Tell the truth Teil 3

Autor: Angel of Summer
veröffentlicht am: 14.06.2008




Nach einem gemütlichen und gesundem Frühstück machten sich die beiden Freunde, Steffi und Mag, mit dem Zug auf zu Steffis Tante. Die Zugfahrt dauerte jedoch bedauerlicher Weise mehrere Stunden und mehrfaches Umsteigen. Doch als sie endlich in der richtigen Stadt angekommen waren, standen sie schnell vor der richtigen Wohnung, da Steffi einen ausgeprägten Orientierungssinn besaß. Mag drückte die Klingel, die lange nachläutete, worauf ihnen eine Frau die Tür öffnete und sie mit einem freundlichen Lächeln herein bat. Mag war begeistert. So eine Tante hätte sie auch gerne. Sie hatte blonde, ordentlich zu einem Dutt gebundene Haare und eine schöne Figur. Dazu schien sie sehr modebewusst zu sein. Sie trug ein schwarzes Oberteil mit weitem Ausschnitt und eine schwarze Stoffhose. Jedoch dazu eine rote, große Perlenkette um den Hals und einen roten breiten Gürtel um die Taille.Mag stapfte durch die Türschwelle und sah sich um. Die Wohnung war geprägt von der Farbe weiß, soweit man Weiß als Farbe bezeichnen kann. Weiße Ledersofas, eine weiße Küche, weiße Fliesen…auf Mag wirkte das viel zu viel, was sie jedoch für sich behielt.'Dann kommt mal mit.', holte sie Helenas raue Frauenstimme wieder aus ihren Gedanken. 'Wollt ihr was essen, oder sollen wir gleich zum Umstyling übertreten?' 'Umstylen!', schallte Steffis Antwort wieder. 'Gut. Geht klar.' Steffi und Mag dackelten ihr hinterher in eine Art Gestezimmer, wo Helena etwas aus dem Schrank fischte. 'So, diese hier hast du zur Auswahl.', sie musterte Mag genau, 'Oh, du bist doch ein wenig zierlicher als ich dachte. Dann wird dir das hier mit Sicherheit am besten stehen.', sie hielt ihr ein schwarzes, elegantes Abendkleid mit Pajetten um das Dekollete hin. 'Du kannst dich hier neben umziehen.', sie deutete auf eine andere Tür, worin Mag schnell verschwand. Sie fand sich nun in einem, na ratet mal, weißem Bad wieder. Innerhalb kürzester Zeit lagen ihre Klamotten auf den Boden und sie streifte das Kleid über. Einen kritischen Blick im Spiegel, das Kleid war sehr Figurbetont und Mag sehr, sehr unsicher, ob sie das tragen könnte. Mit dieser Unsicherheit kam sie in den Raum zurück, in dem Helena und Steffi warteten. Gespannt drehten sich diese um. 'Unglaublich! Wow, Mag, du siehst fantastisch aus!', Steffis strahlendes Gesicht machte klar, dass sie das nicht einfach nur so sagte, sondern von ganzem Herzen so meinte. Helena nickte zustimmend. 'Findet ihr echt? Ist der Ausschnitt nicht ein wenig zu tief ausgeschnitten?', Mag schaute Helena mit einem scheuen Rehblick an. Diese schüttelte heftig den Kopf: 'Solche saftigen Mangos wie deine sollte man offen zeigen!'. Mag errötete ein wenig durch Tante Helenas offene Art.
'Sie hat Recht! Du hast so schöne Brüste. Das wäre doch schade, wenn sie keiner zu sehen bekommt.'
/Nicht du auch noch, Steffi!/
'Jetzt wo wir das geklärt haben, müssen wir nur noch auf den Frisör warten. Er ist sehr professionell, braucht dafür aber auch seine Zeit. Wir müssen mit gut einer Stunde rechnen.', Helena führte sie weiter in die Küche, wo sie sich an den Glastisch setzten. Nur Helena kochte Kaffe. 'Leg dir das auf den Schoß, nicht, dass du das Kleid versaust. So eine Sau, wie du immer bist.', Steffi hielt ihr das Objekt vor die Nase.
'Hach, danke.', Mag gehorchte und legte sich die Schürze um.
Sie friemelte an einer Serviette herum, 'Warum darf ich eigentlich auf diese Gala?'
'Das würde ich auch gerne wissen, du hast so schnell zugesagt.', ergänzte Steffi, worauf sich Helena den beiden Mädchen zuwandte und sich am Kopf kratzte. 'Ich sollte sowieso eine Begleitung für meinen Chef suchen.'
'Was?!'
'Ja, seine Frau hat sich von ihm getrennt und er wollte mit einer hübschen Dame hingehen, um sie eifersüchtig zu machen und ihr ein zu drichtern, dass sie zurückkommen soll.'
Helena brachte jedem eine Tasse Kaffe, stellte Kekse auf den Tisch und setzte sich zu ihnen. Mag schüttete ordentlich Milch in ihre Tasse, da das schwarze Gebräu für sie sonst ungenießbar war. 'Aha, und was ist das genau? Was muss ich da machen? Meinst du ich kann das?'
Helena dachte kurz nach: 'Klar, das ist zwar offiziell eine ‚Gala', aber eigentlich ist es eine Party für die ganzen erfolgreichen Menschen in Deutschland. Deswegen dürfen auch keine Reporter kommen, sie wollen ungestört abfeiern. Also dürftest du da kein Problem haben. Außer…Kannst du tanzen?'
'Ob Mag tanzen kann? Sie hat letztes Jahr den Tanzwettbewerb in Heidelberg gewonnen!', platzte Steffi dazwischen.
'Irgendwas muss man ja können.', Mag machte eine wegwerfende Handbewegung.
'Dann ist doch alles gut.', Tante Helena nippte an ihrem Kaffe.

Nach einer Stunde gemütlichem Kaffeklatsch tauchte der angekündigte Frisör endlich auf. Es handelte sich um einen dünnen, großen Mann im rosa Hemdchen. Er trug Sack und Pack bei sich und begrüßte die drei Frauen mit einem lockeren Händedruck. 'Zu aller erst: nennt mich Alois! So, wo das geklärt ist: Aus wem darf ich die Schönheit herausholen?', er sprach ein wenig durch die Nase und klatschte in die Hände. 'Aus mir.', stellte sich Mag vor ihn. 'Sehr gerne, Mademoiselle.', er küsste sanft ihre Hand. Nachdem sich Mag zurück auf ihren Stuhl gesetzt hatte, breitete der Mann sein ganzes Hab und Gut auf dem Tisch aus. Er lief um sie herum und betrachtete ihre Haare, die offen über fast den halben Rücken hingen. 'Dürfte ich sie ein wenig formen?', er schnippte zweimal in der Luft mit seiner Schere.
'Klar! Sehr gern!', Mag liebte Veränderungen auf ihrem Kopf. 'Merci!', der Frisör setzte an und bearbeitete ihre Haare.
Innerhalb von gut einer dreiviertel Stunde legte er seine Werkzeuge weg und hielt ihr einen Spiegel hin: 'Voilà!'
Mag strich sich durch ihre neue Frisur und lächelte. Alois hatte ihr einen modernen Stufenschnitt verpasst, der ihre Haare noch voller wirken ließ und dazu glänzten sie aus voller Kraft. Auch Steffi und Helena gefiel der neue Look viel besser. 'Da brauchst du gar keine Hochsteckfrisur mehr', zwinkerte ihr Steffi zu.
'Doch! Sobald der Mann ihre Frisur für eine nächtliche Orgie löst, wird er eine neue Überraschung erwarten.', erwiderte Alois. 'Es wird zu keiner Orgie geben.', zog Mag ihre Augenbrauen herunter und schüttelte empört den Kopf. 'Das wird schwer zu verhindern sein, Mademoiselle.'
'Jetzt reicht's doch mal!', schaffte Mag es endlich diese merkwürdige Unterhaltung zu beenden. Der Frisör machte sich wortlos zurück an ihre Haare und begann sie kunstvoll hoch zu stecken.
Steffi und Helena saßen in der Zeit mit am Tisch und schlürften gemütlich ihren Kaffe zu Ende.
Eine erneute Stunde später stand Helena von ihrem Platz auf, angetrieben von der Türklingel. Die drei, die noch in der Küche standen und saßen, hörten wie ein Mann Helena ziemlich aufbrausend anfuhr. 'Hab ich dir nicht gesagt, dass ich eine Begleitung brauche?! Wie lange willst du mich denn warten lassen? Sag bloß, du hast noch niemanden besorgt?!''Doch, doch! Ich wollte dich überraschen. Du wirst staunen!', versuchte Helena ihn zu beruhigen, was nicht so ganz klappte. 'So kommst du mir immer! Du kannst nicht alles in letzter Minute machen! Ich will in einer halben Stunde hier los, wenn da noch niemand hier-''Sie ist in der Küche!', unterbrach ihn Helena, da ihr die Situation sehr unangenehm war. Sie wusste genau, dass die anderen drei sie hören konnten.
'Oh, wirklich?'
'ja.', antwortete sie sanft.
Zur gleichen Zeit saßen Mag und Steffi in der Küche und starrten sich an. Sie hatten das Gefühl sich über Schallwellen unterhalten zu können, denn beide wussten, was der jeweils andere dachte. /Mit so einem grantigem Kerl soll ich den Abend verbringen?/Alois beendete seine Arbeit und hielt ihr den Spiegel vor. Wieder waren beide sehr zufrieden.'Ich werde dir nur noch etwas Make-up auflegen.', sprach der Frisör, während er schon begann seine Wimperntusche und andere Utensilien raus zu kramen.

'Darf ich sie sehen?', wurde Helenas Chef wieder etwas freundlicher.
'Wenn sie fertig ist, ja.', Helena verschränkte ihre Arme.
'Du hattest auch mal mehr Respekt.'
Helena zuckte mit den Achseln: 'Selbst Schuld.'
'Sag bloß, du trägst mir das immer noch nach.'
'Wie kommst du denn darauf?', fragte sie ironisch und verdrehte ihre Augen.
'Das klären wir am Montag in meinem Büro, ja? Also, kann ich sie jetzt sehen?'
'Ich guck mal, warte hier.', Helena trat in die Küche und stellte erfreut fest, dass Mag fertig war, und wirklich umwerfend aussah. Steffi wunderte sich mal wieder, warum sie solo war. An ihrem Aussehen konnte es nicht liegen.
'Deine Begleitung würde dich gerne sehen.', grinste Steffis Tante.
'Sicher, dass du sie auf diesen Mann loslassen willst?', wisperte Steffi, damit der Mann im Flur sie nicht hören konnte.
Helena schmunzelte ein wenig: 'Keine Sorge, er ist vollkommen ungefährlich.'
'Wenn er sich nicht benehmen kann, trete ich ihm zwischen die Beine!', klang Mag entschlossen, wobei sie lediglich versuchte ihre Unsicherheit in Griff zu bekommen.
'Ich werde Ihnen keinen Grund geben mich zu treten.', öffnete sich die Küchentür. Die Vier Personen drehten sich geschockt um.
'D-dann wäre das ja geklärt.', versuchte Mag lächelnd die Situation zu entschärfen. 'Ist das meine Begleitung?!', fragte der Mann patzig.
'Ja…', antwortete Helena etwas verunsichert.
Er ging an ihr vorbei: 'Ich heiße Luke Scholz. Und wie darf ich Sie nennen?'
'Mag.'
'Mag? Von Maggan, nehme ich an?'
'ja.'
'Dann nenne ich Sie Maggan. Also darf ich Sie bitten, mich zu begleiten?'
'Jetzt?', Mag machte große Augen. Sollte sie wirklich mit einem fremden Mann mit fahren? Einen uneinigen Blick ließ sie Steffi zu teil werden, diese machte eine daumendrückende Handbewegung.
Luke Scholz war sehr groß, hatte blonde Haare und blau-graue Augen, die Mag innerlich zu versteinern schienen, dazu eine große, etwas kräftige Statur.
Er ging auf eine schwarze Limousine zu, stieg hinten ein und schlug die Tür wieder zu. Mag wunderte sich, lief um den großen Wagen herum, winkte ihrer Freundin abschließend zu und setzte sich auf die andere Seite. 'Das war aber nicht Gentleman-like.', beschwerte sie sich prompt ohne drüber nach zu denken. 'Ich hatte nie vor ein Gentleman zu sein!'
Maggan ließ es dabei bewenden und widmete ihre Aufmerksamkeit dem Innenraum. Sie saß auf hellbraunen Ledersitzen. Neben ihr war eine kleine Minibar, wo sie sofort begann das Inventar zu checken. Auf einmal wurde ihre Hand festgehalten. Mag drehte ihren Kopf und erwischte aus versehen seine blau-grauen Augen. Wieder hatte sie das Gefühl zu versteinern. 'Fass nichts an!', er ließ ihre Hand wieder los. Schnell richtete sie ihren Blick aus dem Fenster. Bäume fuhren an ihr vorbei und ließen ab und an etwas Sonnenlicht durchscheinen. Die Nervosität und Unsicherheit in ihr wuchs. War das die ganze Sache wert? Jetzt war es sowieso zu spät….
'Tut mir Leid.', hauchte er leise über seine blassen Lippen. 'Kein Problem.', lächelte Mag ihn an, während sie seinen Pupillen absichtlich auswich.
'Wie alt sind Sie denn?'
'17, also können Sie mich ruhig duzen. Darf ich Sie auch duzen?'
'Nein.', antwortete er trocken.
'Herr Scholz, wir sind da.', kam die Stimme des Chauffeur durch einen Lautsprecher. Mag stieg aus und sah das Gebäude, was sich vor ihr erstreckte. Sie könnte schwören, sie befinde sich im Weißen Haus. Anders konnte sie das Haus auch nicht beschreiben.
'Hak dich bei mir ein.', verlange Luke in einem bestimmenden Ton.
'Nein.', sie verschränkte ihre Arme, 'ich hänge mich bei niemandem ein, den ich nicht mal duzen darf.'
'Hör auf solche Zicken zu machen!', er riss an ihrem Handgelenk, worauf sie aufhörte sich zu wehren. Widerwillig hakte sie sich ein. Gemeinsam schritten sie durch die Tür, die ihnen aufgehalten wurde. Ein Butler kam auf sie zu und nahm ihnen die Jacken ab. 'Dankeschön!''Lass das!', fuhr sie Luke erneut an. Eine ungewollte Wut brodelte in ihr auf, die sie jedoch bevor etwas Ungeplantes passieren konnte, wieder runterschluckte. 'Was hat Helena bloß gedacht, mir so ein Kind vor die Nase zu stellen?!'
'Ich geh ja schon!', drehte sich Mag auf ihren hochhackigen Schuhen wieder um und wollte gehen. Ein kurzer Gedanke an Kyle zog durch ihren Kopf, welcher aber durch Lukes erneute grobe Handgreiflichkeit unterbrochen wurde. Wieder weitete Mag ihre Augen. Luke kam mit seinem Gesicht ganz nah an sie ran und hauchte ihr ins Ohr: 'Glaub mir, ich habe kein Problem damit eine Frau zu schlagen. Hast du mich verstanden?!'
Mag nickte und folgte ihm wie ein geschlagener Hund. Was war das nur für ein brummiger Kauz? Bluffte er, oder würde er sie schlagen?
'Also?', er hielt ihr den Arm wieder hin, worauf sie sich ohne Anstalten wieder einhängte. Sie betraten endlich den Raum, in dem sich das eigentliche Geschehen abspielen sollte.Mag bemerkte sofort die ganzen Menschenmengen, die fröhlich im Saal herumlungerten. Wo sollte sie denn hier Kyle finden? Verwirrt suchte sie die Personen ab und scannte die Gesichter. Sie fand ihn nicht.
'Herr Scholz! Schön, dass Sie hier sind!', kam ein Mann mittleren Alters auf Luke zu und schüttelte ihm kräftig die Hand. 'Wer ist denn Ihre Begleitung. Eine neue Flamme?'
'Eine Flamme auf Probe.', entgegnete Luke, 'Das ist Maggan Bendson.'
'Hallo schöne Frau.', der Mann küsste ihren Handrücken, 'Es freut mich sehr, ihre Bekanntschaft zu machen.'
Mag nickte. /Maggan Bendson? Was soll das denn? Ich heiße Ryan! Na gut, heiß ich für heute Abend Bendson…/
'Geben Sie uns einen Tisch für Zwei?'
'Sehr gerne. Etwas abgegrenzt, wie ich Sie kenne?'
'Sehr richtig!'
'Oh nein! Warum setzen wir uns nicht zu anderen? Ist doch viel schöner!', warf Mag ein, der die Vorstellung überhaupt nicht gefiel, mit Luke den ganzen Abend alleine zu sitzen. Außerdem musste sie doch Ausschau nach Kyle halten. Jedoch erntete sie einen Blick von seinen kalten Augen und zog sich zurück. 'Ist gut. Dann eben in die Ecke…'
'Dann nehmt doch einfach hier Platz.', der fremde Mann zeigte auf einen gemütlichen Tisch abgelegen von allen anderen, und mit einem Vorhang verdeckt. /Muss das sein?!/
'Jetzt benimm dich! Unglaublich, was du dich traust!', beschwerte sich Luke wieder, als sie alleine waren.
Auf der großen Bühne, auf der bis eben eine Band Tangomusik gespielt hatte, erschien eine Frau und hielt sich ein Mikrofon vor die Lippen, hielt eine kurze Begrüßungsrede, der Mag kaum Aufmerksamkeit widmete und stakste wieder von der Bühne runter, worauf die Band einen Walzer spielte.
'Da kommt das Essen. Ich habe mir erlaubt, für dich zu bestellen. Ich hoffe, du kannst wenigstens essen, ohne mich zu blamieren.', Luke sah sie nicht an.
'Ich fresse wie ein Schwein.', entfuhr es ihr. Ihr Drang ihn zur Weisglut zu treiben wuchs von Sekunde zur Sekunde. Sie hatte keine Lust sich von ihm unterbuttern zu lassen.
'Ich wünsche guten Appetit.', eine freundliche Bedienung stellte das Essen auf den Tisch und schloss die Vorhänge wieder.
'Oh, wow! Hammer!', Mag öffnete die silbernen Hauben. Ein für sie unvergleichlich gut duftendes Essen qualmte vor ihr vor sich hin, sie hatte jedoch keine Ahnung, was es genau war.
Sie nahm die Gabel und wollte als erstes etwas von dem Fleisch probieren.
'Du solltest lieber nur Salat essen.'
'Willst du damit sagen ich bin dick?!'
'Ich habe dir verboten, mich zu duzen!'
'Und ich habe gesagt, dass ich jeden duze, bei dem ich mich einhänge. Außerdem hast du das Essen bestellt, also darf ich das ja wohl essen. Man hast du eine Logik.', provokativ piekste sie mit der Gabel ins Fleisch und schmatzte wohlwollend auf. 'Köstlich!'
'Nein, dieses Gericht war für mich! Der Salat hier ist für dich.'
'Zu spät!', grinste sie mit vollen Backen.
Luke gab sich geschlagen, wobei ihm der Umstand keinesfalls zusprach. Schweigend aß jeder sein Gericht. Danach lehnte sich Mag zufrieden zurück, gleichzeitig fiel ihr der eigentliche Grund wieder ein, warum sie das über sich ergehen ließ. Nur wie könnte sie sich genauer umsehen? Dann merkte sie richtig die Glühbirne über sich aufflammen.
'Herr Scholz.', sie setzte ihre freundlichste Stimme auf, 'würden Sie mit mir tanzen? Die spielen grade einen Jive! Ich liebe Jive.'
'Schön für dich. Freu dich und bleib auf deinem Hintern sitzen.'
Mit so einer Antwort hatte sie schon gerechnet. 'Ach, können SIE etwa nicht tanzen? Na gut. Ich find schon jemanden, der mit mir tanzt, Adios!', sie wollte gerade durch den Vorhang schreiten, da hörte sie seine Stimme: 'Bleib hier!'
Ohne zu reagieren lief sie auf die Tanzfläche. Aufbrausend kam er hinter ihr her, verkniff es sich aber, sie vor allen anzuschreien und nahm sie lieber in Tanzhaltung.
'Können Sie Jive?'
Stumm setzte er den Tanz an. /Ah gut./
Nach kurzer Zeit bemerkt Mag, dass er nur den Grundschritt beherrschte, gab sich damit aber zufrieden, da sie nun ungestört die anderen Paare beobachten konnte.
Gesicht für Gesicht untersuchte sie die verschiedenen Charaktere in diesem überfüllten Saal.Auf einmal schlug eine Welle voller unbekannten Gefühlen durch ihre Organe. Das musste er sein. Ein Schönling tanze direkt gegenüber von ihr mit einer Art 'Superblondine'. Mag fixierte seine Augen und erkannte sofort diese offenen, warmen, dunkelbraunen Augen, den perfekten, muskulösen Körper, diese Haare, der Teint.
/Der sieht live ja noch hundert mal besser aus.../ Sie erwischte sich dabei, wie sie in Gedanken zu ihm hinraste und sich in seine Arme schmiss. Schnell holte sie sich wieder zurück und bemerkte, wie er die Frau in seinen Armen anblickte. Dieser Blick sagte mehr als tausend Worte. Ein Stechen jagte ihr durchs Herz. Was sollten diese komischen Bewegungen in ihrem Inneren? Was konnte sie dagegen tun?
'Das reicht für Heute! Ich muss noch wichtige Gespräche führen und du kommst mit.'
'Tu ich das?'
'Ja!', schon schleppte Luke Mag mit sich mit und blieb vor einem älteren Mann stehen.
Dieser hatte schwarze Haare und einen Kringelbart. 'Sir Smith, darf ich Ihnen Maggan Bendson vorstellen?'
Smiths Augen wanderten zu ihr und begrüßten sie mit einem sanften Lächeln.
'Reizend.', brachte er raus. Kaum sah er Luke wieder an, verfielen die zwei Männer einem trockenem Gespräch über die neusten Neuigkeiten der Businesswelt.
Luke Scholz hielt viele solche geschäftlichen Gespräche, bei denen Mag nicht wirklich zuhörte. Immer nur freundlich lächeln, die Hand geben und nicken. Todlangweilig. Erst als Luke auf Kyle zusteuerte, was Mag erst sehr spät realisierte, wurde sie wieder aufmerksam.Schnell tastete sie ihre Frisur ab, die noch in Ordnung zu sein schien, zuppelte an ihrem Kleid und ließ sich nichts mehr anmerken, als Kyle sich zu ihr wandte und Luke die Hand gab.'Herr Scholz! Wie geht es Ihnen?', seine freundliche Stimme war unverwechselbar. Mag jedoch schenkte er nicht einen kleinen Blick. Nichts. Nada. Also versuchte sie es mit einem freundlichen Lächeln. Wieder kein Erfolg. Kyle ließ seine Hände in die Hose sinken und unterhielt sich mit Luke über oberflächliche Themen.
'Darf ich Ihnen vorstellen, Mister Avery? Das ist Frau Maggan Bendson.'
/Das ist meine Chance!/
'Guten Abend, Mister Avery.', ihre Handfläche wurde feucht, wie immer, wenn ihr etwas sehr unangenehm war.
'Guten Abend Miss Bendson.', gab ihr Kyle fröhlich die Hand. Hoffentlich bemerkte er ihre schwitzigen Hände nicht. Schließlich war das Mags allererste Berührung mit dem Mann, den sie für sich gewinnen wollte. Sie war sofort begeistert von seinen zarten, weichen, dennoch männlichen Händen. Ewig wollte sie diese Hand festhalten. Moment…WOLLTE. 'Emm, ja…', zog Kyle seinen Arm zurück, als Mag diese verträumt mit den Ihren umschlossen hatte. Für den Rest der Unterhaltung konnte Mag seine Augen wieder nicht für sich gewinnen.

Mit Luke zusammen lief sie wieder zu deren Platz zurück. Das war ja wohl ein Reinfall…So hatte sie sich die Sache mit Sicherheit nicht vorgestellt….Sie musste seine Aufmerksamkeit gewinnen. Nur wie? Ein verzweifelter Seufzer bahnte sich den Weg durch ihre Lippen. /er ist süßer als ich mir je erträumt hätte.../







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