Deine Liebesgeschichte 92





So und nicht anders

Gesendet am: Freitag, 09. März 2007 / 07:44 Uhr
An: Chiaraxxx@xxx
Von: Steviexxx@xxx
Betreff: Nur eine Zufallsbekanntschaft?

Guten Morgen!
In Kürze müssten meine anderen Arbeitskollegen in der Firma antreffen, deshalb fasse ich mich kurz. Zu den üblichen Floskeln zuallererst!

a.) Wie geht es dir?
b.) Was hast du heute vor?
c.) Hat David sich endlich dazu hinreißen lassen dir einen Antrag zu machen?

Und d.) hier kommen meine Neuigkeiten! Erinnerst du dich noch an Christian? Den Mann dem ich erst kürzlich nach Jahren wieder in die Arme gelaufen bin? Falls es bei dir noch nicht Klick gemacht hat, dann hier der letzte Hinweis: der Enkel des Freundes meiner Mutter!

KLICK!!!

Spätestens jetzt müssten auch bei dir alle Alarmglocken schrillen! Du sagtest, dass du ihn attraktiv fändest, weißt du noch? Er hilft mir und meiner Familie beim Umzug. Kannst du das glauben? Ich bin dermaßen aus dem Häuschen, dass ich die gesamte letzte Nach damit zubrachte Immaginelle Schafe zu zählen. Zu meinem Überdruss wird er auch heute vorbeikommen um uns beim Ausräumen zu helfen. Angeblich bleibt es aber nicht dabei. Ich möchte wetten, dass er noch immer dieser selbstgefällige und blinde Kerl ist wie zu der Zeit, in der ich das kleine verliebte Mädchen zum Besten gab. Doch ganz gleich wo er uns eine helfende Hand reicht, mir ist er jetzt schon unausstehlich. Obwohl ich das schwer beurteilen kann nach so vielen Jahren. Verdammt gut sieht er dennoch aus. Typische Oberflächlichkeit hat mich eine Sekunde lang beherrscht. Mich zieht nichts mehr zu diesem arroganten und überheblichen Menschen hin. Nichts!

Jetzt muss ich an die Arbeit. Es gibt noch so Einiges zu erledigen, ehe meine ach Stunden um sind und ich meinen Hintern nach Hause schleppen muss.

In Liebe,
Stevie


Erhalten am: Freitag, 09. März 2007 / 08:20 Uhr
An: Steviexxx@xxx
Von: Chiaraxxx@xxx
Betreff: Spezies Mann die Dummheit in Person!

Wünsche dir ebenfalls einen 'guten Morgen', Stevie! Zu deinen Fragen:

a.) Es geht mir wie Britney Spears. Perücken schützen nicht vor Kälte. Und Masken retten nicht vor Schmerz. Ich habe zwar noch alle Haare auf meinem Kopf doch nicht mehr alle Tassen im Schrank.
b.) Heute plane ich rein gar nichts. Verführungskünste gehen ohnehin ausnahmslos in die Brüche und je mehr ich mich ins Zeug lege desto mehr versucht mein Freund alles ins Lächerliche zu ziehen. Der Plan für heute lautet deshalb: Ab auf eine Party - dem Alk hinterher!!!
c.) Natürlich versucht er mir einen zu machen! Jedoch müsste ihm jemand sagen, dass Frauen keine Anträge schätzen, wo man mit Fragen kommt wie 'Schatz, wo bleibt das Essen?' oder 'Liebling, womit verdiene ich das?'. Scheinbar ist dieser Mann mehr als drei Mal auf den Kopf gefallen, weshalb ich befürchte als Single geboren zu sein und als ebensolcher zu sterben.

Was dein schreckliches Trauma anbelangt will ich dir meine Zustimmung geben. Du bist wahrhaftig oberflächlich. Wenn du kein Interesse an ihm hast, dann solltest du dich daran halten und ihm aus dem Weg gehen. Deine Boshaftigkeit strahlt sogar aus diesem Email heraus, also quäl den armen Kerl nicht sonderlich. Dennoch kann ich nicht behaupten, dass er meinen Schutz verdient hätte! Die männliche Spezies ist nun wirklich nur mehr als Synonym für Betrunkenheit, Sofawärmer und Babymaschine vorhanden. Betrunkenheit: weil sie ständig eine Flasche Bier vor dem Fernseher (auf welchem irgendein Playstation- Spiel oder eventuell ein X-Box- Spiel am Laufen ist oder aber sehen sie sich Sportprogramme an, weil sie noch immer im Glauben sind, dass sie nur vom Zusehen an Gewicht abnehmen - da die Anstrengung von der Couch bis zur Toilette sie maßlos überfordert und das ebenso das Wort: Sofawärmer erklärt!) in sich hineinschütten müssen und das dritte Wort bezeichnet den Zustand am Abend, wo sie darauf bestehen, dass wir Lust verspüren mit ihnen unser wohlverdientes Bett zu teilen und ihnen selbstlos wie wir sind dann auch noch Liebe schenken sollen. In etwa so viel ist die existentielle Bedeutung der Männer auf unserem schönen Planeten Erde. Wahrscheinlich überschattet einfach der gestrige Tag noch meine heiteren Gedanken deshalb nimm dir meine in schwermütiger Haltung geschriebenen Worte nicht zu sehr zu Herzen.

Möglich das Christian seiner Erscheinung auch charakteristisch alle Ehre macht!

Deine Chiara

PS. Übrigens liegt auf meinem Schreibtisch ein Haufen an Arbeit. Scheiß JOB, wenn man ihn mal hat!


Gesendet am: Freitag, 09. März 2007 / 11:37
An: Chiaraxxx@xxx
Von: Steviexxx@xxx
Betreff: Wenn die Welt untergeht…

Auch auf meinen Schultern lastet die Arbeit schwer! Stapel an Papieren, Ansammlungen von unzufriedenen Kunden, Stress bis hinauf zur Bürodecke - alles in allem ein schöner Tag! Sarkasmus an den Tag zu legen ist womöglich die einzige Chance dem Chaos zu entrinnen und nicht in Tränen auszubrechen. Wer hätte gedacht, das 'zu leben' in Wirklichkeit 'zu arbeiten' lautet?

Eine Katastrophe folgt auch gleich der nächsten - seufze zum Quadrat!

Wie leicht ist es doch zu schreien und Befehle zu geben als selbst einen Finger krumm zu arbeiten? 'Was wäre wenn' lassen wir besser beiseite!

Verstehe David nicht mehr. Heilige Mutter Maria, da bin ich sicher nicht die Erste! Deine Wut auf ihn kann ich nachvollziehen. Wenn dir danach sein sollte, komm doch bei mir vorbei und du kannst zusehen, wie ich mal die 'Coole' raushängen lasse - wie wär's? Dann erlaube ich dir auch mein Opfer hinzurichten, wenn dir danach ist. Überlege es dir.

Scherzhafte Argumente bitte ankreuzen! (Sonst machst du das dann auch noch wirklich ;)!)

Alles Liebe,
Stevie


Erhalten am: Samstag, 10. März 2007 / 22:03 Uhr
An: Steviexxx@xxx
Von: Chiaraxxx@xxx
Betreff: Lange her - wenig Ausdauer!

Wollte dir gestern nicht auf den Sack gehen und blieb länger im Büro. Wurde ziemlich spät und beim Verlassen des Büros sah mein Schreibtisch noch wie am Morgen des Tages, als ich ins Büro kam, aus. Nichts wurde weniger. Fast so, als ob ich tagelang überhaupt keine der unzähligen Aufträge und Pflichten bewerkstelligt hätte. Schufte stattdessen allerdings wie ein Tier und gönne mir keine ruhige Minute! Mal abgesehen von den Mails an dich *lol*!

Angesichts meiner Abwesenheit gestern, was gibt es zu erzählen, Schätzchen? An der Neugierde fehlt es mir nicht, wie du bestimmt seit langem weißt.

David und ich hatten als ich gestern nach Hause kam eine arge Auseinandersetzung die damit endete, dass ich frustriert spätabends (es war gegen 22:00 Uhr) erneut in die Dunkelheit verschwand. Hinaus zur Wohnungstür. Hinein ins Vergnügen. Das Vergnügen hatte ich dann die ganze restliche Nacht. Ich machte Bekanntschaften mit zwei Campari Grapefruits, drei Irish Cows, einem Blue Hawaiian, vier Mai Tais und zwei El Diablos (soweit schätze ich es einmal). In welchen Lokalen ich war, könnte ich dir bei dem Rauschen in meinen Ohren und dem Hammer in meinem Schädel nicht sagen. Bin mir auch gar nicht mehr sicher, dass es tatsächlich nur bei diesen Drinks geblieben ist! Wann genau ich dann zu Hause abgeliefert wurde, kann ich dir beim besten Willen ebenso wenig erzählen. Seltsamerweise hatte ich es nämlich bis in ein Taxi geschafft. Selbst dem Taxifahrer meine exakte Adresse genannt zu haben befinde ich bereits als Angst einflößend. Schlimmer noch - ich denke, ich war gestern in Gesellschaft von wem auch immer! Wieso ich heute diesen Blackout verspüre kann ich dir nicht erklären. Doch vermute ich, dass meine gesamte Erinnerung morgen bereits wieder vorhanden ist. Vermutlich trachte ich eher danach. Was weiß ich wozu ich gestern fähig war? Um Himmels Willen, ich war bekneipt bis über beide Ohren wie nie zuvor im Leben meines Lebens!

David war als ich heute erwachte nicht in der Wohnung anzufinden. Vielleicht habe ich ihn endgültig verscheucht. Wundern würde es mich nicht!

Keine Rede von Liebe!

Deine Chiara


Gesendet am: Montag, 12. März 2007 / 07:16
An: Chiaraxxx@xxx
Von: Steviexxx@xxx
Betreff: Blau ist der Himmel! Grün ist das Gras!

Einen wunderschönen Morgen, Chiara!
Wie du weißt, habe ich kein Internet zu Hause und kam erst jetzt dazu dein Email vom Samstag zu lesen. Groteskerweise muss ich dir gestehen, dass auch ich gestern sturzblau war. Sagen wir, ich wurde zur Bestie 'Mann'!

Eine erkenntnisreiche Nacht hatte selbst ich nicht. War fortwährend meiner Sinne übermächtig und verlor mich nicht im Rausch der Dummheit. Dessen ungeachtet nagte nur mein schlechtes Gewissen an mir. Ein Gewissen das man bekommt, wenn man der Meinung ist seinen Kopf zu benützen!

Ich überlege, wo ich zunächst beginnen soll? Der Schluss ist der Beste Anfang! Letztlich macht es keinen Unterschied mehr. Christian und ich werden uns ungehindert dessen, dass wir einigermaßen miteinander klarkamen nie wieder sprechen. Eine grobe Schilderung der Ereignisse wird dir bestimmt genügen. Veni, vidi, vici. Er kam, sah und siegte. In etwa das ist Freitagnachmittag passiert. Wir lachten, machten Spaß, arbeiteten (er wurde zu meinem Beschäftigten und überging somit der Verantwortung meine Anordnungen zu ertragen!) und fanden heraus, dass wir doch im selben Raum sein können - um nicht zu sagen: einigermaßen zivilisiert!

Ich behaupt dennoch nicht, dass ich mich erneut verknallt hätte. Ist mir, zu meinem Bedauern, nicht wieder passiert. Abgesehen davon denke ich, dass seine überaus unerträglichen Erfahrungen mit Frauen den meinen mickrigen Gelegenheiten mit Männern zu überlegen sind. Und wie du weißt, kann ich es nicht ausstehen, wenn jemand in der Lage ist mich zu übertreffen. Völlig egal worin! Vollkommen gleich wer!

Demnach wechsle ich nun zu deiner armseligen Existenz auf Erden und frage dich folglich: wie kannst du nur denken, dass zwischen euch keine ernstzunehmende Liebe bestehen würde? Er wäre ein unglaublicher Knallkopf, wenn ihm nicht auffallen würde, was für eine unglaublich exotische, charismatische, intelligente und faszinierende Freundin er hat! Und an seinem Unglück in eurer Beziehung trägt ganz allein er die Verantwortung dafür. Ist es nicht er gewesen, der den Fehler machte, seinen Verlobungsring nicht sorgfältig zu verstecken und dazu noch erwartet hatte, dass du ihn nie finden würdest? Und liegt dann die Belastung nicht bei ihm, wenn er auch noch denkt, dass du auf einen Antrag von ihm zweihundert Jahre lang warten würdest? Aber was weiß ich schon über Männer?

Das Wochenende war für mich ein einziger Reinfall mit einem besonders bitteren Nachgeschmack im Mund. Wahrscheinlich wird dich die Nachricht auch nicht sonderlich schockieren, wenn ich dir erzähle, dass mich die Liebe zu dem anderen auch dazu verleitete mich der Trunkenheit hinzugeben. Das elende Niveau eines Mannes habe ich somit mit ausgezeichnetem Erfolg erreicht! Abschließend denke ich, dass auf die Männerwelt ohnehin kein Verlass ist!

Jetzt ab in das Vergnügen zur Bändigung der schleppenden Arbeitsaufteilung!

Alles Liebe, Stevie






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