Komm zu mir und wir sind nie mehr allein

Autor: Bina
veröffentlicht am: 24.04.2008




An ihrem ersten Arbeitstag lernte Emma alle wichtigen Personen und Räumlichkeiten des Hauses kennen und lernte schnell, dass jeder, wirklich jeder vom Zimmermädchen bis zum Chefkoch gleichermaßen wichtig war. Es passte zur Unternehmensphilosophie 'Jeden Tag besser sein schaffen wir nur gemeinsam'. Den Rest des Tages machte sich Emma mit ihrem Büro vertraut und arbeitete daran dem Raum eine persönliche Note zu geben. Das Ergebnis würde sich sehen lassen.

Paul indessen saß an seinem Schreibtisch und versuchte verzweifelt einen klaren Kopf zu bekommen. Alles woran er denken konnte war seine Emma. Als er Mittags bei ihr im Hotel anrief teilte man ihm mit, dass sie die Mittagspause mit ihrem Chef verbrachte. Eifersucht stieg in ihm auf. 'Niemand sollte mehr Zeit mit ihr verbringen dürfen als ich, sie gehört zu mir. Konnte ihr Chef, wie hieß er doch gleich, Ramirez, eine gefährliche Konkurrenz für mich sein?' Sogleich beruhigte er sich als ihm einfiel, dass Emma ihm erzählt hatte, dass er glücklich verheiratet ist und zwei Söhne hat. 'Also keine Gefahr' sprach er sich Mut zu. Noelia, seine Kollegin sah ihn fragend an. 'Entschuldige Paul, aber du bist heut schon den ganzen Tag nicht bei der Sache. Willst du reden?' bot sie sich an. 'Nein, es ist alles in Orndung'. 'Gut, dann sieh zu, dass du deine Arbeit fertig bekommst, wir brauchen deine Vorschläge für unseren Auftrag. Diesmal muss es einfach klappen. Es sieht sehr viel versprechend aus, nur muss sich dazu unser Spitzen Designer auf seine Arbeit konzentrieren.' gab sie mit Nachdruck von sich. 'Ja du hast recht, aber ich bin nun mal verliebt, was soll ich da machen. Alles woran ich denken kann ist Emma. Ich seh immer und überall ihr Gesicht vor mir' gab er leise zu. Noelia ließ sich nicht anmerken, dass es ihr einen Stich versetzte. Sie war schon seit Jahren hinter Paul her. Diese Emma gab es wirklich? Wenn er von ihr sprach, hatte sie immer angenommen, es wäre nur Ablenkung, denn sie war in Deutschland. 'Wie stehts denn zwischen euch?' 'Ich war noch nie so glücklich. Seit sie hier ist fühl ich mich wie neu geboren.' 'Sie ist hier? Hier in Arequipa? Seit wann?' 'Seit einer Woche.' 'Ach deshalb der plötzliche Sinneswandel und die Einreichung von Urlaub. Du hast sonst nie Urlaub gemacht.' sprach Noelia mehr zu sich als zu Paul. Sie fühlte sich mieserabel. Gleichzeitig packte sie die Neugier. Sie wollte Emma kennenlernen. Seinen Erzählungen nach, musste sie ein Engel sein.'Bring sie doch zum nächsten Empfang mit.' schlug sie vor. Paul war jedoch mit seinen Gedanken schon wieder woanders und bemerkte so nicht, wie wehmutig Noelia ihn ansah. Wie lange hatte sie gehofft er würde ihre Gefühle erkennen und für einen kleinen Augenblick hatte es den Anschein, sie machten Fortschritte. Bis er eines Tages mit dem strahlendsten Lächeln ins Büro kam und jeder ihn schon von weitem ansehen konnte, dass er bis über beide Ohren verliebt war. Noelia wusste sofort, dass es nicht sie war, der diese Gefühle galten. Aber so leicht würde sie nicht aufgeben. Zu lange hatte sie ihn umgarnt und in seinen ewigen Tiefs aufgebaut. Nur Freundschaft kam für sie niemals in Frage.'Ich mach für heute Schluss, meine Konzentration lässt heut eh zu wünschen übrig. Ich werde Emma überraschen und sie von der Arbeit abholen. Kannst du mich beim Chef entschuldigen und sagen, ich arbeite heute zu Hause weiter? Du bist ein Schatz' wartete er die Antwort gar nicht erst ab. Schon war er verschwunden.

Auf dem Weg zum Hotel kaufte er einen riesen Blumenstrauß, ihre geliebten Erdbeeren und eine Tafel Schokolade. Zum Schluss holte er noch eine Flasche Sekt und ein paar andere kleine Leckerbissen. Ihm war die Idee eines Picknicks in den Sinn gekommen.Als er mit den Leckerbissen im Hotel ankam staunte er genau wie Emma als sie das erste mal die Räumlichkeiten betrat. Die Dame am Empfang lächelte ihn freundlich an und er trat ihr entgegen. 'Buenas tardes, Senor. Wie kann ich Ihnen weiterhelfe?' Ich möchte gern Emma König sprechen.' Senora König ist in ihrem Büro. Ich melde Sie an, bitte nehmen Sie einen Moment dort drüben Platz' wieß sie ihn an. Warum konnte er nicht einfach zu ihr gehen. Aber da er keine Ahnung hatte, wo genau sich ihr Büro befand, musste er sich wohl oder übel fügen. Er sah wie die Empfangsdame den Telefonhörer wieder aufnahm und sprach. Einige Minuten später öffnete sich die Milchglastür im Gang hinter der Rezeption und Emma lief fröhlich auf ihn zu. Als sie die Blumen sah, fing sie an zu rennen. Paul erhob sich und fing sie ebendo strahlend in seinen Armen auf. 'Corazón, was machst du denn hier? Willst du mich überraschen? Das ist die gelungen. Ich freu mich so dich zu sehen.' Wie gut ihm diese Worte taten. 'Ich konnte mich auf Arbeit nicht konzentrieren, also habe ich es schließlich aufgegeben. Ich wollte dich entführen zu einem kleinen Picknick.' 'Was für eine schöne Idee. Aber ich bin heute Abend schon zum Essen verabredet. Tut mir Leid.' 'Zum Essen? Mit wem?' Da was sie wieder diese quälende Eifersucht und sie hörte nicht auf an ihm zu nagen. 'Mein Chef hat mich eingeladen zu sich nach Hause zu kommen. Seine Frau kocht und möchte mich kennenlernen.' 'Du gehst zu deinem Chef nach Hause?' fragte er ungläubig. 'Sie sind auch herzlich eingeladen' kam die tiefe Stimme von Carlos Ramirez aus dem Nichts zum Vorschein. 'Ihnen habe ich es schließlich zu verdanken, dass Emma König meine Assistentin geworden ist. Erlauben Sie, dass ich mich vorstelle, ich bin Carlos Ramirez.' 'Wieso haben Sie das mir zu verdanken?' ignorierte Paul die begrüßende Hand. Emma und ihr Chef sahen ihn gleichermaßen verblüfft an. Seine Haltung kam unhöflich zur Geltung. 'Nun, wenn Sie nicht gewesen wären, dann wäre diese junge engagierte Frau nicht nach Peru gekommen.' Diese Aussage stimmte Paul freundlicher und er schien erst jetzt die ausgestreckte Hand zu bemerken. Er reichte Sie Ramirez und sah ihm in die Augen. Der Ausdruck darin, den nur Ramirez wahrnahm, machte deutlich, dass Paul keinen Zweitbesetzung an Emmas Seite duldete. 'Wie gesagt, Sie sind ebenfalls herzlich zum Essen eingeladen. Es ist nur ein kleiner Empfang in familiärer Atmosphäre. Meine beiden Söhne werden auch anwesend sein. Dann werden Sie auch gleich den Juniorchef, meinen Sohn José kennenlernen, Emma' wandte er sich wieder ihr zu. 'Dieser Paul verbirgt sein wahres ich, dachte sich Ramirez. Und ich bin mir nicht sicher, ob sein wahres Ich gut für Emma sein wird. Aber jeder verdient eine Chance.' 'Nehmen Sie bitte meine Einladung an, es wäre mir ein große Freude.' Paul hatte keine Lust an dem Abendessen teilzunehmen, er wollte Emma für sich allein haben. Als er jedoch ihren bittenden Blick sah, wusste er was sie wollte. 'Wenn sie also lieber den Abend mit der Familie des Chefs verbringen wollte, als mit mir allein, dann musste ich wohl in den sauren Apfel beißen' dachte er missmutig und willigte ein. Emma jauchste auf und fiel ihm um den Hals.

Die ganze Szene vom Eintreffen Pauls im Hotel bishin zur Zusage zum Abendessen wurde die ganze Zeit beobachtet......

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Diesmal etwas kurz, aber ich wollte nicht zu lange auf mich warten lassen. Hoffe, es gefällt euch und es war genug von Paul dabei ;) auch wenn vielleicht etwas anders als erwartet.
Bitte wieder um Kritik und Kommentare! Danke euch







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Kommentare

sunny

27.06.2011 17:47:22

Paul ist irgendwie fanatisch, hat was von Stalkercharakter - beängstigend. Wenn er sich nicht wieder einkriegt, rate ich Emma, schnell das Weite zu suchen... dabei waren die beiden doch so verliebt ineinander!!! Wäre schade, wenn Paul wirklich so fanatisch ist.


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