hier, Cleo.', verdrehte sie die Augen und begann die Gl?ser zu polieren. P?nktlich wie eine Funkuhr kam Georg herein und setzte sich an den Tresen. 'Dein Radler kommt sofort.', sagte ich beil?ufig und begann die Zitronenlimonade behutsam zu dem vorgezapften Bier zu kippen. 'Bittesch?n.', schob ich dieses auf der Theke entlang. Nina setzte sich auf den M?lleimer, den wir hinter der Bar immer als Hocker benutzten, wodurch er schon v?llig eingedellt war. 'Heute l?uft Bayern, ich hoffe, ihr ?bertragt das.', warnte Georg mit seiner Zigarettenlunge. 'Ja, nat?rlich.', zwinkerte ich ihm zu. Ich wusste zwar nicht genau, wie das ging, aber wir w?rden das sicher hinkriegen. Hoffte ich zumindest. Normalerweise war meine Ma daf?r zust?ndig. Sie hatte mir gar nicht mehr erkl?rt, wie das ging.
Na ja, im Endeffekt half mir irgendein Kunde aus und zeigte mir, dass ich eigentlich nur normal alles einschalten musste, nur den Beamer nicht vergessen durfte. Nicht umsonst laufen in einer Bar so viele M?nner rum, die k?nnen dann ruhig ein bisschen aushelfen. An diesem besagten Abend erschien mir die Bar sowieso eher nach einer Kneipe. So ein Feiersaufgelage hatte sich drei Stunden nach der ?ffnung eingestellt.
'Gut, Nina. Ich geh raus und nehme Bestellungen auf und du machst das dann einfach, alles klar?'
'Oki doki.', salutierte sie. Ich kicherte leise und k?mpfte mich durch die Reihen. Auf einmal klingelte mein Handy. Ich sah mich um, und zog es heraus. 'Ninchen', leuchtete auf dem Display auf. Verwirrt drehte ich mich zu ihr um und sah, dass der Fremde hereingekommen war und sich an die Bar setzte. Doch irgendetwas stimmte nicht mit ihm. Seine Haare waren schwarz! Komplett schwarz! Hatte er sie doch tats?chlich gef?rbt. Konnte dieses Wei? eine original Haarfarbe sein?! Ich zuckte mit den Achseln, worauf mir Nina einen verzweifelten Blick zuwarf.
'Er ist ein Gast, wie jeder andere. Behandle ihn auch so.', tippte ich innerhalb von Sekunden ein und schickte eine meiner Vertragsgebundenen, kostenlosen SMS ab. 'Ah!', kam zur?ck, wodurch ich in mich hineinlachte. Der Fremde hatte sich doch tats?chlich vorne hingesetzt und beobachtete Nina dreist wie er war. Hatte er vielleicht einfach Gefallen an ihr gefunden und war entgegen seines Erscheinungsbildes einfach nur sch?chtern? W?re doch immerhin eine M?glichkeit. Ich riss den vollgeschriebenen Zettel von meinen kleinen Block und legte ihn Nina auf die Theke. Sie begann sofort hektisch hin und her zu rennen und r?tselte schon, ob das was werden w?rde.
Dennoch beschloss ich, ihr einfach mal zu vertrauen und ging wieder los.
Pl?tzlich h?rte ich ein lautes Klirren, ein daran schlie?endes 'Schei?e' und M?nnergel?chter. Schnell drehte ich mich zu ihr um. Ach, ja, was machte sie nur?Schnell lief ich zur?ck und sah sie, wie sie Scherben aufhob. 'Ninchen, lass gut sein. Ich mach das. Hier nimm das Tablett und nimm Bestellungen auf.'
Sie nickte und fl?sterte mir ein 'Schei? Job' entgegen. Ich glaube, sie war es einfach nicht gewohnt, irgendwo drinnen schlecht zu sein. Normalerweise war sie tats?chlich ein reiner Allesk?nner. Aber Kellnern war nichts, worauf sie neidisch zu sein brauchte. Mir wurde das in die Wiege gelegt. Und damit meine ich nicht das Talent. Ich hatte einfach schon immer ausgeholfen.
Ich machte nur schnell die Getr?nke fertig, von denen ich die Bestellung aufgenommen hatte und begann dann Ninas Sauerei wegzumachen.
'Cleo, ich wei? doch gar nicht an welche Tische das alles soll!', kam sie und blickte mich verzweifelt an. 'Da steht doch oben eine Zahl und die gleiche Zahl steht auf den Tischen. Ist das so schwer?', fragte ich, w?hrend ich die Schaufel voller Scherben leerte. Nat?rlich hatte sie ein randvolles Glas auf den Boden gepfeffert, wie sollte es auch anders sein.Als ich wieder aufsah, lief Nina von Tisch zu Tisch und klotzte sich ganz genau die K?rtchen an. Ich lachte sanft und sch?ttelte den Kopf. So schwer war das doch gar nicht.'Hatten Sie denn schon etwas bestellt?', ging ich auf Ninas omin?sen Fremden zu und sah ihm direkt in die blauen Augen. Eisblau. Und es war Winter. Ich musste an Majas Worte denken. Ob die Augen dieses Mannes im Sommer auch Ozeanblau waren?
'Ja.'
'Und was, wenn ich noch einmal ganz h?flich nachfragen d?rfte?'
'Ein Pilz.'
'Alles klar.'
Er sa? direkt bei den Zapfh?hnen, wodurch sein Blick auf mir ruhte, w?hrend ich sein Getr?nk vorbereitete.
'Arbeitet sie erst seit kurzem hier?', fragte er pl?tzlich und zeigte auf Nina, die immer noch ein Halbvolles Tablett auf den H?nden hielt.
'Nein, eigentlich arbeitet sie gar nicht hier. Sie hilft nur heute aus.', antwortete ich ruhig, 'bitte sch?n!'
'Sie h?lt dich ganz sch?n auf Trapp.', duzte er mich und nahm das Bier entgegen. 'Ja, und sie nimmt die Getr?nke auch v?llig falsch vom Tablett!', sagte ich mehr zu mir als zu ihm und rannte auf sie zu, doch da war es schon zu sp?t. Die n?chsten Gl?ser segelten zu Boden. 'Ah!', br?llte sie und lie? sich frustriert auf einen Stuhl hinter sich fallen.
'Schei?e, was habe ich bitte jetzt wieder falsch gemacht?!', fragte sie missmutig und knallte das runde Tablett auf den Tisch.'
'Du musst, wenn du die Gl?ser herunternimmst immer darauf achten, dass das Gewicht gleichm??ig auf dem Tablett verteilt ist. Nimmst du auf einer Seite nur die Getr?nke herunter ist es klar, dass du es nicht mehr mit einer Hand halten kannst.'
'Cleo, ich wollte das nicht ernsthaft wissen.'
'Sorry. Holst du mal den Handfeger?'
Sie stand auf und schlenderte zur?ck. Vollkommen lustlos hielt sie mir das gew?nschte Zeug vor die Nase. 'Wei?t du was? Du darfst Feierabend machen.', bot ich ihr an. 'Wirklich? Aber du brauchst doch meine Hilfe.'
'Sei mir nicht b?se, aber?leg dich hin, ich glaube, du brauchst Schlaf.'
'Alles klar.', sie gab mir ein K?sschen auf die Wange und winkte. 'Wir treffen uns aber Morgen wegen?Sie zwinkerte. Auff?lliger ging es wohl auch nicht mehr. 'Ja, ich komme zu dir.'
'Jo, passt. Ciao Bella.'
Schon war ich wieder alleine, dabei hatte ich das eigentlich verhindern wollen. Aber ich kam alleine tats?chlich besser voran. Ich setzte zwar f?r die lange Wartezeit Rabatte, aber ich dachte, anders ver?rgert man die Kunden nur.

Wie erschossen, so angestrengt wie noch nie, schloss ich die T?r ab, als mich eine Stimme von hinten zu Tode erschreckte.
'Ich wollte dir das noch geben.', der Fremde streckte die Hand nach mir aus. Ein kleines, schwarzes Etwas, was ich im Dunkeln nicht erkennen konnte, lag auf seiner Handfl?che. 'Was ist das denn?', ich nahm es auf und erkannte meine Wanze wieder. Schockiert dar?ber, dass er sie mir wiedergab, blickte ich auf, doch er war verschwunden. Wie vom Erdboden verschluckt?.







Teil 1 Teil 2


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