Verletzt

Autor: Caro(2)
veröffentlicht am: 22.10.2005




Wieder standen wir im Regen, es war so kalt. Es war dunkel und ich konnte ihm nur in die Augen schauen, wäre er ganz nah.
Wieder waren wir alleine.
Es war das erste Mal seit langem, dass wir wieder miteinander redeten... ich wusste, gleich würde er damit anfangen und mich Sachen fragen, von denen ich die Antwort nicht wusste... Wir hatten noch nie darüber geredet, aber ich wusste er würde damit anfangen.
'Warum hast du Schluss gemacht?', fragte er.
'Du wolltest es doch selber.'
Stille.
'Ich wollte das nie, ich wusste nur nicht, ob es was gebracht hätte, wären wir zusammen geblieben und deshalb hab ich dich darauf angesprochen, ich wusste ja nicht, dass du am nächsten Tag Schluss machst.'
'Du hast doch an dem Abend selber überlegt Schluss zu machen, du warst es doch, der damit angefangen hat. Weißt du eigentlich, wie scheiße weh das tat? Du hast immer gesagt, dass du immer für mich da bist und mir trotzdem noch hilfst und du hast immer gesagt, dass ich ein wichtiger Mensch für dich bin... Du warst der erste Junge, der mir gesagt hat, das ich ihm was bedeute. Wieso warst du dann nie für mich da? Bevor wir zusammen gekommen sind warst du so ein guter Freund und ich wusste einfach, dass du da bist. Und dann bist du einfach so weg gewesen. Du hast mir so gefehlt.'
'Wir haben es doch nicht mal geschafft uns gegenseitig 'Hallo' zu sagen. Wie sollte ich dann für dich da sein?'
'Du hast es nie versucht.'
'Ich hatte Angst.'
'Angst, wovor?'
'Davor, dass ich dich ganz verliere.'
'Und jetzt, hast du mich jetzt nicht verloren?'
Schon wieder diese Stille.
Es tat so weh, so verdammt weh.
'Jetzt bist du mit ihr zusammen.', sagte ich, da er ja nicht antwortete.
'Ja.'
'Du hast mir gesagt, dass du niemals mit ihr zusammen kommen wirst und du hast mir am Tag bevor wir zusammen gekommen sind gesagt, dass ich dir wichtiger bin. Du hast mir gesagt, du glaubst mir mehr.'
'Ich weiß...'
'Ich hab dir vertraut...'
'Vertraust du mir nicht mehr?'
'Willst du dir Wahrheit wissen?'
'Ja. Aber ich bin enttäuscht.'
'Es tut mir leid.'
'Weißt du noch, wie du mir an meinem Geburtstag diese Karte mit dem Bild von dir drauf geschenkt hast?'
'Ja, wie sollte ich das vergessen?'
'Ich hab sie immer noch.'
Wieder eine Stille... wieder fing ich erneut an zu reden, ich hasste es diese Frage zu stellen, aber ich wollte die Antwort von ihm, die ehrliche Antwort.
'Glaubst du, es wäre besser gewesen, hätte ich nicht Schluss gemacht?'
'Ich weiß es nicht...'
'Ich habe mich scheiße danach gefühlt.'
'Warum hast du es dann gemacht?'
'Weil ich am Ende nicht mehr konnte.'
'Wir hätten kämpfen können!'
'Du hast doch auch schon aufgegeben, du wolltest es doch selber nicht.'
Eine kalte Träne floss mir übers Gesicht, ich wollte nicht, dass er sie bemerkt.
'Wie ging es dir danach?' fragte er mich.
'Wie es mir ging? Mir ging es so scheiße... alles tat nur noch weh... und das tut es bis heute noch und dann sehe ich dich auch noch mit ihr zusammen. Du weißt nicht, was ich dafür tun würde, wenn ich es wieder wäre. Liebst du sie?'
Ich wusste nicht, warum ich den Mut hatte gerade das alles zu sagen.
Er zögerte... 'Ja.'
Das tat weh.
Scheisse!
Jetzt war es ganz vorbei... ich weinte los... es tat so weh alles... es tat einfach nur noch weh.
Er sah, dass ich weinte:
'Es tut mir leid.'
Er kam einen Schritt auf mich zu und nahm mich in den Arm, so wie er es früher immer getan hatte.
Er sah mir in die Augen, dass erste mal an diesem Abend.
Dann zögerte er ganz lange, dieser Blick war so intensiv... er küsste mich.
Nach dem Kuss sagte er:
'Versprich mir eins, ich will, dass du glücklich wirst, egal mit wem.'
Dann ging ich... ich wusste, dass was er gerade gesagt hatte, war wieder mal gelogen.









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