Ich bin schwanger Teil 3

Autor: Alynne
veröffentlicht am: 05.09.2008




Sorry dass es so lang gedauert hat. Ich freu mich natürlich über Tipps, Anmerkungen, (Komplimente natürlich^^) und Kritiken.
Lg
Alynne

Ich komme bei Vince an, und wieder öffnet seine Mutter die Türe. Sie schaut mich wie schon so oft seit man meinen Bauch sieht irritiert an und lässt mich wortlos zu Vince. Einmal hatte sie mir gesagt: 'Es ist nichts gegen dich Mädchen, ich mag dir sehr und ich glaube es ist besser dir passiert so was wie einer anderen die wahrscheinlich anders damit umgehen würde, aber lass mir Zeit. Ich wollte dass Vince Arzt wird, er studiert wie sein Vater und er ein sicheres unspektakuläres Leben führt, jetzt ist alles unsicher.' Ihr liefen dabei Tränen die Wangen herunter, und um sie zu trösten hatte ich erwidert dass Vincents Leben schon aufhörte unspektakulär zu sein als er mich kennen lernte. Sie hatte gelacht und war an dem Abend nett zu mir, doch ich merkte dass es ihr schwer fiel. Jetzt ist sie wieder kalt, doch ich werfe es ihr nicht vor.
Ich komme im Zimmer an und klopfe leise, er öffnet langsam, küsst mich lange und streicht mir eine Strähne aus dem Gesicht die sich aus meinem Zopf gelöst hat. Upps. Hier stimmt etwas nicht, normalerweise war das anders. Er nimmt mich an der Hand und führt mich zum Bett, diese Szene kommt mir bekannt vor… und macht mir Angst! 'Schatz, ich muss dir was sagen, und ich… ich weiß nicht wie du es aufnehmen wirst.' Ok, DAS macht mir Angst. 'Sag schon, was es ist, bevor ich ohnmächtig werde.' Drohe ich mit gespielt ernstem Blick, doch er geht nicht auf den Spaß ein. 'Ich habe eine gute Uni gefunden die mir ein Stipendium anbietet, allerdings müsste ich umziehen… nach Reims.' Reims? Reims… wo zur Hölle liegt das noch mal??? Ohoh, böse Vorahnung!!! 'Dir ist klar dass wir in Valence leben?' er nickt. Ich war noch nie gut im Kopfrechnen, aber ich überlege fieberhaft. 'Wie viele Kilometer sind das?' 'Schatz ich möchte dass du weißt…' 'Wie viele??' Er sieht zu Boden, obwohl wir im Bett liegen, das heißt nichts Gutes. Von St Etienne sind es mindestens 400 km… '590 km' gesteht er schließlich. Ich schaue an mir herunter, den dicken Bauch in dem einen Kind liegt, ein echtes kleines Kind, später hat es vielleicht Zöpfe oder eine Latzhose an… Da fällt mir etwas ein, ich ziehe das Ultraschallbild aus der Tasche. 'Schau her, das ist dein Kind, unser Kind! Und wenn wir genau hinsehen kriegen wir heraus ob es ein Junge oder ein Mädchen ist! Siehst du das?! Schau!' Ich zeige das Bild und weine, er sieht es nur an, ohne es näher zu betrachten. Er nimmt es, legt es weg und sieht mir in die Augen. 'Ich will doch auch für euch sorgen können, später. Ich möchte studieren, einen tollen Job und dann meine Familie umsorgen können. Ich habe lange darüber nachgedacht, und ich weiß es klingt jetzt schlimm, aber wir werden uns in den Ferien sehen können, ich besuche euch jedes Mal wenn ich hier bin.' Er streicht wieder über mein Haar. 'Und du bist und bleibst meine Liebste…' Ich bin traurig, nein, ich bin am Ende, ich werde ein Kind bekommen und alleine mit ihm sein… 'Mein Studium dauert etwa 8 Jahre' sagt er als hätte er meine Gedanken gelesen 'Aber sobald das Kind alt genug ist, kommst du einfach nach und fängst da oben eine Ausbildung an.' Ich werde mein Kind alleine großziehen, bis es alt genug ist?! Wie viel ist denn bitte alt genug??! 'Es fällt mir schwer euch so allein zu lassen aber ich hatte das nicht geplant…' 'Glaubst du ich? Glaubst du ich habe geplant mit grade mal 17 Jahren so einen fetten Bauch zu haben? Ich habe nicht geplant rausgeschmissen zu werden, bei meinen Eltern leben zu müssen die es gerade mal schaffen sich selbst zu versorgen!!! Und ich hatte nicht geplant hier alleine sitzen zu bleiben während ich ein Kind zur Welt bringe und es großziehe, ich hatte gar nichts von dem ganzen geplant, aber wie praktisch für dich dass du weglaufen kannst, ich kann es nicht, aber allein die Vorstellung der Geburt macht mir Angst und du willst mich allein lassen !!' Ich rede mich richtig in Rage, und werde unfair, er kann wirklich nichts dafür aber ich kann nicht anders, meine Angst hat ihren Höhepunkt erreicht und jetzt gibt es kein Zurück. Er hält mich nur in den Armen, nimmt stumm meine Vorwürfe an, er kennt mich zu gut. Er muss nur etwas warten dann bin ich wieder Ok. Ich werde ruhig. Und es stimmt, ich bin wieder normal. Ich muss stark sein? Gut das schaffe ich. Ich muss stark genug für zwei sein? Ich schaffe das. Ich werde im Stich gelassen? Ich brauche niemanden. Ich stehe auf , nehme das Bild und gehe wortlos.
Erika wohnt in einer kleinen Wohnung in der Nähe von 'Baby an Bord' vielleicht 5 Minuten zu Fuß, ich gehe zum ersten Mal hin, obwohl sie und ich uns inzwischen bestimmt an die hundertmal getroffen haben.
Sie öffnet die Tür in Schürze und barfuss. Sie bittet mich stumm herein, ich muss wohl einen schrecklichen Anblick bieten. Tatsächlich habe ich es geschafft das typisch romantische Bild des weinenden Mädchens im Regen darzustellen.
Schweigend reicht sie mir eine Tasse Tee und setzt sich neben mich. In eine Decke gehüllt, mit tropfnassen Haaren und dem dampfenden Tee in der Hand erklärte ich Erika meine Angst davor dass Vince mich zurück lässt. Er wird Arzt , lebt sein Leben in Reims , mich und das Kind wird er vergessen und außerdem bin ich allein wenn das Kind zur Welt kommt. Erika weiß von meiner Angst vor diesen Schmerzen und nimmt mich tröstlich in die Arme, sie schüttelt traurig den Kopf 'Er sollte hier sein.' Schniefend schaue ich auf, so unglaublich das klingen mag, ich will auf keinen Fall dass er seinen Plan für mich aufgibt. 'Es ist seine Chance Arzt zu werden. Danach hat er vielleicht keine mehr. Ich möchte nicht dass er sein Leben für mich auf den Kopf stellt.' Erika sieht mich schockiert an. 'Das klingt als ob du dir die Schuld am Kind gibst und es jetzt alleine schaffen willst.' Ich schlucke meine Tränen hinunter und nicke, es ist de Einzige Weg damit Vince Arzt werden kann, außerdem hat er die Wahl ganz offensichtlich schon getroffen. Trotzdem habe ich schreckliche Angst vor den Konsequenzen seiner Entscheidung. Ich hole das Ultraschallbild aus meiner Tasche, das Glas ist zerbrochen, da ich es in der Hosentasche hatte und gerannt bin, egal. Ich nehme die Glasstücke vom Bild und schaue es aufmerksam an, ich beginne bereits alleine mit dem Kind zu tun zu haben, ich finde heraus ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Erika sitzt neben mir und sieht mir über die Schulter. Na ein Glück habe ich das bei Doktor Eichinger gelernt sonst würde ich wohl genauso ratlos dreinschauen wie Erika, sie hat mir gestanden dass sie diese Dinger nie entziffern konnte. Ich betrachte das Bild genau. Ich erkenne die runde Form des Kopfes, streiche mit dem Finger die Wirbelsäule entlang , das Kind liegt zusammengerollt da ,man sieht es von der Seite, ich folge dem Lauf der Nabelschnur und ... es ist ein Junge. Ich weiß nicht ob ich lache oder weine, vermutlich etwas dazwischen, während ich Erika das Bild zeige und ihr alles erkläre. Sie nimmt mich in den Arm und lacht. 'So und jetzt such dem Kleinen einen Namen aus und vergiss deinen Schmock-Freund!' sie benutzt oft das jiddische Wort wenn ihr jemand nicht passt. Da muss ich wieder an Vince denken. Ich atme tief durch, ich hab das hier ohne ihn gemacht und werde den Rest auch schaffen.







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