Atlantis sch?ner W?chter

Autor: Aphrodite
veröffentlicht am: 25.10.2009




Nick war bereits Stunden unterwegs. Seine F??e schmerzten und waren zum Teil aufgeschrammt. 'Ein Krater, ein Krater', sagte er sich immer wieder und sah sich um. F?r ihn sah die komplette Umgebung gleich aus. Er h?tte niemals gedacht, dass dieser Urwald so gro? war! So schnell, wie Soyu sie immer rausgef?hrt hatte, hatte er gedacht, er sei relativ klein. Aber nein, sie kannte nur die kleinen Notwege. Er blickte durch das Kronendach. Die Sonne war schon am h?chsten Punkt. O weia! Ob Soyu sich Sorgen um ihn machte? Die Frage brannte unter seinen N?geln, doch er musste sich sofort eingestehen, dass sie ja eigentlich keine besondere Zuneigung zu ihm zeigte. Er fing ernsthaft an, ?ber seine Gef?hle zu ihr nachzudenken. Verliebt war er sicher nicht, doch ein klein wenig verguckt hatte er sich trotzdem.
Hohe Luftfeuchtigkeit hing ?ber seinem Kopf. Das erste Mal, seid sie hier waren. F?r gew?hnlich war das Klima hier trotz der Hitze sehr angenehm. Nick setzte sich seufzend auf einen umgefallenen Baum und verschnaufte. Seine F??e sahen ernsthaft misshandelt aus. Feine rote Risse kreuzten ihre Wege auf seiner Fu?sohle. Er strich sich ?ber die schmerzende Stelle. Der Boden hier war aber auch eine Zumutung! Um hier normal zu laufen musste man doch F??e wie ein Gaul haben! Unfassbar.
Er machte seinen Bambusverband ab, um daraus etwas Schuh?hnliches zu wickeln. Dann sah er etwas: Die Wunde war wie weggezaubert. Sie juckte nur noch ein wenig und war leicht rot, wie bei einem schwachen Sonnenbrand. Er tastete es ab. Nichts! Wie konnte das sein?! Er hatte doch die merkw?rdige, klaffende Wunde gesehen. Was hatte Soyu mit ihm gemacht? War sie eine Magierin? Nick schlug sich auf die Stirn: Wie konnte er nur?! Verlernte er gerade jeden Blick auf Realit?t?! Magierin, Tze! Das gab es genauso wenig, wie Atlantis! Aufgew?hlt marschierte er weiter. Unglaublich, welche Streiche ihm seine Gedanken spielten!
Er wusste weder wo er lang musste, noch, von wo er gekommen war. Es war zum M?usemelken. Zum ersten Mal, seit sie hier waren, hatte er riesiges Heimweh! Heimweh nach Stra?enschilder, die dir stets die Richtung vor Augen hielten, Asphalt, der den Boden unter deinen F??en begehbar machten, Schnellimbissbuden wie Sand am Meer und s?mtliche andere zivilisierte Gegenst?nde. Er w?rde den Boden k?ssen, wenn er jetzt zur?ck sein k?nnte!
Na gut, ein klein wenig Neugierde war noch da, um es hier weiter ertragen zu k?nnen. Er hatte ja immer noch keinen blassen Schimmer, wo sie waren und warum die Menschen hier so vollkommen anders waren. Fischmenschen?Atlanten?
Nein! Ach, Mann! Wo war denn dieser dumme ?lteste? Wenn es den nicht gab, k?nnte Nick wohl gar nicht mehr an sich halten.
Pl?tzlich! Ein bedrohliches Knurren oder Fauchen holte ihn aus seinen Gedanken. Verwirrt drehte er sich im Kreis. Von wo war das gekommen? AH! W?rde er doch Gesellschaft von Raubtieren bekommen? R?ckw?rts lief er weiter und suchte mit hektischen Bewegungen die Umgebung ab. Er stie? gegen einen Baum und schreckte auf. Pl?tzlich war es still. Nick traute dieser Stille nicht. Er sah sich weiter um. Ein erneutes Knurren. Irgendwas hatte ihn ins Visier genommen!
Mit einem eleganten Satz sprang ein Puma aus dem Ge?st. Er zeigte seine scharfen Z?hne und kam be?ngstigend n?her. Seine Geschwindigkeit nahm zu. Nick sah nur noch, wie er mit langen Krallen auf ihn zugesprungen kam. Er hielt sich die H?nde vor die Augen und lie? sich gedankenlos auf den Boden fallen.
Die braune Raubkatze setzte zum alles entscheidenden Angriff an?


'Was f?r eine Entscheidung?', Joy blickte Ruxus Yukka verst?ndnislos an. Was war an diesen Menschen hier denn anders, au?er, dass sie keine Ahnung von Zivilisation hatten?'Mach nicht den Fehler und verwechsele Atlanten mit Menschen!', sagte Yukka eindringlich, der sich Joys Gedanken wohl bewusst war, denn die hatte er damals auch gehabt. 'Jetzt h?r mal auf so geheimnisvoll zu schwafeln und red mal Klartext!', regte sich Joy lautstark dar?ber auf, dass er nicht einfach mal seine Klappe aufmachen konnte. Typisch Mann! Auf Spannung hatte sie grade echt keinen Bock!
'Eigentlich ist das Wissen nicht Aufgabe der Frauen.', ?berlegte Yukka und landete hochkant im See. Joy war so schnell wie noch nie vor Erregung aufgestanden und hatte ihn einfach hinein geschubst. Er tauchte wieder auf und grinste Joy schelmisch an: 'Lass mich doch erst einmal ausreden!', er schnappte sich ihren Fu? und zog sie blitzschnell zu sich herunter. Sie l?ste einen gro?en Springbrunnen aus und fuchtelte sich wieder an die Oberfl?che. 'Hey, spinnst du?!'
'Wie du mir, so ich dir, Baby.', lachte Yukka und spritzte sie nass. Joy fluchte undeutliche Worte vor sich her und zog sich wieder auf den Steinbrocken hinauf. 'Guck doch mal, jetzt bin ich total nass!'
'Nass, oder eher feucht?', schmunzelte er und wollte sich neben sie setzten, doch da dr?ckte sie ihn am Gesicht wieder runter. 'Schwein!'
Sie drehte sich um und verschr?nkte ihre Arme. 'Ey, du da! Hol mal ne Trage!', befahl sie der einen weiblichen Wache, die sie jedoch nicht verstehen konnte.
Yukka hatte sich auch wieder aus dem Wasser gezogen und setzte sich wieder neben sie. Jedoch mit dem Gesicht wieder zum Wasser.
'Jetzt mal im Ernst. Was ich dir eigentlich sagen wollte ist, du hast nur zwei M?glichkeiten. Wobei das auch nicht ganz richtig ist, im Grunde hast du nur eine.', wurde er wieder ganz ruhig.
Joy wandte sich wieder ihm zu: 'Was meinst du damit?'
'Die Zeit vergeht hier anders. Wirst du zur?ck gehen, wirst du deine Welt nicht wieder erkennen?'


Nick h?rte ein Schmerzverzehrtes ?chzen, was auf das Fauchen des Pumas folgte. Langsam l?ste er seine H?nde und sah Soyu, die den Puma mit dem Stiel ihres Speers abgewehrt hatte. Er hatte sie jedoch unterm Hals, zwischen den Schl?sselbeinen erwischt. Scharfe Schnitte in regelm??igen Abst?nden, lie?en ihr reines Blut laufen. Die Kette jedoch hatte keinerlei Schaden genommen. Sie drohte dem Puma mit ihrer Waffe, wodurch er ein St?ck zur?ckwich.
Wieder einmal rettete ihm Soyu das Leben. Sollte es nicht eigentlich anders laufen?! Sollte nicht der Mann die Frau besch?tzen? Nick f?hlte sich wie ein schrecklicher Versager. Kein Wunder, dass Soyu ihn nicht wie einen wahren Mann ansehen konnte. Wie auch?
Nicht einmal jetzt, jetzt, wo sie seine Hilfe sicher gebrauchen konnte, konnte er ihr nicht helfen. Seine Muskeln waren gel?hmt, seine Augen weit aufgerissen.
Das Raubtier schien auch f?r Soyu eine Nummer zu gro? zu sein. Sie wich den t?dlichen Angriffen immer nur knapp aus und lockte ihn anscheinend in eine bestimmte Richtung - von Nick fort.
'Lauf weg, Nick!', rief sie, w?hrend sie immer wieder vor den Hieben des Pumas fl?chtete, 'lauf!'
Nick stand mit wackeligen Beinen auf. Seine Gedanken drehten sich im Kreis. Feige wie er war?suchte er tats?chlich das Weite?


'Wie sehr anders? Hei?t das, meine Freunde, nein das w?re gelogen, meine Familie ist alt, wenn ich jetzt zur?ck gehe.'
Yukka ?berlegte kurz. 'Nein, soweit noch nicht. Es werden vielleicht zwei bis drei Monate vor?ber sein. Ja, das k?nnte hinkommen.'
'Was?!', sie tastete durch ihr Gesicht, 'bin ich jetzt auch zwei bis drei Monate gealtert, obwohl ich nur ein paar Tage hier bin?'
'Ja, nat?rlich.', lachte Ruxus. 'Aber in zwei Monaten ?ndert man sich ja zum Gl?ck nicht allzu sehr.'
'Krass.', Joy glaubte Yukka mittlerweile alles. Sie war sich sicher, auf Atlantis zu sein. Eine andere Erkl?rung gab es f?r die Magie dieser Insel so oder so nicht. Das hatte Nick bestimmt auch bereits eingesehen. Was er wohl gerade machte? Bestimmt flirtete er heftig mit Soyu oder glotzte sie wieder an wie ein perverser Opa im Striplokal.
'Na, dann werde ich die Erde ja noch wieder erkennen. In drei Monaten ?ndert sich ja auch dort nicht allzu viel. Aber wenn ein paar Tage, gleich ein paar Monaten entsprechen, dann geht das ja doch relativ schnell.', sie war ?berrascht, von ihren klugen Gedankeng?ngen, 'Und was sind jetzt meine M?glichkeiten, bzw. Nichtm?glichkeiten?', fragte Joy weiter.'Ob du ein Atlant werden willst oder eben nicht.'
'Hm, was kann ich denn als Atlant so Besonderes?'
Yukka konnte einfach nicht anders, als sich ?ber Joy zu am?sieren, er fand sie einfach so s??, 'Du wirst dann nach unserem Zeitrhythmus leben. Willst du zur?ck in deine Welt, musst du auch Atlant werden, denn anders kannst du die Reise nicht schaffen. Deswegen sage ich ja: Du hast keine Wahlm?glichkeit. Du musst ein Atlant werden.'
Joy nickte zwar, verstand jedoch kein Wort. Welchen Zeitrhythmus lebte sie denn bitte sonst, als den, der die Insel umgab? Sie ging ins Bett, wenn die Sonne unterging und stand wieder auf, wenn sie wieder aufgeht. Klar wie Klo?br?he.
'Nat?rlich du lebst den Tag, der dir diese Insel vorgibt, doch dein K?rper f?hlt den, der die Erde ihm vorgibt.'
'OH!', der Groschen war gefallen, jedoch Pfennigweise, 'Sag mal, liest du irgendwie meine Gedanken?!'
'Nein, du bist mir nur sehr ?hnlich, ich habe mir die gleichen Fragen gestellt. Aber das reicht f?r Heute. Du wirst in drei Monaten ein Atlant werden.'
'Spinnst du?! Dann bin ich schon uralt und au?erdem will ich doch gar kein Atlant sein. H?r auf, Entscheidungen f?r mich zu treffen.'
Der K?nig stand nickend auf: 'Gut, ich werde dir bis Morgen Gedenkzeit geben, ja? Du hast jetzt wirklich genug Wissen ?ber diese Insel. Mehr als die meisten anderen Frauen hier, das soll reichen.'
'Das soll reichen, nenene!', ?ffte sie ihm nach. Der K?nig sah sie an und zog eine Augenbraue in die H?he. 'Guck nicht so doof! Verschwinde!'
'Redet man denn so mit einem Ruxus?!', er grinste ?berlegen. 'Oh, ich entschuldige, Euer Hoheit. Ich werde mich jetzt verpissen!', stand sie protzend auf und marschierte an den Wachen vorbei. Yukka stand auf und sah ihr nach. Ein lautes M?nnerlachen erf?llte den Wald, als sie mit knallrotem Gesicht zur?ckkam: 'Wie komm ich denn hier weg?!'


Nick rannte und rannte. Den Schmerz in seinen F??en verdr?ngte er. Seine Atmung funktionierte nur noch stockend. B?ume und B?sche zogen in einer Geschwindigkeit, die er sich selbst nicht zugetraut h?tte, an ihm vorbei. Immer schneller, immer schneller! Weg von der Gefahr und weg von?ja, weg von Soyu. Er blieb stehen und starrte auf den Boden. Was sollte das?! Warum hatte er sie mit dem Puma alleine gelassen?! War er von allen guten Geistern verlassen?
Er holte die Szene vor seinem inneren Auge noch einmal hervor. Soyu hatte so anders gewirkt. Ihr Blick war leer von jeglichen Emotionen gewesen. Ihre sonst so viel Liebe ausstrahlenden Augen, waren leer, einfach leer gewesen! Ihre Kette hatte wieder gegl?ht. Hatte es tats?chlich etwas mit ihm zu tun? Immer, wenn er etwas tat, was dem Verhalten eines Atlanten widersprach, leuchtete diese Kette. War das die L?sung? Bestand ihre Aufgabe darin, alles, was nicht hier herpasste zu eliminieren?! Er sp?rte, dass er der L?sung sehr nahe war. Doch warum hatte sie dann Schmerzen? L?ste diese Kette den Schmerz aus? Und wodurch konnte sie erkennen, dass sie etwas 'Falsches' taten? Neue Fragen schleuderten ihn in noch tiefere Zweifel?
Nur dieses helle, tief leuchtende Blau holte ihn aus seinem Gef?hlschaos heraus und lie? ihn aufblicken. Diese Farbe kannte er. Doch woher? Sie drang wie eine heftige Welle durch die B?ume. Die Wucht des Unbekannten dr?ckte gegen seine Front. Er musste stark dagegen halten, um ?berhaupt auf seinen F??en stehen bleiben zu k?nnen.
Doch so schnell diese intensive Farbe, dieses Gemisch aus verschiedenen Blaut?nen mit unglaublicher Leuchtkraft, gekommen war, war es auch wieder verschwunden. Es war nur ein kurzes Aufflammen gewesen. Flammen! Das war die L?sung. Es war die Farbe blauer Flammen gewesen!
Soyu?!
Er eilte zur?ck. Hoffentlich war sie okay! Er sprang wie ein flinkes Eichh?rnchen ?ber H?rden und sprintete die ganze Strecke zur?ck. Was war hier nur los?
Egal, wo er sich hier befand, irgendwas war hier nicht normal und trotzte allen physikalischen Gesetzen. Zu gerne w?rde er ein Gespr?ch mit Professor Hesse suchen, auf Antworten hoffen. Doch jetzt musste er erst einmal nach Soyu sehen.
Er erkannte den Baum, gegen den er gesto?en war und blieb stehen. Wo waren sie langgegangen? Ja, Soyu hatte ihn in die Richtung gelockt, wo der Busch mit dem einen herauswuchernden Ast hinzeigte. Er erinnerte sich. Schnell nahm er die Suche wieder auf und erblickte etwas, dass alles vorher gesehene ersch?tterte. Soyu sa? auf dem Boden. Den Blick gesenkt. Ihre Beine ruhten neben ihr, und ihre Augen waren geschlossen.
Das war es jedoch nicht, was ihn so wunderte, nein. Es war ihre Farbe! Sie leuchtete, wie die blauen Flammen eines Feuers. Doch es lie? gerade nach. Langsam, aber mit blo?em Auge zu verfolgen, nahm ihre Haut wieder eine normale Farbe an. ?ber Nicks R?cken lief ein kalter Schauer, doch er widersetzte sich diesem Gef?hl und schmiss sich zu ihr auf die Erde. 'Soyu? Ist alles in Ordnung?', zu gerne h?tte er an ihrer Schulter ger?ttelt, doch er traute sich nicht. 'Soyu, sag doch was!'
Sie sah auf und ihre Blicke trafen sich. Ihre Augen hatten immer noch dieses merkw?rdige Blau, nur eine Spur dunkler. Nick erschrak und wich ein St?ck zur?ck. Was geschah mit ihr?! War das ?berhaupt noch logisch zu erkl?ren? Steckte da noch irgendeine Logik dahinter? Wohl kaum!
Was musste sein gesunder Menschenverstand doch alles ertragen die letzten Tage?Obwohl sie sich in die Augen sahen, schien sie ihn jedoch nicht wahrzunehmen. Sie hatte immer noch diesen Blick nach nirgendwo. 'Nick?', murmelte sie leise. Sie hatte ihn also doch bemerkt. Sie blinzelte zwei Mal, wodurch ihre originale schwarze Augenfarbe wieder auftauchte. Die Augen schlossen sich und sie kippte zur Seite weg. Ihr Anh?nger wurde augenblicklich wieder violett.
Nick schluckte einmal nachdenklich, hockte sich ?ber sie und nahm sie schlie?lich auf seine Arme. Ihre Leichtigkeit verwunderte ihn. Doch ihre Haut war weich. Die Kniekehlen an seinem rechten Arm waren samtweich, genauso wie ihr Haar, welches ?ber seinen linken Arm streichelte. Er sah zu ihr herab und genoss ihr sch?nes Aussehen, w?hrend er einen Weg aus diesem Urwald suchte.
Ein nahezu unm?gliches Unterfangen. Er hatte doch keine Ahnung, wo vorne und hinten, links und rechts, oder Norden und S?den waren. Er hatte komplett den ?berblick verloren. Ihm war nur noch eines klar: Er musste aus dem Urwald raus, wer wei?, was hier noch f?r wilde Tiere ihr Unwesen trieben. Apropos wilde Tiere! Wo war der Puma. Er drehte sich im Kreis, keine Spur. Er dr?ngte sich dazu, nicht weiter dar?ber nachzudenken und endlich einen Weg raus zu finden.







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