Mein bester Freund

Autor: Aa++!!Tammy
veröffentlicht am: 19.07.2009






Er hatte es gehört.
Er hatte gehört, wie ich Lill erzählt hatte, dass ich glaubte, ich sei schwanger.
Er sah mich an und in seinem Blick lag ein komischer Ausdruck. Es sah fast so aus als schäme er sich für das, was er vor sich sah. Ich kniete immer noch vor ihm auf dem Boden und kam mir nun um so mehr wie ein Verkehrsunfall vor.
Er musterte mich abschätzig, ja schon fast mit Abscheu in seinem Blick.
Und ich getraute mir nicht mehr, ihm in die Augen zu sehen.
Ich konnte nur noch an eines denken: würde wenigstens Phillip zu mir halten?
Oder wird er sich auch von mir abwenden?
Ich dachte daran, wie schrecklich das für mich wäre, dann allein dazustehen.
Alleine schon aus dem Grund, dass ich nicht wusste, was ich tun würde, war diese Ungewissheit schrecklich. Ich brauchte zumindest einen der beiden um mit ihm zu überlegen, ob ich das Kind behalten wollte.
Da wurde mir bewusst, wie meine Lage wirklich war. In mir wuchs gerade in diesem Moment höchst wahrscheinlich ein Zellklumpen zu einem kleinen Mensch zusammen, dessen Herz ab der vierten Woche anfangen würde zu schlagen. Konnte ich einfach so ein Leben beenden?Ich wusste es einfach nicht.
Allerdings hatte ich auch nicht wirklich das Bedürfnis diesem Gedanken weiter nachzugehen, da es zu sehr schmerzte.
Ich verschloss lieber die Augen vor einem Problem. Das tat ich schon immer.
Doch ich musste mit Phillip reden.
Wenn er es von jemand anderem erfuhr, dann war die Wahrscheinlichkeit, dass er mich nie mehr sehen wollte noch viel größer.
Ich blickte auf und wollte Cedric gerade bitten, dass er Phillip nichts sagte, als er sich auch schon umgedreht hatte und auf eine Gestalt etwas weiter weg zu rannte.
Plötzlich wurde mir klar wer es war, den Cedric da so zielstrebig ansteuerte.
Ich erkannte die roten Haare. Die gelb-schwarz karierte Jacke. Seine ziemlich auffällige gerade Haltung.
Ich erkannte Phillip, von dem Cedric nun nicht mehr weit war.
Er durfte es nicht von ihm erfahren. Das durfte nicht sein
Doch was konnte ich tun. Sollte ich zu ihm rennen, oder einfach in die entgegengesetzte Richtung.
Normalerweise würde ich einfach wegrennen, doch in dem Moment als ich mich gerade abwenden wollte, erinnerte ich mich an etwas, das mir mein Großvater als letztes gesagt hatte: „Du hast viele Ängste und schämst dich oft dafür. Aber es ist nichts dabei Angst zu haben, du darfst deinen Ängsten nur nicht erlauben die Überhand zu ergreifen, denn dann ist es Feigheit!“
Das hatte er gesagt, und als mich diese Worte durchzuckten rannte ich los.
Ich rannte zu Phillip.
Ich rannte so schnell ich konnte und war tatsächlich vor Cedric bei Phillip.
Nachdem ich ihn am Ärmel gepackt hatte, zog ich ihn mit mir.
Im Laufschritt versuchte er mit mir Schritt zu halten.
Mich wunderte es etwas, dass er keine Fragen stellte, sondern einfach mitkam. Doch vielleicht lag das nur daran, dass er überrascht war.
Ich zog ihn mit mir, immer weiter und weiter, bis wir schließlich vor meinem Zimmerfenster standen.
So ganz hatte ich nicht realisiert, was ich tat und es wurde auch nicht besser, als ich durch das zum Lüften geöffnete Fenster kletterte.
Tatsächlich, ich hatte es geschafft.
In diesem Moment fühlte ich mich wie die Schneekönigin, doch dieses Gefühl verschwand sofort wieder, als mir bewusst wurde, was ich noch vor mir hatte.
Nun musste ich ihm Rede und Antwort stehen.
Und obwohl ich mich in diesem Moment hundeelend fühlte, fing ich an ihm alles zu erzählen:„Neulich, als ich zusammengebrochen bin, da wolltest du doch wissen, was mit mir los war. Doch ich hatte es dir nicht erzählt …“, fing ich mit bleischwerer Zunge an zu erzählen.
Er nickte nur und sah mich aufmerksam an, und ich war ihm dankbar dafür, dass er mich nicht unterbrach.
„Damals hatte ich auf den Kalender gesehen … und gemerkt, dass … dass ich … ich … ich bin seit … anderthalb Wochen … überfällig und … und es … Cedric kann es nicht … gewesen sein.“
Er sah mich nur ungläubig an und konnte seine Augen nicht mehr von meinem Bauch abwenden.
Ich nahm es ihm aber nicht übel, ich konnte es ja auch immer noch nicht glauben.
„Du bist … schwanger … von mir?“, stammelte er nach einer Weile vor sich hin und senkte den Blick auf den Boden.
„Ich glaub schon …“, antwortete ich auf seine rhetorische Frage und war schon wieder nah am zusammenbrechen.
„Oh Gott Phillip, was soll ich nur tun?“, fragte ich verzweifelt und sackte wie ein nasser Sack auf dem Boden zusammen.
Ich spürte wie mich zwei starke Arme an Phillips Brust zogen und er murmelte: „Ich weiß es nicht … mein Kopf ist wie leer. Ich weiß es einfach nicht …“Und so saßen wir da. Stunde um Stunde um Stunde und taten nichts als uns still in den Armen zu halten.



Doch irgendwann hielt ich es nicht mehr aus.
Ich hatte keine Ruhe bevor ich es nicht wusste.
„Du lässt mich doch nicht alleine, oder?“
(…)







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