Das Gedicht
Autor: Puky ©
das gedicht ist nicht der ort, wo die schönheit gepflegt wird.
hier ist die rede vom salz, das brennt in wunden
hier ist die rede vom tod, von vergifteten sprachen
von väterländern, die eisernen schuhen gleichen
das gedicht ist nicht der ort, wo die wahrheit verziert wird
hier ist die rede vom blut, das fließt in wunden
vom elend, vom elend, vom elend, des traumes
von verwüstung und auswurf, von klapprigen utopien
das gedicht ist nicht der ort wo der schmerz verheilen wird
hier ist die rede vom zorn, täuschung und hunger
(die stadien der sättigung werden hier nicht besungen)
hier ist die rede von fressen, gefressen werden von müsal und zweifel, hier ist die chronik der leiden
das gedicht ist nicht der ort, wo das sterben begütigt, wo der hunger gestillt, wo die hoffnung verklärt wird
das gedicht ist der ort der tode verwundeten wahrheit
flügel! der engel stürzt, die federn fliegen einzeln und blutig im sturm der geschichte
das gedicht ist der ort, wo der engel geschont wird
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