Schließe deine Augen Teil 2

Autor: =O) Anila(O=
veröffentlicht am: 11.07.2008




Ich komme jeden Tag in das Kino, mein Bruder hat hier immer im Nebenjob gearbeitet und mich billiger rein kommen lassen, aber nun muss ich den vollen Preis zahlen und zwar die ganze Rechnung. Was würde es mir bringen billiger rein zu kommen ich kann ja eh nicht sehen!
Am nächsten Tag stehe ich wider im Haupteingang des Kinos, ich höre was die Leute sagen, ich rieche das frische Popcorn und ich merke die Gegenwart des Jungen von gestern.Nein ich entschuldige mich nicht, wo für auch! Er hat mich so plump angemacht und ach scheiße… so kann ich nicht denken nicht unter diesen Umständen.
Plötzlich stellt er sich neben mich, kein blödes Kommentar, keine dumme Anmache sondern nur neben mir stehen. Er hält mir seine Popcorntüte unter die Nase, klar bei so einem Angebot sage ich nicht nein und greife voll zu.
'Hör auf zu grinsen!' er schaut mich an.
'Und nun hör auf mich so an zu starren!' wortlos schaut er wieder nach vorne.
'hast du vielleicht heute Lust auf einen Film?'
'Ich kann immer noch nicht sehen, auf den anderen Kram hab ich auch keine Lust.'
Noch einmal greife ich in die Popcorntüte und dreh mich um.

Still liege ich in meinem Bett, alle paar Minuten kommt meine Mutter rein um nach mir zusehen ob ich noch lebe. Wie ein Kleinkind behandeln sie mich, aber ich will es ja auch nicht anders. Ich kann nicht mehr alleine oder selbständig Leben, also bleibe ich weiterhin behindert und lass mich behandeln wie einen Pflegefall.

'Wieso stellst du dich immer so still und leise neben mich?'
'Wie soll ich es den sonst machen? Laut hüpfen auf dich zukommen?'
Ich gebe keine Antwort auf diese Frage.
'Heute kein Popcorn?' sage ich etwas pampig.
'Ach jetzt auch noch Anforderungen stellen, nach der gestrigen Abfuhr!'
'Man kann ja mal fragen.' Dummes……….
'was machst du immer hier?'
'nichts was dich angeht!' ich gehe wieder, na toll Maya das hast du mal wieder super hin bekommen.

Seit bekannt ist das ich nie wieder sehen werde, bin ich entweder total mies gelaunt oder hilflos wie ein Baby. Ich weiß dass ich den Jungen nicht so anpampen sollte, ich sollte froh sein das überhaupt jemand mit mir redet.
Ich hatte mal Freunde richtig gute Freunde sogar, aber ihnen sind die Last und der Umstand zu viel geworden sich mit mir Abzugeben.
Also bleibe ich alleine, ach nein ich bin nicht allein Harry ist ja noch bei mir und wie jeden Tag, so auch heute macht er mich fertig mit seiner Blindenschrift.

Wieder stehe ich im Kino, als auf einmal etwas lautes Hüpfendes auf mich zukommt.
'so besser?'
'Ja viel besser' gebe ich grinsend zurück.
'Ahh da ist ein grinsen du kannst es also doch, ich wusste es aber nur mal so als
Vorwahrnung dieses rum Hüpfen mach ich jetzt nicht jeden Tag.'
'Popcorn?' frage ich unschuldig.
Wortlos reicht er mir die Tüte.
'Lust auf einen Film?' fragt er zum dritten Mal.
'Ne heute nicht, ich … bin noch nicht soweit.'
'sag bescheit wenn du soweit bist, ja?'
'wird ich machen, du erfährst es als erster!'
ohne ein weiteres Wort gehe ich wieder, mit der Popcorntüte.

Nach diesem lustigen Gespräch mit dem Jungen im Kino, bringe ich sogar die
Blindenschriftstunde anstandslos hinter mich.
Wieder denke ich über gestern nach, über den Jungen, wobei mir auffällt, ich weiß noch nicht mal seinen Namen!
Vielleicht könnte ich ja doch mal einen Film ansehen, aber… nein…Nein.

Pünktlich um sieben stehe ich im Kinofoyer.
'Gut oder schlecht gelaunt?' fragend stellt er sich neben mich.
'Danke!' gebe ich zur Antwort.
'Wofür?'
'Du hast es geschafft dass ich die Blindenschriftstunde bei Harry überstanden hab.'
Er sagte nichts dazu, aber ich wusste dass er grinste. In diesem Moment hätte ich so gern gesehen wie sein Lächeln aussieht.
'Und ist es soweit?' ich schüttelte den Kopf, als Antwort bekam ich eine extra große Tüte Popcorn in die Hand gedrückt. Er beugte sich zu meinem Ohr runter.
'Ich warte' diesmal ging er und ich öffnete die Tüte und inhalierte den Duft des Popcorns.

Die Tür wurde aufgerissen.
'Mom was soll das ich will alleine sein'
'lass mich nur schnell durch Saugen und deinen Müll mitnehmen.'
Sie saugte durch ohne ein Wort, als ich es rascheln hört wusste ich sie wollte meinen Müll besser gesagt die Popcorntüten mitnehmen.
'nein Mom die nicht lass sie da, die brauch ich noch' etwas ratlos stand meine Mutter im Raum ging aber gleich ratlos wieder.

Ist es schlimm etwas aufzuheben obwohl man noch nicht weiß welchen Wert es hat?

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wäre voll happy über ein paar antworten^^







Teil 1 Teil 2 Teil 3


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