Komm zu mir und wir sind nie mehr allein

Autor: Bina
veröffentlicht am: 15.05.2008




Ihr Kuss hatte ihn aus der Fassung gebracht. Bevor er etwas erwiedern konnte, hatte Emma die Tür geöffnet und war im Haus verschwunden. Paul sah noch wie die Tür ins Schloss fiel und war wieder klar. 'Sie hat mich hier tatsächlich einfach so stehen lassen. Einfach so.' Seine Stimmung schwankte zwischen Wut und Enttäuschung. Nach diesem Auftritt konnte er nicht mehr einfach so hinein gehen und so tun als ob nichts gewesen wäre.
'Emma hat mich erst in diese Lage gebracht. Hätte sie die Einladung zu diesem verfluchten Essen nicht angenommen, wäre es gar nicht so weit gekommen.' redete er sich ein. Wütend trat er gegen einen Blumentopf, der scheppernd zu Boden fiel. Paul blickte auf die Scherben hinab. Einen kleinen Moment sah er in den Scherben das Glück liegen, dass Emma für ihn bedeutete. 'Bin ich zu weit gegangen?' verfiel er ins Grübeln. Es war wohl besser nach Hause zu gehen. Es würde schon wieder alles in Ordnung kommen.

Emma stand auf der anderen Seite der Tür und hatte Paul durch den Spion bobachtet. Als sie ihn nach endlos scheinenden Minuten gehen sah, fühlte sie die Tränen kommen. Durch einRäuspern schreckte sie hoch. Hinter ihr stand Carlos Ramirez und sah sie fragend an.'Wo ist Paul?' begann er vorsichtig. 'Er ist nach Hause gegangen. Es geht im nicht so gut und fand es besser nach Hause zu gehen, weil er mir nicht den Abend verderben wollte.' log sie und sie wusste selbst nicht, wen sie mehr anlog, sich selbst oder ihren Chef. Sie wusste, noch eine Minute länger und die Tränen würden sich nicht mehr zuückhalten lassen. 'Wo ist das Bad?' fragte sie. 'Die Treppe hoch, den Gang die erste Tür links.' wies er ihr den Weg nach oben. Das Essen ist dann fertig, wir warten auf Sie.' 'Ich beeile mich.' versprach Emma.
Im oberen Flur fand sie das Bad sofort. Sobald sie die Tür geschlossen hatte, brach sie zusammen und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Sie dachte an die Dinge, die Paul ihr an den Kopf geworfen hatte und konnte noch immer nicht glauben, was er alles gesagt hatte. 'Denkt er wirklich so? Hat er vergessen, dass ich allein seinet Wegen nach Arequipa gekommen bin? Ich hab ihm nicht einmal einen Grund gegeben, dass er eifersüchtig sein müsste.' Er war der erste Mann, der sie berühren durfte und bei dem sie sich sicher und geborgen gefühlt hatte. Zwei jahre lang hatte sie überlegt, ob sie wirklich in ein anderes Land gehen sollte. Er müsste doch wissen, dass ich ohne viel Reichtum auskomme, solange ich mit ihm zusammen sein kann. Warum denkt er, dass mir der Luxus fehlt?' Dabei hatte sie zunächst die Tatsache vergessen, wie hart Paul gewesen war, wie zornig seine Augen waren, wie unfreundlich und herrschsüchtig er reagiert hatte und wie unhöflich er ihren Gastgebern entgegen getreten war. Als es ihr wieder einfiel, hatte sie das Gefühl den Boden unter den Füßen zu verlieren. 'Wer ist dieser Mann, den ich heute abend mit her gebracht habe. Ist das sein wahres Gesicht? Hat er sich die ganze Zeit verstellt?' Sie dachte an die gemeinsamen Nächte, an die Zärtlichkeiten. Das konnte doch nicht alles gespielt sein.
Sie stand vor dem Spiegel und fühlte sich elend. Als sie sich betrachtete fühlte sie sich durch ihren Anblick bestätigt. Sie schluchste auf. So konnte sie doch nicht wieder nach unten.

Im Esszimmer saß die Familie Ramirez beisammen, dass Essen auf dem Tisch und warteten auf ihren Gast. Alle vier sahen sich an und dachten das Selbe. Filipa stand auf 'Ich werde mal nach Emma sehen.' José brannte es auf den Lippen, dass er gehen wollte, aber Emma wollte das bestimmt nicht.
Filipa ging die Treppe hinauf und klopfte leise an die Badtür. Es folgte keine Reaktion, aber sie hörte ein Schluchzen. Also trat sie ungebeten ein. Das Bild was sich ihr bot, prägte sich Filipa tief ins Herz ein. Sie hatte keine Tochter, aber in diesem Moment wusste sie, dass hier eine Mutter gebraucht wurde. Emma wollte vom Boden aufspringen, auf den sie gesunken war. 'Bitte entschuldigen Sie, ich lasse Sie warten und vermiese Ihnen den Abend und....' 'Schhhht....' Filipa setzte sich zu Emma auf den Boden und nahm sie in den Arm. 'Wir hatten doch vereinbart, dass wir uns duzen. Du brauchst damit jetzt nicht aufhören.' Emma fing wieder an zu schluchzen. Sie war dankbar, dass Filipa ihr keine Fragen stellte und sie nichts erklären musste, sie war einfach nur da und gab ihr Zeit. Nach einer Weile beruhigte sie sich wieder. Filipa unterdessen hatte gnug Zeit sich Gedanken zu machen. Die würde sie jedoch besser für sich behalten. Vorerst.

Nachdem sie Emma die Spuren der Tränen beseitigt hatte, eine ordentliche Ladung kaltes Wasser und Make Up wirken da Wunder, gingen die beiden Frauen die Treppe hinunter. Als sie ins Esszimmer traten sprang José auf und schob Emma den Stuhl zurecht. Sie bedankte sich mit einem Lächeln. Filipa hatte in der Zeit Carlos bedeutungsvoll angesehen und auch Rafael hatte den Blick verstanden, der 'keine Fragen' signalisierte. José wäre nicht im Traum eingefallen Emma auf Paul anzusprechen. Er war ihm mehr denn je gänzlich unsympatisch, was noch stark untertrieben war. Das Essen war in der Zeit noch einmal aufgewärm worden so dass Emma nichtauch noch darauf hingwiesen wurde, dass sie alle hatte warten lassen.Die Familie versuchte Emma noch einen schönen Abend zu bereiten, was sie dankbar annahm. Hin und wieder entlockten ihr Carlos oder Rafael mit ihren Scherzen ein Lachen.Sie unterhielten sich über vieles, aber alle wussten, dass der Abend viel schöner hätte sein können.
Es war schon spät als Emma sich vom Stuhl erhob um nach Hause zu gehen. Beim Gedanken daran Paul zu sehen wurde ihr Elend zu Mute. 'Du kannst gern hier übernachten, es ist schon spät.' bot Filipa an, als hätte sie ihre Gedanken erraten. José sah sie erwartungsvoll an.Alle standen im Eingangsbereich. 'Nun hab ich nichtmal ihr schönes Anwesen gesehen' sagte Emma als ihr erst jetzt die geschmackvolle Einrichtung auffiel. 'Das holen wir demnächst nach.' Carlos reichte ihr ihre Tasche. 'Wir fahren dich schnell nach Hause, du solltest im Dunkeln nicht allein durch die Straßen gehen.' 'Das ist nicht nötig, wirklich.' 'Ich bestehe darauf.' Emma war dankbar über solche Fürsorge. 'Es ist eine schöne milde Sommernacht und ich würde gern noch ein wenig frische Luft schnappen' 'und einen kühlen Kopf bekommen' fügte sie in Gedanken hinzu. 'Dann begleitet dich José eben. Und ich dulde keine Wiederrede' sagte er verschmitzt.
José dachte nichtmal daran sich gegen die Worte seines Vaters zu wehren. Normaler Weise mochte er es gar nicht, wenn er bevormundet wurde, aber diesmal machte es ihm nichts aus.Emma verabschiedete sich von Rafael, der sie mit den Worten 'Bis bald, chica' drückte. Filipa nahm sie sanft in den Arm. 'Du bist jeder Zeit bei uns Willkommen' flüsterte sie Emma ins Ohr 'hörst, egal wann, jeder Zeit. Es wird immer jemand für dich da sein.' Emma sah sie dankbar an. 'Etwas gutes hatte der Abend doch. Ich habe eine Freundin gefunden'

Bin momentan gut dabei. Hoffe meine kreative Phase hält noch eine Weile :) Was denkt ihr.....? LG







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Kommentare

sunny

27.06.2011 19:29:00

Ohje, letzte Hoffnung adé! Wer sich so verhält wie Paul, lässt sich nicht so eben mal umkrempeln... seine Gedanken kann man nicht einfach wegradieren. Nein, er scheint nicht gut für Emma zu sein. Da kommen schwere Zeiten auf sie zu. :( Arme Emma. Ich wette, eines nachts steht sie tränenüberströmt vor der Haustür der Ramirez' und bittet um Einlass... Ha, José wird sich freuen. Ähm... Frage: Nimmt Emma eigentlich die Pille?! Wenn sie doch noch Jungfrau war? Und verhütet haben die beiden ja mal nciht gerade...


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