Tagträume

Autor: Bee
veröffentlicht am: 26.10.2008




Das ist die erste Geschichte die ich geschrieben habe und ich hoffe, sie gefällt euch.

Sanft fühlte ich seine Hand über meinen Rücken streicheln. Sie war warm und weich. Das Streicheln wurde zu einem Klopfen 'Tobi, hör auf, mich zu beklopfen', murmelte ich. Das Klopfen wurde fester. 'ANNI!!'

MIST, ich war mal wieder während dem Unterricht eingeschlafen. Meine beste Freundin Johanna hatte mich wachgeklopft. Die ganze Klasse schaute mich erwartungsvoll an. Ich wurde knallrot im Gesicht, und wäre am liebsten im Boden versunken. Hastig stammelte ich eine Entschuldigung. Herr Gerhard, unser Mathelehrer bat mich um ein Gespräch unter vier Augen und führte mich vor die Tür. Er war gleichzeitig der coolste und strengste Lehrer der Schule und ich hatte ordentlich Respekt vor ihm. Oh man, warum musste ich ausgerechnet bei ihm einschlafen. Sau peinlich! Wenigstens war es bei ihm das erste mal.
'Ist alles in Ordnung bei dir, Anni. Du erscheinst mir in letzter Zeit öfters abwesend.'
'Nein, alles in Ordnung',
'Da es das erste mal war, gibt es keine Bestrafung, aber wenn das in Zukunft öfters vorkommen sollte, muss ich natürlich Maßnahmen ergreifen'.
'Ja, natürlich'
Ich durfte wieder in die Klasse und ging schnell zu meinem Platz. Herr Gerhard machte, als wäre nichts gewesen mit dem Unterricht weiter und bald hatten sich wieder alle der Tafel zugewandt. Ich musste unbedingt wissen, ob ich das was ich in dem Traum gesagt hatte laut gesprochen hatte.
'Hey, Johannah', flüsterte ich, 'Hab ich im Schlaf geredet?'
'Du hast irgendwas gemurmelt, aber ich habe nichts verstanden'.
Puh, Glück gehabt. Erleichterung wallte durch meinen Körper.
Fünf Minuten später klingelte es zum Schulschluss. Ich war eine der ersten, die die Klasse verließ. Zügig ging ich durch die Stadt nach Hause, dort schaltete ich meinen CD-Player an und drehte auf volle Lautstärke: ' I´m looking at you through the glass, don`t know, how much time has passed ...' Sanft ließ ich das Lied auf mich einströmen und langsam fing ich an mich wieder etwas besser zu fühlen. Das ging jetzt schon tagelang so, seit mein Cousin Tobi weg war. Ich holte mein Tagebuch unter dem Bett hervor und fing an zu schreiben, schrieb den ganzen Kummer der letzten Tage aus mir raus:
'Tobi, warum musstest du für ein halbes Jahr nach Amerika gehen, warum ausgerechnet jetzt, wo ich endlich erkannt habe, wie sehr ich dich liebe? Auf der Norwegenfreizeit im Sommer hatten wir doch so viel Spaß zusammen. Und als wir getrennt zu der Wandertour aufgebrochen sind, hab ich dir sogar gesagt, dass ich dich lieb habe und du hast gesagt, dass du mich auch lieb hast. Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich dir das wirklich gesagt habe. Und als ich so traurig war, weil die Mel so ein blödes Gerücht über mich in die Welt gesetzt hat, hast du mich so lieb getröstet, mich in den Arm genommen und mir den Rücken gestreichelt, genau wie in meinem Traum heute Morgen in der Schule. Aber das geht nun nicht mehr, ich vermisse dich so. Ich habe das Gefühl, dass keiner mich wirklich versteht, nicht mal mit Johanna kann ich darüber reden. Weil ich nicht will, dass sie mitkriegt, wie ich drauf bin, sonst macht sie sich nur Sorgen. Ach es ist einfach alles Scheiße im Moment.'

Langsam klang das Lied aus und Everchanging von Rise Against fing an. Auf der CD waren alle Songs, die Tobi mir geschickt hatte. Everchanging war seit ich es kannte mein Lieblingssong, es war das letzte Lied, was er mir vor seiner Abreise geschickt hatte. Ich hatte gerade meinen PC gestartet als es an meiner Zimmertür klopfte. Meine Mutter kam rein und drückte mir einen Brief in die Hand und sagte, ich solle die Musik leiser machen, sie hätte Besuch. , dann ging sie wieder. Gelangweilt schmiss ich den Brief auf mein Bett und sah nach meinen Mails. Mist, wieder keine neue Mail von Tobi. Traurig schmiss ich mich auf mein Bett. Etwas knisterte in meinem Rücken und ich holte es hervor, es war der Brief den mir meine Mutter eben gebracht hatte. Ich schaute auf den Absender und mein Herz klopfte plötzlich schneller, er war von Tobi. Hastig riss ich den Brief auf und es fiel eine CD heraus, ich legte sie beiseite und schaute mir erst den Brief an.
'Liebe Anni,
Sorry, das ich mich so wenig melde, aber ich habe in der Familie in der ich bin keinen Internetzugang und muss um Mails zu schreiben immer ins Internetcafe. Außerdem ist das mit dem Englisch in der Schule ziemlich schwer und wir haben auch noch jeden Tag bis fünf Schule. Ich wundere mich immer mehr, dass so oft gesagt wird, dass manche Ammis so dick sind, denn wir haben in der Schule jeden Tag Sport. Am Wochenende gehe ich meistens mit ein paar Freunden kicken. Meine Gastfamilie ist sehr nett und die anderen aus meiner Klasse auch. Hier habe ich auch viel bessere Noten als in Deutschland und alle sind sehr hilfsbereit. Auf der CD ist ein Lied, was ich sehr gerne mag und ich hoffe es gefällt dir. Das Lied ist so ein bisschen der Ausdruck meiner Gefühle und ich hoffe es zeigt dir wie sehr ich dich vermisse. Ich hoffe den anderen zu Hause geht es gut und bestell ihnen schöne Grüße von mir. Wir haben im Moment Sonnenschein und 25 Grad, bei euch scheint es ja nicht so gut zu sein.
Miss U, hdgdl, Tobi'

Hastig sprang ich auf und schob die CD in den CD-Player. Sanfte Geigenklänge drangen aus den Lautsprechern. Die Musik war traurig und sanft, genauso, wie ich es mochte. Don`t you cry…… und plötzlich war im Hintergrund eine andere Stimme, die Stimme von Tobi: 'Weine nicht, ich komme wieder' und in dem Moment veränderte sich irgendetwas in mir, ein leises Glücksgefühl strömte durch mich hindurch wie ich es schon seit Wochen nicht mehr verspürt hatte, es war wie eine kleine Auferstehung aus dieser Lustlosigkeit und Traurigkeit. Er kam ja wieder und dann würden wir wieder genauso viel Spaß zusammen haben wie vorher. Ich stand vom Bett auf und entschied mich Jan, meinen zweijährigen Cousin zu besuchen. Als ich bei ihm ankam, kam er schon auf mich zugelaufen und umarmte mich, er war echt der süßeste kleine Junge den es gab. Ich nahm ihn mit zum spazieren gehen. Nach einiger Zeit lief er auf mich zu und rief: 'Anni, Tobi fliegen Himmel weit weg aber kommen wieder aber dauern lange.' Ich lachte. 'Ja der kommt wieder auf jeden Fall und dann gehen wir wieder zusammen mit dem spazieren.' Jan konnte so leicht darüber reden und sich einfach freuen, dass Tobi wieder kam.

Fortsetzung folgt,
Bitte schreibt, wie ihr die Geschichte findet und wie ich sie verbessern kann.
Liebe Grüße, Bee







Teil 1 Teil 2


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