Komm zu mir und wir sind nie mehr allein

Autor: Bina
veröffentlicht am: 15.11.2008




Am nächsten Morgen war Emma schon zeitig wach. Sie war aufgeregt. Es war erst 4.00 Uhr. Neben ihr lag Paul, er beobachtete seine Emma. Sobald sie sich bewegte, wann immer sie unruhig war, erwachte Paul. So auch diesmal. Er legte ihr eine Hand auf den Rücken. Als sie ihn ansah, wurde ihm warm ums Herz. Sie kuschelte sich an ihn. Er strich ihr sanft über ihren Rücken, bis er ihren regelmäßigen Atem wahrnahm und sah, dass sie eingeschlafen war.Eine halbe Stunde später stand er auf, ging lange duschen und begab sich in die Küche, um für Emmas ersten großen Tag ein wunderbares Frühstück zu zaubern. Am Liebsten trank sie Milchkaffee, aß Früchte mit Joghurt und trank ein Glas Orangensaft. Das alles tat er auf ein Tablett und balancierte es eine halbe Stunde später ins Schlafzimmer. Er stellte es auf seiner Seite des Bettes auf dem Boden ab, legte sich wieder zu ihr ins Bett und sah sie eine Weile lang an. Paul beugte sich langsam über sie und hauchte ihr einen zarten Kuss auf ihre Lippen. Er wollte sich gerade wieder zurück ziehen, als Emma ihre Arme um seinen Nacken legte. Sie öffnete ihm ihre Lippen und begann ein Spiel mit seiner Zunge. Sie roch den Kaffee und wusste, dass er schon Frühstück für sie vorbereitet hatte. Doch jetzt stand ihr der Sinn danach ihn zu spüren.
'Liebe mich, Schatz' flüsterte sie ihm ins Ohr. Seine Lippen lösten sich von ihrem Hals und er sah sie lange an. Nach einigen weiteren sinnlichen Küssen lag er auf ihr und begann sie zu lieben. Langsam bewegten sie sich, sahen sich dabei in die Augen genossen es. Später lag sie wieder in seinen Armen. Als sie sich erholt hatten, holte er das Tablett mit ihrem Frühstück hervor. Sie ließen es sich schmecken. Es war toll so den Tag zu beginnen.
Es war bereits kurz vor 8 Uhr als sie sich fertig machte. Sie zog einen dunkelblauen Hosenanzug an und eine silbrig weiß gestreifte Bluse. Er betonte ihre schlanke Figur und schmeichelte ihren Augen. Die Haare hatte sie hoch gesteckt und leichtes Make Up aufgelegt.Als sie so aus dem Bad trat, traute Paul seinen Augen nicht und musste hart schlucken. Sie sah immer gut aus, egal was sie anzog, aber heute war er sprachlos. Den Hosenanzug hatte er noch nicht an ihr gesehen. Emma sah geschäftsmäßig aus. Er stand noch in Unterhosen vor ihr, machte einen Kniefall 'meine ungeteilte Hochachtung, Señora. Sie sehen wundervoll aus' grinste er sie an. Emma fing an zu lachen und zog ihn an den Händen wieder hoch. Sie gab ihm einen flüchtigen Kuss und marschierte auf hohen Absätzen an ihm vorbei. Noch bevor sie die Tür erreicht hatte, wurde sie zurück gezogen und fand sich augenblicklich in seinen Armen wieder. 'Du willst mich doch nicht etwa mit so einem lächerlich kurzen Kuss abspeisen, wo ich dich den ganzen Tag nicht um mich habe' tadelte er. Ertappt. Sie war schon mit den Gedanken im Hotel gewesen. Schuldig blickte sie zu ihm auf, legte ihre Arme um seinen Hals und sah ihn mit Engelsmine an 'Lo siento mucho corazón - es tut mir Leid.' Sie nahm sich Zeit versäumtes nachzuholen und nachdem Paul ihre Lippen freigab, war sie bereit für ihren ersten Arbeitstag.
Schon an der Tür stehend, drehte sie sich noch einmal zu ihm um und warf ihm einen Kuss zu. Die Tür klappte hinter ihr zu. Paul starrte auf die Stelle an der Emma eben noch gestanden hatte. Nun war sie weg, ohne ihn. Ein Gefühl von Leere machte sich in ihm breit. Die kurze Zeit, die sie nun hier war, kam ihm vor, als wär es nie anders gewesen. Doch hatte er kaum Zeit nachzudenken, denn auch er musste sich sputen um auf Arbeit zu gelangen. Sein Urlaub, den er sich extra genommen hatte, war vorbei und nun brach der Alltag wieder auf ihn herein.Immerhin würde er viel zu tun haben, sonst wäre da wieder dieses große schwarze Loch, dass sich bildlich vor ihm auftat. 'Ich muss mich ablenken, arbeiten und an Emma denken, dann geht's mir gut' redete Paul sich ein und machte sich ebenfalls fertig.

Emma ging die Straßen entlang und zwang sich ruhig zu laufen, damit sie nicht abgehetzt im Hotel erschien. 'Die Hitze ist deutlich schwerer in einem Hosenanzug zu ertragen, als in einem Sommerkleid, soviel steht fest' bemerkte sie. Sie grüßte lächelnd die Alten, die vor ihren Häusern saßen und sie forschend ansahen. Ein altes Mütterchen hielt sie am Handgelenk fest: 'Eres la mujer de Paul, no? Du bist Pauls Frau, richtig?' 'Wir sind nicht verheiratet, aber es stimmt, wir leben zusammen' erwiederte sie freundlich. 'Bleibst du für immer?' Emma war eine Sekunde verwirrt über die Frage, beeilte sich aber zu sagen, dass es zum Mindest ihr Wunsch sei. Wie dieses Gespräch verliefen noch einige andere, in die sie sich verwickeln und ausfragen ließ. Durch ihre ehrliche Offenheit gewann sie schnell deren Herzen. 'Sie passt hieher' murmelte eine Andere, als Emma vorbei lief.
Von all dem bekam Emma nichts mit, da sie mit den Gedanken schon viel weiter war, als sie ihre Schritte trugen. Nach einer viertel Stunde Fußmarsch kam sie am Hotel an. Es lag am Placa Bolivar, war im Kolonialstil erbaut worden und Emma war von dem Garten, von dem es umgeben war, nahezu hingerissen. Sie wusste, dass es renoviert worden war und seit einigen Jahren in seinem neuen Glanz erstrahlte. Als sie in die Empfangshalle trat, bemerkte sie nicht, dass sie beobachtet wurde. Sie war viel zu beeindruckt. Gestern vor ihrem
Vorstellungsgespräch hatte sie keinen Sinn dafür gehabt, sich genauer umzusehen, noch weniger auf ihrem Heimweg. Aber jetzt, da sie überpünktlich war, nahm sie die Umgebung intensiv war.

José war extra eher gekommen, um Emma zu begrüßen. Er wusste selbst nicht, was ihn dazu bewegte, sich nur deshalb ins Hotel zu begeben, wenn er doch eigentlich erst nach seinem Geschäftstermin hier her kommen wollte. Als sie eintrat, wollte er schon auf sie zugehen, hielt aber inne als er ihre großen durch die Halle wandernden Augen sah. Sein Blick wanderte über ihre Gestalt. Der Anzug kleidete sie ausgezeichnet. Nur hätte er gerne ihre Haare offen gesehen, als er sich erinnerte, wie sie gestern noch in sanften Wogen offen um ihr schönes Gesicht geweht sind. Er sah, wie sie sich langsam einmal um sich selbst drehte um alles zu sehen. Als sie sich seiner Richtung zuwandt, schaffte er es gerade noch hinter eine Säule Deckung zu suchen. Auf einmal wollte er doch nur stiller Beobachter sein. Zum Mindest vorerst. 'Das ist wirklich lächerlich. Erst steh ich hier im Hotel, um sie zu begrüßen und dann verstecke ich mich hinter einer Säule vor ihr' stellte José fest. Trotzdem konnte er sich nicht dazu durchringen, ihr gegenüber zu treten und hielt es für angebrachter zu verharren bis sie ihm irgendwann im Laufe des Tages zufällig über den Weg laufen würde.

Carlos Ramirez trat aus seinem Büro in den Empfangsbereich. Er sah Emma schon warten und sich seelenruhig umsehen. Es war nicht zu übersehen, dass es ihr hier gefiel. Erstaunt bemerkte er seinen Sohn hinter der Säule stehen. Beinahe wollte er ihn rufen als er feststellte, dass er sich vor Emma zu verbergen schien. 'Was hat das zu bedeuten? José wollte doch erst nach seinem Termin hier sein.' Carlos beschloss sich später damit zu befassen und schritt forsch auf seine Assistentin zu. Er war so gut wie bei ihr angelangt, als sie ihn bemerkte. Ihr Gesicht hellte sich auf und sie lächelte ihn an. 'iBuenas días!, Cómo está?' 'Danke, mir geht es gut, es könnte nicht besser sein' 'Schön, na dann wollen wir mal. Ich zeige Ihnen als erstes ihren Arbeitsplatz und dann das Haus mit den einzelnen Mitarbeitern. Falls Fragen auftauchen, nur zu, ich werde sie gern beantworten.' ermutigte er sie. Als er Emma mit der Hand auf dem Rücken in Richtung seines Büros dirigierte, drehte er sich noch einmal um und blickte seinen Sohn fragend an. Dann ging er weiter. Unterdessen grübelte Emma, wo denn künftig ihr Platz sein würde. Sie konnte sich nicht mehr erinnern, ob sie gestern durch ein leeres Vorzimmer gegangen war, vorbei an einem leeren Schreibtisch. 'Bin ich überhaupt durch ein Vorzimmer gegangen?' sprach sie zu sich selbst. Kaum war der Satz beendet, fiel ihr auf, dass sie ihn laut ausgesprochen hatte. Carlos Ramirez schmunzelte. 'Hier entlang'. Sie gingen auf sein Büro zu. Doch kurz davor, sah Emma auf der linken Seite noch eine Tür. Genau diese öffnete ihr Chef für sie und sie traten in einen hellen Raum. Er war natürlich nicht so riesig wie das Büro ihres Chefs, aber doch recht groß. Ein schöner Schreibtisch stand direkt vor dem Fenster mit einem bequem wirkenden Schreibtischstuhl. . Die Wände waren in einem gelborangen Pastellton gestrichen und es hatte den Anschein, die Sonne persönlich wäre zu Besuch. Der Boden war mit Parkett aus Ahornholz belegt. Außer einer Kommode und einem großem Schrank war das Büro leer. Auf der linken Seite befand sich eine Tür. 'Das ist Ihr Büro. Es ist nur mit dem Nötigsten ausgestattet, da ich dachte, sie würden dem Raum noch gern Ihre persönliche Note auflegen. Sie können schalten und walten, solang es im Rahmen bleibt und nicht das dafür vorgesehene Budget übersteigt. Mein Büro befindet sich hier gleich hinter dieser Tür. Warum mein Büro zwei Türen besitzt, werden Sie bald mitbekommen. Wir sind vor kurzen erst in diesen Trakt des Hauses gezogen, deshalb haben Sie, wie gesagt, noch die Möglichkeit Ihr Büro selbst zu gestalten.' 'Das hier ist MEIN Büro?' staunte Emma. 'Und ich kann es sogar noch ein wenig einrichten?' 'Gern, ich bin gespannt, was Sie daraus machen. Ich hoffe Sie bekommen das zeitlich hin, denn wir haben bald Hochsaison und schon jetzt kommen die ersten größeren Gruppen.'
Emma lief um den Schreibtisch herum um einen Blick aus dem Fenster zu werfen. Sie sah den Garten unter sich und dahinter erstreckte die Kulisse des Marktplatzes. Das bunte Treiben dort könnte sie Stunden lang beobachten.
Carlos Ramirez räusperte sich. Es war Zeit, den Rest des Hauses kennenzulernen, Räumlich-keiten sowie Mitarbeiter.







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