Wenn Ärzte nicht mehr weiter wissen, kommt die Liebe Teil 23
Autor: sandy
veröffentlicht am: 31.05.2009
Hannah schreckte schweissgebadet hoch und starrte aus ihrem Fenster. Ein schwacher Lichtschein erhellte ihr Zimmer und tauchte alles in ein saftiges orange.
Sie wischte sich den Schweiss von der Stirn und atmete tief aus. Der Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es erst acht Uhr war. Müde liess sie sich nochmals in die Kissen fallen und versuchte den Traum zu vergessen. Sie stand wieder in dieser Gasse, ganz alleine und der üble Gestank von Zigaretten war ihr in die Nase getreten. Plötzlich waren da Männer! Viele Männer die sie böse anfunkelten. Ein fester Griff an ihrem Arm hatte sie gleich aus dem Schlaf gerissen.
Angst machte sich in ihr breit! Am liebsten wäre sie für immer hier liegen geblieben und gar nicht mehr rausgegangen. Sie spürte immer noch den Griff an ihrem Handgelenk und wie der Typ sie unsanft an die Wand gedrückt hatte. Sie erschauderte kurz und sie verkroch sich tiefer in ihrer Bettdecke. Wie so viele Male schwebten ihre Gedanken zu Anthony und sie presste kurz die Lippen zusammen. Sie hatte gestern so sehr gehofft, dass er anrufen würde, aber ihr Handy war die ganze Zeit still gewesen. Vielleicht war es wegen Jake?? Vielleicht dachte er, sie wäre wütend auf ihn? Sie müsste es eigentlich sein… und doch brachte sie es einfach nicht über sich! Vielmehr machte sie sich Sorgen! War gestern vielleicht noch etwas passiert? Sie wollte ihn nicht wieder im Krankenhaus sehen! Vielleicht sollte sie ihn anrufen… Nein, er war bestimmt noch am schlafen und sie wollte ihn nicht nerven.
Unten war Geklimper zu hören. Ihre Eltern waren bestimmt schon am Frühstück machen.
Als sie gestern nach Hause gekommen war, war ihr Vater immer noch aufgewesen und hatte gewartet bis sie nach Hause kam. Als er ihr besorgtes Gesicht gesehen hatte, wollte er gleich wissen, was los war, aber Hannah sagte nur sie wäre müde. Zum Glück war ihr Vater ein wenig naiver als ihre Mutter, denn mit einer solchen Antwort wäre sie bei ihr nicht gelandet.
Langsam stand sie auf und schlurfte nach unten. 'Guten Morgen Spätzchen.' Begrüsste sie ihr Vater und blickte von seiner Zeitung auf. Ihre Mutter stellte ihr einen Teller hin. 'Es ist gestern recht spät geworden Hannah. Wir haben doch ausgemacht das du um drei zu Hause bist.' 'War ich ja.' 'Nein, du bist eine Viertelstunde zu spät gekommen.' Hannah sah zu ihrer Mutter auf. 'Du warst noch wach?' Ihre Mutter sah sie aufmerksam an und nickte. 'Natürlich ich konnte nicht schlafen.' 'Aber Dad war doch wach… ihr habt BEIDE auf mich gewartet? Wow… ich liebe euch wohl wirklich am Herzen.' Brummte sie. 'Wie bist du nach Hause gekommen?' wollte ihr Vater wissen, ohne auf die Bemerkung zu achten. An seinem Schnurrbart hing ein Stück Spiegelei. Hannah deutete darauf und er hob kurz die Unterlippe um es einzusaugen. 'Mit Jake und Kate.' Antwortete Hannah wahrheitsgetreu. Eigentlich wurde sie immer rot wenn sie sie lügen musste, doch da ihre Mutter nur nach ihrer Begleitung auf dem nach Hause Weg gefragt hatte konnte sie beruhigt sein. Aufmerksam betrachtete ihre Mutter sie, entdeckte aber keine roten Flecken im Gesicht ihrer Tochter und auch die Stimme hatte nicht angefangen zu zittern und so wandte sie, sie dem Bierbauch von ihrem Gatten zu. 'Wer hat gestern die ganzen Schokokekse aufgefuttert?' Ihr Vater tat so als würde er sie nicht hören und tat so als würde ihn ein Artikel besonders interessieren.
Hannah musste schmunzeln. Nach zwanzig Jahren Ehe war ihnen wohl der Gesprächsstoff aufgegangen und so begann ihre Mutter ihren Ehemann äusserlich zu kritisieren und ihr Vater sich über die Kochkünste ihrer Mutter lustig zu machen.
Als der Mittag anrückte, hielt es Hannah nicht mehr aus! Sie musste einfach wissen wie es ihm ging! Ein wenig unsicher wählte sie seine Nummer und hielt ihr Handy ans Ohr.
Hoffentlich erklang nicht wieder eine fremde Stimme im Hintergrund.
'Hannah?' ertönte am anderen Ende der Leitung seine Stimme. Ihr Herz fing an mächtig zu klopfen. 'Hey Anthony… wie geht es dir?' 'Gut danke und dir?' 'A- auch gut. Ist gestern noch was passiert?' Kurze Stille trat ein. 'Nein.' Sagte er endlich. 'Nein, es ist nichts mehr passiert. Hör mal Han, können wir uns nachher treffen? Ich muss unbedingt mit dir reden.' 'Ja, klar.' 'Okay, ich bin in zehn Minuten bei dir. Kannst du draussen warten?' 'Ja, klar!' 'Okay bis dann!'
Mit flauem Gefühl in der Magengegend ging sie nach unten, zog sich Schuhe und Jacke an und ging dann nach draussen. Sie musste nicht lange warten und da sah sie ihn auch schon um die Ecke kommen. Ihr Herz begann mächtig zu pochen. 'Hallo.' Er lächelte und blieb vor ihr stehen. 'Du bist wohl jetzt verdammt wütend.' Er sah sie etwas unsicher an. Sie sah ihn erstaunt an. 'Nein! Bin ich nicht. Wieso sollte ich auch?' 'ähm… na ja, wegen gestern.' 'Anthony du selbst hast doch gesagt dass du nicht gewusst hast dass sie dort auftauchten.''Ich weis… aber ich hätte nicht zulassen dürfen dass die überhaupt an dich rankommen.' Ein bisschen traurig sah er sie an. 'Es tut mir echt leid Hannah.' Sie machte eine wegwerfende Handbewegung. 'Ist schon okay.' Er sah sie an. 'Du bist echt tapfer weißt du das? Ich glaube andere wären in deiner Situation einfach zusammengeklappt.' 'Das wäre ich auch fast… ich hatte echt Angst.' Murmelte sie und zupfte an ihrer Jacke rum. Für eine Weile sagte niemand ein Wort, dann endlich blickte er auf und sah sie ernst an.
'Hannah, ich muss mich ein wenig von dir fernhalten. Wir dürfen uns nicht mehr sehen.'
Er drückte es kälter aus, als er es eigentlich wollte. Das kam für sie so plötzlich das sie etwas schockiert aufsah. 'Was? Wieso?'
'Du hast doch gesehen, was gestern passiert ist.' 'Aber das war nicht weil ich mit dir zusammen war.' 'Doch genau wegen dem war es!' Er sah sie ernst an. Hannah kroch wieder eine Gänsehaut empor.
Wenn er sich so vor ihr aufbaute merkte sie plötzlich wie klein sie war im Gegensatz zu ihm. 'Hannah sie waren bereit dich zu verletzen um an die Kohle zu kommen die Mike und ich ihnen schulden. Das heisst, für den Fehler den wir gemacht haben, musstest du quasi den Kopf hinhalten und das kann ich nicht zulassen. Verstehst du nicht Hannah-' Er sah sie traurig an. 'Diese Verantwortung kann ich nicht tragen.' Sie sah ihn verletzt an. Was redete er denn da?! Das konnte er ihr nicht antun!! Nein, nein, nein!!
Er nahm plötzlich ihre Hand. 'Ich hab schon viel falsch gemacht Han, aber so was wie gestern darf nicht mehr passieren. Sie wollen jetzt das Geld und bis sie es nicht haben geben die keine Ruhe. Und glaub mir, das gestern war harmlos im Gegensatz zu dem was kommen wird. Wenn ich mich weiterhin mit dir abgebe, dann glauben sie dass wir zusammen sind und wollen durch dich an mich rankommen. Die gehen über Leichen! Ich hoffe es nicht, aber es ist besser für dich, wenn du mir eine Weile lang aus dem Weg gehst. Wenigstens so lang bis die Sache geklärt ist…' Hannah hätte am liebsten losgeheult. Das konnte er nicht machen!
'Aber sie können doch gar nicht wissen wo wir gerade sind! Also wieso soll ich so tun, als ob ich dich nicht kennen würde. Wir können doch trotzdem miteinander reden!' sagte sie verzweifelt.
'Nein! Hannah genau so darfst du nicht denken! Du verstehst einfach nicht wie gefährlich das werden kann! Die Typen sind überall! Also tu mir und vor allem dir einen Gefallen und halt dich fern von mir!' Er sah sie ernst an. 'Aber-' 'Nein! Es ist jetzt einfach so!' sagte er ein wenig zu heftig und sah sie entschlossen an.
Plötzlich rann Hannah eine Träne die Wange hinunter. Sie selber hatte es noch nicht einmal bemerkt, aber da war sie. Stiller Schmerz der zeigte dass ihr Herz schrie!
Er wollte gerade noch etwas sagen, aber die Worte blieben ihm im Hals stecken. Er sah die Trauer und den Schmerz in ihren Augen. Er hatte sie verletzt. Für einen Moment verlor er kurz die Fassung. 'Ich- äh… also..' Hannah wischte sich rasch die Träne weg und sah beschämt zu Boden. Er wollte sie in den Arm nehmen! Ihr sagen dass es bald vorbei sein würde… aber das durfte er jetzt nicht! Er trat einen Schritt zurück und hob kurz seine Hand. 'Machs gut.' Und mit diesen Worten drehte er ihr den Rücken zu und ging.
Hannah rannte zurück in das Haus knallte die Tür hinter sich zu, sank zu Boden und fing an zu weinen. 'Nein!' Gestern war alles noch so schön gewesen! Es war so wunderschön!
Aber nein! Gerade dann, als die Hoffnung in ihr endlich wieder stieg, wurde sie gleich niedergetrampelt! Ihre Schluchzer erklangen im Treppenhaus, aber das war ihr egal. Sollten sich doch alle an ihrem Elend freuen! Jetzt war es ihr sowieso egal! Sie zog die Beine an und vergrub ihr Gesicht in den Armen. Wieso musste ihr Schicksal ihr immer ein Bein stellen! Und wieso hatte sie nie etwas woran sie sich klammern konnte?!
Wieso konnte sie nicht wie andere sein? Geschminkt, abgemagert und total scharf auf die nächste Party. Wieso musste ausgerechnet sie diejenige sein, die gegen den Strom schwimmen musste?!
Ihr Herz krampfte sich zusammen und ein weiterer schmerzerfüllter Schluchzer wich aus ihrer Kehle. Sie hätte sich nie auf ihn einlassen sollen! Niemals! Wieso kann man sein Schicksal nicht steuern? Warum konnte sie nicht einfach mit den Fingern schnipsen und ihn, mir nichts dir nichts einfach vergessen?
Sie war so vertieft in ihre Gedanken, dass sie gar nicht merkte wie die Tür aufging und jemand eintrat. Als sie aufsah, blickte sie in zwei dunkelbraune grosse Augen die sie besorgt ansahen. 'Hannah was ist denn los?' Sie wischte sich rasch die Tränen weg. 'Gar nichts.' Murmelte sie und sah etwas beschämt weg. Jake setzte sich neben sie hin. Er kam gerade vom Training und stellte seine Sporttasche neben sich. 'Ja, klar deswegen sitz du auch hier und weinst… das tu ich auch immer wenn mir langweilig ist.' Grinste er und legte einen Arm um sie. Er drückte sie ein wenig an sich und Hannah legte ihren Kopf an seine Schulter.
'Anthony will mich nicht mehr sehen.' Murmelte sie und eine weitere Träne kullerte ihr die Wange runter. Er wischte sie weg. 'Ist das der Idiot mit der Glatze?' Hannah nickte. 'Hat er dir wenigstens gesagt warum?' 'Ja… Wegen diesen Typen gestern. Er glaubt sie würden durch mich an ihn rankommen.' Sagte sie trocken und blickte auf ihre Füsse. 'Oh… aber Hannah da hat er vielleicht ausnahmsweise Recht.' Meinte Jake ernst. Sie blickte verwirrt auf. 'Jetzt stellst du dich auch noch auf seine Seite?' Er nickte. 'Ja, er hat Recht. Mit diesen Typen ist nicht zu spassen. Ein Freund von mir, kannte einen der sich mal mit ihnen angelegt hat. Sie haben ihn Krankenhausreif verprügelt und das ist noch harmlos.'
Sie sagte nichts dazu, sondern blickte stur auf den Boden.
'Er will dich doch nur schützen.' Wieder keine Reaktion. 'Ich weis das verstehst du jetzt nicht, aber glaub mir es ist besser so.' Sie holte Luft und plötzlich bekam sie den Schluckauf. 'Oh nein.' Murmelte sie wurde rot und sah weg. Jake musste lachen. 'Den bekommst du immer wenn du weinst.' 'Ich weis, ich hasse es.' Nuschelte sie, stand auf und wischte sich die Tränen weg. Auch er stand auf und sah zu ihr runter. 'Wie lange frisst du das Ganze schon in dich hinein?' Erstaunt sah sie zu ihm auf. 'Ich fresse gar nichts in mich hinein.' Jake zog eine Augenbraue hoch. 'Ich kenne dich schon lange genug also spiel mir nichts vor.' Sie blinzelte kurz und schluckte. 'Schon einige Zeit. Seit einem Jahr oder so.' 'und warum bist du nicht zu mir gekommen? Du weißt das du jemanden zum reden hast!' 'Ich wollte dich nicht nerven.' Er sah sie erstaunt an. 'Hannah du nervst mich nicht! Aber das muss man zuerst einmal in deinen Schädel reinbringen.' Sie sagte nichts dazu. 'Nein, Jake du hast genug zu tun… Deine Abschlussprüfungen sind schon in einem Jahr und da will ich deinen Kopf nicht mit so viel Quatsch vollstopfen. Überhaupt muss ich aufhören mich wie ein Kind zu benehmen! Ich weis sowieso dass, das keine Zukunft hat.' Sie gingen langsam die Treppe hoch. Jake sah sie aufmerksam an. 'Na ja ihr seid ziemlich verschieden…'
'Ich weis und genau das ist wahrscheinlich das Problem.'
'Vielleicht ist es dann genau das Richtige für dich, das du ihn nicht mehr so oft siehst. Dann kannst du dich auf andere konzentrieren.' Sie blickte verletzt weg. Und wenn ich nicht an andere denken will? Dachte sie aufgebracht. Sie standen vor ihrer Wohnungstür. Hannah blickte zu ihm auf. 'Danke nochmals wegen gestern. Ich weis nicht was passiert wäre wenn du nicht aufgetaucht wärst.' Er lächelte. 'Keine grosse Sache. Hör mal, ich hab mir vor ein paar Tagen einen Film gekauft. Der soll echt gut sein. Sollen wir ihn nicht miteinander anschauen? Dann kommst du auf andere Gedanken.' Er lächelte und seine grossen, braunen Augen sahen sie liebevoll an. 'Ich weis nicht…' sagte sie unsicher.
'Han, ich bin Klassenbester keine Sorge mein Lernmaterial läuft mir schon nicht davon.' Grinste er breit und sie musste unwillkürlich lächeln.
'Also gut… ja wieso nicht, schauen wir ihn doch zusammen.' Und so folgte sie ihm einen weiteren Stock nach oben.
'Es ist so still.' Stellte Hannah fest und runzelte kurz die Stirn. Bei Jake war immer etwas los. Er war der jüngste von drei Geschwistern. Seine Schwester hatte vor einem Jahr mit dem College begonnen und war nach Chicago, sein Bruder war ein Spätsünder. Er war immer noch zu Hause, fuhr mit dem Auto in der Gegend rum und machte sich überhaupt keine Gedanken über seine Zukunft. Jake lächelte. 'Meine Eltern sind über das Wochenende weg und na ja… mein Bruder ist irgendwo im Nirgendwo.' 'Verstehe.' Lächelte Hannah zog sich ihre Schuhe und Jacke aus und folgte ihm ins Wohnzimmer. Sie liess sich auf die alte, braune Couch nieder, auf der sie als Kleinkinder immer rumgehüpft sind, wenn sie und ihre Mutter hier zu Besuch waren. Wohlig liess sie sich in die Polster sinken. 'Willst du was trinken?' kam die gedämpfte Stimme von Jake aus der Küche. 'Ja, gern.' Er kam mit einer Flasche Cola, aus der Küche gelaufen und stellte sie mit zwei Gläsern vor ihnen auf den Tisch. Dann schnappte er sich die Fernbedienung und stellte den Film ein. 'Jake?' Hannah blickte vorsichtig zu ihm auf. 'Hmm?' 'Es ist doch nicht The Saw oder?' Sie konnte sich noch gut daran erinnern wie Jake ihr vor ein paar Monaten einen Streich gespielt hatte und einfach diesen Horrorfilm anstatt der Komödie eingelegt hatte. Die restliche Woche, hatte sie Verfolgungswahn, weil sie befürchtete, dass ein Wahnsinniger sie jede Sekunde ohnmächtig schlug und sie in einem dreckigen Bad aufwachen würde.
Er lachte. 'Nein, keine Panik obwohl ich gerne nochmals deinen Gesichtsausdruck sehen würde.' Sie lachte trocken und so sarkastisch wie möglich. 'Sehr witzig. Wegen dir konnte ich die restliche Nacht nicht schlafen!'Zum Glück war es aber nicht The Saw, sondern die Komödie Love Vegas.
Es war wirklich ein lustiger Film und Hannah konnte tatsächlich für ein paar Stunden Anthony vergessen.Als der Film fertig war, zog sie die Beine an ihre Brust und versuchte ihr Leeres Glas auf den Knien zu balancieren.
'Freust du dich schon auf dein Studium?' Er nickte. 'Ja, du weißt ja dass ich schon immer Arzt werden wollte.' Sie lächelte. 'Ja, ich weis. Ich freu mich so das du ein College gefunden hast.' Er lächelte.
'Was findest du eigentlich so an diesem Typen?' Hannah blickte weg. 'Keine Ahnung. Ich mag ihn einfach, aber da bin ich nicht die Einzige. Nur das ich es ernst meine und andere von ihm nur Sex wollen.' 'Ich glaube dass er einfach noch ein Kind ist. Für mich ist er überhaupt noch nicht reif.' Sagte er ein wenig zu herabsetzend. Hannah sah weg. 'Wer ist das in dem Alter schon nicht? Na gut, du bist die Einzige Ausnahme die ich kenne.' Grinste sie. 'Ich weis eben was sich gehört.' Betonte er mit einem englischen Akzent. 'Sag mal könntest du bitte deine stinkenden Sachen aus meiner Sicht verschwinden lassen? Das ist ja furchtbar! Ich will gar nicht wissen wie das riecht!' lachte Hannah, als sie die Sporttasche von Jake neben sich liegen sah. Er lächelte heimtückisch. 'Du kannst ruhig reinschauen, ich riech es gern. Mein eigener Schweiss, vermischt mit einer Brise von meinem Deo.' Sie verzog das Gesicht und streckte angewidert die Zunge heraus. 'Wie schön!' 'Wie steht's würdest du mit mir noch eins trinken kommen, bevor du ins Bettchen musst?' Hannah sah ihn etwas unsicher an. Es kann nicht das Gleiche passieren wie bei Anthony! Er schien zu bemerken was sie dachte, denn er stand auf und sammelte ihre Gläser ein. 'Nur wenn du willst. Ich kann verstehen, das du immer noch ziemlich aufgewühlt bist wegen gestern.'Hannah schüttelte aber rasch den Kopf. 'Nein, sicher nicht… also doch schon, aber- es macht mir sicher nichts aus mit dir rauszugehen. Ich muss nur noch meine Eltern fragen.' Er grinste. 'Okay.' Hannah roch kurz an ihm. 'Oh du hast geduscht, gut.' Lachte sie und er schubste sie in Richtung Tür. 'Glaub mir, wenn ich nicht geduscht hätte, dann wärst du schon lange nicht mehr am stehen.' Gab er trocken zurück und schloss grinsend die Tür hinter sich zu.
Hannahs Mom wollte zuerst wissen, mit wem sie weg ging. Als sie den Kopf aus der Tür streckte, und Jake sah lächelte sie beruhigt und die Sache war geklärt.
Kurze Zeit später sassen sie in einer Bar, die Hannah noch nie aufgefallen war. Gut, sie lief auch nie daran vorbei, aber trotzdem fand sie es ziemlich gemütlich. Es hatte was von einem Irischen Pup an sich und das fand sie umso besser.
Als Hannah ihre Cola und er sein Bier vor sich hatten, nahm er einen grossen Schluck. Als er es wieder abstellte lachte sie und zeigte auf seinen Mund. Er leckte sich über seine Oberlippe und grinste. 'Das letzte Mal als ich das hatte, hat sich so eine Frau die voll betrunken war, zu mir gebeugt und es abgeleckt. Du kannst dir sicher vorstellen wie ich geguckt habe.' 'Ja, als würdest du dich gleich auf sie stützen.' Lachte Hannah und stellte ihr Glas ab. Er lachte heimtückisch. 'Sicher… Wie geht es eigentlich bei dir in der Schule?' Sie zuckte mit den Schultern. 'Na ja es geht so…aber hält sich schon irgendwie.' 'Weißt du schon was du nachher machen willst?' Sie musste sich kurz lächelnd auf die Unterlippe beissen. 'Ja, aber ich weis nicht ob das so eine gute Idee ist.' Er lächelte und seine grossen, braunen Augen sahen sie aufmerksam an. 'Sag schon!' 'Na ja… hast du mitbekommen das Anthony für eine Weile im Krankenhaus war?' Er nickte. 'Ich weis nicht… vielleicht Krankenschwester oder so.' 'Also auch was mit Medizin!' lachte Jake und Hannah sah ihn amüsiert an. 'Ja, weißt du ich hab ihnen mal so zugesehen. Ich bin auch ein wenig umhergelaufen und so. Aber ich bin nicht gleich in die Zimmer und so.' fügte sie rasch hinzu und schüttelte kurz den Kopf. 'Es hat mir einfach gefallen. Krankenhäuser haben mir früher nie gefallen, aber wenn ich so drüber nachdenke, wäre es eigentlich schon voll cool.' Jake lächelte. 'Ja, ich mag Krankenhäuser eben auch. Wenn wir Glück haben arbeiten wir dann im gleichen!' Er zwinkerte ihr zu. 'Ich hab mich noch nicht entschieden! Mal schauen!' lachte sie und hob ihr Glas an die Lippen. Er tat seine Arme auf den Tisch und sah sich kurz um.
Erst jetzt fiel Hannah auf, dass er ziemlich durchtrainierte Arme hatte. Sie waren schön geformt und sie erwischte sich dabei wie sie seinen Bizeps genauer betrachtete. Als er wieder zu ihr schaute, sah sie rasch weg und stellte ihr Glas hin.
'Kannst du dir vorstellen Leichen aufzuschneiden?' fragte Hannah plötzlich und musste lachen. Jakes Gesicht erhellte sich und er grinste heimtückisch. 'Auf das freue ich mich!' Hannah verzog das Gesicht. 'Also davor hätte ich am meisten Angst.' 'Nein!' 'Doch! Es macht mir nichts aus, Verletzungen von Anderen zu sehen, aber das würde für mich zu weit gehen!' Er zuckte mit den Schultern. 'Na ja, für jemanden der sich nicht dafür interessiert, ist es natürlich etwas anderes, wie für Jemanden der es gerne mal ausprobieren würde.' Da war was dran und Hannah nickte. 'Hast du gewusst, dass man früher den Medizinstudenten ein Sandwich in die Hand gedrückt hat und sie es essen mussten, während sie zusahen wie ihr Meister die Leiche zerschnitt?' 'Ihhh!' sagte Hannah und sah ihn angewidert an. 'Du verarscht mich doch wieder!' 'Nein!' Lachte er und sah voller Genugtun in ihr entsetztes Gesicht. 'Igitt, das ist ja ekelhaft! Obwohl ich dir gerne dabei zusehen würde wie du dein Brötchen runterwürgst.' Grinste sie. 'Ich würde mir sogar noch ein zweites bringen lassen!' Hannah hatte herzlich zu lachen an diesem Abend und sie fühlte sich so wohl mit Jake, dass sie am liebsten die ganze Nach hier gesessen hätte. Er war aufmerksam, mit ihm konnte man reden und wenn er Hannah in die Augen sah, sah sie Interesse an dem was sie sagte und keinen glasigen Blick in die Ferne. Sie redeten über viele Dinge und zum ersten Mal sprach sich Hannah ganz aus. Über Anthony und ihre Gefühle die Achterbahn fuhren, über die Schule, über die Zukunft: Die Themen schienen nicht enden zu wollen. Sie konnte sich selber sein und redete wie ein Buch. Jake bemerkte rasch, das sie sich lange nicht wohl gefühlt hatte in ihrer Haut und er sah auch wie sie immer mehr sich selber wurde, lachte, redete und wieder langsam die Alte wurde. Er musste lächeln. Sie war so schnell erwachsen geworden. Sie Beide. Es kam ihm so vor als wäre es gestern gewesen als er Kekse aus der Küche geklaut und sie diese kichernd in seinem Schrank gegessen hatten. Er fand das er dachte wie eine Mutter die ihren Kindern zusehen musste wie sie aus dem Haus gingen und er lachte. Hannah unterbrach und sah ihn fragend an. 'Was ist?' Er machte eine wegwerfende Handbewegung. 'Ach gar nichts.' Er grinste und fing an zu lachen. Angeli sah ihm amüsiert dabei zu. 'Was hast du?' 'Nichts… ich hab nur an uns gedacht, weißt du als wir noch kleiner waren.' 'Ach so!' Lachte Hannah. 'Na ja… so müsste es nochmals sein.' Murmelte er, sah sie an und zog einen Mundwinkel hoch. Sie nickte. 'Ja, das ist so.'
Als sie die Bar verliessen, lächelte Hannah vor sich hin. Jake hatte ihr in nur einem Abend so geholfen! Er hatte ihren wahren Charakter aus ihr heraus gebracht in dem er ihr nur zugehört hatte. Er hatte sie getröstet, sie zum lachen gebracht und mit ihr wie ein normaler Mensch diskutiert. Sie fühlte sich richtig gut. So wie sie sich eben immer fühlen sollte.
'Jetzt geht es dir besser was?' sagte er lächelnd. Sie nickte und atmete die Luft tief ein, als ob sie das zum Ersten Mal tun würde. 'Ja, du hast es echt hingekriegt! Danke Jake.' Sie umarmte ihn. Er drückte sie an sich und blieb stehen. 'Schon okay Kleines. Du hättest früher kommen sollen! Dich so zu sehen, tut mir auch ein weh.' Sie sah etwas verlegen weg. 'Jah.' Sie senkte verlegen den Kopf. Plötzlich spürte sie seine Hand an ihrem Kinn. Er hob ihren Kopf an und so musste sie ihm in die Augen sehen. Plötzlich hatte Hannah das Gefühl das es still um sie wurde. Sie sah ihm tief in seine Augen und musste schlucken… Plötzlich kam sein Gesicht näher. Was sie sonst nur in Filmen zu Gesicht bekommen hatte, ereignete sich hier gerade!
Sie spürte seinen Atem und ihr Herz schien ihr fast aus der Brust springen zu wollen.
Fein streifte seine Nase die ihre und er legte sachte seine Lippen auf die ihren. Hannah sah zuerst etwas perplex auf das Haus hinter ihnen. Sie wollte sich zuerst lösen, doch dann merkte sie, wie schön es sich anfühlte. Sie schloss ihre Augen und küsste ihn zurück.
Dass, das ihr allererster Kuss war, realisierte sie noch gar nicht…
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Kommentare
sunny | 02.07.2011 00:56:56 |
Och nöööööö! Ich mag Jake ja echt gern, er ist'n feiner Kerl und so... aber nööööööööööööööööö!!!! Hannah gehört doch zu Anthony!!!! Bitte!!!! | |
hey | 05.07.2011 15:20:53 |
also deine geschichte ist bisher die beste die ich hier gelesen hab. :) | |
Franzi | 19.09.2011 22:03:54 |
Jaaa , ich bin für Jake :) | |
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