Traumprinz, oder doch nicht? Teil 4

Autor: >ME
veröffentlicht am: 14.08.2008




'Also, wollen wir los?', fragte er.
'Klar!'

Halbe Stunde Später standen wir vor meiner Haustür.
'Na dann…Ich muss jetzt mal rein. Danke für den schönen Tag! War echt schön!', sagte ich lächelnd.
'Hab ich gern gemacht. Sollten wir öfters machen.'
'Ja, klar! Wäre toll. Ich muss dann jetzt auch rein…Wir sehen uns ja morgen in der Schule.' Unsicher wie ich mich verabschieden sollte, stand ich noch einen Moment einfach da und schaute ihn an.
Man ist das peinlich! Was soll ich denn machen?
Küssen, natürlich!
NEIN! Das kann ich doch nicht machen. Oder doch? Einfach einen freundschaftlichen Kuss auf die Wange… ja genau, das müsste reichen…
'Du denkst viel zu viel nach, Andy.'
'Was?'
'Das meine ich. Du denkst zu viel. Mach einfach. Lebe einfach und denk nicht so viel nach! Sei spontan! Außerdem… wenn du weniger nachdenken würdest, würdest du nicht immer nachfragen müssen was dir jemand gesagt hat.'
'Hahaha!', meinte ich höhnisch.
'Nein, ich meine es ernst! Worüber hast du gerade wieder nachgedacht? Sagst du es mir?', wollte er wissen.
Soll ich ihm wirklich sagen, worüber ich nachdachte? Einfach tun. Spontan sein. Ich bin spontan!
'Andy! Sagen nicht denken!'
'Es ist mir peinlich.'
'Muss es nicht. Ich wette du hast wieder über mich nachgedacht', stellte er lächeln fest. 'Ja, klar! Sonst noch was? Eingebildet bist du ja überhaupt nicht!'
'Es tut mir Leid. Okay?', versuchte er mich zu beruhigen, was zum Teil funktionierte.Noch etwas sauer, sagte ich tschüss, drehte mich auf dem Absatz um und wollte gerade den ersten Schritt Richtung Haustür machen als ich auf einmal am Handgelenk gepackt wurde.'Lass los!' Ich drehte mich um, um meine Hand aus seiner zu befreien.
Doch anstatt mein Vorhaben durchzuführen und mich gleich wieder zur Tür umzudrehen, sah ich nur noch ganz kurz das tiefe Blau dieser atemberaubenden Augen mit diesen langen schwarzen Wimpern und spürte seine warmen -nein- heißen und so weichen Lippen auf meinen.
Ich zögerte kurz, doch dann erwiderte ich den wahrscheinlich leidenschaftlichsten Kuss, den ich jemals bekommen habe. Ich legte meine Arme um seinen Hals, um noch näher seinen Körper an meinem zu fühlen und zerzauste ihm seinen dichten dunklen Haare.
Seine Hände wanderten bis zu meiner Taille und strömten eine so feurige Hitze aus, sodass ich das Gefühl hatte zu verbrennen.
Unser Kuss wurde tiefgehender und leidenschaftlicher, soweit das überhaupt noch möglich war.
Ich hörte von ganz weit weg -so kam es mir jedenfalls vor- ein lautes Räuspern.
Wir reagierten nicht darauf. Doch es kam noch eins -etwas lauter-.
Oh, scheiße! Dachte ich nur und löste mich hastig aus Fynns Umarmung. Ich drehte mich langsam zur Seite und blickte in die grauen Augen meines Vaters. Meines wütenden Vaters.Fuck! Fuck! Fuck!
'Äh… Hallo Papa! Wie war die Arbeit?', versuchte ich die peinliche Situation zu entschärfen. 'Abend, Andrea.'
Oh nein… Er nennt mich nur so, wenn er richtig, richtig sauer auf mich ist. Aber, was zum Teufel hab ich denn so schlimmes gemacht? Gut ich habe gerade vor seinen Augen mit einem Jungen vor der Haustür rumgeknutscht. Was soll´s? Hey, kann ich nicht auch meinen Spaß haben?
'Es ist schon spät. In 5 Minuten will ich dich sprechen, Andrea!', sagte mein Vater mit vor Wut funkelnden Augen. 'Ist gut', antwortete ich ganz leise 'ich bin gleich drinnen.'
Mit einem abschätzenden Blick sah er Fynn an, der ein 'guten Abend' stammelte, und ging an uns vorbei und verschwand im Haus.
Puh! Das erste Level wäre geschafft, dachte ich etwas erleichtert.

'Ich hoffe du bekommst nicht allzu viel Stress wegen mir.'
Ich drehte mich wieder zu Fynn und versuchte ein Lächeln, was sich aber als eine grässliche Grimasse entpuppte. 'Ist schon gut. Ich werde es irgendwie überleben und falls ich morgen doch nicht in der Schule auftauche, kannst du die Polizei aufsuchen', beruhigte ich ihn.'Aber…'
'Es wird nicht mein erster und auch nicht mein letzter Streit mit meinem Vater sein. Ich schaff das schon… Ich gehe dann auch mal lieber rein.'
Ich gab ihm zum Abschied nur einen Kuss auf die Wange, da ich befürchtete heute nicht mehr von seinen Lippen loszukommen.
'Schlaf süß und träum schön von mir', sagte er lächelnd.
'Ich überleg´s mir noch. Vielleicht träume ich auch von meinen 5 anderen Liebhabern, die mein Vater letztens bei einem sechser in meinem Zimmer erwischte', sagte ich lachend.'Ach so, wenn das so ist, dann hätte ich ja heute meine andere Flamme ja zu unserem Date mitgebracht… aber ich wusste ja nicht, dass du auch auf zweier, dreier, vierer, fünfer und sechser stehst…AUA! Kneif mich nicht!'
'Ich steh nur auf sechser, damit wir uns richtig verstehen', sagte ich todernst
-jedenfalls versuchte ich es- '…und… hab ich richtig verstanden? Ein Date? Ich dachte wir waren nur als Freunde ein Eis essen?'
'Naja…wenn du dich von allen deinen Freunden so verabschiedest, dann…Jetzt lass doch mal das kneifen!'
'Ich muss jetzt echt rein.'
'Okay, bis morgen!'
Ich drehte mich um und ging schweren Herzens Richtung Haustür.

Gott sei Dank ist das Licht im Wohnzimmer aus! Puh… dann ist Paps wahrscheinlich schon im Bett. Morgen sage ich einfach, dass ich dachte er würde schon schlafen, obwohl er es 100% nicht macht.
Ich habe keinen großen Bock mir heute noch irgendwelche Moralpredigten, die er sich mal schnell aus den Fingern saugt, anzuhören!
…diesen schönen Tag will ich mir für keine 1000 Schokoladentafeln, -eis, -torten und was auch sonst noch alles aus Schokolade ist verderben…!
So…nur noch einpaar Schritte, dann habe ich die Treppe erreicht... Ich bin ganz leise, mich kann niemand hören. Nicht mal irgendein Hund mit diesen Lausch-Dingsda! Was denke ich mir da bloß schon wieder fürn Stuss? Ich brauche eindeutig meinen Schlaf!
…Noch drei…zwei Schritte…
'Andrea!', kam es aus dem dunklen Wohnzimmer.
Scheiße! Hilfe! Nein! Reiß dich zusammen, Andy. Es wird alles wieder gut… Hoffentlich…'Ja, Dad?', frage ich zögerlich. 'Kommst du bitte mal her. Wir haben etwas zu besprechen!', sagte er scharf.
Also, auf geht's zur Runde zwei!
'Was willst du denn mit mir besprechen?'
'Ich denke, dass weißt du ganz genau. Wer war dieser Junge? Du weißt ich kann es nicht leiden, wenn du hier ständig jemanden herschleppst!', sagte er lauter. Ich merkte wie er anfing auf seinem Sessel hin und her zu rutschen. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass er schon ziemlich pissig war.
'Ständig? Wann hast du mich das letzte Mal mit einem Jungen gesehen? Seit dem Vorfall hatte ich mich noch nicht ein einziges Mal mit einem Jungen verabredet!', verteidigte ich mich. Für was hält er mich? Für ne kleine Schlampe, die jeden Abend einen anderen im Bett hat? Ich glaub´s nicht! Und DAS soll mein Vater sein?
'Gut. ´Ständig` war vielleicht übertrieben', gab er zu 'aber du weiß, wie viele Sorgen ich mir immer mache, wenn du weg bist! Und nachdem Vorfall habe ich das Gefühl dich von allem und jedem zu beschützen. Verstehst du mich?'
'Ja, schon. Aber Fynn ist nicht so wie Hannes! Er würde mir nie etwas antun', sagte ich. 'Wenn du magst, kannst du ja mal mit ihm reden', fügte ich zögerlich hinzu.
'Ich glaube dir doch, mein Engel. Tut mir leid. Schlaf schön!', damit war das Gespräch zu Ende.
Ich lief die Treppen hoch und ins Bad, machte mich schnell fertig und ging dann in mein Zimmer, dabei begegnete ich noch einmal meiner Mutter.
'Wie war der Nachmittag?', wollte sie lächelnd wissen. 'Er war total schön!', begann ich aufgeregt. 'Doch dann hat mich Dad mit Fynn vorm Haus gesehen…küssend.', fügte ich hinzu.
'Oh! Dann war wohl gerade im Wohnzimmer euer Gesprächsthema…'
'…die Entführung!', beendete ich ihren Satz. 'Das war schlimm, bestreiten will ich es nicht! Aber ich mein Leben jetzt nach Dad´s Vorstellungen leben? Ich will doch einfach ein normales Mädchen sein! Ohne einen vor Angst zitternden Vater, der jeden meiner Schritte kontrolliert!', sagte ich etwas wütend.
'Ich weiß, meine Kleine. Aber er macht sich halt Sorgen um dich. Verstehst du das denn nicht?', wollte meine Mutter wissen.
'Doch, natürlich! Aber…'
'Ich weiß, wie schwer es für dich sein muss, ständig mit ihm über Hannes und die Entführung zu diskutieren.'
'Wenigstens du weißt, was ich fühle.'
'Ich rede noch mal mit deinem Vater', versprach sie mir, gab mir einen Kuss und wünschte mir eine gute Nacht.







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