Eine zweite Chance

Autor: Allegra
veröffentlicht am: 22.02.2009




Hallo Leute, heute ein bisschen wenig von mir. Viel Spaß beim Lesen und schreibt mir fleißig Kommis. LG Allegra

Kapitel 5

Als Jessica die Augen ausschlug war es dunkel im Zimmer, genauso dunkel wie in ihrem Kopf. Der Mondschein ließ sie die Umrisse des möblierten Krankenzimmers erkennen. In der Ecke gegenüber ihrem Bett stand eine Kommode mit einem kleinen Fernseher darauf, daneben stand ein Tisch mit zwei Stühlen. Auf dem kleinen Nachttisch rechts neben ihr, stand eine Vase mit Blumen, Lilien. Ob es ihre Lieblingsblumen waren? fragen sie sich, doch ihre Erinnerung versagte. Sie konnte sich einfach nicht dran erinnern. Sie starte auf die Blumen, in der Hoffnung eine Antwort von ihnen zu bekommen, doch sie blieben stumm. Jessicas Kopf schmerzte. Vorsichtig berührte sie ihren Kopf mit den Fingern. Ein Verband hinderte sie daran ihr Haar anzufassen. Tränen der Hoffnungslosigkeit rannten über ihr Gesicht. Sie schluchzte und bedeckte ihr Gesicht mit den Händen.
'Tut dir was weh?' - hörte sie eine zarte Stimme zu ihrer linken und erschrak. Alec stand ganz nah an ihrem Bett. Er war wahrscheinlich die ganze Zeit hier gewesen, aber sie hat ihr einfach nicht gesehen.
'Nein. 'sagte sie und wusch ihre Tränen weg. Er setzte sich zu ihr auf das Bett und nahm ihre Hand. Seine Hände waren rau und warm. Ein Gefühl der Vertrautheit überflutete ihren Körper, doch die Erinnerung an Alec kam nicht zurück. 'Es ist nur, dass ich nicht weiß, wer ich bin. Ich weiß nicht, wer du bist.' - erklärte sie ihn. 'Es ist, als wäre mein Gehirn in einem schwarzen Loch gefangen. Es ist so, wenn einem das Wort auf der Zunge liegt, aber man kann es jedoch nicht aussprechen. Die Erinnerung ist irgendwo in mir drin, doch …' - sie brach ab und weinte wieder. Alec wusch ihre Tränen weg.
'Es kommt alles wieder.' - versicherte er ihr und küsste ihren Handrücken. 'Wenn du erstmal zuhause bist, kommt die Erinnerung wieder.' - meinte er. Jessica streckte seine Hand nach ihm aus und streichelte über seine Wange.
'Wie war ich denn so?' - fragte sie. Alec setzte sich neben ihr und legte seinen Arm um sie.'Du bist richtig anstrengend und wirst sofort beleidigt, wenn es nicht nach deiner Nase läuft.' - sagte er und sie musste lächeln. - 'Du kannst nicht kochen und von Hausarbeit hältst du nicht viel. Dein Lieblingsessen ist das Mac-Menü und deine Lieblingsfarbe ist rot.' - erzählte er weiter.
'Rot?' - fragte sie überrascht.
'Ja.' - meinte er und verstummte.
'Erzähl mir noch mehr.' - bat sie ihn und legte ihren Kopf auf seine Brust, in der sie sein Herz schlagen hörte. Sie schloss die Augen und lauschte seiner beruhigenden Stimme zu.'Du magst keine Oliven. Deine Lieblingsblumen sind Lilien.' - sagte er. - 'Was willst du noch wissen?' - fragte er sie und strich über ihren Kopf.
'Wie haben wir uns kennen gelernt?' - fragte sie und er erzählte ihr von der Geschichte in Las Vegas und ihr Zusammentreffen. Sie lachte.
'Deine Eltern haben mich regelrecht gehasst.' - erklärte Alec und lächelte. - 'Primat hat mich deine Mutter genannt.' - sagte er und beide mussten darüber lachen. - 'Deine ganze Familie hat Wetten abgeschlossen, wann du mich wohl verlassen wirst.' - meinte er. - 'Ich glaube deine Oma Zoey hat gewonnen.' - scherzte er. - 'Sie meinte, dass es mit uns nie zu Ende gehen wird.' - sagte er traurig. Jessica schnaubte. Sie öffnete ihre Augen und schaute aus dem Fenster, wo am Horizont schon die Sonne zum Vorschein kam und den Himmel in ein rot-gelbes Licht tauchte. Sie wünschte sich so sehr, sich an Alec zu erinnern, doch die Blockade in ihrem Kopf war unüberwindbar. 'Es ist schon halb 7.' - stellte Alec erstaunt fest. - 'Ruh dich noch ein wenig aus, um 09:00 Uhr musst du zur Untersuchung.' - sagte er und nahm zu Jessicas Bedauern seine Umarmung von ihr ab. Er stieg von dem Bett runter und küsste sie auf die Stirn.
'Geh aber nicht weg.' - bat sie ihn mit geschlossenen Augen.
'Niemals.' - versprach er ihr und setzte sich auf den Stuhl neben der Tür.
In Alecs Anwesenheit konnte Jessica viel ruhiger schlafen.

Um acht Uhr kam die Krankenschwester mit dem Frühstück. Um neun Uhr kam auch schon Dr. Gordon, um Jessica zum Röntgen abzuholen.
'Ich warte hier auf dich.' - sagte Alec, als Jessica fortgefahren wurde. Er blieb in ihrem Zimmer.

Weitere drei Wochen musste Jessica im Krankenhaus bleiben. Jeden Tag musste sie Untersuchungen und Tests über sich ergehen lassen.
'Ich denke, wir können die Patientin reinen Gewissen entlassen.' - meinte Dr. Sarotta in ihrem Büro zu den behandelten Ärzten Dr. Union und Gordon.
'Ich gebe Ihnen Recht.' - stemmte Dr. Gordon zu. - 'Physikalisch hat sie keine schwerwiegenden Probleme.' - er schaute in seine Patientenakte, die auf seinem Schoss lag. - 'Ich werde noch Krankengymnastik anordnen und wir können sie entlassen.' - sagte er lächelnd zu Dr. Sarotta.
'Es ist ein Fehler Dr. Sarotta. Mrs. Tylor leidet an einer retrograden Amnesie. Es fällt ihr sehr schwer sich mit neuen Umgebungen und Leuten auseinander zusetzten.' - protestierte Dr. Union. - 'Neue Umstände könnten bei ihr Stressattacken auslösen. Ich bin der Meinung, dass Mrs. Tylor noch einige Wochen zur Beobachtung hier bleiben soll. Ich würde mich gerne mehr mit ihrer Erkrankung beschäftigen.' - sagte er und schaute Dr. Sarotta einbringlich an.'Die meisten Amnesiepatienten erinnern sich schneller, wenn sie in der vertrauten Umgebung sind.' - sagte Dr. Sarotta dazu. - 'Ich denke, es reicht, wenn ein Psychologe sich mit ihr beschäftigt.' - fügte die Ärztin dazu und stand auf. Auch die beiden Spezialisten erhoben sich.
'Dr. Sarotta, ich kenne mich mit solchen Fällen der Amnesie aus, glaube sie mir, es ist nicht richtig, die Patientin jetzt schon zu entlassen.' - versicherte Dr. Union.
'Sebastian, ich bin Mrs. Tylors behandelnde Ärztin. Führen Sie noch den SPECT durch und dann wird sie entlassen. Mrs. Tylor wurde schon über ihre Entlassung am Montag informiert.' - bestimmte Dr. Sarotta.
'In Ordnung.' - presste Dr. Union aus sich heraus. Seine Lippen waren nur noch eine schmale Linie.

Endlich Feierabend, dachte Virginia Sarotta, als sie in ihren Büro das Licht ausschaltete. Voller Vorfreude auf das gemeinsame Abendessen mit ihrem Ehemann Eric zu ihren zehnten Hochzeitstag, schnellte sie durch die weißen Flure des Krankenhauses. Eric hatte bereits angerufen und angedroht, wenn sie zu spät kommen würde, würde er die leckeren Spaghetti selbst aufessen. Virginia schaute auf die Uhr. Viertel vor acht, es wird knapp. Sie lächelte, Eric konnte manchmal wirklich schlimm sein und seine Drohungen setzte er immer in Taten um. Das hinderte sie jedoch nicht bereits seit 10 Jahren mit ihm verheiratet zu sein und immer noch in ihn verliebt zu sein.
'Schönen Abend, Doktor' - verabschiedete sie Mary, die Empfangsdame an der Rezeption.'Bis Morgen Mary.' - lächelte Dr. Sarotta und öffnete die Tür zu den Aufzügen. Sie fuhr runter in das Parkdeck drei und ging zu dem mit ihren Namen gekennzeichneten Parkplatz, auf dem ihr silberfarbener Audi stand. Sie holte ihre Autoschlüssel aus der Tasche und sperrte die Wagentür auf. Sie legte ihren Aktenkoffer und ihre Handtasche auf den Rücksitz und wollte gerade einsteigen, als ein Schatten über sie fiel. Sie drehte sich um und Panik spiegelte sich in ihren Augen wieder.
'Was haben Sie vor?' - ihre ängstliche Stimme hallte in den Betonwänden der Tiefgarage. In Panik schaute sie sich um, doch niemand würde ihr helfen, die Tiefgarage war menschenleer. Ihr Herz schlug schneller und ihr Puls raste. 'Tun Sie es nicht.' - bat sie ihren Angreifer und legte die Hände schützend vor ihr Gesicht. Sie schrie auf und brach nach dem Schlag des Baseballschlägers zusammen wie eine Marionette, deren Schnüre durchgeschnitten wurden. Ihre Augen waren in Furcht und ihr Mund in Schrei aufgerissen. Die Augen spiegelten die Angst ihrer Stimme wieder. Das Blut tropfte von der Wunde an ihrem Kopf auf ihre weiße Bluse und graue Gehirnmasse quoll aus der Wunde. Der Angreifer beugte sich zu ihr runter und riss die goldene Kette von ihrem Hals, hinterließ dabei eine blutige Spur. Er öffnete die hintere Tür des Wagens und holte aus ihrer Handtasche das Portmonee. Nachdem er die Geldscheine entnommen hatte, ließ er das Portmonee neben der Toten fallen. Dann entfernte er sich von dem Ort der geschehen und steckte das Geld und die Kette in die Tasche seines Arztkittels.







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