Märchen oder wie jetzt?

Autor: Amy
veröffentlicht am: 10.01.2009




Erstmal ein frohes neues Jahr euch allen. :)

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Gegen halb Acht schmissen wir die DvD 'Madagascar' ein, da auch Kate mitgucken würde. Wie ich natürlich erwartet hatte, setzte sie sich glücklich neben Warren. Daneben sollte Emily und ich durfte zusehen wie ich mich noch irgendwie dahinquetschte. Schon bevor die Hälfte des Films vorbei war, war sie eingeschlafen und lehnte mit einem Lächeln an Warrens Schulter.
'Also für ihre zarte 7 Jahre geht sie ja schon ganz schön ran.', kicherte mir Emily ins Ohr. Ich nickte grinsend und warf einen Blick auf unser 'Traumpaar'.
'Arme Carry. Meinst du sie wird dir verzeihen, was du hier grade tust?', neckte sie Warren. Der grinste nur und legte seinen Arm um Kate. 'Da bin ich mir noch nicht so sicher…' - 'Ich glaub ich bring sie mal ins Bett…sonst kommt Mum gleich wieder und denkt sonst was.' Doch Emily war schneller und hatte sie schon im Arm. 'Diesen Part übernehm ich.' Und schon war sie mit meiner kleinen Schwester im Arm in ihr Zimmer verschwunden.Doch irgendwie kam sie gar nicht mehr wieder. 'Meinst du wir sollten nachsehen, ob Emily gefressen wurde?' - 'Ach und um deine Schwester machst du dir keine Sorgen oder wie?!' Ich lachte und Warren und ich gingen ins Zimmer von Kate, nur um sie mit Emily im Bett schlafend vorzufinden.
'Ich glaub ich leg mich dazu. Das sieht sehr kuschelig aus.', grinste Warren und krabbelte schon neben Kate. Ich seufzte. 'Dann muss ich ja wohl oder übel auch. Ein Glück, dass ihr Bett einigermaßen groß ist. Ich hoffe das hält das Gewicht aus…', gab ich noch kurz zu bedenken und legte mich dann irgendwo ins Getümmel.

Ich erwachte durch ein Klopfen. Mir tat alles weh und irgendetwas Schweres lag über meinem Oberkörper. An meinem rechten Ohr schmatzte jemand genüsslich und an meinem linken schnarchte irgendwer relativ laut.
Ich schlug die Augen auf und hörte schon wieder dieses Klopfen. Ich wandte meinen Kopf nach rechts und schaute in das zufrieden dreinblickende Gesicht meiner kleinen Schwester. Auf ihrer rechten Seite wiederum lag Emily eingerollt und seelenruhig am schlafen.Ich richtete meinen Blick auf das nervende und ziemlich schwere Etwas, das auf mir lag. Ich glaubte, dass es ein Arm war, aber sicher war ich mir nicht, denn auf einmal hatte ich Harre im Gesicht, die mir die Sicht nahmen und außerdem nach Haarwax und Haarspray rochen. Also waren es ganz klar Warrens Haare. Seine Haare waren so was wie sein Heiligtum. Vielleicht nicht ganz soo krass, aber schon ziemlich. Die einzigen Ausnahmen, die ihm daran packen durften, waren Emily, Kate und ich. Wobei es selbst da eine heikle Angelegenheit werden konnte.
Ich wurde unsanft aus meinen Gedanken gerissen, indem sich etwas, meiner Meinung nach, ziemlich Schweres auf meine linke Seite legte. Ich schob Warrens Kopf vorsichtig zur Seite, um besser sehen zu können und erkannte was los war.
Er hatte seinen linken Arm um meinen Bauch geschlungen und sein linkes Bein auf meine gelegt. Himmel war der schwer! Er war nicht dick, nein überhaupt nicht! Er war sogar sehr schlank. Er war einfach nur sehr riesig. Ich dachte mir, dass das wahrscheinlich seine Muskeln waren, die so schwer auf mir lagen. Und für so ein kleines Persönchen wie mich konnte das etwas unangenehm werden.
Ich versuchte, seinen Arm zu heben, ohne ihn zu wecken, doch es half nichts. Der Arm lag da wie ein toter, schwerer Fisch auf meinem Bauch. Ich seufzte resignierend.

Mir fiel auf einmal auf, dass das Klopfen aufgehört hatte. Vielleicht hatte ich es mir auch einfach nur eingebildet, konnte ja vorkommen.
Ich blickte zur Decke, nur um so grade eben noch einen Schreckenschrei zu unterdrücken. Dort oben flog gemütlich Peter Pan her. Er grinste mich an und deutete auf die Tür, die auf den Flur führte.
'Dann hilf mir doch!', flüsterte ich, so leise es ging. In null Komma nichts schwebte er genau über mir und hob, als ob es nicht anstrengend wäre, Warrens Arm hoch. Ich setzte mich auf und ersetzte meinen Körper unter seinem Arm durch ein Kuscheltier von Kate. Meine Beine frei zu schaufeln war jetzt einfacher und schon nach kurzer Zeit stand ich Pete in meinem Zimmer gegenüber und blickte ihn fragend an.
'Was tust du hier?' - 'Ich wollte hören, wie es mit Aschenputtel und den Anderen weiterging, damit ich den verwunschenen Jungen davon berichten kann.' - 'Äh, hä?!' Vollkommen verwirrt starrte ich ihn an. War der jetzt übergeschnappt oder wie? Kam wahrscheinlich vom vielen herumfliegen. Bestimmt war die Luft da ob doch nicht so toll, wie immer alle behaupteten.
'Mensch Emma. Du enttäuschst mich! Ich dachte, du hättest das Buch abertausendmal gelesen!' - 'Welches-. Oh.' Ich klatschte mir mit der Handfläche gegen die Stirn und ging mit großen Schritten zu meinem Nachttisch um das Buch zu nehmen, doch es war weg. Komisch, hatte ich das Buch etwa woanders hingelegt? Nein, ich war mir sicher, es gestern Abend dort hingelegt zu haben.
'Was suchst du denn?', fragte mich Pete höflich. Ich drehte mich zu ihm um, um schon zu erzählen, was los war, als ich sein Engelsgleiches Lächeln sah.
'Ey! Gib mir mein Buch wieder!' - 'Hols dir doch.' - 'Und wo ist es bitte?!' - 'Tja…' Ich stöhnte und warf ihm einen bitterbösen Blick zu, bei dem jeder sterben würde, wenn das ginge. 'Schon gut, schon gut, ich bring dich hin.'
Bevor ich überhaupt den Sinn in seinen Worten verstanden hatte, hatte er mich kurzer Hand hochgehoben und ich lag in seinen Armen. Ich wollte grade meinen Mund aufmachen um zu sagen, dass es ja vollkommen unnötig sei, wenn mein Buch doch im Zimmer wär, da flog der einfach mit mir auf den Armen aus dem Fenster hinaus, über die Dächer Londons.Okay, nicht nach Unten sehen. Nicht nach Unten-. Zu spät, ich hatte nach Unten geschaut und mir wurde schwindelig. Mit geschlossenen Augen flüsterte ich: 'Pete, ich glaub das ist nicht so eine gute Idee! Bitte lass mich irgendwo runter! Bitte!' - 'Mensch, du bist ja schon ganz weiß im Gesicht!', lachte er vergnügt, doch nach einem kurzen Moment spürte ich endlich sicheren Boden unter meinen Füßen. Vorsichtig lugte ich zwischen meinen Wimpern hervor und schloss sie direkt wieder.
'Du solltest mich nicht auf einem Dach runter lassen, sondern unten auf dem BODEN!', schrie ich. 'Hey, bleib mal locker! Wenn du fallen solltest, fang ich dich schon früh genug wieder auf!' Nun öffnete ich meine Augen doch, um Pete böse an zu funkeln. Was dachte der sich eigentlich, wer er ist. 'Du…du bist unglaublich! Also im Buch gefällst du mir irgendwie besser! Ach, wo wir grade davon sprechen, wo ist mein Buch denn jetzt?!' - 'In deinem Kleiderschrank.', antwortete er seeleruhig.
Das konnte doch nicht sein. Jetzt war der auch noch an meinem Schrank gewesen und hatte dabei wahrscheinlich prompt meine Unterwäsche entdeckt. Wie peinlich…
Ich wurde rot und murmelte irgendetwas Unverständliches, als mir einfiel, dass Warren und Emily ja immer noch bei mir waren und meine Mutter auch bald wieder da sein müsste.'Ich glaub du solltest mich jetzt besser wieder nach Hause bringen, ich glaube Warren und Emily wären nicht so begeistert mich nicht mehr vorzufinden.' - 'Wieso lagt ihr eigentlich alle in einem Bett? Und wieso hast du dich so an den Typen rangekuschelt? Ich dachte du hast keinen Freund?' - 'Ich habe mich gar nicht an ‚den Typen' rangekuschelt, der im Übrigen Warren heißt und mein bester Freund ist! Und überhaupt-. Hey, moment, ich hab dir nie erzählt, dass ich gar keinen Freund habe!' - 'Ich äh…' Endlich hatte ich es mal geschafft, dass Pete verlegen rumstammelte und rot anlief. Wie ich Gerechtigkeit doch liebte.
'Ich höre?!' - 'Es ist wirklich spät, ich sollte dich jetzt wirklich wieder in dein Zimmer bringen…' Und schon hing ich wieder in seinen Armen. Zum Glück war der Rückweg viel kürzer als der Hinweg und schon stand ich in meinem Zimmer.
'Äh, also, ich denke wir sehen uns Morgen oder so! Bis dann.' Und schwups, weg war er.Ich nahm mir vor, ihn trotzdem noch mal darauf anzusprechen, sobald es eben ging.

Ich schlich mich nun leise in das Zimmer von Kate um Emily und Warren zu wecken. Mittlerweile war das Bild echt zum Brüllen. Emily lag total an die Wand gepresst, während Warren sich ziemlich breit gemacht hatte. Auf seiner Brust lag gemütlich schlummernd Kate. Unglaublich wie viel kleiner sie im Gegensatz zu ihm war. Ich zückte mein Handy und schoss schnell ein Foto, damit ich es ihnen hinterher vor die Nase halten konnte.
Kaum hatte ich das Foto geschossen, hörte Mum auf mich zu kommen, da sie mich im Eingang der Zimmertür gesehen hatte. Als sie bei mir angekommen war und den herrlichen Anblick sah, brach sie in schallendes Gelächter aus, wovon die schlafenden Dornröschen alle samt aufwachten.

Warren war der Erste, der reagierte und rieb sich verschlafen übers Gesicht, ehe er verdutzt Kate auf seiner Brust bemerkte.
Mum schüttelte sich immer noch vor Lachen und brachte nur mühsam was heraus. 'Oh man! Ehm, Warren? Muss ich mir jetzt Sorgen um Kate machen?! Da könnte man ja glatt auf falsche Ideen kommen…' - 'Äh…' - 'Warren! Jetzt mach dich hier mal nicht so breit! Das ist schließlich nicht dein Bett!...Oh, hey Kate! Wie ich sehe hattest dus gemütlich?!', grinste Emily meine Schwester an, die grade halbwegs aufgewacht war. Nun blickte sie sich verwirrt um, bis sie in das breitgrinsende Gesicht von Warren blickte, auf dessen Brust sie immer noch lag.
Nun lief sie dunkelrot an und schaffte es irgendwie aufzustehen, ohne jemanden zu verletzen.'So Mr & Mrs Schlafmütze. Ab nach Hause mit euch!'
Zehn Minuten später schob ich die Beiden, noch ziemlich verwirrt, durch die Haustür.

Ich spürte noch, wie ich zitterte und die Decke enger zu mir zog, denn eine frische Brise kam in mein Zimmer und mir wurde kalt. Dann muss ich schlecht geträumt haben, denn ich saß auf einmal senkrecht im Bett und atmete schwer ein und aus.
Ich blickte auf das Fenster, von dem ich glaubte es wäre auf, doch es war geschlossen und meine Gardinen bewegten sich kein Stück. Möglicherweise hatte ich mir das auch nur eingebildet.
Ich schaute auf meinen Wecker. Halb fünf Uhr morgens. Einschlafen war für mich jetzt unmöglich und ruhig liegen bleiben hatte ich auch keine Lust zu. Ich schlug also meine Decke zurück und schlich vorsichtig zur Tür, um meine Familie nicht zu wecken.
Ich war bei der Hälfte meines Zimmers, als ich mir überlegte, dass ich ja auch einfach nach Draußen gehen könnte und zog mir schnell eine Hose und ne Jacke über. Um diese Uhrzeit würde eh noch keiner vor die Tür gehen, außer so ein verrücktes Huhn wie ich.
Ich packte mein Skateboard und öffnete meine Zimmertür vorsichtig, damit ich meine Familie nicht weckte.







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