Spiel für mich

Autor: !Pupuce!
veröffentlicht am: 23.12.2009




Sorry diesmal gings echt lange, vor lauter studieren hatte ich kaum Zeit, sorry!
Ich würde mich trotzdem echt über Kommentare freuen! Vielen lieben Dank!
Eure treue Pupuce

Während der gesamten Heimfahrt sprach Mama nicht mehr mit mir. Sie nahm mich beim Aussteigen an der Hand und führte mich in mein Zimmer. Danach drehte sie sich um, und schloss von außen ab. Ich hatte also recht gehabt als ich James gesagt hatte sie würde nicht mehr mit mir sprechen, obwohl ich es in dem Moment nicht so ernst gemeint hatte.Den Rest des Tages verbrachte ich im Zimmer und spielte Gitarre. Ich spielte einen Song nach dem Anderen, die CD rauf und runter, und stellte mir meinen Vater vor, den ich heute kennenlernen konnte, wie er ebenfalls dazu spielte. Mein Magen knurrte, denn leider stillten ein Kaffee und eine heiße Schokolade nicht gerade den Hunger für einen ganzen Tag.Mama ließ sich nicht einmal blicken, ich hörte sie wie sie in der Wohnung herumlief, wahrscheinlich machte sie sauber. Sie seufzte oder schniefte oft, also weinte sie. Als es dunkel wurde, machte ich das Licht nicht an, ich konnte auch im Dunkeln spielen, doch ich sah ihren Schatten unter der Tür hin und her laufen. Sie beschäftigte sich absichtlich mit Hausarbeit, sie wollte noch nicht mit mir reden, aber ich wartete. Ich konnte ja nichts anderes tun. Ich dachte an meinen Vater, was er jetzt wohl von mir dachte? Ob er sich gefreut hat, Mama zu sehen? Ob er verstanden hatte was ich ihm hätte sagen wollen? Wahrscheinlich hielt er mich für verrückt. Ob er wohl grade im Tourbus saß und sich mit Lorenzo und den anderen amüsierte ohne an heute Morgen zu denken? Ob sich jemals wieder die Gelegenheit ergab ihn zu treffen? Da fiel mir wieder Lorenzo ein! Er hatte mir doch seine Nummer gegeben! Ich hatte leider kein Telefon in meinem Zimmer und sowieso sollte ich mir nicht sofort wieder so etwas erlauben. Wenn Mama erfuhr dass ich Lorenzos Nummer hatte, würde sie vielleicht (oder eher sehr wahrscheinlich) nicht wollen dass ich anrufe.
Was war nur los mit ihr? Wieso wollte sie nicht dass ich meinen Vater sah? Er hatte eine egoistische Entscheidung getroffen, okay. Aber sie doch auch. Sie hatte mich von James getrennt, und auch wenn sie es für ihn getan hat, mich hatte man da einfach reingezogen! Wenn sie ihn nicht sehen wollte, okay, kein Problem, aber ich wollte meinen Vater kennen! Meine Mutter hatte tatsächlich versucht sich durch Hausarbeit abzulenken, aber sie wusste genau dass es nichts nutzte, sie hatte nur eine provisorische Lösung gefunden: die Situation einfach nicht beachten. Aber gleichzeitig wusste sie dass sie James nicht vergessen hatte. Sosehr sie sich auch Mühe gab, und sosehr sie versuchte zu denken, ich allein würde ausreichen, sie wusste es besser. Ich reichte nicht, sie war trotz mir, unglücklich. Sie weinte sich einmal mehr die Augen aus, doch diesmal war ich der Grund, hätte sie in dem Moment gewusst dass ich plante sie ein zweites Mal zu hintergehen so hätte sie an diesem Abend den gesamten Halt ihres Lebens verloren.
Die Gelegenheit meinen Vater zu sprechen bot sich am nächsten Tag, ich musste natürlich wieder in die Schule, Mama ließ mich also aus dem Haus, ohne mich auch nur angesehen zu haben. Ich stieg in den Bus und setzte mich ans Fenster, ein Mädchen aus der Parallelklasse setzte sich neben mich. 'Hey Bastian! Wie war dein Wochenende?' Ich überlegte ob ich ihr ehrlich antworten sollte. Sie und ich waren öfter zusammen. Ich mochte sie sehr. Wegen ihrer Zahnspange lachten die Anderen öfter über sie, aber sie war wirklich nett und auch sehr klug, sie wüsste was ich machen sollte. Doch ich entschied mich dazu es erstmal für mich zu behalten, ich wusste noch zu gut was für Ärger Kathy bekommen hatte, von allen Seiten. 'Hey Sam, naja es war ganz okay.' Antwortete ich dann nur. Wir quatschten dann noch über alles und nichts, doch in Gedanken war ich bei James. Ich überlegte wie ich es anstellen sollte ihn anzurufen. Plötzlich kam mir DER Einfall 'Sam kannst du mir ein par Münzen ausleihen, ich geb' sie dir morgen wieder! Ich muss unbedingt Telefonieren und hab vorher nicht dran gedacht Geld mitzunehmen.' Neben dem Schulgebäude befand sich eine Telefonzelle, ich konnte das zwar nicht ewig machen, aber ich musste doch erstmal auch nur schauen ob James überhaupt mit mir sprechen wollte. Samantha lächelte mich an und gab mir einige Münzen. Zum Dank verpasste ich ihr einen einfachen Kuss auf die Wange, doch sie wurde rot und lächelte nur noch breiter. Frauen, was die immer gleich denken!
Ich lief also zur Telefonzelle und kramte den Zettel heraus den Lorenzo mir gegeben hatte. Nach einer ewigen Suche, fand ich ihn endlich und fing an die Nummer einzugeben. Hatte die Band einen gemeinsamen Telefonanschluss im Tourbus oder war das eine Handynummer? Schwer zu sagen, wenn ja dann war es eine ausländische Nummer. Auf wen ich wohl stoßen werde? Bestimmt auf Lorenzo. Ob sie überhaupt Zeit hatten? Es war sehr früh, vielleicht schliefen sie noch. Oder sie waren im Ausland, dann hatte ich erstens nicht genug Geld, und zweitens könnten sie grade mitten in einem Konzert oder Interview stecken. An das alles dachte ich während ich die Nummer eingab, doch als es klingelte hörte ich mein eigenes Blut in den Ohren rauschen, so nervös war ich. Eins… sollte bei Fünfmal noch keiner abgenommen haben ließ ich es sein … zwei… Mama würde mich sowieso umbringen… drei… Mama, ich konnte ihr doch nicht schon wieder so weh tun… vier… was machte ich hier eigentlich? 'Hallo?' hörte ich eine männliche Stimme munter aus dem Hörer klingen, okay, es war nicht James und auch nicht Lorenzo, es klang nicht müde, aber die Verbindung war auch nicht schlecht, also waren sie nicht zu weit weg. 'Hallo' sagte ich leise, ich hätte überlegen sollen WAS ich sagen sollte bevor ich überlegt hätte wie ich mit ihm sprechen konnte. 'Hier ist Bastian, ich wollte mit Lorenzo sprechen.' Etwas Besseres fiel mir einfach nicht ein. 'Hey Bastian! Markus hier, tut mir leid Lore ist grade am Essen. Aber erzähl mal, wie geht's dir so? Wir konnten uns ja wie erwartet nicht verabschieden. Ich hab gehört es gab Ärger mit Anna? Sie kann furchtbar sein wenn sie wütend ist aber nehm's dir nicht zu Herzen.' Der Mann redete ohne Punkt und Komma. 'Danke, es geht, ich hatte Hausarrest aber ich denke das legt sich auch wieder.' 'Hör' zu, richte ihr von mir aus, dass es nicht deine Schuld ist, du bist nun mal ein mutiger Kerl und du bist ein Abenteurer aber das habt ihr Zwei gemeinsam. Also eigentlich ist es ihre Schuld…' 'Lieber nicht!' lachte ich. 'Ja gut, dann gib' uns die Schuld. Wir sind einfach zu tolle Musiker, da musstest du so ein Ding drehen um uns zu sehen, das ist eine einmalige Gelegenheit! Jetzt ist es unsere Schuld, würde ihr das eher gefallen?' Ich lachte. 'Klar, das gefällt ihr glaub ich echt!' Doch ich wurde wohl zu schnell wieder ernst, als ich den Satz wiederholte. 'Hey Kurzer, geht's nicht gut?' Ich zuckte mit den Schultern, auch wenn er's nicht sehen konnte. 'Alles okay, ich sehe Mama nur nicht gern unglücklich.' 'Hmmmm, da kann man nur eins machen, mach sie nicht unglücklich. Nur um uns kennenzulernen ist es dass nicht wert.' 'Kann ich bitte mit James sprechen?' antworte ich nur. 'Klar Moment.' Ich höre jetzt eine Weile lang gar nichts, nur meinen Herzschlag im Kopf.
Was ich damals noch nicht wusste: James hatte inzwischen Zeit gehabt nachzudenken… Die Frau die er mal über alles geliebt hatte, hatte einen Sohn. Diese Nachricht war für ihn ein Schock, wahrscheinlich hatte sie einen tollen Job, ein glückliches Familienleben, seltsamerweise machte ihn das wütend. Sie war einmal eine große Künstlerin, eine Schauspielerin und Skriptschreiberin, eine Freidenkerin und vor allem war sie für ihn bestimmt gewesen. Wieso, um Gottes Willen, war sie vor ihm abgehauen, nur um dann ein 'normales' oder eher langweiliges Leben zu führen? Markus hatte ihn bei genau dieser Frage unterbrochen. 'Bastian ist am Telefon!' genervt knurrte er 'Wer?' 'Annas Junge.' Und schon hatte ich ihn am Telefon.
'Hey Bastian!' Er klang nicht gerade fröhlich obwohl er hinzufügte 'Schön von dir zu hören.' Ich schluckte einen dicken Klos herunter, er verhinderte das was ich als nächstes sagen wollte. Doch es kam trotzdem nur ein leises 'Hallo' heraus. 'Wie geht's dir?' Furchtbar weil ich meine Mama verletzt habe! Toll weil ich meinen Vater spreche! 'Es geht…' 'Klingt ja genauso beschissen wie ich!' meint er und ich lächele. 'Wie geht's deiner Mutter?' fragt er. Ich erkläre ihm so ungefähr die Situation und er seufzt nur. 'Markus hat recht, eigentlich sind wir es nicht wert dass du dich mit Anna streitest. Eigentlich sind wir ganz schöne Arschlöcher musst du wissen.' Ich wusste nicht dass er eigentlich sich selbst meinte. 'James, ich kann aber jetzt nicht zurück…' 'Was hält eigentlich dein Vater davon?' Langes Schweigen, ich wusste nun wirklich nicht was ich sagen sollte. Auf einmal sah ich den Stand meines Geldes. 'James, das Geld ist gleich alle… ich melde mich wieder!' Doch ich hörte die Antwort schon nicht mehr.
Während ich das Telefon verfluchte und mich auch noch beeilen musste in den Klassenraum zu kommen, saß James niedergeschlagen am Boden in seinem Tourbus und rieb sich die Schläfen. Lorenzo setzte sich nach dem Frühstück neben ihn. 'Ich hoffe mal der Junge gibt die Nummer nicht weiter sonst können wir uns vor Anrufen kaum noch retten.' James antwortete knurrend. 'Das ist im Moment meine geringste Sorge, dem Kleinen können wir vertrauen, klar?'







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