Love and other disasters

Autor: Breeze
veröffentlicht am: 13.02.2010




'Ähm, naja…', setzte Isabella zur Erklärung an. 'Also ich weiß auch nicht, wie es soweit kommen konnte. Es hat alles angefangen, als ich vor einem Monat unten bei euch in der Küche stand und du die ganze Zeit damit beschäftigt warst mit Robert zu schreiben. Naja, weißt du noch, dass ich da eigentlich nur schnell was zu trinken holen wollte und dann war ich über 2 Stunden weg? Du hast es eigentlich in dem Moment auch gar nicht bemerkt, ich glaube es ist dir erst aufgefallen als ich wieder da war. Ich war so lange weg, weil ich die ganze Zeit mit Mat in der Küche war. Er hat mich dort angetroffen und mir war wohl anzusehen, dass ich wütend war. Er hat sich Zeit für mich genommen und mir zugehört und mich getröstet. Naja und dann…', zuckte sie mit den Schultern 'dann sind wir halt ins Plaudern gekommen und haben uns unglaublich gut verstanden. Ich hatte deinen Bruder noch nie so erlebt. Ich hab total die Zeit vergessen und mich einfach rundum wohl gefühlt. Dann hat er mich zum Schluss umarmt und ist losgefahren, weil er Chrissie oder Christina, oder wie auch immer sie heißt, abholen wollte. Ich hab nicht weiter darüber nachgedacht aber zwei Tage hab ich ihn in der Stadt getroffen und da hat er mich gefragt, ob wir nicht mal was unternehmen wollen. Und eigentlich war mir in dem Moment nicht wirklich bewusst, dass es ein Date sein sollte, immerhin hatte er ja eine Freundin. Dann haben wir uns getroffen und er hat mir erzählt, dass er den Abend in der Küche unglaublich toll fand. Wir haben uns immer wieder getroffen und irgendwann ist es dann passiert. Ich wollte dir schon lange davon erzählen und dann haben wir letzte Woche über Mat gesprochen und ich wollte es dir gerade sagen aber du hast nur gemeint, dass du es nicht gut findest, dass Mat schon wieder eine neue Freundin hat und dass du die auf keinen Fall kennen lernen willst, weil sie ja sowieso in einem Monat Geschichte sein wird.', seufzte Is. Julie schüttelte sprachlos den Kopf. Inzwischen stand ihre beste Freundin wie ein Häufchen Elend vor ihr - das genaue Gegenteil der Is, aus der eben innerhalb von ein paar Minuten die Erklärungen nur so herausgesprudelt waren. Sie schien inzwischen wieder relativ ruhig und gefasst und wartet anscheinend darauf, dass Julie sich dazu äußerte. 'Ich hab Mat noch nie so glücklich gesehen, wie in den letzten zwei Wochen!', äußerte Julie vorsichtig, weil sie Angst hatte, dass ihre beste Freundin vielleicht doch nicht so ruhig und gefasst war, wie sie schien und Julie wollte ungern miterleben müssen, wie Is in Tränen zerfloss. 'Wirklich?' Isabellas Augen wurden groß. Sie begann zu grinsen und als Julie mit einem eben so dicken Grinsen nickte, schrie sie auf und warf sich neben Julie auf Bett. Sie umarmten sich und Julie lachte. 'Du willst mir also sagen, dass ihr schon über einen Monat zusammen seid und ihr habt mir nichts gesagt?!?! Ich muss ja ganz schön blind gewesen sein. Oh, mein Gott! Und das Gespräch letzte Woche, wo ich Mat so aufgezogen…', stockte Julie. Sie schaute zu Is und die konnte sich vor Lachen nicht mehr halten. 'Ja, er hat über mich gesprochen als er von der tollsten Freundin der ganzen Welt geredet hat und meinte, dass sie unglaublich gut küsst. Und nein du hattest nicht Recht mit der Annahme, dass sie entweder einen Froschmund oder Pferdezähne hat. Es war echt schwer nicht während des Gespräches mit Lachen anzufangen. Mir standen da wirklich Tränen in den Augen vom unterdrückten Lachen', gestand Is. Julie sah ihre Freundin an und konnte einfach nicht glauben, dass diese Beleidigungen so auf die leichte Schulter nahm. Andererseits hatte Julie eher die Absicht gehabt, Mat aufzuziehen als seine Freundin, geschweige denn Is, zu beleidigen. Trotzdem war sie erleichtert über Isabellas Reaktion. 'Und du hast mir nichts davon erzählt! Einfach unglaublich!', stöhnte Julie auf. 'Naja, eigentlich wollte ich es dir wie gesagt schon früher sagen aber…naja… dieses Gespräch!', gab Is kleinlaut zu. 'Es klang nicht gerade so, als wärst du auf seine neue Freundin gut zu sprechen.' 'Ach, ich hab mir dabei nichts gedacht. Er war so verdammt glücklich in den letzten Wochen und ist mir einfach auf die Nerven gegangen. - Du übrigens auch! Aber ich hätte nie geglaubt, dass dazwischen ein Zusammenhang besteht.', grinsend sah Julie ihre Freundin an. 'Ich freu mich für euch zwei. Aber dir ist schon klar, dass es mächtig Probleme geben wird, wenn ihr zwei euch trennen solltet?' Fragend zog sie eine Augenbraue hoch. Is schaute sie nur erschrocken an. 'Ich weiß wirklich nicht, wie ich meinen Eltern verklickern soll, dass Mat ausziehen muss, weil meine beste Freundin mich sonst nicht mehr besuchen kann', kicherte Julie und während auch Is noch nach Luft schnappte, klingelte das Telefon.

'Ja, ich weiß Mama, ich werde es bestimmt nicht vergessen!', sagte Is und verdrehte entnervt die Augen. Dann nickte sie noch einmal als Julie vor ihrem Gesicht mit den Händen herumwedelte und anschließend energisch auf die Uhr an ihrem Handgelenk zu zeigen. Sie formte die Worte 'Jetzt gleich!!' und lief aus dem Zimmer um sich unten im Flur ihre Schuhe anzuziehen. Es war immer noch ziemlich kalt, obwohl schon Mitte März war und sie war nicht gerade die Schnellste, wenn es darum ging ihre Schuhe anzuziehen. 'Wir müssen jetzt los, Mama. Ja, ich denke daran dir den Tee mitzubringen. Ja, ist okay. Bis später dann.' Julie hörte wie Is sich von ihrer Mutter verabschiedete und den Hörer auf die Aufladestation knallte. Sie lief die Treppe hinunter und schnaufte merklich. 'Oh, man. Manchmal gehen Eltern einem wirklich auf die Nerven! Wir müssen auf jeden Fall daran denken meiner Mutter ihren Lieblingstee aus der Stadt mitzubringen.', sagte Is und streifte sich schnell ihre eigenen Stiefel über. Julie nickte einfach und machte in Gedanken eine kleine Notiz auf ihrer sowieso schon langen Liste. 'Gut, ich denke daran, wenn wir da sind aber jetzt müssen wir erstmal dahin kommen und wenn wir noch länger bummeln, dann verpassen wir den Bus!' sagte Julie. Sie wollte endlich in die Stadt fahren ,um alles für ihre bevorstehende Geburtstagsparty zu kaufen und noch die letzten Kleinigkeiten zu organisieren.

Während sie um die Ecke bogen, sah Julie den Bus gerade in die Haltestelle einfahren. 'Los, Is. Renn!', schrie Julie und rannte los. Neben ihr nahm sie wahr, wie Isabella an ihr vorbei sprintete und sich frech in die Tür des Busses stellte. Sie grinste als sie und Julie kurze Zeit später zwei Sitze in dem völlig überfüllten Bus ergattern konnten. Als sie in der Stadt angekommen waren, hatten sie im Bus ihre Shoppingroute schon ausgiebig geplant. Zwei Stunden später, den Lieblingstee von Isabellas Tee schon gekauft, da sie ihn auf keinen Fall vergessen sollten, stand Julie in der Umkleidekabine und betrachtete sich kritisch im Spiegel. Sie kaute nervös auf ihrer Unterlippe herum und musterte das schwarze Trägerkleid das ihren Körper anschmiegsam umgab. 'Bist du noch am Leben?', drang die ungeduldige Stimme von Is in die Kabine. 'Jetzt komm schon Julie, so schlimm kann es doch gar nicht aussehen. Ich persönlich fand das dritte Kleid, was du vor geschätzten eineinhalb Stunden anhattest toll. Ich weiß ehrlich nicht, warum wir immer noch weiter nach einem passenden Outfit für deinen 18. suchen!' 'Jetzt beruhig dich doch mal Is. Du hast Hunger, ich weiß und wir können auch gleich essen gehen. Ich will dir nur noch das hier zeigen.', sagte Julie, die genau wusste, dass ihre Freundin nur so grummelte, weil ihr der Magen knurrte. Sie trat aus der Kabine, nervös wartend auf die Reaktion ihrer Freundin und sah eine völlig erstarrte Isabella vor sich. 'Wow. Ich bin… ich bin…', fing sie an und starrte Julie an. 'Sprachlos, ist glaub ich das richtig Wort, dass ich suche', fügte sie hinzu und fing dann an zu grinsen. 'Echt Julie, wow. Das Kleid ist der Wahnsinn. Ich nehm alles wieder zurück, was ich bis eben behauptet habe. Dieses Kleid hier ist sozusagen für dich gemacht! Und wenn du es nicht auf der Stelle kaufst, dann reiß ich dir später für deine Dummheit den Kopf ab.' 'Meinst du wirklich? Ich meine, es ist toll aber erstens sehr teuer und zweitens ziemlich kurz, oder?' 'Ach quatsch. Es hat genau die richtige Länge. Du wirst an dem Abend allen Jungs den Kopf verdrehen und da ich mit deinem Bruder zusammen bin, macht mir das nicht im Geringsten etwas aus, denn ich weiß ja, dass er garantiert in dir nur eine Schwester sieht', erklärte Is und ließ sich wieder auf den Hocker fallen, von welchem sie eben aus Begeisterung heraus aufgesprungen war. 'Können wir dann endlich etwas essen gehen? Ich verhungere sonst und dann bin ich in zwei Tagen nicht da um dir die Haare zu locken für die Party!'







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