Felix (Wer ist denn nun der richtige für's erste Mal?)

Autor: Aa++!!Tammy
veröffentlicht am: 11.06.2009




Mit diesen Worten verschwand er und ließ mich mit meiner kribbeligen Vorfreude zurück.Ich rannte so schnell wie möglich nach Hause, duschte, ja, ich duschte mich sogar drei Mal.
Ich hatte noch drei Stunden und noch keinen Plan was ich anziehen oder nicht anziehen sollte.
Innerhalb der nächsten zwei Stunden verteilte ich den Kompletten Inhalt meines Kleiderschrankes auf dem Boden, so dass ich immer und überall auf etwas trat, bekam einen Schreikrampf als ich den Föhn nicht fand, hatte fast einen Nervenzusammenbruch als ich meinen schwarzen BH nicht fand und hielt mich nur vom heulen ab indem ich den Kopf in den Nacken legte und daran dachte, wie ich mit roten Augen aussehen würde. 5 Minuten vor acht hielt ich es nicht mehr aus und griff mit zitternden Fingern nach der Türklinke.
Ich hatte mir nach langem zögern und überlegen einen leicht olivgrünen Faltenminirock, ein dunkelblaues Top mit der Aufschrift just 4 u und meine schwarzen Ballerinas angezogen. Als ich in diesem Moment ins freie trat war ich froh, dass ich auch noch Felix Jeansjacke übergeworfen hatte, die er bei unserem letzten Versuch vergessen hatte.
Ich atmete die kühle Luft ein, die mir entgegen kam und verharrte wohl einen Moment zu lange bevor ich die Tür wieder schloss, denn plötzlich spürte ich, wie sich eine Hand um meinen Oberarm schloss und mich umdrehte.Als ich dann mit dem Rücken zum Freien stand, sah ich in die funkelnden Augen meiner Mutter, die mich sehr misstrauisch musterte und mich fragte: “Wo willst du denn hin. Du hast mir ja gar nichts gesagt.”“Hätte ich das tun sollen?”, fragte ich spitz, weil ich wusste worauf sie hinaus wollte.“Ich würde nun mal gerne wissen wo du hin gehst und wann du wiederkommst. Aber vor allem, mit wem du weggehst.”
“Warum willst du das wissen?”, fragte ich genervt.
“Na hör mal, ich bin deine Mutter. Ich mache mir doch nur Sorgen.”
“Ja, dann mach halt, wenn’s dir Spaß macht. Ich bin erst mal weg.”
“Dann sag mir wenigstens wann du wieder kommst.”, meinte sie resigniert.
“Morgen früh!”, fuhr ich sie an.
Ich hörte nur noch ein aber bevor ich die Türe hinter mir zuschlug und mich auf den Weg rüber zu Felix machte. Sollte meine Mutter doch denken, was sie wollte. Das war mir in diesem Moment auch egal.
Doch etwa zehn Sekunden später bereute ich es, sie so vor den Kopf gestoßen zu haben, denn dann hätte ich meine Mutter dringend gebraucht.
Warum?
Ganz einfach.
Als ich gerade durch Felix Gartentor treten wollte, richtete ich meinen Blick auf und sah Felix. Aber nicht nur ihn. Sondern auch seine Ex-Freundin, eine Goldschmiedin.
Das wäre ja nicht so schlimm gewesen, wenn da nicht noch etwas gewesen wäre. Und dieses etwas war, dass sie sich tatsächlich genau in diesem Augenblick küssten.
Sie hatte ihre Arme um seinen Hals geschlungen und schmiegte sich an ihm. Zuerst war ich nur Eifersüchtig, aber dann begriff ich was hier eigentlich ab ging. Mein Freund küsste eine Andere.
So tief verletzt war ich noch nie. Und dann wusste ich auch wieder, warum ich früher nie einen Freund wollte.Genau aus dem Grund, dass ich Angst hatte verletzt zu werden, wenn ich mich jemandem so öffne. Gerade als ein Silberstreifen am Himmel erschienen war und es mir schien als könnte ich nach den Sternen greifen, zogen Gewitterwolken auf, ich stürzte aus allen Wolken und landete hart auf meinem gebrochenen Herzen.Ich starrte sie an und plötzlich schob Felix sie von sich weg, sah mich und erstarrte zu Eis.
Er rannte nach dem kurzen Moment des Entsetzens auf mich zu.
Ich wusste nicht, wie ich es schaffte, aber ich wandte mich blitzschnell um uns sauste ihm davon. Ich hörte nur noch, dass er nach mir rief, doch ich wollte nicht mit ihm sprechen. Ich wollte mir diese Demütigung ersparen, also rannte ich so schnell ich konnte.
Nur noch weg, einfach weg.
Und fast hätte sich die Geschichte wiederholt, denn ich konnte gerade noch einem Fahrrad ausweichen als ich über eine Kreuzung sprintete.
Nach einer halben Ewigkeit kam ich am See an und es dämmerte schon, als ich mich zu meinem Lieblingsplatz begab, der schwimmenden Holzplattform, die vom Steg tief in den See hineinreichte.
Mit meinen Tränen verschleierten Augen fiel es mir schwer einen Fuß nach dem Anderen auf die schmalen Holzbohlen zu setzen. Ich kam aber sicher am Ende an und fand mich auf einer circa 7 Quadratmeter großen Fläche wieder. Erst jetzt, da sich meine Tränen langsam lichteten merkte ich, dass jemand die Pfosten auf denen das Dach gehalten wurde und die Umzäunung mit allerhand Lichterketten und weißen Rosen geschmückt hatte. Es sah so aus, als würden die Rosen aus dem Wasser wachsen und eigens das Dach stützen, so, als würden Tausende Glühwürmchen auf ihnen sitzen, deren einziges Verlangen war, dieser Nacht etwas Besonderes zu verleihen. Und tatsächlich sah es so zauberhaft aus, als wäre ich in einer Traumwelt. Einer Welt, in der ich getröstet würde, von dem was mich umgab.
Ich bemerkte, dass meine Tränen bei diesem faszinierenden Anblick getrocknet waren und so ließ ich meinen Blick auch über die Landschaft gleiten, die schon im Halbdunkel verborgen lag.
Die glatte Oberfläche des Sees war so glatt, das man sie für Eis hätte halten können und wenn sich doch eine Welle aufzutürmen vermochte, sah es aus als würden sich in ihn ihr die Wünsche eines jeden, der sie zu schätzen wusste, im Schein des Mondes hell und klar widerspiegeln. Fern ab von alle dem hörte ich wie ein Eule mit ihrem Ruf die Stille durchdrang.
Ich setzte mich auf eines der vielen Kissen und deckte mich mit einer flauschigen Decke zu. Zwar hatte ich keine Ahnung warum das alles hier war, aber das war mir in diesem Moment auch egal. Als ich mir mit ein paar Kissen ein einigermaßen gemütliches Bett herrichten wollte, entdeckte ich außerdem noch zwei Gläser, eine Piccolo Flasche, eine rote Rose und eine kleine Schmuckschatulle.
Gerade als ich sie öffnen wollte, hörte ich ein quietschen vom Uferrand und duckte mich.
Immerhin war es schon dunkel und ich war alleine. Wer wusste wer da kam. Ein Verrückter oder doch nur derjenige, dem das alles gehörte.
Als nächstes hörte ich wie jemand auf dem Steg entlang lief und ich verkroch mich unter der Decke und stellte mich schlafend. Vielleicht wurde ich so übersehen.
Ich spürte die Erschütterung als sich jemand näherte und plötzlich vor mir stoppte.
Dann eine Hand auf meinem Rücken und auf einmal wurde mir die Decke entzogen.
Ich presste ängstlich und mit heftig pochendem Herzen die Augen zu und obwohl ich ihn absolut nicht sehen wollte, fiel mir ein Stein vom Herzen als ich Felix Stimme sagen hörte: “Hier bist du! Ich hab mir Sorgen gemacht. Es ist nicht gut wenn du nachts alleine hier herumläufst.”
Ich spürte zwar die Besorgnis in seiner Stimme, gab ihm jedoch bissig zurück: “Warum denn? Glaubst du etwa, dass ich nicht selbst auf mich aufpassen kann.”
“Nein, ich denke sogar, dass du sehr gut auf dich aufpassen kannst. Ich habe nur gemeint, dass es gefährlich für ein Mädchen ist, alleine nachts umherzugehen. Überleg doch mal, was passiert wäre, wenn ich irgendein Irrer wäre. Ich mache mir doch nur Sorgen.”
“Ich bin dir doch sowieso egal. Wenn mir was passiert wäre, dann wärst du mich los und hättest mehr Zeit für deine kleine Schlampe!”
Sobald ich geendet hatte, liefen mir wieder in strömen die Tränen die Wangen hinab und ich spürte ein seltsames Pochen in meinen Schläfen.
Felix sah mich entgeistert an und meinte mit zittriger Stimme: “Warum sagst du so was. Ich hab dich doch lieb!”
Ich würde immer wütender, hatte er bis jetzt nur mit mir gespielt und hielt mich schon wieder zum Narren?“Und um mir das zu zeigen, knutschst du mit deiner Ex in aller Öffentlichkeit rum.”“Das stimmt doch gar nicht. Ich hab sie nicht geküsst, sondern sie hat mich geküsst. Ich wollte es dir erklären, aber du bist so schnell weggerannt, dass ich mein Fahrrad nehmen musste. Ich hab dich überall gesucht, bis mir einfiel, dass du mir mal in der 5 Klasse erzählt hast, wie sehr du den See und die Natur magst und dass du am liebsten immer dort wärst. Dann ist mir diese Insel, oder was auch immer das ist, in den Sinn gekommen. Also bin ich sofort los.”
Ich sah ihn verwundert an als er flehend hinzufügte: “Bitte, du musst mir glauben!”“Warum sollte ich dir denn glauben, wer weiß ob du dir nicht nur einen Scherz mit mir erlaubst?”Er sah mich verletzt und mit einem Anflug von Tränen in den Augen an, meinte dann aber mit fester Stimme: “Ich bin nicht bei meiner Ex Tiffany, sondern ich bin hier, bei dir. Nur für dich und wegen dir!”







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