Die Wendung

Autor: Aerzte-Monster
veröffentlicht am: 11.04.2009




Einen Tag später saß ich, mal wieder total gelangweilt, auf meinem Stuhl neben Katharina und beobachtete sie, wie sie mindestens zum tausendsten Mal die Vokabeln durch ging. Es gongte und ich stand auf um Herrn Maisner zu begrüßen. 'Guten Morgen', erklang es aus dem gesamten Klassenzimmer monoton. Nachdem sich alle gesetzt hatten sagte unser Klassenleiter: 'Wie versprochen stelle ich euch heute den neuen Schüler vor.' Durch die Klasse ging ein aufgeregtes Raunen. 'Ich hol ihn nur schnell beim Sekretariat ab.' Er verließ das Zimmer und war einige Minuten später mit einem mittelgroßen Jungen im Schlepptau schon wieder da. 'Das ist Frederic.', sagte unser Lehrer mit einer ausladenden Handbewegung in Frederics Richtung. Ich sah mir den Jungen genau an. Irgendwas faszinierte mich an ihm. Er hatte braune Haare, graue Augen und ein schönes Lächeln, bei dem er nur einen Mundwinkel anhob. Neugierig blickte er sich in der Klasse um. Er entdeckte einen freien Tisch ganz hinten und setzte sich dorthin.
In der Pause wurde er von allen belagert. Alle ringten sich um ihn, um ihn zu fragen, ob er Geschwister habe und lauter so Zeug. Sogar Katharina stand bei ihm. Nur ich stand wieder ganz alleine am Tor und beobachtete den ganzen Schulhof, während ich mein Käsebrot aß.Nach der Schule lief ich wieder zur Haltestelle und setzte mich auf die Bank. Neben mir saß schon wieder dieser Junge, nur diesmal kannte ich seinen Namen: es war Frederic. Interessiert schaute er mich an.
'Du gehst auch in meine Klasse, nicht wahr?'
'Ja', antwortete ich ohne ihn wirklich anzusehen.
'Wo warst du denn in der Pause? Ich habe mich schon gewundert, wo du bist.'
'Ich war am Tor gesessen.'
'Ach triffst du dich da mit deinen Freunden?'
'Nein', sagte ich wahrheitsgemäß und stand auf, um in meinen Bus zu steigen.

Als ich morgens aus dem Bus stieg, saß Frederic an der Bushaltestelle und starrte den Boden an. Ich lief an ihm vorbei, er schien mich zu bemerken und sprang auf. 'Hey, jetzt warte doch mal', sagte er zu mir. Also lief ich etwas langsamer. 'Wie heißt du eigentlich?', fragte er mich. 'Eva', antwortete ich ihm. 'Du scheinst dich ja nicht so gut mit Katharina, so heißt sie doch oder?' Ich nickte. 'Also du scheinst dich nicht so gut mit ihr zu verstehen, oder irre ich mich da?' Ich meinte zu ihm: 'Ich habe nichts gegen sie. Ich kann aber auch nicht behaupten, dass sie mir sehr sympathisch ist.' 'Ich finde sie auch etwas seltsam', lachte er mir zu. Da waren wir schon am Schultor angekommen und Christian fing an ihn zu zu labern. Frederic schenkte mir noch eins seiner schönen Lächeln und ging mit Christian nach drinnen.Am Ende des Schultages ging ich aus dem Klassenzimmer, als eine Hand mich zurück hielt. Es war Elena. Was wollte die denn von mir? Fragend sah ich sie an. 'Hast du mal eine Minute Zeit für mich?', fragte sie mich ernst. Ich nickte und stellte mich neben sie auf den Flur. 'Was läuft da zwischen dir und Frederic?'
'Nichts. Was sollte denn da laufen?'
'Ich merk doch, wie er dich immer ankuckt!'
'Das interessiert mich doch nicht.'
'Du stehst auf ihn, oder? Sag's mir!'
'Nein, tu ich nicht. Er ist doch genau so ein Affe wie die restliche Klasse.', fuhr ich sie wütend an. Aber genau in diesem Moment stürmte Frederic an uns vorbei. Triumphierend lächelte Elena mich an. 'Danke. Ich dachte schon, ICH müsste ihn von dir abbringen. Aber du hast mir die Arbeit gespart. Tschüssi!'
Ich ging aus dem Schulgebäude und setzte mich neben Frederic an die Haltestelle. 'Also, was ich da vorhin gesagt hab…' 'Ach, lass stecken!', unterbrach er mich und starrte wütend auf den Boden. 'Ich hab's wirklich nicht so…' 'Ist gut! Der Affe hat verstanden!', fuhr er mich an. In dem Moment kam mein Bus.







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