Atlantis sch?ner W?chter

Autor: Aphrodite
veröffentlicht am: 13.09.2009




Joy riss ihre Augen auf und sprang auf. Sie hatte in einem Bett gelegen. In einem Bett?! Sie sah sich um. Es war doch kein Traum gewesen. Sie war noch auf Atlantis, doch der Raum, in dem sie sich befand, war wohl eine ganz andere Preisliga, als die Bungalows. Als sie vom Bett aufstand, versp?rte sie einen Muskelkater in den Beinen. Vermutlich von dem langen Marschieren und dem Tanzen. So viel Bewegung war sie absolut nicht gewohnt. Sie setzte sich zur?ck aufs Bett und rieb ihre bewegungsfaulen Beine. Das sie in Unterw?sche auf dieser Matratze war, fiel ihr erst in diesem Moment auf. Vielleicht kam der Muskelkater ja auch von etwas ganz anderem! Das w?rde auch die Unterw?sche erkl?ren?und?immerhin hatte sie sich so gut mit dem K?nig verstanden in der letzten Nacht. Verschreckt sprang sie erneut auf. Wo hatte sie nur ihre Klamotten? Nur die Lappen vom Vortag lagen auf dem Boden verstreut. Ein erneutes Indiz. Warum konnte sie sich nur nicht erinnern? Ihr blieb jedoch im Angesicht des Umstandes nichts anderes ?brig, als diese Klamotten schnell wieder anzuziehen. Sauer und zehn Zentner schwerer als sonst, stampfte sie w?tend in den Thronsaal, wohl wissend, dass sie dort auf den K?nig treffen w?rde.'Was f?llt dir ein, du aufgeblasener?mir fehlen die Worte!', posaunte sie sofort rum, als sie ihr Opfer und gleichzeitig vermeidlichen Straft?ter entdeckt hatte.
'Ich f?ttere die Fische, wieso?', er sa? mal wieder an seinem Brunnen, in dem kleine, lebenslustige Goldfische t?nzelnd ihr Futter entgegen nahmen. Kaum hatte Joy sich zu ihm gestellt und erblickte sein wundersch?nes Erscheinungsbild, wurde sie rot und drehte sich wieder herum. ?Tief durchatmen, Joy!', ermahnte sie sich selbst, ?du warst gestern besoffen und erinnerst dich an nichts, vielleicht hast du es ja selbst gewollt.'
Sie wendete sich ihm wieder zu, nur um erneut wegzusehen. Ach, verdammt, warum musste er auch so verboten sexy sein?
'Was ist, Jura? Haben wir ein Problem mit Fischchen?'
'Ach, Unsinn.', sie nahm ihren Mut zusammen und sah ihm direkt ins Gesicht. Aber wie er auch dort sa?. Seitlich auf dem Marmorrand des Brunnens, mit vertr?umtem Blick die Fische beobachtend.
'Ich erinnere mich kaum an etwas von Gestern Abend.', fing sie langsam an, setzte sich ebenfalls an den Rand und tippte mit ihrem Zeigefinger ins Wasser, wodurch die Fische diesen auch nicht vom Futter unterscheiden konnten und an ihrem Finger nagten. Sie holte ihren Finger aus dem Wasser und putzte das Nass an ihre Kleidung.
'Du Bauer! Der teure Stoff!', lachte Yukka, 'ich kann mir Vorstellen, dass deine Erinnerungen an gestern schwach sind, du hast getrunken f?r das ganze Volk.'
'Ja.', sie lachte nerv?s, 'aber es ist sehr schade?also?du wei?t schon, dass ich mich nicht mehr?an unseren Abend erinnere.', stotterte sie und wurde nerv?ser. Ihre ehemaligen Klassenkameraden w?rden ihr das nie glauben! Tja, an so M?nner konnte sie ran, wenn sie wollte. Staunt ihr Luschen!
'Finde ich auch, dabei war er sehr sch?n.', stimmte er zu und erhob sich.
'Ja, ich rege mich so dar?ber auf!', wurde sie allm?hlich wieder sie selbst, 'vor allem, es war mein erstes Mal! Und sich dann nicht mehr daran erinnern, das ist einfach furchtbar. Ich k?nnte schreien.'
Verwirrt sah sie der K?nig an und begann dann schelmisch zu grinsen: 'In wie fern, dein erstes Mal?'
'Na, du wei?t schon.', sie spielte nerv?s mit ihren Fingern. Der K?nig kniete sich vor sie, da sie ja immer noch sa?. 'Du meinst?du?bist Jungfrau?', er konnte sich ein Lachen kaum verkneifen.
'Na ja?bis gestern zumindest schon!'
Die Mine des K?nigs wurde immer belustigter: 'Du glaubst wir haben uns unsittlich benommen? Die Korken krachen lassen? Gev?-'
'Haben wir nicht?'
'Nein, aber ich sage dir was: Lass dich von niemandem zwingen dein Wertvollstes herzugeben.', sprach er ernst.
'Oh! Ich verstehe.', besch?mt sah sie zu Boden und biss sich auf ihre Unterlippe. Ihre Hand begann zu prickeln, sie wollte sich selbst schlagen. Er erkannte ihr verklemmtes Gesicht und ging ab: 'Mit ihr geschlafen?', sch?ttelte er den Kopf und lachte. 'EY!', sie war aufgestanden und baute sich wieder vor ihm auf: 'w?re das so abwegig gewesen?!', fragte sie zutiefst gekr?nkt. Ruxus Yukka wandte sich ihr noch einmal zu, 'Nun ja.', er musterte sie. 'Sag es schon, na los sag es! Ich bin dir zu dick, nicht, du Arsch?', sie knallte ihm die Handfl?che ins Gesicht und rannte aus dem Thronsaal. 'Temperamentsb?ndel', er grinste immer noch erfreut und rieb sich die Stelle, die sie nun zum zweiten Mal geschlagen hatte.Sie rannte hinunter immer weiter, bis sie einem der Diener fast in die Arme gest?rmt war. 'Bringst du mich ins Dorf?', fragte sie, da ihr mittlerweile auch nicht entgangen war, dass die M?nner allesamt in der Lage waren, sie zu verstehen. 'Ist das mit Ruxus Yukka abgesprochen?'
'Nein, aber ich muss Nick unbedingt sehen. Also was ist?'
'Na, sch?n. Ich sage Ruxus Yukka nur schnell bescheid.'
'Wag es ja nicht!', warnte Joy drohend mit erhobenem Finger. Der Diener hielt nachdenklich die Luft an, stimmte jedoch zu: 'Folge mir einfach.'

*

Als Nick seine Augen ?ffnete, lag er wieder in einem Bungalow. Soyu arbeitete gerade mit einem M?rser. Sie zerkleinerte irgendwelche Kr?uter. Er legte sich auf die Seite, st?tzte seinen Kopf ab und beobachtete sie. Er hatte so gut geschlafen, obwohl er die Nacht mit ihr im gleichen Raum verbracht hatte. Sie wohnte nur mit ihrem gro?en Bruder, der sogar bei dem Fest neben Nick gesessen hatte, in einem Bungalow, wodurch sie noch genug Platz f?r einen dritten Mitbewohner gehabt hatten. Dazu hatte jedoch Baribo, ihr Bruder, zu verstehen gegeben, das dies die letzte Nacht war, in der er sein Bett haben d?rfe.
'Guten Morgen, Nick!', l?chelte Soyu ihn freudestrahlend an, als sie bemerkt hatte, dass er wach war. Sie sch?ttete das Wasser aus einem Tongef?? zu ihrem teigartigen Matsch und r?hrte alles noch einmal um.
'Was machst du da?', fragte Nick neugierig und setzte sich auf. Sie hatte wieder die knappen Lederklamotten an, dieses Mal jedoch keinen Rock, sondern ein knappes H?schen. Das gefiel Nick fast noch besser. Ihre Figur konnte sie nat?rlich damit nicht verstecken, wobei sie wohl die Letzte war, die das brauchte.
'F?r Nick.', sie murmelte vor sich hin.
'F?r mich?', fragte er verwirrt.
'Ja!', sie robbte die paar Meter bis zu ihm am Boden entlang, 'wegen deine Wunde.'Sie l?ste vorsichtig das Palmenblatt. Eine lange, klaffende Wunde kam zum Vorschein. Das Nick das nicht mitbekommen hatte. Doch wenn er ehrlich zu sich selbst war, waren die Schmerzen bei falschen Bewegungen auch unertr?glich.
Soyu ging mit ihrem Gesicht ganz nah heran. 'Es gestern wieder blutet. Was du machen?', sie sch?ttelte den Kopf, 'ich m?ssen noch mal waschen.'
Sie holte den Wassertopf herbei und tauchte einen Lappen hinein. Nick bezweifelte, dass das alles so hygienisch war, was sie dort trieb, aber was anderes blieb ihm wahrscheinlich nicht ?brig. Mit aller gr??ter Vorsicht wusch sie ?ber die Wunde und kam zu dem Fazit: 'Jetzt nicht mehr ganz schlimm aussehen.'
Er musste ihr zustimmen, als das angetrocknete Blut weg war, wirkte es gleich nur noch halb so schlimm. 'Ich froh, nicht n?hen m?ssen.', sie tr?ufelte etwas von der gr?nen So?e auf seine Schulter und verteilte es sorgf?ltig.
'Du bist in der Lage zu n?hen?'
'Aber ja, Joy Wunde ich mussten n?hen. Sonst zu viel Blut weg.'
Er nickte. Das hatte er auch gemerkt. Ihre Wunde war echt heftig gewesen. 'Bist du hier in dem Dorf eine Art ?rztin? Also,', er nahm an, dass sie dieses Wort nicht kannte, 'k?mmerst du dich um die Kranken?'
'Nein,', sie hatte bereits begonnen, neu zu verbinden, 'Botanika versorgen alte Menschen. Aber so Wunden jeder kann versorgen hier. Oft Verletzte auf Insel, verstehen? Und deswegen jeder kann, um Mitglied helfen.'
'Das ist gar nicht schlecht. Es geh?rt wohl zu eurer Grundausbildung.'
Sie nickte. 'Aber was Botanika machen, ich nicht k?nnen. Sie k?mmern sich um Menschen, die lange krank seien, wie Alte. Sie waschen, kochen, pflegen. Das ihre Aufgabe hier. Sehr wichtige Aufgabe.'
'Bei uns nennt sich das Krankenschwester.', l?chelte Nick.
'Nick?', Joy kam in das Bungalow gerannt, 'bin ich froh, dich zu sehen. Hallo Soyu.''Holo na, Joy', l?chelte sie. 'Was ist denn los, Joy?', wollte Nick nun wissen, da er sofort erkannte, dass es ihr nicht so gut ging. 'Das erz?hle ich dir irgendwann mal. Jetzt ist es mir noch zu peinlich. Soyu, was machst du da?!'
Soyu war ganz nah an sie herangerutscht. 'Ich gucken nach deine Kopf, halten still.'Sie l?ste auch ihren Verbannt: 'Oh! Sehr gut heilen.'
'Darf ich mal sehen?', Nick kam ebenfalls n?her, 'oh, Soyu, das hast du aber ordentlich gen?ht!', es sah fast aus, wie von einem echten Arzt. 'Linesta!'
Sie nahm ebenfalls von ihrem gr?nen Gemisch verteilte es und machte einen neuen Verband. 'Noch bisschen, dann Botanika F?den l?sen. Ich nicht machen gern.'
'Sie hat das gen?ht?', erstaunt schaute Joy zu der kleinen Urbewohnerin. Diese war bereits schon wieder aufgestanden und hatte etwas vollkommen anderes im Sinn. Sie hatte ihren Speer gegriffen und sich eine Art Tasche aus Leder umgeh?ngt.
'Was hast du denn vor?', fragte Nick neugierig. 'Ich m?ssen jagen. Fleisch ausgegangen. Ihr k?nnen hier bleiben. Sicherer. Ihr wollen Fr?chte essen, dort stehen, Baribo heute pfl?cken.''Gut.', nahm sich Joy prompt was und lie? sich auf Nicks Bett fallen, um sich gem?tlich auszubreiten.
'Ich w?rde gerne mitkommen.', stand Nick auf. Joy fiel die Mango, die sie gerade hatte essen wollen aus dem Mund.
'Wenn du wollen?'
'Nota!', freute sich Nick. Ja, er ?bte kr?ftig diese Sprache. Soyu holte ihren zweiten Speer und reichte diesen ihm. Joy verdrehte nur die Augen. Dieser Nick! Einfach zu neugierig und wissbegierig f?r diese Welt. Die Beiden machten sich auf den Ausgang zu. 'Wartet, alleine bleibe ich sicher nicht hier.', stopfte sich Joy das letzte St?ck in ihre Backe und lief ihnen nach. 'Muss hier immer jeder f?r sich selbst jagen?', fragte Nick ?berrascht. 'Ja, einer in Familie jagen f?r Familie. Baribo und ich ja nur zwei. Ich immer jagen f?r uns. F?r Feste alle die jagen lernt, jagen zusammen. Und die J?ger als Aufgabe jagen immer f?r Ruxus Yukka.''Der Kerl macht aber auch gar nichts selbst, nicht mal laufen.', murmelte Joy ange?det.'Joy, du gerne essen, was du wollen essen heute?', fragte Soyu, w?hrend sie gerade beide Speere sch?rfte. 'Oh! Die Frage liebe ich. Wie w?re es mit Kaninchen? Gibt es das hier?''Ja! Gut du bekommen Kaninchen. Wir auch noch jagen Antilope. Baribo essen gerne. Ich ihm wollen Freude machen.'
Nick ?berlegte. Antilope? Klang nach L?wenfutter?W?rde er durchaus mal probieren. Soyu gab Nick den frisch gespitzten Speer. 'Auf die Jagt, ihr m?ssen immer schleichen und leise. Ihr erstmal gucken. N?chste Mal ich gucken, ihr jagen.', zwinkerte sie l?chelnd, 'Kommen.', sie winkte die beiden zu sich heran und sprintete in den Urwald, jedoch ohne Ger?usche zu machen. Joy kam so schnell gar nicht hinterher und Nick machte Krach, als tr?ge er Glocken an seinen Beinen. Soyu beschwerte sich aber nicht. Sie rannten quer durch den Urwald. Soyu sprang mit Leichtigkeit ?ber umgefallene B?ume. Auf einmal blieb sie stehen und winkte die beiden erneut heran. Mit einer Handbewegung machte sie klar, dass sie besonders leise sein mussten. Sie deutete in eine Richtung, der beide mit ihren Augen folgten und entdeckten eine Wasserstelle. Viele verschiedene Tierarten verbrachten einen Sorglosen Morgen dort und badeteten, spielten oder l?schten einfach ihren Durst. Mitten unter den Tieren waren auch Antilopen. Unglaublich. Hier schienen echt alle Tiere der Welt gemeinsam ihr Dasein zu fristen.
Soyu zeigte noch einmal, dass sie leise zu sein hatten. Sie hatten noch einige Meter bis zur Wasserstelle, diese war n?mlich inmitten einer weiten Graslandschaft au?erhalb des Urwalds. Soyu verlie? mit einem letzten leisen Katzensprung den Schutz der B?ume und schlich sich auf Samtf??en heran. Wie ein L?we auf Beutezug nutzte sie die H?he der Gr?ser aus, dicht gefolgt von Joy und Nick.
Er musste gerade an einen Satz von Ruxus Yukka denken und zwar, dass Atlantis die perfekte Welt darstellte, wie sie eigentlich sein sollte. Deswegen gab es hier auch alles, Urwald, Strand, Graslandschaften. Vielleicht gab es ja auch Savanne und W?ste? Doch wie gro? war diese Insel blo??
Soyu war mittlerweile auf allen vieren unterwegs. Sie lief jedoch nicht auf den Knien, sondern auf den Ballen. Joy und Nick machten es ihr nach, um ihr nicht den Jagdgang zu vermiesen. Sie waren der Wasserstelle ziemlich nah gekommen, als Joy pl?tzlich aufschrie: 'Guck mal! So s??, ein Pumajunges!'
Die Tiere sahen auf und rannten los. Soyu sprang aus ihrem Versteck und st?rmte den Antilopen nach.
'Toll! Joy!', tadelte Nick und lie? sich auf seinen Hintern fallen. 'Tut mir leid.', bekannte sie, 'aber jetzt sind wir wenigstens mal alleine.' Nick sah sie verwundert an: 'Was soll das denn hei?en? Hast du was gegen Soyu?'
'Aber nein! Du hast nur irgendwie nichts anderes mehr im Kopf als sie.'
'Du musst dich grad beschweren mit deinem Yukka.', konterte Nick. 'Hast Recht. Da haben wir uns wohl beide von der Sch?nheit der Insel hinrei?en lassen. Aber jetzt will ich hier wieder weg. Du musst einen Weg finden.', sie schmiegte sich an ihn heran. Nick lie? einen Sehns?chtigen Blick in Soyus Richtung, bevor er Joy in den Arm nahm und ihr ?ber den Arm streichelte.
'Ich glaube, ich habe eine kleine Idee.', bekannte er, 'Ruxus Yukka hat mir von einem ?ltesten erz?hlt, der hier auf der Insel alles Wissen ?ber unsere und diese Welt hat. Wenn es so einen Mann wirklich gibt, wird er auch den Weg von hier weg kennen. Ich werde ihn Morgen aufsuchen, versprochen, und wenn es ihn gibt, werde ich ihn auch finden.'Joy sah zu ihm auf. Auch wenn das, was er sagte, durchaus ?berzeugend klang, entdeckte sie in seinem Gesicht eine Sehnsucht und Unsicherheit. Sie mussten wieder zur?ck. Sie waren keine Menschen, die auf solch einer Insel ?berleben konnten. Sie mussten doch st?ndig besch?tzt werden. Sie mussten unbedingt wieder nach Hause.
Vollkommen au?er Puste kam Soyu wieder zu ihnen zur?ck. Sie hatte nicht einmal ihren Speer abgeschossen. Sie keuchte und hatte einen entt?uschten Gesichtsaudruck. Dann l?chelte sie auf einmal: 'Wir noch m?ssen deine Hase holen.'
'Hast du die Antilope nicht bekommen?', fragte Joy.
'Nein, ich bekommen aber noch, keine Sorge.', sagte Soyu zuversichtlich. Nick l?ste sich wieder aus Joys Umarmung und stand auf. 'Hier in N?he es geben eine Bau.', erkl?rte sie, 'dort wir finden immer Kaninchen.'
'Dann lasst uns dort hin gehen!', schlug Joy vor und klopfte die Erde von ihrem Wickelrock. Soyu nickte und lief los. Nick und Joy hinterher. Wieder lie? sie kein b?ses Wort fallen. Ihrem Gesicht war jedoch anzusehen, dass sie traurig war, dass ihr die Beute entkommen war. Doch niemals machte sie Joy daf?r verantwortlich, sie k?mpfte einfach weiter.
Joy schien sich aber auch keiner Schuld bewusst zu sein. Entz?ckt genoss sie den Ausblick der Insel und die verschiedenen Landschaften, die diese zu bieten hatte, wobei bestimmt siebzig Prozent trotzdem Urwald waren, soviel hatte Nick schon registriert. Immerhin f?hrte jeder Blick von dem Palast zu einem Urwald. Rundherum hatte er die exotischen B?ume gesehen. Das rief er sich gerade wieder in Erinnerung. Das bedeutete, dass sich nur ein kleiner Teil in Sandstrand, Gras- und Berglandschaft aufteilte.
'DA!', Soyu hatte gar keine Jagdhaltung angenommen und zeigte auf ein Loch zwischen den Wurzeln eines Hochwuchernden Baumes. 'Du wollen dein Essen holen, Joy?'
'Ganz sicher nicht! Kaninchen kratzen und bei?en.'
Soyu zuckte mit den Schultern und schlich sich nun an die ?ffnung heran. Sie opferte einen Blick hinein und zog in einer unglaublichen Geschwindigkeit ein braunes H?schen heraus. 'Gro? genug?', fragte sie und zeigte auf das zappelnde, kleine Tier. Joy nickte. Soyu holte aus, wurde jedoch in ihrem Vorhaben gestoppt, als Joy wieder anfing zu kreischen. 'Du willst das doch nicht vor meinen Augen umbringen? Und vor den Augen seiner Familie!', Joy hatte sich nun vor den Bau gehockt und schaute hinein. 'Oh, sieh nur, wie s?? die sind.', forderte Joy auf und Nick hockte sich neben sie: 'Tats?chlich, die sind ja wirklich s??.'
Soyu lie? ihren Arm sinken und den kleinen Racker wieder frei. Sie machte pl?tzlich kehrt und ging ab. 'Soyu?', als Nick sich umdrehte, war sie schon weiter weg. Er sprang auf und rannte ihr nach, was Joy ihm sofort gleich tat. 'Ist alles Okay, mit dir?', er legte seine Hand auf ihre Schulter. Sie wehrte zu seiner ?berraschung seine Ber?hrung ab und fiel auf die Knie. Sie hielt ihren Kopf fest. 'Oh, NEIN! Soyu, was ist los?'
'Ich?', sie dr?ckte die Lider fest zusammen. 'Was hat sie nur?', verzweifelt sah Nick zu Joy, die nur mit den Schultern zuckte. So pl?tzlich, wie sie auf die Knie gefallen war, stand sie pl?tzlich wieder auf. Ihr Anh?nger war wieder rot!
Was hie? das nur? 'Wieder gut, nur schwindelig. Kommen.', wimmelte sie ab, doch ihr Diamant sagte noch etwas anderes. Nick interessierte dieses Schmuckst?ck pl?tzlich brennend. Immer, wenn dies eine andere Farbe annahm, benahm sie sich so merkw?rdig. Sie gingen wieder zur?ck ins Dorf, alle drei schweigend. Nick hielt diese Ruhe jedoch nicht aus. Er musste wissen, was los war. Soyu machte nach wie vor ein schmerzverzerrtes Gesicht, wehrte sich jedoch dagegen, etwas zu zeigen. War sie sauer, weil ihr die Beute genommen worden war? War sie entt?uscht? Nicks schlechtes Gewissen wurde unertr?glich gro?, auch wenn Joy die Schuldige war. Oder litt Soyu etwa an Migr?ne? Es wirkte, als hatte sie Kopfschmerzen. Vielleicht war es aber auch etwas viel schlimmeres! Ein Tumor? Nick machte sich Sorgen. Eine so sch?ne und dann auch noch junge Frau. Hoffentlich war es das nicht.
'Soyu? Es tut mir Leid, dass du wegen uns mit leeren H?nden heimkehren musst.', begann er mit ganz leiserer Stimme.
'Nicht schlimm. Ich jagen Morgen noch mal. Eine Tag wir schon schaffen ohne Fleisch, oder Joy?', l?chelte sie und nickte der Blondine zu. Nick sah jedoch, dass ihre Augen ganz glasig waren. Sie musste gro?e Schmerzen haben.
Als sie das Dorf betreten hatten, herrschte gerade eine gro?e Ruhe. Es war wohl Essenszeit. Sie folgten Soyu in ihr Bungalow. Baribo kochte bereits und schmiss allerlei Essen in den gro?en Tonk?bel.
'Molenka vio ronate mikoso. Lovanda rimaxo ikan.', erkl?rte Soyu und legte beide Speere und die Ledertasche zur?ck. 'Rovat? Somala rota kommo. Kisato, Soyu!', Baribo schien richtig w?tend zu sein. Er sch?ttelte immer noch den Kopf, wahrscheinlich, weil Soyu ohne das versprochene Antilopenfleisch zur?ck gekommen war. Vermutlich legte sie ihre Beute f?r gew?hnlich immer. 'Signosito.', sagte sie kleinlaut. Dieses Wort pr?gte sich Nick unter 'Entschuldigung' ein. Etwas anderes konnte es im Anbetracht der Dinge einfach nicht hei?en. 'Ihr wollen auch essen?', fragte Soyu zu aller ?berraschung, da Nick damit gerechnet hatte, dass Baribo sie nun als Folge rausschmei?en w?rde.
Sie nickten sch?chtern und setzten sich auf die Knie um die kleine Feuerstelle herum. Einen Tisch besa?en sie n?mlich nicht. Baribo lie? ihnen einen b?sen Blick da und kochte weiter. Es handelte sich anscheinend um einen Eintopf. 'Er sagen, ohne Fleisch sein Essen nichts schmecken.', erkl?rte Soyu und setzte sich zu ihnen, 'aber wir versuchen Morgen noch mal. Ihr wollen wieder mitkommen?'
Nick schaute sie ?berrascht an. Diese G?te und Geduld war unglaublich. 'Willst du uns ?berhaupt noch dabei haben?', fragte er dadurch auch. 'Wenn ihr wollen, sehr gerne. Ihr m?ssen ja noch lernen, ich denken. Vielleicht eure Aufgabe in Monat sein J?ger, dann ihr m?ssen jede Tag.', l?chelte sie und reichte ihnen das Brot. Ihr Anh?nger war wieder Violett und mit der F?rbung, schienen auch ihre Schmerzen weg zu sein. Aber konnte da eine Verbindung bestehen? Es handelte sich immerhin lediglich um eine Kette.
Das Brot erinnerte an j?disches Fladenbrot. Jeder riss sich einfach ein St?ck vom Leib ab.Baribo teilte sein Gericht gerecht auf und reichte jedem eine gef?llte Kokosnussschale, die wohl immer als Teller diente. 'Was ist mit Besteck?', fragte Joy und sah sich vergeblich nach einem L?ffel um. 'Was sein Besteck?', fragte Soyu unwissend. Baribo setzte sich zu ihnen und begann zu essen. Er tunkte das Fladenbrot in seinen Eintopf und f?hrte dieses dann in den Mund. Nick und Joy taten es ihm gleich. Eine unangenehme Ruhe machte sich breit, die Nick dieses Mal nicht zu unterbrechen wagte.
Als alle ihre Teller geleert hatten, man schl?rfte den Rest heraus, in dem man die Schale an den Mund anlegte, begann Baribo zum ersten Mal, seit langem Kosa zu sprechen: 'Auch wenn Soyu etwas anderes sagt, ich wei?, dass ihr die Jagd zum Scheitern gebracht habt.', er blickte Soyu tadelnd an, dass sie gelogen hatte, 'nutzt sie ja nicht aus.'
Er klang ernst und besorgt um seine kleine Schwester: 'Ich lasse nicht zu, dass ihr mein letztes Familienmitglied in Ungl?ck st?rzt, haben wir uns verstanden?'
Beide nickten Synchron. Baribo verlie? das Bungalow und Nick lief ihm nach. 'Was Nick haben vor?', fragte Soyu. 'Ich habe keine Ahnung?', gab Joy zur?ck und sah ihm nach. Zum ersten Mal waren Soyu und Joy alleine. Beziehungsweise das erste Mal war Joy dabei wach. Sie sah die Urbewohnerin an und stellte fest, dass Nick bei diesem Anblick garantiert schwach wurde. Joy kannte seine gesamten Exfreundinnen und die sollten sich ganz schleunigst verziehen. Soyu stellte sie alle in den Schatten. Ob sie wohl wusste, dass sie so sch?n war? Joy musste es wissen und sie war ja schlie?lich nicht auf den Mund gefallen. 'Glaubst du, du hast eine Chance bei Nick?', fragte sie und achtete genau auf ihre Reaktion. Das komische war, dass Soyu mit fragender Mimik zu Joy schaute und anscheinend kein Wort verstanden hatte. 'Wie Chance? Wobei Chance?', best?tigte sie Joys Eindruck. Diese ?berlegte: 'Na, um mit ihm zusammen zu kommen.'
'Zusammen kommen? Du meinen heiraten?'
'Na ja, nicht gleich heiraten?wobei, doch genau das. Meinst du, du k?nntest das?'Soyu legte mit ihrer gewohnten Pose ihren Zeigefinger auf die saftige Unterlippe. 'Du eher haben Chance.', sagte sie vollkommen glaubhaft. 'Ich?!', fuhr Joy fragend hoch, 'wie kommst du darauf?'
'Du kennen Nick. Du erstes er denken, als aufwachen und', sie r?ckte an sie heran und hob eine Haarstr?hne an, 'sehr gut aussehen.'
'Das meinst du doch nicht ernst oder? Ich und sch?n?', sie lachte ?berrascht. Den Nagel auf den Kopf getroffen, sie waren beim Thema. 'Ja.', entgegnete sie.
'Also, ich glaube du solltest mal in einen Spiegel sehen! Du bist viel sch?ner.'
Du nein Du!
Soyu sah betroffen auf ihren Scho?: 'Ich finden dich sch?n und Ruxus Yukka auch.'Seit ihrer Begegnung hatte Joy keine Sympathie f?r Soyu empfinden k?nnen, jetzt tat sie es. Sie war immerhin grundehrlich, das war ihrer Art zu reden eindeutig abzulesen. Sie war anfangs eifers?chtig gewesen, weil Nick sich gleich wie ein verliebter Gockel bei ihr benommen hatte. Joy hatte schon lange mehr f?r Nick ?brig, als es gut f?r ihre Freundschaft war. Seit sie auf dieser Insel war jedoch, zweifelte sie an ihren Gef?hlen. Sie waren so grundverschieden und ihre Freundschaft war einfach zu wertvoll, um sie einer Beziehung, die ja nicht selten ins Leere laufen, auszusetzen. Wahrscheinlich war sie nie wirklich verliebt gewesen, sondern hatte eine tiefe Zuneigung zu ihm empfunden, die sie auch immer noch sp?rte. Doch sie hatte sich ver?ndert. Sie war st?rker. Nick war f?r sie der gro?e Bruder, den sie nie gehabt hatte, das rettende Seil eines Bergsteigers, der treue Partner auf dem Weg durchs Leben und Soyu war die perfekte Frau und Erg?nzung f?r ihn. Das verstand Joy nun.'Dann frage ich einmal anders herum. H?tte Nick eine Chance bei dir?'
Soyu weitete, verwundert ?ber diese Frage, ihre Augen. 'Niemand.', hauchte sie pl?tzlich tonlos. 'Warum das?', Joy r?ckte n?her an sie heran und blickte tief in ihre schwarzen Augen, 'Warum? Soyu! Alleine sein ist zwar ganz sch?n, aber doch auf Dauer einfach nur schrecklich. Ich spreche da wirklich aus Erfahrung.'
Sie nahm ihren Anh?nger in die Hand und schloss f?r einen Moment die Augen.
'Ich kann niemand antun mich heiraten. Ich sein?', sie brach ab. Joy war zwar nicht die Feinf?hligste, doch ein Blinder mit Kr?ckstock w?rde sehen, dass dies ein sehr sensibles Thema f?r sie war.
'Soyu. Erz?hl es mir! Ich verspreche dir, ich werde es niemandem, keiner Menschenseele verraten, so wahr ich hier sitze!'
Joy legte vertrauensvoll ihre Hand auf ihre Schulter. Soyu sah sie an und l?chelte leicht. Ein freundschaftliches Gef?hl legte sich ?ber die Beiden und gleichzeitig versp?rten sie gro?es Vertrauen zueinander.
Soyu atmete tief durch: 'Was Yukka sagen, wahr. Ich sein M?rder.'







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