Komm zu mir und wir sind nie mehr allein

Autor: Bina
veröffentlicht am: 21.05.2008




Jos? lief schweigend neben Emma. Er wollte etwas sagen, aber konnte sich einfach nicht dazu bewegen. 'Was ist das blos, ich bin doch sonst nie sch?chtern. Mir f?llt sonst immer etwas ein.' 'Bist du schon lange in Arequipa?' Gleich hieb er sich gedanklich auf die Stirn. Jetzt hatte er ihre Gedanken sicher wieder auf Paul gelenkt, genau das was er vermeiden wollte. 'Fast 2 Wochen.' und Jos? konnte den traurigen Unterton heraush?ren. Es brannte ihm auf der Seele, ihr zu sagen, dass sie ihn verlassen sollte, dass ein Mann wie Paul sie gar nicht verdient hat.
'Er liebt mich.' sagte Emma pl?tzlich. Jos? war stehen geblieben. 'Das klingt beinahe wie eine Entschuldigung.' 'Nein, nur eine Erkl?rung. Paul ist ein sehr einsamer Mensch gewesen und hatte eine weniger sch?ne Kindheit.' 'Das rechtfertigt aber noch lange nicht, dass er dich so behandelt wie heute Abend.' 'Das war sicher nur ein Ausrutscher. Er ist so gar nicht.' versuchte sie mehr sich selbst zu ?berzeugen. 'Die Umgebung, der ganze Luxus, das alles hat ihn wohl ?berfordert.' Jos? hatte seine H?nde an ihre Arme gelegt. 'Das ist doch l?cherlich, wem willst du das weismachen, doch nur dir selbst.' Sie wollte das drohende Gef?hl in ihrer Magengegend ignorieren, dass bedeutete Jos? h?tte Recht. 'Seit wann duzen wir uns? Was geht SIE das an? Sie kennen weder mich noch Paul und haben kein Recht, sich so pers?nlich zu ?u?ern. Es geht Sie nichts an.' wiederholte sie sich trotzig. Sie drehte sich um. 'Emma warte doch, ich bringe sie nach Hause.' 'Danke den Rest kann ich allein gehen. Ich wohne gleich um die Ecke.' Er wusste, dass es keinen Zweck hatte, also blieb er stehen. Sein 'Es tut mir Leid' ignorierte sie. Das w?rde sie viel lieber von Paul h?ren. Sie f?hlte sich elend und sch?mte sich. Nun hatte sie den Juniorchef beleidigt und vor den Kopf gesto?en, obwohl er es nur gut meinte.

Mehr Gedanken verschendete sie jedoch nicht mehr an Jos? als sie vor dem Haus ankam. Es brannte kein Licht. 'Ist Paul ?berhaupt da? Warscheinlich ist er im Schlafzimmer, das kann ich von hier aus nicht sehen.' Als sie in die Wohnung kam hatte sie ein ungutes Gef?hl. Sie schloss die T?r und machte Licht im Flur. Sie erschrak gewaltig als sie sich umdrehte. Im T?rrahmen des Schlafzimmers stand Paul. Den Ausdruck in seinen Augen vermochte sie nicht zu deuten, aber er machte ihr Angst. Im nu war die Hoffnung, er h?tte sich wieder beruhigt und es war wirklich nur ein Ausrutscher, hinweg gefegt.
'Hattest du noch einen sch?nen Abend? Wie war das Essen? Und wurde schon das Aufgebot bestellt? F?r welchen hast du dich entschieden? Ich hoffe du bist meinem Rat gefolgt.' Emma stand gegen die T?r gepresst und die b?swilligen Fragen hagelten wie Schl?ge auf sie nieder. 'Was ist? Willst du mir zur Begr??ung keinen Kuss geben? Den hab ich nach dieser Tortur doch mehr als verdient.' Emma war so t?richt zu glauben, das k?nnte ihn bes?nftigen. Als sie auf ihn zu ging und sich an ihn schmiegen wollte, holte er aus und schlug ihr mitten ins Gesicht. Es traf sie so unvorbereitet, dass sie ins taumeln geriet. Ihr Gesicht war schmerzverzerrt und die nackte Angst loderte in ihren Augen. Er hielt sie dann den Handgelenken fest und sah ihr in die Augen. Er war so furchtbar w?tend und nahm nicht einmal wahr, dass er solchen Druck aus?bte, der Emma Schmerzen bereitete. Sie riss sich entsetzt los und rannte ins Bad, schmiss die T?r zu und schloss ab. Das krachende Zufallen der T?r und das Verriegeln des Schlosses r?ttelten Paul wach.
Was hatte er da eben getan? 'Ich hab Emma geschlagen, meine Emma.' Sofort war er an der T?r. 'Dios mio, Emma. Das wollte ich nicht, ich war nicht ich selbst. Es, es tut mir so entsetzlich Leid. Bitte, mach die T?r auf. Ich will alles wieder gut machen.' begann er zu betteln. 'Ich hab das nicht so gemeint. Ich will doch nur mit dir zusammen sein. Du bist mein Gl?ck. Ich liebe dich.'
Emma sa? auf dem Boden und stumme Tr?nen rannen ihre anschwellende Wange hinab. Sie kam sich vor wie in einem schlechten Film. Nun sa? sie zum zweiten Mal in einem Bad auf den kalten Flie?en und weinte. Was sollte sie nur tun. Auf einmal war sie so ersch?pft. Sie kringelte sich auf dem Badvorleger zusammen und zog sich ein Handtuch vom Halter um sich zu zu decken. 'Ich will einfach nur noch schlafen. Morgen fr?h wache ich auf und vielleicht war alles nur ein schlechter Traum.' Pauls klopfen und rufen nahm sie nur noch entfernt wahr, schon war sie ersch?pft eingeschlafen.

Als Jos? zu Hause ankam, war Rafael noch mit den Eltern im Wohnzimmer. Sie diskutierten angeregt, immer noch ?ber Emma, wie er vernehmen konnte, als er ihren Namen h?rte.Er hatte keine Lust, der Diskusion beizuwohnen und wollte sich heimlich in sein kleines Haus im hinteren Teil des Gartens davonstehlen. Doch da hatte er nicht den Instinkt einer Mutter bedacht, denn noch bevor er sich vorbeischleichen konnte, wurde er von Filipa gerufen. 'Jos?, da bist du ja, wir haben schon viel eher mit deiner R?ckkehr gerechnet, was hat dich aufgehalten?' 'Ich war noch spazieren.' 'Mit Emma?' wollte nun Rafael wissen. 'Nein, allein.' wich Jos? aus. 'Ich bin m?de und geh schlafen. Gute Nacht.' Bevor er die Hintert?r erreicht hatte, wurde er von seiner Mutter eingeholt. 'Was ist los. Ist etwas passiert? Du wirkst so niedergeschlagen.' Manchmal hasste er es es. Entweder er war zu leicht zu durchschauen oder seine Mutter war mit einem Radar f?r emotionale Schwingungen ausgestattet. Es hatte eh keinen Zweck ihr etwas vor zu machen.
'Ich habe Emma gesagt, dass sie es nicht verdient hat, so behandelt zu werden. Allerdings wollte sie davon nichts h?ren und hat Herrn Albarez in Schutz genommen.' erz?hte Jos? die Geschichte. Das er das Gef?hl hatte, etwas verloren zu haben, verschwieg er.'Lass uns morgen weiter reden, ich muss morgen wieder fr?h raus und habe viel zu erledigen.' beendete er das Gespr?ch, bevor Filipa Gelegenheit hatte, etwas zu erwiedern, Geschweige denn Fragen zu stellen. Er gab ihr einen Kuss mit der Bitte, ihn bei seinem Bruder und seinem Vater zu entschuldigen und verlies das Haus.

Sein Haus war wesentlich kleiner. Es lag zwar auf dem Grundst?ck seiner Eltern, aber es war sein Eigen. Er hatte es selbst aufgebaut, Rafael hatte ihm dabei sehr geholfen. Eigentlich war es fast mehr sein Werk, da er der handwerklich Begabtere war. Es war ebenerdig gebaut, hatte eine sch?ne K?che, ein komfortables und dennoch einfach gestaltetes Bad, ein gem?tliches Wohnzimmer, sein Schlafzimmer, ein kleines B?ro und ein G?stezimmer, dass sich schnell in ein Kinderzimmer umwandeln lassen w?rde.
Nachdem er geduscht hatte, lag er im Bett und konnte doch nich einschlafen. Die Auseinandersetzung mit Emma setzte ihm mehr zu, als er zugeben wollte. 'Ob sie jetzt wohl in den Armen von Paul liegt und sie sich wieder vers?hnt haben?' bei dem Gedanken wurde ihm fast schlecht. 'Schluss damit' sagte er in die Dunkelheit hinein. 'Ich werde mich wieder in die Arbeit st?rzen und auf meine Aufgaben konzentrieren. Dann wird das alles wieder.' befahl er sich und verga? f?r den Moment, dass er Emma allein durch die Arbeit fr?her oder sp?ter wiedersehen w?rde.

Ich bin flei?ig ;) Hoffe es gef?llt euch, liebe Gr??e







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