Die zwei Schwestern - Ladys von Shiringham Teil 3

Autor: 2-Autoren-Geschichten
veröffentlicht am: 22.08.2008




Mit tränenverschmierten Gesicht sah Catherine zu Vivien hinüber, die zitternd den Brief in den Händen hielt.
Tief einatmend drehte sie sich kurz weg, um sich die aufsteigenden Tränen wegzuwischen.'Er hat uns sehr geliebt. Es ist nicht fair, dass er gestorben ist', flüsterte Catherine mit trauriger Stimme und holte Vivien aus ihren Gedanken heraus.
'Was ist auf dieser Welt schon fair?' gab Vivien mit trauriger Stimme die Gegenantwort'Da hast du recht. Nichts ist wirklich fair auf dieser Welt.'
Ein wenig gefasster nahm sie Vivi nun vorsichtig den Brief aus der Hand legte ihn zurück in den dicken Briefumschlag.
'Du solltest dich hinlegen. Die Reise war sicherlich anstrengend und du bist müde. Geh schlafen, ich hab dein Zimmer schon fertig gemacht', sagte Cathy und blickte ihre Schwester liebevoll an.
'Danke Cathy, ' erwiderte Vivien müde,' ich glaube schlafen ist jetzt das Einzige vernünftige. Gute Nacht.'
Mit einem traurigen Lächeln verschwand Vivi aus dem Zimmer.
Nun ließ Catherine ihren Gefühlen freien Lauf. Tränen bahnten sich ihren Weg die Wangen entlang und ihr Herz klopfte schmerzend schneller.
Halt suchend hielt sie sich an ihrem Tisch fest und atmete tief ein und aus.
'Reiß dich zusammen! Vivi ist hier, sie darf dich nicht so sehen.'
Wieder wischte sie sich die Tränen weg und wartete einen Augenblick bis sie wieder klar denken konnte. Bis sie den Schmerz in einer dunklen Ecke ihres Herzens verdrängen konnte und ihn nicht mehr allzu sehr spürte. Sie wusste dass er da war, doch er war nicht so schmerzend wie vorhin. Er war nun betäubend.
Nun machte sie sich wieder an die Arbeit. Es musste noch viel erledigt werden. SIE musste noch viel erledigen.
Hoffentlich schlief Vivien gut. Das wäre wenigstens etwas worüber sie sich freuen könnte.

Vivien hatte befürchtet, wegen dem ganzen Geschehenen vielleicht nicht schlafen zu können, aber sie fühlte sich in ihrem alten Zimmer sofort wieder so, als wäre sie nie weggewesen, und kaum hatte ihr Kopf das Kissen berührt, war sie auch schon eingeschlafen.
Am nächsten Morgen würde Vivien vom zwitschern der Vögel und den Sonnenstrahlen geweckt die auf ihr Kopfkissen schienen. Sie reckte und streckte sich und sah sich dann erstaunt um. Erst da fiel ihr wieder ein, was am Abend zuvor geschehen war und wo sie sich befand. Das Zimmer war immer noch genau so eingerichtet wie zu ihrer Jugendzeit. Das breite Bett war mit Decken und Kissen aus rosa Seide bezogen und leuchtete in der Morgensonne. Das Bett selbst war aus fast schwarzem Holz gefertigt und bildete einen eindrucksvollen Kontrast zu Kissen und Decken. Ihr Frisiertisch bestand ebenfalls aus dunklem Holz, hatte aber wunderschöne kleine weiße und rosafarbene Perlen eingesetzt und einen schönen großen ovalen Spiegel. Vor genau diesem Frisiertisch ließ Vivien sich nun nieder und klingelte mit einer kleinen Glocke nach ihrer Kammerzofe. Nach einer Weile öffnete sich die Tür, aber anstatt einer Kammerzofe betrat Catharina das Zimmer.'Huch, Schwesterherz, was machst du denn hier?!' versuchte Vivien die Stimmung aufzulockern, was ihr anscheinen auch gelang, denn sie sah ein kleines schelmisches Aufblitzen in Catharines Augen.
'Ich habe mir die Freiheit genommen, dir statt deiner Kammerzofe mit dem Anziehen zu helfen. Aber falls du deine Kammerzofe bevorzugst, sie würde sich bestimmt auch freuen, ' antwortete diese schmunzelnd.
'Nein nein, ' lächelte Vivien, 'das ist schon besser so.'
Sie erhob sich von dem kleinen zierlichen Hocker und begab sich zu ihrer Kleidertruhe. Nach einigen hin und her fand sie schließlich ein nicht zu warmes und doch züchtiges Sommerkleid in das sie sich von Catharine hinein helfen ließ.
'Mein Gott, wie lange hab ich das schon nicht mehr angehabt?! Passt es noch?!' fragte Vivien leicht amüsiert, als Catharine begann das Korsett zu schnüren.
'Es könnte ein wenig eng werden, aber ich quetsch dich da schon hinein', scherzte Catherine und schnürte das Korsett ohne Probleme zu.
Nachdem Vivien nun endlich in ihrem hellgrünen Kleid steckte, bat sie Cathy ihr noch die Haare zu frisieren. Ihre Schwester hatte ihre Haare wie immer zu einer wunderschönen Frisur hochgesteckt, die ihr Gesicht sehr vorteilhaft betonte. Vivien hatte sie früher oft um ihre hellblonden Haare, und die schönen blauen Augen beneidet. 'Aber mach was Hübsches ja?!'

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'Etwas anderes würde ich gar nicht wagen, Lady Vivien', imitierte sie Viviens Kammerzofe. Ein Lachen erfüllte den Raum. Ein Lachen, dass man lange nicht mehr gehört hatte.
'Was genau willst du denn für eine Frisur haben? Lieber etwas offenes? Oder etwas hochgestecktes?', fragte Catherine während sie mit ihren Fingern sanft durch Viviens Haare strich.
'Aber Lady Catherine, es ist ungehörig seine Haare offen zu tragen. Was sollen denn die Leute von Ihnen denken?!' ahmte Vivien die entsetzte Stimme ihrer zweiten Kammerzofe, einer lieben, aber strengen älteren Frau nach. 'Diese Mädchen von heute…' setzte sie noch hinzu, bevor sie vor lachen beinahe vom Stuhl rutschte.
Lächelnd machte sich Catherine an die Arbeit. Sie war sehr geschickt und schon nach weniger Zeit waren Viviens wunderschön weiche Haare hochgesteckt.
'Was sagen sie, Lady Vivien? Ist dies die Frisur die ihrem Geschmack entspricht?', fragte Catherine wie Vivien Kammerzofe.
'Naja, für den normalen Hausgebrauch ganz annehmbar, aber es ist nicht wirklich etwas Besonderes' näselte Vivien mit gekünstelter Stimme, woraufhin sie sich einen Klaps auf den Kopf einfing.
'In 10 Minuten gibt es Frühstück. Und wehe du kommst zu spät, Schwesterherz ', sagte Catherine lächelnd. Sie sah ihre Schwester noch einige Sekunden an, ehe sie kopfschüttelnd aus dem Zimmer verschwand. 'Vivien, zum Glück bist du mir ja noch geblieben.'
Eifrig schritt sie die Treppen hinab und marschierte in ihr Zimmer.
Doch dort blieb sie nicht lange. Sie musste zu ihrer Mutter. Und Vivien auch, aber später. Also machte Catherine sich wieder auf den Weg in Mutters Zimmer, und dort blieb sie bis das Frühstück gebracht wurde.

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Sorry dass es dieses Mal etwas länger gedauert hat und wir doch nur so wenig geschrieben haben aber es nicht einfach unsere Sachen so zu legen dass wir parallel Zeit zum Schreiben haben. Aber ich denke wenn wieder Schule ist wird sich das auch wieder ändern bzw während der nächsten Wochen.

Liebe Grüße
Sani und Dani







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