Atlantis schöner Wächter

Autor: Aphrodite
veröffentlicht am: 16.08.2009




Er hörte die Schreie, sah die schmerz- und angstverzerrten Gesichter. Tobi, seine Oma…sie waren alle dieser Höllenmaschine zum Opfer gefallen. Dann sah er Joys Gesicht vor sich. Wie sie schelmisch grinste. 'Du hast es geschafft, Nick.', tänzelte sie. Eine Träne löste sich und lief seine Wange entlang.

Vorsichtig öffnete er seine schweren Lider. Das einzige, was er sehen konnte, war ein grelles, helles Licht. Er musste tot sein! Er fühlte, wie er auf das Licht zuschwebte.
'Bitanka! Bitanka!', schon hörte er die himmlische Stimme, sie war unglaublich.
Seine Augen gewöhnten sich langsam an das Licht und eine wunderschöne Frau kam zum Vorschein, die über ihm hockte und ihn sinnlich lächelnd anblickte.
'Wo…wo bin ich?'
'Shht, du müssen schonen!', sprach sie plötzlich auf deutsch, nachdem sie gehört hatte, dass er deutsch redete. Sie wischte mit einem feuchten Lappen über seine verschwitzte Stirn. 'Ich…', er versuchte sich aufzusetzen, doch sie drückte ihn zurück. 'Nicht! Schonen!''Wo bin ich hier?'
'Atlantis.', gab sie so trocken zur Antwort, dass es Nick erschrak. Atlantis war weiß Gott kein Ort, den man einfach so besuchen konnte. Wollte sie ihn für dumm verkaufen? Diesen dämlichen, alten Mythos!
Langsam kehrten alle seine Sinne zurück und er erlangte die Gewalt über seinen Körper. Doch mit dieser Gewalt, kam auch der Schmerz. Überrascht ächzte er auf. Seine rechte Schulter brannte. Er musste sich bei dem Flugzeugabsturz auch verletzt haben, dabei hatte er den Schmerz gar nicht gespürt.
'Alles gut, bald besser gehen, mir glauben.', nickte sie. Sie hob seinen Kopf vorsichtig an und bevor er sich hatte wehren können, kippte sie ihm eine grüne Brühe in den Hals. Ein bitterer, saurer Geschmack lähmte seine Mundhöhle. Angeekelt verzerrte sich seine Mine. 'OH, nicht schmecken?' . Nick empfand ihre Art zu reden als sehr süß. 'Aber es helfen.', sie zwinkerte zuversichtlich. 'Ich möchte mich aufsetzen.', sagte er und zog sich vorsichtig hoch. 'Ganz schön dickköpfig!', schüttelte sie den Kopf, half ihm aber auf. Nun konnte er endlich seine Umgebung mit Blicken einfangen. Er befand sich in einem runden Raum. Die Wände selbst waren dicke Bambusstämme. Er hatte auf Stroh gelegen, welches als Bett auf dem Boden lag mit lediglich einer Decke darüber. Der Tisch aus massivem Holz war nur ein paar Zentimeter hoch und anstatt einem Herd gab es eine Feuerstelle. Äußerst altertümlich und simpel. Hätte er keine Schmerzen, die so echt und fast unerträglich waren, würde er dies alles für einen Traum halten. Sein Blick wanderte weiter zu dem Mädchen, was ihn umsorgt hatte. Sie saß auf ihren Beinen und hatte eine perfekte, grade Haltung. Ihre Haare hatten ein gesundes Dunkelbraun und schmiegten sich in sanften Locken über ihren gesamten Rücken, aber in was für einer Dicke! Um ihren Kopf trug sie einen Blumenkranz mit rosafarbenen Blumen, die sofort aus den Gesamtbild herausschimmerten. Ihre Haut war ebenmäßig gebräunt, rein und schön. Nick konnte gar nicht anders, als sie weiter anzusehen. Ihre Augen waren sehr offen und schwarz. Ja, wenn Nick es nicht besser wüsste, würde er steif behaupten, sie waren komplett schwarz. Ihr Gesicht war jedoch insgesamt sehr schmal, dafür waren ihre Lippen umso voller. Nick hatte noch nie in seinem Leben und er beteuerte NIE so eine schöne Frau gesehen. Auch ihr Körper! Sie trug lediglich ein Oberteil aus Leder und Palmenblättern, eine schöne Farbmischung aus braun und Grün. Dieses Oberteil verdeckte nur die Brust. Ein Kordel war im Zick zack durch Löcher gefädelt und hielt das Ganze zusammen. Ihr Rock aus der gleichen Materie verdeckte ebenfalls nur das Wichtigste. Nur vorne hing ein gesundes Blatt, welches so lang war, dass es bei ihren Knien spitz endete. Von ihrer Figur wollte Nick erst gar nicht anfangen, sonst würde er unter Umständen noch anfangen zu sabbern. So viel Attraktivität war ihm noch nie untergekommen. Zu guter Letzt stach ihm ihre Kette ins Auge. Sie war aus dünnem Kordel, doch am Ende war ein Annhänger, der Nick zum genauer Hinschauen aufforderte. Ein violetter, glänzender Diamant, gefangen in einem Gefängnis aus Gold. Der Goldkäfig hatte die Form einer Rosenblüte, doch zwischen den einzelnen Blättern schaute immer wieder dieser tief violette Diamant hindurch.'Wie dein Name?', fragte sie plötzlich, nachdem sie ihn die ganze Zeit beim Gaffen zugeguckt hatte. 'Nick. Und du?'
'Nick?', sie fing an zu lachen. 'Was denn?', fragte er verwirrt. 'Ich Soyu', wich sie aus. Auch noch so ein exotischer Name. Wo war er nur gelandet? Und wo war…Joy…gelandet?'Joy!'
'Nein, nicht Joy, Soyu.', verbesserte sie und lächelte ihn weiter an. 'Soyu, hast du vielleicht ein anderes Mädchen gesehen, was bei mir war? Sie war auch verwundet.', er sprach langsam, damit sie alles verstehen konnte. Soyu legte ihren Finger an ihre Unterlippe und sah hoch, dann nickte sie. 'Ja.'
'Kannst du mich zu ihr bringen? Wo ist sie?'
'Du sollen doch schonen.', sie sah ihn bittend an. 'Das ist sehr lieb von dir, aber ich muss sie sehen, bitte!'
'Na gut, kommen mit.', sie stand auf und half ihm auf die Beine. Seine Beine waren noch etwas wackelig, doch er konnte sich wenigstens auf ihnen fortbewegen. Sie gingen durch eine Öffnung, die nur durch einen Vorhang verdeckt worden war und standen sofort im Freien. Fasziniert schaute sich Nick um. Er befand sich in einem kleinen Dorf in dem lauter kleine Einzimmerbauten aus Bambus standen. Alle im gleichen runden Stil, wie das, wo sie gerade noch drinnen gewesen waren. Die Menschen die dort herumliefen waren alle überdurchschnittlich attraktiv. Alle Frauen hatten lange Haare und hübsche Gesichter, obwohl jedes Gesicht natürlich anders aussah. Doch sie waren alle ein Kunstwerk für sich und Soyu war ein Meisterwerk! So empfand es Nick zumindest. Ihm fiel jedoch auf, dass die Frauen alle samt nie größer waren als 1,70m, meistens lagen sie sogar deutlich darunter. Sie waren zierliche Gestalten mit perfekten Proportionen. Doch die Männer brauchten sich hinter den Frauen auch nicht verstecken. Sie waren ebenfalls sehr gut gebaut, ziemlich muskulös sogar, waren auch braungebrannt und hatten schwarzes Haar…Moment! Soyu war weit und breit die Einzige, die keine schwarzen sondern braune Haare hatte, ob das was zu bedeuten hatte?Er sah sich weiter um. Dieses Dorf stand mitten in einem Urwald. Über ihnen waren dichte Baumkronen und hinter den Bungalows war ein tiefer, bewucherter Dschungel zu sehen. Langsam dämmerte es ihm. Sie waren an eine Insel gestrandet und dies war ein Stamm eines Urvolkes.
Soyu schwenkte vor seinen Augen rum: 'Wieder weh?', sie zeigte auf seine mit Palmenblättern verbundene Wunde. 'Ja, aber es ist alles okay.', antwortete er, 'Wo ist Joy nun?'
'Hier.', sie lief vor. Sie hatte überhaupt keine Schuhe, doch es schien sie nicht zu stören, dass sie auf diesem Boden damit herumlief. Okay, er sah sich um, alle waren Barfuss und er auch! Doch er merkte jedes Steinchen. So schnell würde er wohl auch keine Schuhe bekommen , immerhin hatte er sie den Weiten des Atlantischen Ozeans gespendet. Sie blieb vor einem Häuschen stehen, weil ein groß Gewachsener ihnen den Weg versperrte.
'Mikata malonga ti batu longa.', sagte sie ihm ruhig ins Gesicht. Nick war beeindruckt von dem Klang dieser Ursprache.
'Soyu.', der Mann seufzte, 'Modi wapatakula matiska ritschula!'
'Kammaturasko! Libanda korawilam.', sie sah ihn eindringlich an, worauf er zur Seite ging. 'Mikaso dango', hauchte er ihr noch zu, während sie hinter dem Vorhang verschwanden.'Joy!', rannte Nick auf seine Freundin zu, als er sie dort auf dem Heu gebettet regungslos liegen sah. Er ließ sich fallen und griff ihre Hand. Zum Glück - sie war warm. 'Joy, wach doch auf.'
'Warum wecken?', fragte Soyu und setzte sich wieder auf die Knie. Ihre Hände lagen zusammengefaltet in ihrem Schoß. 'Weil ich ein Lebenszeichen von ihr brauche.', erklärte Nick. Die Erklärung war anscheinend für Soyu nicht einleuchtend, doch sie legte einfach wieder ihr wunderschönes Lächeln auf, bei dem Wangenknochen zum Vorschein kamen. Man! Warum war diese Frau nur so atemberaubend schön. Und ihr Körper so dünn und straff.'Joy, wach auf!', konzentrierte er sich wieder auf seine Freundin. Wie zum Lohn öffneten sich ihre Augen. Sie waren noch sehr trüb, doch sie bewegte sich.
Ihre Mundwinkel wanderten prompt nach oben: 'Nick, du hast es geschafft.'
'Ah! Bitanka!', sprach Soyu verzückt. Er erinnerte sich, die gleichen Worte hatte sie gesagt, als er aufgewacht war. Es hieß wohl etwas in die Richtung 'Er/Sie ist wach oder lebt' oder irgend sowas eben.
'Wo sind wir?', stellte Joy auch noch die selbe Frage. 'Ich weiß es nicht.', er strich über ihr Haar, welches äußerst strubbelig an ihrem Kopf klebte.
'Atlantis.', antwortete Soyu wieder schulterzuckend. 'Wie? Atlantis?!', Joy setzte sich ruckartig auf, wurde aber sofort mit Schmerzen gestraft und hielt ihren Kopf. 'Oh, verdammt!', fluchte sie.
'Romaso?', eine andere Stimme erschien. Eine weitere Frau hatte ihren Kopf durch den Vorhang gesteckt und grinste in ihre Richtung. 'Botanika! Ko maso mi ma!', antwortete Soyu und machte eine heranwinkende Bewegung, wodurch die Frau näher kam. Sie setzte sich ebenfalls dazu, auf die gleiche Weise wie Soyu dort saß.
'Das Botanika!', stellte Soyu ihre Freundin auf Deutsch vor. 'Potannika', nickte Nick. 'Nein, nichts Potannika, Botanika.', Soyu sprach den Namen noch einmal deutlicher aus. 'Hallo, Botanika.', sagte Nick nun richtig. 'Holo na.', erwiderte Botanika freundlich. Nick prägte sich das Wort gut ein. Es hieß ja wohl 'Hallo', oder irgendeine Begrüßungsform eben. 'No ma Joy ro Nick.'
Nick freute sich, den Satz hatte er auch verstanden! Doch anscheinend freute er sich nicht so wie Botanika selbst. Sie prustete nämlich ungehalten los. Sie hatte ein ungewöhnlich rundes Gesicht. Nick hätte gerne ausgemessen, wie rund es wirklich war, doch sie war trotzdem schön.
'Warum lacht ihr denn?!', wollte nun auch Joy ungeduldig wissen, die dem Geschehen schon die ganze Zeit mit geschockter Mine entgegen trat.
'Hm.', Soyu schien zu überlegen, wie sie es am besten sagte, dann begann sie. 'Nick in unsere Sprache 'tote Fliege' ja, Nick heißen tote Fliege.', stimmte sie sich selbst zu. Nun musste auch Nick lächeln. Dann war sein Name also ‚tote Fliege''La, Soyu.', Botanika tippte ihre Freundin an, sodass sich diese ihr zuwandte. 'Miranda moloko'
'To?'
Botanika nickte langsam und geheimnisvoll: 'Rorimantika woh mukravi lo-irem wi miakla.''Ritschkolo kah!'
'Mosumakiroma rimla Yukka (!) kasko.'
Nun kicherten die Beiden verschwörerisch. Botanika hatte ihrer Freundin offensichtlich etwas über eine Person erzählt. Auf jeden Fall lachten sie genauso mit vorgehaltener Hand. Oder ging es etwa um die beiden Fremden?
'Wir lassen allein euch? So ihr reden können?'
'Ja, danke Soyu, das ist lieb.', nickte Nick.
'Lo sama ri, Botanika.'
'Nisja'
Die beiden Frauen verließen im Gleichschritt das Bungalow. 'Was war das denn für eine Vorstellung?!', begann Joy gleich kopfschüttelnd und sah sich den Raum an, in dem sie sich befanden. 'Wo sind wir hier nur gelandet?', sprach sie geistesabwesend. 'Ich weiß es auch nicht.', er setzte sich neben sie auf das Stroh, sodass Beide ihre Köpfe gegen die Bambusstiele lehnten, 'ich würde vermuten, dass wir an eine Insel gespült wurden und dass hier ein Urstamm ist. Ich frage mich nur, woher Soyu unsere Sprache beherrscht.'
'Beherrschen ist der falsche Ausdruck. Woher sie unsere Sprache Stottern kann.', verbesserte Joy patzig. 'Jetzt sei doch nicht so fies.', Nick verdrehte überrascht die Augen, 'Ist doch gut, dass wir uns überhaupt mit jemandem verständigen können.'
'Ist ja gut.', Joy räkelte sich, 'wie wird ihr Name noch mal ausgesprochen?'
'Soyu, also wie 'So' und das englische Wort 'You' Soyu.'
'Interessant. SOYU scheint dir zu gefallen. Ich kenne deinen Gafferblick.', hänselte sie und streckte ihm die Zunge heraus.
'Sie ist ja auch sehr attraktiv.', gab Nick zu, ohne auf die versteckte Kritik einzugehen.'Wir sollten uns mal ernsthaft Gedanken machen, wie wir hier wegkommen. Wir müssen ja irgendwo auf einer kleinen Insel auf dem Atlantik sein. Das mit Atlantis ist ja wohl der größte Müll.'
'Trotzdem werde ich mich über diese Insel informieren, wenn wir wieder zurück sind. Gut, dass ich dank dir meinen Laptop nicht mitgenommen habe, sonst wäre er jetzt weg.', Nick legte seinen Arm und sie und Joy stützte ihren Kopf an seine Schulter. Er zuckte zusammen. 'Was ist?'
'Meine Schulter.', er hob sein T-shirt an und zeigte ihr seinen Pflanzenverband. 'Oh, Entschuldigung. Aber ich bin echt froh, dass du wenigstens noch bei mir bist.'
Sie lächelten einander an. 'Ich bin so dankbar, dass du lebst, Joy.'
'Ich wieder rein kommen dürfen?', trat Soyu vorsichtig ein. 'Nein'
'Klar.', übertönte Nick seine Freundin und Soyu kam mit zwei Halben Kokosnüssen näher. 'Bestimmt Hunger?'
'OH, ja und wie!', wurde Joy hellhörig und setzte sich gespannt auf. 'Hier.'
Joy nahm es entgegen und schaute sich das Essen genauer an.
'Was heißt ‚danke' in deiner Sprache, Soyu?', fragte Nick, während er ihr die braune Nussschale abnahm. 'Linesta.', antwortete sie lachend.
'Linesta.', wiederholte er nickend. Soyu klatschte begeistert. 'Was soll das denn für ein Fraß sein? Da ist ja nichts dabei.', seufzte Joy schockiert.
'Hast du erwartet, dass sie dir einen Döner bringt oder was? Was soll es denn auf einer Insel anderes geben?!', giftete Nick, der sich mittlerweile aufregte, wie undankbar sie Soyu gegenüber war, immerhin war sie ihre Heldin.v'Ein Döner wäre das Mindeste!', Joy stellte sich eine saftig gefüllte Teigtasche vor, wodurch ihr das Wasser im Mund zusammen lief. Sie erntete einen tadelnden Blick von Nick und schraubte ihre Ansprüche runter: 'Aber etwas Fleisch hätte ja dabei sein können.'
'Fleisch? Morgens?', fragte Soyu überrascht, behielt aber das Lächeln auf ihren Lippen bei. 'Also ich finde es köstlich.', lobte Nick sein Festmahl. Soyu hatte ihnen alle Nick bekannten und unbekannten Früchte angerichtet in einer Kokosnussschale gebracht, die fast doppelt so groß war wie die, die man bei ihnen so zu Kaufen fand.
Erdbeeren, Trauben, Bananen, Litschi, Sternfrüchte, Orangen, Mangos…Es musste auf dieser Insel einfach alles geben. Nick probierte aufgeregt die Früchte, die er noch gar nicht kannte. Soyu hatte alles bereits geschält und in mundgerechte Happen geschnitten.
Gesättigt stellten beide die Schalen bei Seite. 'Soyu, sag mal, wie lange haben wir eigentlich geschlafen?'
Sie hielt sieben Finger in die Höhe, sie schien die Zahlen auf Deutsch nicht zu kennen. 'Sieben Tage?!', fragte Nick schockiert. Sie zuckte mit den Schultern. Verwirrt sah er ihr in die Augen. Sie legte ihre Stirn in Falten, sie schien nicht zu wissen, wie sie sich ausdrücken sollte. Auf einmal strahlte ihr Gesicht wieder. Sie hatte wohl eine Idee. 'Sonne!', dann zeigte sie zwei Finger. 'Ah, okay, zwei Tage.'
Sie nickte. Was sie wohl mit sieben gemeint hatte? Bestimmt eine Zeitrechnung, die Nick und Joy unbekannt war. 'Würdest du uns ein wenig deine Heimat zeigen. Also die Insel.'
'Du wollen sehen Atlantis?'
'Ja.', antwortete Nick. Joy blies sich gegen ihr Pony. Das er wieder so heiter sein konnte nach so einem schrecklichen Erlebnis. Gleichzeitig kannte sie jedoch ihren neugierigen Freund gut genug, um zu wissen, dass sein Forscherinstinkt in ihm im Dreieck springen würde, würde er hier nicht alles genau unter die Lupe nehmen.
'Na gut, wir gucken Insel an und holen Fleisch für Mittag für Joy.', sie zeigte mit dem Finger auf die gut gebaute Blondine. 'Damit bin ich einverstanden.', gab Joy kund, die langsam echten Fleischhunger hatte.
'Vorher wir müssen zu Ruxus Yukka.'
'Wer ist das?', Nick war sich sicher, dass der Name schon mal in dem Gespräch mit Botanika gefallen war. Also würde er nun die Person kennen lernen, von der sie gesprochen hatten.'Der…', sie suchte nach dem richtigen Wort, 'großer…ich weiß Wort nicht. Kommen.', sie sprang wieder auf. 'Ich bin echt auf das Mittagessen gespannt.', rieb sich Joy den Bauch und folgte ihnen. Kaum hatte sie das Bungalow verlassen, fiel ihr fast das Frühstück aus dem Gesicht. 'Unglaublich…', flüsterte sie. 'Ja, kaum zu glauben, nicht?', stimmte ihr Nick zu.'Hier Weg.', wank Soyu. Sie hatte sich einen Speer geschnappt. Joy schluckte. Hoffentlich würde diese Reise nicht so gefährlich werden, wie sie nun befürchtete. Angestrengt folgte sie Soyu durch den dichten Urwald. Kaum hatten sie nämlich das letzte Häuschen hinter sich gelassen, standen sie im dichtesten Wald, den sie je gesehen hatten. 'Was mit Nick?', fragte sie und schaute Joy überlegend an. Die drehte sich um und sah, wie Nick ganz vorsichtig auftrat, um ja nicht auf etwas spitzes zu treten. Joy hatte das Glück, dass sie ihre Schuhe noch trug. 'Ach, ihm tun die Füße weh.', Joy begann gehässig zu lachen, 'na, Nick! Sohle im Eimer?'
'Hm?', Soyu sah erst auf seine Füße, dann auf ihre, schien aber nicht zu verstehen, was sein Problem war.
'Ich dich tragen?', lief sie zu ihm zurück. Nick glaubte sich verhört zu haben. 'Nein, alles gut, ich bekomm das schon hin.', wie willst du mich auch tragen, mit deiner dünnen Gestalt.', ergänzte er im Stillen. Doch er musste zugeben, sie war verdammt flink. 'Wir können auch Weg am Strand gehen, wenn besser.', mitleidig sah sie ihn an.
'Ja, das wäre gar nicht so schlecht.'
Joy bekam sich immer noch nicht ein, war aber insgeheim genauso froh, denn sie hatte Angst vor wilden Schlangen und sonstigem Vieh.
'Weg aber bisschen länger.', Soyu drehte um. Die Dorfbewohner schauten ihnen verwirrt nach, als sie wieder durch die Gegend spazierten und es dieses Mal auf der anderen Seite versuchten. Botanika kam auch sofort angerannt. 'Wozu le?'
'Sukati pa lovas ma, Nick', Soyu lachte leicht und zeigte während ihres Gespräches auf Nicks Füße. Botanika prustete los und beschloss kurzer Hand mitzukommen. 'Soyu, ich weiß schon was du gerade erzählt hast!', Nick lief zu ihr hin, die Hände verschränkt.
'Ja, du witzig, Nick!', sie schlug ihm Freundschaftlich gegen die Schulter. Schmerzverzerrt zuckte er zusammen. 'Oh, Nick, das mir tun Leid!', sie streichelte vorsichtig über die Stelle. 'Schon Okay.'
Nach einen kurzen Marsch durch den Urwald, der diesmal jedoch ein kleiner Trampelpfad war, kamen sie wirklich an den Strand. Nick und Joy blieben gleichzeitig fasziniert stehen. So einen sauberen und klaren Strand hatten sie ihr ganzes Leben noch nicht gesehen. Der Sand war Schneeweiß und rein. Kein Dreck. Das Wasser hatte ein klares Türkisblau. Es war wunderschön. Der Ort strahlte eine unglaubliche Idylle aus. 'Weiter, weiter.', drängelte Soyu und hüpfte fröhlich am Strand entlang. Nun zog auch Joy ihre Schuhe aus und lief im Wasser. Sanft wurden ihre Füße immer mit kleinen Wellen gestreichelt, die ihren Weg durch den Atlantik nun hier an den Strand gefunden hatten.
Sie liefen eine ganze Weile so weiter. Die beiden Fremden genossen es direkt. Nick legte einen Arm um Joy. 'Ist doch fast wie Urlaub, oder?', fragte er schwärmerisch. 'Ja, hätte man nicht immer im Hinterkopf, dass man vielleicht nie wieder zurück kommt.', gab sie zu bedenken. 'Da hast du Recht, doch ich bin momentan einfach froh, dass wir leben.''Weißt du, was jetzt fehlt?', sie atmete tief durch, 'Musik!'
Schon begann sie ihren Lieblingssong zu trillern: 'I walking on sunshine!'
Soyu blieb auf der Stelle stehen und drehte sich um. 'OH!', machte sie einen überraschten Laut. 'Bringen mir bei!'
Nach kurzer Zeit liefen sie tänzelnd weiter: 'I walking on sunshine! And don't it feel good!'Natürlich war Botanikas und Soyus englische Aussprache nicht perfekt, doch sie konnten auf alle Fälle beide sehr gut singen.
Als Soyu sich das nächste Mal umdrehte, machte sie ein leicht verzehrtes Gesicht: 'Eine kleine Stück wir müssen jetzt durch Urwald.'
'Das schaffe ich schon.', zwinkerte Nick, dessen Füße sich wahrscheinlich schon auf was gefasst machen sollten. Sie drangen erneut in das Reich der Bäume ein. Zunächst wachen es nur Palmen, die in größeren Abständen im Sand wuchsen und so noch kein Problem darstellten. Es sah eher aus, als befänden sie sich in der Karibik. Ja, genau so stellte sich Nick die Karibik vor. Genau so, hatten auch die schönsten Szenen in 'Fluch der Karibik' ausgesehen. Nach einer Weile ging dieser Schöne Palmenwald jedoch in einen Urwald über. Dieses Mal wollte sich Nick nichts anmerken lassen, obwohl seine Füße seiner Meinung nach Höllenqualen durchlebten. Joy hatte ihre Schuhe wieder angezogen und Botanika und Soyu machten den Eindruck, als sei es das Normalste auf der Welt.
Als sich die Landschaft wieder veränderte, und sie nun auf einer weiten Wiese waren, tauchte ein steinernes Bauwerk auf. Es erinnerte Nick an die Überreste der Paläste der Mayas. Damit konnte er es am Besten vergleichen. Ein Palast mitten auf einer weiten Wiese umrandet von einem dichten Urwald.
Anmutig traten Botanika und Soyu die Steintreppe hinauf. Der Palast hatte eine unglaubliche Größe. Joy schien auch schon ihre ganzen Ausdauerreserven zusammenzukratzen, denn sie wusste, dass das für sie ein Mammutkraftakt werden würde. Nick stellte fest, was Menschen doch für Fähigkeiten erlangten, wenn sie an so einem Ort aufwuchsen. Für die Beiden Ureinwohner stellte es gar keine Anstrengung dar. Oben angekommen standen zwei Wächter mit Waffen, die wie zwei Ägyptische Wächter aussahen. Soyu ergriff das Wort: 'Kokomala si makis romanta Ruxus Yukka.'
Die beiden Wächter nickten und gingen einen Schritt zur Seite. 'Kommen.', winkte sie nun und sie betraten dieses majestätische Gebäude. Bunte Zeichnungen schienen, als wollten sie sofort aus der Wand springen und rumtanzen. Wie Hieroglyphen waren auf den Steinmauern abgebildet. Es schien mehrere Parallelen zu Ägypten zu geben. Auch Joy sah sich überwältigt um. Dieses Erlebnis würden sie nie in ihrem Leben jemals wieder vergessen können. Fackeln hielten Licht im sonst so düster wirkenden Tunnel. Nach und Nach reihten sich auch Räume aneinander, doch Soyu verließ den Gang nicht, mit ihr ihre Begleiter. Sie lief erneute Treppen hoch. 'Noch mehr…ich will nicht.', ächzte Joy erschöpft. So viel war sie wahrscheinlich noch nie am Stück gelaufen. Oben angekommen sorgte natürliches Sonnenlicht für eine viel schönere Atmosphäre. Große Öffnungen. Nur Säulen säumten sich auf, Wände waren keine mehr da. Soyu marschierte unermüdlich weiter. Doch dieser Weg war schon viel angenehmer. Unter ihnen befand sich nun ein roter Teppich. Sie schienen dem Besitzer dieses Palastes näher zu kommen. Es musste eine Art Gott für sie sein, wenn sie so etwas für ihn bauten, während sie in winzigen Bungalows ihr Dasein fristeten.
Vor einer Roten Tür, verziert mit weißen Steinen blieb sie stehen. Die Türen schoben sich wie von Geisterhand auf. Das wirkte zumindest anfangs so, doch kaum waren sie eingetreten, sahen sie die zwei Männer, die die Türen aufgezogen hatten. Ein großer Thron machte nun Eindruck auf die Fremden. Mit offenem Mund kamen sie näher. Zwei Frauen fächerten dem Mann auf dem Sessel frische Luft zu. Andere Frauen reichten ihm köstliche Früchte. Wieder andere tanzten für ihn. Was ein Leben, dachte Nick und sah sich nun den Mann genauer an. Er hatte wie die anderen Männer schwarze Haare und dunkle Augen. Er hatte ein Tuch um sich gewickelt, zumindest sah es so aus. Na gut. Ein weißes Kleidungsstück, welches an seinen Hüften anfing. Es war an der Taille mit einem goldenen Gürtel besetzt. Dazu trug er eine Halskette, die auch mindestens 15cm breit war, ebenfalls aus Gold und mit kleinen Edelsteinen Besetzt. Auf seinem Kopf ruhte ein schöner, wertvoller Kopfschmuck. Auch seine Arme protzten neben den Muskeln mit wertvollen, natürlich goldenen, Armbändern. Nick röchelte nach Luft. Welches Vermögen alleine an diesem Mann klebte! Welch ungerechte Welt! Und Soyu war lediglich mit Leder und Natur bekleidet!
Soyu und Botanika hatten sich sofort auf den Boden geworfen, nur Nick und Joy hatten es Beide gleichermaßen versäumt.
'Soyu!', nannte der, wie anzunehmen, König sie sofort beim Namen. Seinem Lächeln war zu entnehmen, dass er sich freute.
'Solaja.', er machte eine Handbewegung und sie standen Beide wieder auf.
'Ruxus Yukka, Moskana Germania!', erklärte Soyu.
'Ich weiß.', sprach dieser Mann auf einmal Deutsch. 'Ich habe schon von euch beiden Fremden gehört.', sah er auf einmal Joy und Nick an. Nick fiel die Kinnlade herunter. Sein Deutsch war nahezu perfekt und Akzentfrei.
'Willkommen auf Atlantis, würde ich da doch glatt sagen. Ihr könnt schon mal anfangen Vokabeln zu lernen, denn ihr werdet hier bleiben. Für immer.'







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