Deine Liebesgeschichte 477





Meine Hand schnellte nach vorne. Doch bevor sie das kleine Mädchen zu fassen bekam, stürzte es tief in das türkisblaue Wasser. Ich schrie.
Jede Nacht war es der gleiche Traum der mich aus meinem tiefen Schlaf holte. Nur mit verschiedenen Ausführungen. Meine kleine Tochter wie sie von einer Klippe stürzt. Meine kleine Tochter wie sie von einer Brücke stürzt. Meine kleine Tochter wie sie von einem Hochhaus fällt. Und jedes Mal kam ich zu spät.
Seit jener Nacht in der für meine kleine Familie alles anders wurde, ließen mich diese Träume nicht mehr los. Seit dieser Nacht, die meine Tochter, die übrigens den wunderschönen Namen Emily trägt, nur knapp überlebte und so unser ganzes Leben veränderte.
Die Erinnerung an diese Nacht war es, die mich täglich aus meinem Schlaf riss, der eigentlich erholsam sein sollte, aber für mich zur reinsten Qual wurde. Eigentlich müsste ich erleichtert sein, da dank dem geheim-nisvollen Fremden alles noch mal gut gegangen ist. Ich bin auch erleich-tert, doch ich fürchte mich immer noch genau wie damals dass Emily was zustoßen könnte und ich nichts dagegen unternehmen könnte.
Aber dass ich mit ansehen müsste, wie meine Tochter in die Tiefe stürzt, wie in meinem Traum, war das Schlimmste was ich mir vorstellen konnte.
Ich ging in ihr Zimmer und versuchte sie nicht aufzuwecken. Jede Nacht saß ich auf einem Stuhl neben ihrem Bett und hörte ihr beim At-men zu. Ihr Atem war langsam und gleichmäßig. Mittlerweile war ich es schon gewöhnt, die halbe Nacht auf einem Sessel neben Emilys Bett zu verbringen, dass ich nicht mal mehr müde davon wurde.
Allein ihr Atem und das leise, rhythmische Pochen ihres Herzens machten, dass ich völlig ruhig wurde. Die ganze restliche Nacht sah ich zu, wie sich der Brustkorb hob und wieder senkte. Ich war ganz ruhig, auch wenn meine sämtlichen Sinne auf geschärft waren. Ein Ast streifte kurz das Fenster. Mir lief ein Schauer über den Rü-cken, da ich dachte, dass jemand gegen das Fenster klopfte.
Seit dieser Nacht kam ich einfach nicht mehr zur Ruhe und sah in je-dem Geräusch schon eine Bedrohung. Auch Emily war das aufgefallen. Sie war ein ziemlich kluges Kind für ihre 9 Jahre. Sie hat auch oft nach diesem Mann gefragt, der sie und auch mich in dieser Nacht gerettet hat. Aber ich versuchte nur, sie aus allem herauszuhalten.
Ich wusste nämlich leider etwas, dass ich nicht wissen sollte. Zwar verstand ich es selbst nicht genau, da ich es einfach nur für einen nicht sehr komischen Scherz hielt, aber ich wusste es und dass genügte, um uns beide in große Gefahr zu bringen.
Ich konnte nur hoffen, dass dieser Mann niemandem erzählt hatte, dass ich allein wusste wer und was er war.




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