Kindergartenliebe

Autor: a beautiful disaster
veröffentlicht am: 22.03.2009




Nach der Schule laufe ich zum Bahnhof, wie immer. Ich denke nach, hoffe, dass ER vielleicht auch mit dem gleichen Zug fährt, male mir die tollsten Dinge aus. Wie immer. Ich sitze allein im Zug, er fährt los, kein Mark da. Wie immer. Ich gehe nach Hause, esse zu Abend, liege im Bett und denke an ihn. Wie immer. Ich stehe morgens auf, denke an ihn, mache mich im Bad fertig, laufe zum Bahnhof und denke und hoffe und male mir Ding aus. Wie imm... Moment mal. Da steht er ja.

Oha.

Schaaatz! Hiier bin ich! Komm her! Küss mich! Ich laufe die Treppen zum Bahnsteig hoch und stelle mich in das kleine überdachte Häuschen, irgendwie will ich garnicht dass er mich sieht. Hm. Zug kommt. Ich verlasse mein Häuschen und suche mir eine Tür zum Einsteigen. Mark hat die nächste Tür genommen, aber er hat mich gesehen - und gelächelt. Ich laufe durch den Gang und suche mir einen Sitzplatz, da, der is doch gut. Ich lasse mich fallen, lege den Rucksack zur Seite und…

'Morgen'
'Hi!'
'Äh.. noch frei!?'



M A R K . M A R K . M A R K . Noch frei, jaha, freeeeeeeeiiiii.
'Äh… jap….'
Ich ziehe schnell meinen Rucksack zur Seite und schon sitzt er da. Ganz nah. Unsere Beine berühren sich wieder, alles berührt sich.

'Und, gut geschlafen?'
'J..jep.. und du?'
'Bestens.'

Zum Glück dauert die Fahrt 20 Minuten, wahrscheinlich die tollsten 20 Minuten meines Lebens. Wir schauen uns die ganze Fahrt über in die Augen und unterhalten uns. Er kommt mir wieder so vertraut vor, wir reden und reden über alles was uns einfällt. Er ist so toll.

Scheiße, Endstation, wir sind da. Wir stehen auf, laufen den Gang entlang, steigen aus und laufen Richtung Ausgang.

Na toll, jetzt ist sowieso alles vorbei, jetzt kommen die ganzen anderen Spastis von unserer Schule in den Bus, er sitzt zu seinen Kumpels und ich muss mich wieder von irgendwelchen langweiligen Mädels volllabern lassen.

'Was ist, laufen wir zur Schule?'
Laufen? Es ist verdammt kalt draußen, gefühlte 5 Grad Minus, was soll das, Frühlingsanfang? Aber was tut man nicht alles für seinen Liebsten.
'Äh, ja.. ok!'

Also machen wir uns auf den Weg, wir müssen zügig laufen, in einer viertel Stunde beginnt schon der Unterricht und zu Fuß ist es ziemlich weit zur Schule.
Wir führen unsere Unterhaltung vom Zug fort, hach, wir haben so viele Gemeinsamkeiten.Da.

Er nimmt schon wieder meine Hand. Ich zittere, keine Ahnung ob es die Kälte oder seine Hand ist.

'Ist dir kalt?'
Nee, garnich. Hab nur meinen Bikini vergessen, darum lauf ich hier mit Winterjacke rum.'Mhm.' Mehr bekomme ich im Moment nicht raus, der Weltkrieg geht gerade weiter, die Kampfjets kommen jetzt zum Einsatz.

Er rückt etwas näher und führt meine Hand in seine Jackentasche. Mein ganzer Körper wird von Glück erfüllt. Ich kriege Gänsehaut von den Haarspitzen bis in die Zehen. Ich kuschle mich an ihn und genieße einfach nur die restlichen paar Minuten, die uns noch bleiben, bis wir in der Schule sind.

Wir sind beide still, reden kein Wort mehr auf dem restlichen Weg, schauen uns nicht an, genießen einfach den Moment und die Nähe.

Da wären wir. Schule.







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