Im Schatten der Feindschaft

Autor: chanti95
veröffentlicht am: 01.03.2009




Kapitel 6 <bR>
Eine grausame Wahrheit

Roxy?'
'Aha, dann hab ich es hier wohl mit deiner Sippe zu tun, nicht wahr, Ajiard? Wir sind uns doch schon einmal begegnet und damals habe ich dich verschont, da du noch ein kleines Kind warst.'
'Du warst damals auch erst 15, du Schlange!', erwiederte Ajiard.
'Roxy, stimmt das, dass du so ein verfluchter Werwolf bist?'
'Wieso?? Bist du ein Vampir? Dann ja.'
Ryan war jetzt wütend. Nicht auf Roxy, sondern auf Ajiard. Denn er mochte Roxy. Und er wollte es nicht glauben, dass Roxy eines dieser Biester war, das seine Mutter getötet hatte. Er glaubte, er würde sich das gerade einbilden. Aber es passierte wirklich. Roxy's Augen wurden giftgrün. Ihre Knochen knackten und sie wurde etwa zwei Meter gross, viel grösser als Ajiard. Ihr Gesicht verformte sich, dort wo gerade ihr Mund gewesen war, wuchs ihr eine Schnauze, ihre Ohren wurden spitz, ihre Arme und Beine, ihr ganzer Körper wurde stämmiger. Ihre Hände und Füsse wurden Grob, und ihre Nägel wurden zu Krallen. Ihre Haut zerriss und es wuchs ihr Fell. Weisses Fell. Jetzt stand sie auf allen vieren. Sie war nicht hässlich. Sie sah beinahe so aus wie ein überdimensionaler Wolf. Wie ein hübscher Wolf. Ryan stockte der Atem. Sie sah dem Wolf, der seine Mutter getötet hatte, verdammt ähnlich.
Nun war Ryan wütend auf alle. Auf Ajiard, auf Roxy, einfach auf alle. Nun verwandelte er sich ebenfalls. Er fauchte. Dabei schauten seine spitzen Eckzähne hinaus, seine Augen waren immer noch Bernsteinfarbig, seine Fingernägel wurden zu langen Krallen, seine Haut bekamm ein dünnes, schwarzes Fell, das von weitem wie ein Mantel aussah. Seine Ohren wurden spitz, seine Augen stechend. Seine Beine wurden muskulöser als sonst.
Roxy schaute ihn an. Ihr stockte der Atem.
'DU...'
'Was?'
'Du verfluchtes Biest hast meinen Vater getötet!'
Jetzt wusste Ryan woher die Ähnlichkeit kam. Roxy's Vater war der Mörder seiner Mutter.

Roxy mochte ihn. Eigentlich. Doch die Freundlichkeit ihm gegenüber war aus ihrem Herzen gewichen.
Sie war noch aufmerksamer als sonst. Die Vampire zögerten, was sonst nicht so ihre Art war. Diese Gelegenheit nutze Roxy, richtete sich auf und heulte den Mond an. Was die Vampire nicht wussten: Damit rief sie ihr Rudel.

Ryan lief ein Schauer über den Rücken, als Roxy heulte. Er wusste nicht, was es bedeutete. Er vermutete, es war so etwas wie ein Kampfgeschrei.
Da passierte es: Einer der Vampire, Sahor, einer der blutrünstigsten Vampire der Sippe von Ajiard, stürzte sich auf Roxy. Ryan hielt schloss die Augen. Er roch etwas. Blut. Aber es war kein Werwolfsblut. Erst als er die Augen wieder öffnete, sah er, dass jetzt zwei weitere Vampire um Roxy schwirrten. Zwei der Sippe lagen am Boden. Sie bluteten stark. Er fühlte nur noch den Puls des einen. Diesen allerdings auch nur schwach. Plötzlich hörte er ein Heulen.

Roxy verteidigte sich mit allen vier Pfoten. Zwei Vampire waren tot, zwei schwirrten um sie, Ajiard und Ryan waren nicht in dem Getümmel. Da hörte sie die Antwort auf ihren Ruf. Ihr Rudel war da!

Ryan zuckte zusammen. Von rechts, auf der Rückseite von Roxy, kamen mehrere Werwölfe heran gesprungen. Einer stürzte sich über die leblosen Körper am Boden. Zwei andere zerrten die noch immer auf Roxy sitzenden Vampire weg. Die restlichen sieben Wölfe stellten sich schützend vor Roxy. Sie selber war am Boden gekniet, hatte sich jetzt aufgerappelt und ging auf Ajiard zu.

'Den Fehler, dich laufen zu lassen, werde ich nicht nochmals tun.'
'Pha, du kannst mich nicht töten. Ich bin zu CLEVER für dich!!'
Roxy ging immer noch auf Ajiard zu. Aus den Augenwinkeln bemerkte sie, dass Ryan sie fassungslos anstarrte.
'Roxy, was sollen wir mit dem hier machen??', fragte ein grosser, schwarzer Wolf und zeigte dabei auf Ryan.
'Lass ihn.'

Ryan starrte Roxy immer noch fassungslos an. Sie hatte gerade erfolgreich zwei Vampire getötet. Ihr eigentlich schneeweisses Fell war mit Blut besudelt. Sie stapfte auf Ajiard zu. Ryan fauchte.
Roxy's Kopf schnellte zurück. Sie sah Ryan aus ihren grünen Augen an. Nein, sie starrte ihn an.
'Was willst du?!', zischte sie.
'Lass sie ihn Ruhe! Du hast schon zwei von uns getötet, lass sie.'
'Wieso, bitte schön, sollte ich?!!'
'Weil ich dich darum bitte.'
Ryan stand aufrecht da. Er schaute ihr direkt in die grünen Augen. Sie wandte sich ab und ging wieder auf Ajiard zu und sagte zu ihr:
'Nimm deine Vampire und lass dich nie mehr hier blicken! Sonst bist du und deine gesamte Sippe tot!'

Roxy leckte sich über die Zähne und wischte damit das Blut weg. Erst jetzt verwandelte sie sich zurück. Ihre Kleidung, die nach ihrer Verwandlung verschwunden war, hatte sie jetzt wieder an. Ihr Fell erschwand und es bildete wieder Hautgewebe. Ihre Augen wurden wieder zu einem normalen grün. Ihr ganzer Körper normalisierte sich wieder.
'Jacke.'
Der grosse schwarze Wolf war nun auch zurück verwandelt und ging auf Roxy zu.
'Was?'
'Setz jemanden auf Ajiard an. Ich will nicht, dass sie anderen im Leben rumpfuscht. Falls sie irgendjemanden angreift, ich meine jemanden der Normal-Sterblichen, was glaubst du, was passiert! Wir müssen alle schützen!'
'Ich werde tun, was ich kann', versicherte ihr der grossgewachsene, junge Mann.
Roxy nickte nur. Sie machte sich Sorgen um Ryan. Sie wusste, Vampire wurden auf brutalste Art und Weise von ihren Blutsverwandten bestraft, falls sie gut mit einem Werwolf auskamen. Was bei den Werwölfen nicht ganz so war. Werwölfe wurden auch bestraft, von ihrem Rudel. Aber Roxy konnte das nicht passieren: Sie war schliesslich das Alphatier.







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