Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: RockundLiebe Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

22.06.2017, 13:19

Into my heart (Feder&talia)

*trommelwirbel*
*Paukenschläge*
*wilder Applaus*


Was bedeutet das?
Natürlich ein neues RPG! Ein neues Abenteuer mit neuen Leuten, neuer Story, neuer Welten!


Einst war die Erde, wie wir sie kennen, derart bedroht vom Menschen selbst und seiner Erschaffungen, dass man sich gezwungen sah, die Erde zu verlassen, um eine neue zu beheimaten. Für einen Neuanfang. Die damaligen großen Köpfe bauten ein Raumschiff, das sie zu ihrer Erde 2.0 fliegen sollte und genau so kam es. Das Schiff hieß "Arche Noah". Lichtmillionen von Jahren später kamen sie auf Erde 2.0 an. Sie ähnelte der Heimat des Menschen. Es gab Ozeane, Flüsse, Berge, Wüsten, einfach alles - und sie war unbewohnt. Das glaubte man zumindest.
Mit jeder neuen Reise kam eine neue Entdeckung hinzu. Hatte man auf der ursprünglichen Erde die Magie nicht gekannt, war sie auf der Erde 2.0 ein weiteres Gesetz der Natur. Es existierten Karten, sog. Charta, mit unvorstellbaren Fähigkeiten, die man erlangte, wenn man sie in die Finger bekam. Sie manifestierten Kräfte, an die viele Leute herankommen wollten, um mehr Macht zu erlangen. Der Mensch hatte schon immer nach Macht streben wollen und das hatte sich nach der langen Reise nicht geändert. Arm und Reich wurde erneut zu einem alltäglichen Problem, während die mächtigen Charta mehr und mehr Reiz auf alle ausübten.
Mit der Zeit änderte sich durch diese Magie der Mensch selbst. Er passte sich der neuen Umgebung an und entdeckte Kulturen, die lange vor ihm Erde 2.0 bevölkert hatten. Und um das Überleben und ein friedliches Miteinander zu regeln, wurden Arcana gegründet. Zirkel großer Städte, die in Garden aufgeteilt wurden, um für Sicherheit zu sorgen und die Schwachen zu beschützen. Sie haben es mit allerlei Gefahren zu tun.





Zeitmenschdoku: https://www.youtube.com/@zeitmenschdoku2678
#spreadthelove

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »talia« (10.07.2017, 15:06)


2

22.06.2017, 13:26

Devante


Name: Devante Greer
Alter: 24
Wesen: Animae
Ort: Innenbezirk der Hauptstadt Althea
Garde: Schatten-Garde
Besonderheiten: er ist eigentlich ein Waisenkind, wurde aber von den Greers aufgenommen. Wenn er Aufträge erledigt, lässt er sich ein Tattoo stechen, das eine wichtige Bedeutung für ihn darstellt. Aus diesem Grund hat er an vielen Stellen am Körper diese interessanten Bemalungen.
Aussehen: Ryan Cooper





Idoya


Name: Idoya Elores
Alter: 20
Wesen: Animae
Ort: Sumpfgebiet von Althea
Garde: keine
Besonderheiten: da sie keiner Garde angehört und in einem sehr armen Viertel lebt, arbeitet sie rund um die Uhr in den Gaststätten und singt auf der Straße. Sie trägt stets ihre mondsilberfarbene Muschel an ihrer Halskette mit sich herum - ein Geschenk ihres verstorbenen großen Bruders.
Aussehen:



Zeitmenschdoku: https://www.youtube.com/@zeitmenschdoku2678
#spreadthelove

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »talia« (10.07.2017, 15:03)


3

22.06.2017, 16:51

Daragh
Name: Daragh Greer
Alter: 24
Wesen: Magus
Ort: Innenbezirk der Hauptstadt Althea
Garde: Licht-Garde
Familie: sein Vater Mael ist Mitglied der Arcana und arbeitet dort als Alchemist, er ist somit in der Garde der Alchemie. Seine Mutter Aine ist in der Stadt eine angesehene Heilerin, sodass auch die Adeligen nach ihr rufen. Er hat noch eine jüngere Schwester Oonagh ( 17 ) und sie ist in der Lehre von der Mutter. Sein älterer Bruder Dowd ( 27 ) ist auch ein Mitglied der Arcana und ist wie der Vater in der Alchemie-Garde
Besonderheiten: am Hals direkt unter dem rechten Ohr befindet sich ein dreifingerbreites Symbol in Form eines schwarzen Halbmondes und das Inneren hat den Muster eines Schlafmohnkapsel
Aussehen: ähnlich wie Matthew Daddario ( = Alec aus Shadowhunters ) mit den dunklem Haar und grünlichen Augen. Er ist bartlos.

Yelva
Name: Yelva Serrad
Alter: 18
Wesen: Magus
Ort: zurzeit in einem Gasthof am Markplatz von Althea, kommt ursprünglich aus einem Dorf Namens Xanth
Garde: -
Familie: Ihre Eltern ( Jiraiya & Caiomhe ) sind armverdiente Bauersleute und sie hat einen jüngeren Bruder Niall ( 10 ). Die Geschwister waren auf dem Weg zu einem Ort, wo ihre Tante Lykke leben sollte, als sie von einem Betrugshändler aufgegriffen wurden und seitdem werden sie gezwungen für ihn zu arbeiten
Besonderheiten: sie trägt an ihrer linke Schläfe ein daumengroßes schwarzes Symbol in Form einer Spiegel mit rankende Mustern
Aussehen: ähnlich wie AnnaSophia Robb ( = Bethany Hamilton aus Soulsurfer ) mit den blonden, glatten Haar und dunkelgrauen Augen

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Feder« (10.07.2017, 15:39)


4

10.07.2017, 15:57

Devante

Ich streckte meinen linken Arm aus und nahm eine entspannte Haltung ein. Dieses Tattoo würde nicht schmerzen. Es sollte klein werden, nicht so groß wie manch andere auf meinem Körper. Ein gespannter Bogen mit drei Pfeilen. Mehr nicht. Es stand für meinen letzten Auftrag, den ich mal wieder mit Bravur gemeistert hatte. Kleine Aufträge waren eben keine große Herausforderung für mich. Ich langweilte mich fast schon, weil in letzter Zeit kaum etwas geschah. Als Teil der Schatten-Garde keine Seltenheit.
Man rief uns nur, wenn es wirklich keinen anderen Ausweg mehr gab oder wenn man jemanden ausspionieren wollte. Ein Akt im Dunkeln.
> Bist du sicher, dass du alles in deinem Leben auf deinem Körper dokumentieren willst? Es gibt Papier und Stifte, das weißt du doch, oder?< Lucians goldbraune Augen musterten mich amüsiert, während er mit seinem hölzernen Gerät und schwarzer Tinte fleißig am Schaffen war. Die kleinen Stiche spürte ich kaum. Ich war an diese Art von Schmerzen gewöhnt.
> Ja, ich bin mir sicher. Es gefällt mir. Fängt man einmal damit an, ist es schwer aufzuhören. Gerade du weißt das am besten. Sieh dich doch an.< Grinsend deutete ich mit der freien Hand auf seinen Oberkörper, der einem lebendigen Gemälde glich. Er war die falsche Person, um mir zu sagen, dass es auch andere Wege gab, um Erinnerungen festzuhalten.
Er lachte auf. > Jaja, schon gut. Wie geht es eigentlich deinem Bruder?<
> Daragh? Dem geht es immer hervorragend. Er hatte auch einen Auftrag zu erledigen. Ebenfalls mit Erfolg.< Stolz schwang in meiner Stimme.
> Nicht anders zu erwarten von euch beiden.< schmunzelte Lucian und machte konzentriert weiter, während ich meinen Gedanken nachhing. Nachher würde ich meinen Bruder aufsuchen. Wir mussten mal wieder was trinken gehen.

Idoya

Ich wischte mir mit dem Handrücken über die schweißnasse Stirn und transportierte mit Mühe den großen Eimer Wasser Richtung Hütte. Vater musste trinken, viel trinken. Ihn hatte es mal wieder schwer erwischt und ich machte große Sorgen um ihn. Meine kleine Schwester Shiva verstand noch nicht viel von Kräuterkunde oder Heilmedizin, deshalb war ich gleichzeitig Lehrerin in unserem Zuhause. Ich musste viel lernen und manchmal wurde mir das zu viel. Dennoch machte ich weiter. Für meine Familie. Einen weiteren Tod würde ich nicht verkraften.
Die hölzernen Stufen gaben knarzende Geräusche von sich, als ich den Steg zu unserer Hütte schleppte, die in den stark verzweigten Bäumen hing. Jemand hustete. Mein Vater. Es klang nicht besser, sondern schlimmer. Ein schwerer Stein lag mir im Magen, als ich den Eimer Wasser ins Innere trug und ihn neben sein Bett stellte.
Sein ergrautes Haar klebte ihm im Gesicht. Schwarze Ringe unter den Augen zeugten von wenig Schlaf und Kraft, während seine Lippen unnatürlich blass waren. Ich beugte mich vor, legte ihm eine Hand auf die Stirn und prüfte seine Temperatur. Kein Fieber, zum Glück. Gestern Nacht hatte ich wirklich geglaubt, er würde sterben, aber er hatte es überlebt. Ein weiterer Tag voller Fragezeichen stand mir bevor.
> Hier Vater, trink ein bisschen, damit es dir besser geht. Ich werde nachher in die Stadt gehen und Medizin besorgen.< sagte ich sanft und füllte eine Schale mit Wasser, die ich ihm dann vorsichtig an die Lippen hielt. Mit der freien Hand hob ich seinen Kopf leicht an, um ihm das Trinken zu vereinfachen.
Er schaffte bloß ein paar Schlucke. Dann ließ er sich erschöpft in die Kissen zurücksinken. Seine Augen blieben geschlossen. Ich kämpfte gegen die aufkommenden Tränen an und stand auf. Wir wussten beide, dass uns nicht genügend Geld für Medizin zur Verfügung stand, aber ich würde nach Mitteln und Wegen suchen, um sein Leid zu beenden.
Zeitmenschdoku: https://www.youtube.com/@zeitmenschdoku2678
#spreadthelove

5

10.07.2017, 16:29

Daragh


"Du verfluchter Hund!", der alkoholisierte Mann spuckte mir ins Gesicht und ich verzog keine Miene. Mit solche Sorte von Menschen hatte ich regelmäßig zu tun. Am Hafen wimmelten es von solche Ratten. "Schlaf gut", meinte ich gelangweilt und berührte sein Stirn. Sein Augen fielen flatternd zu und sein Kopf kippte auf dem Brustkorb. "Schaff ihn weg", meinte ich zu Hayo, er gehörte in meiner Einheit. "Hier mein Herr, ein sauberes Tuch", die Fischhändlerin reichte mir das Tuch. "Danke", ich wischte mir die Spucke weg: "Er wird jetzt Ihnen keinen Ärger mehr machen." "Haben Sie vielen Dank", murmelte sie ehrfürchtig. Ich wank entspannt ab und rieb meinen Nacken. Das war wirklich nichts gewesen, da waren die Schmugglern viel spannender gewesen. Ich grinste, gestern war schon abenteuerlich gewesen und fast wären sie mir noch entkommen. Aber dann wäre ich nicht Daragh Greer, wenn ich sie nicht zu fassen bekommen hätte. Ich bekam jeden Dreckskerl. Jetzt brauchte ich einen frischen Bad. "Komm, Cadal", der schwarze Wolf erhob sich und trottete mir hinterher. Die Menschen machten mir instinktiv Platz, zu Einem trug ich das Zeichen meiner Licht-Garde und zum Anderen flößte mein Wolf neben mir einfach Respekt. Eine feine Sache. Ich verließ den Hafen, für heute war meine Arbeit getan. Hoffentlich bekam ich morgen wieder einen spannender Auftrag, statt am Hafen auf Wachgang zu gehen. Ich wollte große Sachen erreichen, ich wollte der Held von Althea werden. Ich erreichte die wohlerhabene Gegend und betrat das Haus meiner Familie. Aus der Küche erschien meine Mutter und sie zog ein Augenbraue hoch: "Wie du wieder aussiehst. Und du stinkst nach Fisch, geh dich waschen." "Das hatte ich auch vorgehabt, Mutter", verdrehte ich die Augen. "Verdrehe nicht die Augen, junger Mann!", wackelte sie drohend mit ihrem Finger. Ich unterdrückte ein Lachen und ging nach oben, um mich endlich waschen zu können. Derweil machte sich Cadal in dem schmalen Gang bequem, während ich mich ausgiebig wusch.

Yelva


Ich blickte aus dem Fenster, draußen auf dem Markt herrschte ein reges Treiben und meine Augen wanderten zum Himmel hinauf. Mein Blick bekam einen wehmütigen Ausdruck und ich legte die Hand an das Glas. Ich vermisste schmerzlich meine Eltern. Ein Geräusch erklang hinter mir. Es klang nach einem Schlüssel und ich spürte die Angst in mir hochkriechen. Es war der skrupelloser Händler Colm. "Macht dich fertig, Mädchen. Du muss an die Arbeit", er sah nicht in meinem Gesicht. Er kannte meine Fähigkeit. Er warf mir Kleidungsstücke zu, die ich für meine Aufgabe tragen sollte. "Wenn du dich nicht beeilst, wird dein Bruder dafür büßen müssen", warnte er mich. Ich wusste, es waren keine leere Worte. Seine Seele war dunkel, erfüllt von den Habgier und für das Reichtum würde er über die Leichen gehen. Ich musste meinen Bruder beschützen, indem ich das tat wonach er verlangte. Tief atmete ich ein und begann mich umzuziehen, als Colm den kleinen Raum verlassen hatte. Es war ein Kleid aus einfachen Stoff. Jedoch war es in einem Blauton und es gab dazu einen dunkelblauen Umhang. Ich flocht mein Haar zu einem Zopf, um meine Augen von den Haarsträhnen zu befreien. Mein Herz klopfte unruhig in dem Brustkorb. Das was ich tun musste, war nicht recht. Doch eine andere Wahl hatte ich nicht und ich biss auf meine zitternde Unterlippe.


6

10.07.2017, 16:43

Devante

Lucian bekam eine gute Summe für seine hervorragende Arbeit. Er klopfte mir auf die Schulter, als ich mich von ihm verabschiedete und nach draußen in die gut besuchte Marktstraße untertauchte. Als Mitglied der Schatten-Garde war es besonders wichtig nicht aufzufallen. Deshalb trug ich auch keinen Orden auf meiner Brust, um meine Identität geheim zu halten.
Hier und da nahm ich ein paar Gesprächsfetzen der Händler auf, aber bisher hörte ich nichts aufregend Neues. Schade. Ich würde mich wohl gedulden müssen, bis der nächste Auftrag kam. In der Zwischenzeit konnte ich etwas Zeit mit meiner Familie verbringen und meiner Routine nachgehen.
Nach etwa zehn Minuten erreichte ich das Haus, in dem ich lebte und wurde von einem leckeren Essensduft begrüßt. Mein Magen knurrte. Ich hatte mal wieder Hunger. Außerdem spürte ich die Anwesenheit meines Bruders. Er war also auch hier. > Bin da!< rief ich und ging schnurstracks in die Küche.
> Hallo Mutter.< Ich gab ihr einen kurzen Kuss auf die Wange, was sie mit einem breiten Lächeln erwiderte. > Dein stinkender Bruder ist oben. Er wäscht sich. Setz dich hin. Essen ist gleich fertig.<

Idoya

Da Shiva noch bei unserer Nachbarin war, die die Kinder des Sumpfes unterrichtete, würde ich mich auf den Weg in die Stadt machen. Mir blieben drei Stunden, ehe ich wieder zurück sein musste, um das Essen zuzubereiten.
Damit niemand meine schmutzige Kleidung sah, warf ich mir den dunkelbraunen Umhang über, der mir bis zu den Knien reichte. Einige Stellen wiesen Löcher auf, aber die waren klein genug, um nicht beachtet zu werden. Leute wie ich kamen nicht unbemerkt in die "wohlhabenderen" Viertel der Stadt. Dort wurde man schräg angeschaut. Ich hasste diese Blicke. Als wäre ich kein Mensch, sondern ein Tier, das Dreck in die Stadt brachte.
Ich schüttelte diesen Gedanken fort, packte meine Ledertasche und ging los. Mein Vater war eingeschlafen, daher murmelte ich bloß ein "Bis gleich".
Der Weg bis in die Innenstadt würde mich eine halbe Stunde zu Fuß kosten. Hätte ich ein Pferd, wären das nur zehn Minuten, aber ein Pferd konnte sich niemand leisten. Nicht hier in den Sümpfen. Ich hatte nichts dagegen, zu Fuß unterwegs zu sein, denn so fiel es mir leichter, mir Gedanken über die Zukunft zu machen. Ich arbeitete viel in den Gaststätten, verdiente hier und dort etwas Geld mit Gesang, aber so stellte ich mir den Rest meines Lebens nicht vor. Ich wollte so nicht leben. Nicht mehr. Mein Bruder hatte damals dasselbe gedacht, bis man ihn uns genommen hatte.
Kälte umklammerte mein Herz, als ich an diesen schrecklichen Tag zurückdachte. Das passierte immer, wenn ich über das Morgen grübelte. Wenn ich Zweifel hegte, es je aus dem Sumpf zu schaffen. Es war nicht mein Wunsch zu den Wohlhabenden zu gehören. Mir lag nur am Herzen, dass meine Familie gesund war und es ihr an nichts mangelte.
Ein Wunsch, der bisher unerfüllt blieb.
Zeitmenschdoku: https://www.youtube.com/@zeitmenschdoku2678
#spreadthelove

7

10.07.2017, 17:01

Daragh


Ich rieb mich ordentlich mit der duftende Kernseife ein und trocknete mich mit einem sauberen Leinentuch, ehe ich das dreckige Wasser in einem Rohr am Fenster kippte, damit es direkt unter dieStraße geleitet wurde und nicht auf den Straßen landete, wie in dem ärmlichen Viertel. Ich wickelte das Tuch um meine Hüfte und verließ das Zimmer. Im Flur begegnete ich meine jüngere Schwester Oonagh: "Zieh dir mal was Vernünftiges an. Du kannst nicht dauernd nackt herumlaufen!" "Ich bin nicht nackt", erwiderte ich bloß und verstrubbelte ihr dunkles Haar. "DARAGH!", kreischte sie und funkelte mich böse an: "Jetzt darf ich die Friseur nochmals neu machen. Vielen Dank." "Immer wieder gerne", grinste ich breit und munter ging ich in meinem Zimmer. Cadal folgte mir und setzte sich in der Ecke hin, du bist kindisch. "Pff", machte ich bloß und zog mir was über: "Das hält mich nur jung." Ich verließ das Zimmer wieder und ich spürte, dass mein Bruder Devante da war. In der Küche fand ich ihn und klopfte ihm auf die Schulter: "Na, Tattoo-Mann. Hast dir wieder was Neues stechen lassen?" Neugierig blickte ich gleichzeitig in den Töpfe meiner Mutter. Das Essen sah gut aus.

Yelva


Ich spürte die Fesseln an meine Füße, jedoch würde ihn Niemand sehen können. Dafür war das Kleid lang genug und da Colm die Ketten täglich ölte, würden sie auch von sich keine Geräusche geben. Er hatte ein wachsame Auge auf mich und gab sich als den Onkel aus, sollte Jemand fragen wer wir seien. Mein Kopf begann zu schmerzen, es lag an die lange Trennung von meinem Dschinn. Colm hielt meine Schneeeule Elodie gefangen, damit ich nichts Dummes tat. Als ob nicht genügen würde mich mit meinem Bruder Niall zu erpressen. Ich spürte einen Kloß in meinem Hals. Unsere Eltern hatten ihn mir anvertraut und ich hatte kläglich versagt. Ich konnte ihnen nicht mal einen Brief schreiben, sie würden vielleicht niemals erfahren was aus uns geschehen war und würden sich die Schuld geben. Ich klopfte an der Tür und Colm schloss sie mir auf. Meine Augen suchten sofort nach der jungenhafte Gestalt. "Ich habe ihn bereits auf dem Markt geschickt", erkannte er meinen suchender Blick. Um meinem Herz wurde es schwer und ich spürte wieder die Angst in mir. Wenn Jemand Niall beim Klauen erwischte, würde er in den Kerker landen und er würde nichts dagegen tun können. Er wäre vollkommen hilfslos und schutzlos. "Komm, Mädchen. Zeit für deinen Auftritt", er packte grob nach meinem Arm und stieß mich zu der Treppe.


8

10.07.2017, 17:08

Devante

Ich hörte ihn, noch bevor er die Küche betrat. Er hatte mal wieder unsere kleine Schwester auf die Palme gebracht, aber sie war sowieso leicht zu reizen. Das Temperament hatte sie von Mutter. Auch Cadal gesellte sich zu uns.
> Du kennst mich doch. Ich lasse nichts undokumentiert. Wie lief's bei dir? Hattest du auch einen langweiligen Tag?< fragte ich ihn schief lächelnd und leckte mir über die Lippen, als ich das leckere Essen sah, das Mutter auf den Tisch stellte. Wieder knurrte mein Magen. Ich könnte fast immer etwas essen.
> Oh, und ich dachte mir, dass wir nachher etwas trinken gehen könnten. Vielleicht erfahren wir das ein oder andere nette Gerücht, das in der Stadt kursiert. Davon gibt es ja genug.< Besonders in den Gaststätten wurde gern getratscht.

Idoya

Mein Weg führte an etlichen weiteren heruntergekommen Häusern vorbei, direkt zum Hafen und von dort aus tiefer in die eng an eng gebauten Gebäude, die mehrere Etagen besaßen. Überall herrschte reges Treiben. Händer riefen durcheinander, versuchten ihre Produkte zum besten Preis zu verkaufen. Für all das war ich taub. Ich besaß nicht genug Geld, brauchte einfach nur Medizin für meinen Vater.
Darum schlenderte ich unbemerkt in eine kleine Gasse, die mich in eine kleine Buchhandlung führte. Mein Bruder hatte mir damals das Lesen beigebracht, jetzt brachte ich es mir selbst weiter. Wer lesen konnte, war klar im Vorteil und ich erhoffte mir, hier ein paar Antworten zur Kräuterheilkunde zu finden. Als ich die schwere Holztür aufstieß, erklang ein helles Glockenläuten. Es kündigte mich als Gast an.
Die ältere Dame hinterm Tresen sah zu mir. Ich war nicht zum ersten Mal hier, daher duldete sie mich, solange ich ruhig blieb. In die Bibliothek konnte ich nämlich nicht gehen, weil ich als Sumpfgeborene nicht das Geburtsrecht besaß, mir das Wissen von dort anzueignen. Ich gehörte einer Klasse von Mensch an, die dort nicht gern gesehen war. Bevor mich wieder das hässliche Gefühl in der Brust durchfluten konnte, konzentrierte ich mich auf die Bücher in der hintersten Ecke. Dort ging es um die Medizin.
Ich zog jedes einzelne aus dem Regal heraus, suchte nach hilfreichen Informationen, wurde aber nicht schlauer, weil ich das meiste schon kannte. Enttäuschung machte sich in mir breit. Was sollte ich jetzt tun? Es gab keine neuen Bücher zu diesem wichtigen Thema.
Mutlos ging ich zu der Dame, um sie nach irgendwelchen Neuerscheinungen zu fragen, doch sie verneinte und schlug die Bibliothek vor. Dort gäbe es eine viel größere Sammlung an Medizinbüchern. Wenn sie wüsste, dass mir das überhaupt nicht weiterhalf. Traurig verließ ich den kleinen Buchladen wieder.
Zeitmenschdoku: https://www.youtube.com/@zeitmenschdoku2678
#spreadthelove

9

10.07.2017, 19:12

Daragh


"Und was ist es diesmal?", fragte ich neugierig und unsere Mutter begann die Teller aufzufüllen: "Danke, Mutter." Ich seufzte theatralisch: "Es war staublangweilig gewesen, ich habe nur ein paar Köpfe von dummen Unruhestifter am Hafen zurecht gerückt. Hoffentlich gibt es morgen ein spannender Auftrag, wieder eine Schmuggelbande wäre nicht schlecht." "Ich bin froh, dass du nicht jeden Tag dich mit furchtbare Menschen auseinandersetzen muss. Bei deinem Leichtsinn muss ich mir dauernd Sorgen um dich machen, zum Glück hast du Devante", meinte Mutter und blickte ihn liebevoll an. Ich unterdrückte den Drang die Augen zu verdrehen. "Die Welt braucht Menschen, wie mich. Ich bin der Retter in der Not und da muss man auch mal Risiken aufnehmen, um Erfolg zu haben", antwortete ich und begann zu essen: "Trinken klingt gut und Lauschen ebenfalls." Es gab Hackbraten mit roter Soße und Kartoffeln. Oonagh erschien ebenfalls und gab Devante auf der Wange einen Kuss: "Hallo Bruderherz." "Na, toll. Ich werde von ihr angeschrieen", sprach ich mit vollem Mund. Angeekelt sah sie mich an und schnaubte: "Er ist auch nicht Derjenige, der einen Spaß draus macht mich zu ärgern." "Kinder, beruhigt euch!" mahnte Mutter und blickte uns streng an. "Kommt Vater wieder nicht zum Mittagessen?", erkundigte sich Oonagh. "Nein, er und Dowd haben einen großen Auftrag in der Alchemie und somit sind sie zurzeit unentbehrlich", sagte Mutter darauf und seufzte leise. "Dann haben wir noch mehr Hackbraten für uns", grinste ich breit.

Yelva


Ein Magus zu sein konnte ein Gabe oder auch ein Fluch sein. Meine Fähigkeit empfand ich als Fluch, hätte ich sie nicht gehabt, wären Niall und ich vielleicht niemals in diese Lage gekommen. Vielleicht wären wir sicher bei unsere Tante Lykke angekommen und der kaltherzige Händler hätte uns keinen Blick gewürdigt oder nur unser Hab und Gut genommen. Die Stufen knarzten, als ich die Treppe hinunterging und bei jeden Schritt klopfte mein Herz schneller. In meinem Magen breitete sich ein unangenehmes Gefühl aus. Ich mochte überhaupt nicht meine Fähigkeit für das Schlechte einzusetzen. Aber was sollte ich tun? Ich sah keinen Ausweg, der Niall und mich sicher von Colm bringen könnte. Kraftmäßig war er uns überlegen. Ich zog die Kapuze des Umhanges über meinem Kopf, sodass meine Schläfe bedeckt wurde, aber meine Augen noch zu sehen waren. Jeder würde sonst erkennen, dass das Mal an meiner Schläfe ein Charta war. Und es gab genügend Menschen, die sich nach Kräfte gierten. Chatra waren magische Karten mit denen ein Pakt geschlossen werden konnte und durch ihnen erlangte man eine Fähigkeit. Je mehr Pakte geschlossen wurde, desto mehr Fähigkeiten besaß man. Man sagte auch, wenn man alle Karten besitzen würde, würde man eine unvorstellbare Kraft erlangen. Man würde unbesiegbar sein. Ein schauriger Gedanke. So viele Kräfte zu besitzen, würde doch Einem in den Wahnsinn treiben. Ich hatte nicht freiwillig mit meinem Charta einen Pakt geschlossen. Mein Großvater hatte damals ihn mir übertragen, als er im Sterben lag und da war ich noch ein kleines Mädchen gewesen, um der plötzliche Kraft entgegenwirken zu können.


10

10.07.2017, 19:31

Devante

Ich lächelte unsere kleine Schwester an, als sie mir einen Wangenkuss gab und schaute dann zu Daragh. > Diesmal ist es ein Bogen mit drei Pfeilen.< klärte ihn auf, worauf Oonagh begeistert in die Hände klatschte. > Zeig mal her.<
Ich krempelte die Ärmel meines Leinenhemds hoch und entblößte somit auch meine anderen Tätowierungen. Darunter das frische Tattoo, das Lucian vorhin gestochen hatte. Ihre Augen leuchteten bei dem Anblick auf. > Ich will auch ein Tattoo haben.<
> Nein.< sagten Mutter und ich gleichzeitig. > Du bist noch viel zu jung dafür, außerdem ziemt sich das für eine Frau nicht. Wir sind schöner ohne Bemalungen am Körper.<
Da ich nichts hinzuzufügen hatte, blieb ich stumm und begann zu essen. Ich musste das Hungergefühl in meinem Bauch stillen, während sich ein vertrautes Kribbeln in meinen Waden bemerkbar machte. Castor und Pollux sehnten sich nach einem anständigen Lauf. Zwillingspferde, die je an einer meiner Waden ihre Ruhe fanden, wenn ich sie zu mir rief. Ich besaß sie dank einer Charta, die ich vor vielen Jahren in einem Wald fernab von Althea gefunden hatte. > Ich ziehe mich nachher schnell um, dann können wir was trinken gehen.< sagte ich zu Daragh.

Idoya

Um zur Bibliothek zu gelangen, musste ich erst einmal ins noblere Viertel. Es graute mir davor, diesen schrecklichen Ort aufzusuchen, auch wenn die Häuser mit ihren schicken Fassaden einen sehr einladenden Eindruck machten. Ich hielt mich bedeckt, so gut es eben ging und überlegte derweil, wie ich in die Bibliothek gelangen sollte. Zum ersten Mal spielte ich tatsächlich mit dem Gedanken, irgendwie dort einzubrechen. Man konnte mir doch nicht das Wissen verwehren. Wissen, das ich brauchte, um meinem Vater zu helfen.
Wenn ich nicht schon in den Schlossgarten gelangen konnte, um mich in den Kräutergärten auszutoben, musste ich wohl oder übel diesen Weg wählen.
Unglücklicherweise traf mich der ein oder andere unwillkommene Blick eines Bewohners dieses Viertels, doch ich ließ mich davon nicht verscheuchen. Ich bedeckte mein Haupt mit der Kapuze des Mantels trotz der hier vorherrschenden Hitze der Mittagssonne. Hinter mir wurden Stimmen lauter. Zunächst glaubte ich, das läge an mir, aber als ich über die Schulter sah, entdeckte ich einen Jungen, der um sein Leben rannte. Sein gehetzter Gesichtsausdruck erinnerte mich an so viele Kinder, die etwas verbrochen hatten, für das sie schwer bestraft werden konnten. Mein Herz zog sich zusammen.
Ich sah nach links und nach rechts, ehe ich in eine kleine, verwinkelte Gasse schlüpfte und rechtzeitig nach dem Arm des Jungen griff, der überrascht nach Luft schnappte. Er stolperte über seine Füße, doch ich fing ihn auf. > Kletter über den Zaun dort hinten, dahinter ist eine kleine Straße, die parallel zur Marktstraße verläuft. Tauch schnell unter die Menschen und verhalte dich ruhig, so als würdest du bloß einen Spaziergang machen. Hier...< Ich zog meinen Mantel aus und reichte ihn ihm. Zwar war dieser Mantel etwas zu lang für ihn, aber er passte bestens hinein.
Er sah mich verwirrt an, aber ich schob ihn bereits Richtung Zaun. > Los, lauf.< Ihm lag etwas auf der Zunge, doch sobald er die lauter werdenden Stimmen der Wachen vernahm, gab ihm das genug Anstoß, um die Flucht zu ergreifen.
Ich setzte mich mit dem Rücken an die Wand des Gebäudes und schlang die Arme um meine angewinkelten Beine, als auch schon drei Wachen auftauchten. Sie sahen mich mit scharfem Blick an. > Hast du einen Jungen gesehen? Diesen kleinen Dieb?<
Ahnungslos schüttelte ich den Kopf.
Zeitmenschdoku: https://www.youtube.com/@zeitmenschdoku2678
#spreadthelove

11

10.07.2017, 19:50

Daragh


Oonagh war vernarrt in die Tattoos und daher wunderte es mich nicht, dass sie diesen Wunsch äußerte. Aber Mutter jagte ihr gleich diesen Wunsch aus ihrem Kopf und Devante schien in ihrer Meinung zu sein. Ich hingegen hielt mich lieber zurück, ansonsten hätte ich vielleicht was Unkluges geäußert und dann wäre Mutter sehr erbost. Und unsere Mutter zu entzürnen war niemals eine gute Idee, nach all den Jahren hatte ich das endlich begriffen. Es würde auch keine Rolle spielen, dass ich mit meinem 24 Jahren als ein erwachsener Mann galt. Cadal knurrte unter dem Tisch zufrieden, als die Nahrung in meinem Körper in Energie verwandelt wurde und somit ihn auch nährte. Ein Dschinn bestand nämlich aus reiner Energie des Chartas und war mit den Träger verbunden. So entstand ein großer Energiekreislauf und wir bedienten uns an den gegenseitige Energien. Ein Geben und Nehmen. "In Ordnung", antwortete ich Devante.

Yelva


Wir erreichten den Speisesaal und es wurden bereits viele Gäste bewirtschaftet. Der Geruch nach Kohl und Bier stieg in meine Nase und ich versuchte den unangenehmen Geruch nicht zu tief einzuatmen. Wir gingen hinaus auf dem Marktplatz zu Colms Stand. Es standen etliche Gegenstände und Gefäße, wie ein angeblicher Heiltrunk. Doch ich wusste alles war Betrug, nichts davon war wertvoll oder wirksam. Er manipulierte die Unwissende geschickt, er besaß die silberne Zunge. Viele Kunden fielen darauf herein und ehe sie den Betrug bemerkten, war er bereits fort mit ihrem Geld. Durch mich verdiente er jetzt mehr, als zuvor, indem ich meine Fähigkeit einsetzen musste. Ich stellte mich neben dem Stand, war die unscheinbare Person und hob meinen Kopf. Ein direkter Blick in meine Augen genügte, um sie fesseln zu können.


12

10.07.2017, 19:56

Devante

Nachdem ich alles aufgegessen hatte, bedankte ich mich bei Mutter für das leckere Gericht und stand auf. Wie ich gesagt hatte, musste ich mich erst einmal umziehen, denn mein Leinenhemd stank nach Schweiß und anderen Körpergerüchen, die ich nicht mit mir herumtragen wollte.
Wieder machten sich Castor und Pollux bemerkbar, aber ich ließ sie nicht raus. Mutter duldete keine Pferde im Haus. Das war natürlich verständlich, da sie kaum in einem Raum passten. Heute Abend würde ich einen wilden Ausritt mit ihnen unternehmen. Das gab ihnen die Freiheit, die sie dringend nötig hatten. Ich konnte ihren Freiheitsdrang sehr gut verstehen.
Vor mich hinpfeifend ging ich wieder runter. > Gut, wir können gehen.<

Idoya

Zwei von den Wachen setzten ihre Suche unbeirrt fort, aber der dritte von ihnen blieb bei mir stehen. Er hatte stechend blaue Augen. Die Art von Blau, bei der man sich unwohl fühlte, weil man glaubte, völlig nackt dazustehen. > Warum sitzt du auf dem Boden? Du bist nicht von hier.<
Das wusste ich auch... Ich richtete mich langsam auf, schob das Kinn vor, weil ich Stolz besaß, auch wenn man es mir meiner Kleidung nicht ansah. Da ich dem Jungen meinen Mantel gegeben hatte, sah man nun deutlich, woher ich kam. Das dünne Leinenkleid war verschmutzt, so auch meine Beine und die fast durchgetretenen Schuhe, die ich trug. > Mir war kurz schwindlig. Ich wollte Medizin holen. Für meinen Vater.<
> Hast du überhaupt das Geld für Medizin?< fragte er in einem abschätzigen Tonfall. Wut kochte in mir hoch, als sein Blick länger als erlaubt auf meinem Busen ruhte. Immer dasselbe mit diesen Leuten. Ich konnte mir gut vorstellen, welcher Deal ihm gerade durch den Kopf ging.
> Nein, habe ich nicht. Ich denke über eine Lösung nach.<
Er packte mich am Oberarm, grinste. > Ich kenne eine gute Lösung.<
> Nein, danke. Ich will niemandem etwas schuldig sein.< meinte ich ernst und entriss ihm meinen Arm. Länger wollte ich nicht in seiner Nähe bleiben. Ich ahnte nichts Gutes.
Zeitmenschdoku: https://www.youtube.com/@zeitmenschdoku2678
#spreadthelove

13

10.07.2017, 20:23

Daragh


Während Devante nach oben ging, wurde ich von Mutter gezwungen den Tisch abzuräumen. Oonagh war schnell verschwunden, das war vermutlich ihre Rache gewesen. Nächstes Mal würde ich ihr einen Streich spielen, darauf konnte sie sich gefasst machen. Wie willst du ein Held werden, wenn du dich wie ein Fünfjähriger verhältst?, Cadals spottende Stimme erklang in meinem Kopf. "Solltest du nicht auf meiner Seite stehen?", zog ich ein Augenbraue hoch. Ich bin ein weiser Wolf, du solltest auf mich hören, er leckte seine Pfoten sauber. "Ja, klar. Wie soll ich dich ernst nehmen können, wenn du dich wie ein verspielter Welpen benimmst, wenn man dir den Bauch grault?", grinste ich. Er schnaubte. Ich hörte Devante pfeifen und ich griff nach meinem Umhang: "Gut, dann mal los." Cadal erhob sich und trottete uns hinterher. Mit seiner Größe erreichte er bis zu meiner Hüfte.

Yelva


Eine Frau ging an dem Stand und blickte auf die Gegenstände. "Gute Frau, sie wünschen sich bestimmt ein Liebestrank?", lächelte Colm sie an. "Nein, solchen Humbug kaufe ich nicht", schüttelte sie den Kopf und dabei streifte ihr Blick mich. Einen Moment blinzelte sie verwirrt und erneuert sah sie mich an. Ihre Augen trafen direkt Meine. Sie wirkte wie in einem Trance und ich konnte in ihr Innerste schauen. Nichts blieb mir verborgen. Ich kannte ihr wahres Wesen. Ich kannte die Wahrheit. Ich sah jeden innigsten Wunsch und Begehren, jedes so kleines oder dunkles Geheimnis, jede vergangene Sünde und gute Tat. Sie konnte sich nicht vor mir verstecken. Sie konnte nicht mir was vorlügen. Ich war der Spiegel ihrer Seele. "Du wünschst dir ein Kind, doch vergeblich. Aber es gibt einen Trunk, der dir deinen innigen Wunsch erfüllen kann. Händler Colm ist dein Hoffnungsschimmer, ergreife ihn. Erfülle deinen Wunsch, kaufe dir diesen Trunk und das Glück ist dir hold", flüsterte ich ihr zu. Ich sah den Schleier in ihre Augen: "Ich wünsche mir so sehr ein Kind." "Gute Frau, da habe ich was für Sie. Mit diesem Trunk, werden sie in 9 Monaten ein wunderbares Kind gebären", Colm griff nach einem Gefäß: "Ich kenne Frauen, die sich vergeblich einen Kind wünschen und durch diesen Trunk ist ihnen endlich der Wunsch in Erfüllung gegangen. Es sind prächtige Kinder geworden."


14

10.07.2017, 20:29

Devante

Wenn ich es nicht besser wüsste, dann neckten sich Daragh und Cadal. Die beiden waren einfach unverbesserlich. Gemeinsam verließen wir das Haus und machten uns sogleich auf den Weg in eine nette Gaststätte, wo es sehr guten Wein gab. Ich war eher ein Wein- als ein Biertrinker. Und wo es guten Wein gab, war ich nicht weit entfernt.
Dafür mussten wir aber ein gutes Stück laufen, doch das kam meinen Zwillingspferden gerade recht. > Castor und Pollux sind heute ziemlich hibbelig drauf. Heute Abend reiten wir aus. Willst du mit?< fragte ich meinen Bruder, während ich die Umgebung genau im Blick behielt. Es fanden sich nicht viele Leute auf den Straßen. Nicht in diesem Viertel. Spätestens in der Marktstraße würde sich das schlagartig ändern. Dort trieben sich die meisten Bewohner herum.

Idoya

Dem Wächter schien es scheinbar nicht zu gefallen, dass ich mich ihm widersetzte. Wahrscheinlich glaubte er, dass er sich in seiner Position so einiges erlauben konnte, aber nicht mit mir. Ich hatte schon sehr erschreckende Geschichten in meinem Dorf gehört. Das, was Männer gern taten, wenn Frauen aus dem Sumpf in die Stadt kamen. Was uns betraf, konnte man machen, was man wollte. Niemand würde die Person zur Rechenschaft ziehen.
Ehe er zu einem weiteren Wort fähig war, wandte ich mich um, doch da packte er mich erneut am Handgelenk. Reflexartig wirbelte ich zu ihm herum und schon landete mein Schienbein in seinen Schritt. Dort, wo es am meisten wehtat. Im Geiste dankte ich meinem Bruder, der mir all das beigebracht hatte, als ich noch eine ahnunglose, naive Jugendliche gewesen war.
Der Wächter krümmte sich zusammen, stöhnte schmerzvoll auf. Natürlich war meine Tat nicht unbemerkt geblieben. Einige zeigten auf mich, als sei ich die Übeltäterin. Ihnen war es auch egal, dass ich im Recht war. Dass er mich belästigt und ich mich gewehrt hatte, schien wohl niemandem einzuleuchten. Sie kümmerten sich lieber um das Gießen ihrer ach so schönen Geranien.
> Du kleines...< fluchte der Wächter ungehalten, als ich auch schon die Beine in die Hand nahm und davonrannte. Ich musste fort von hier. Weg von diesen Menschen, die mir verachtende Blicke hinterherwarfen. Tränen sammelten sich in meinen Augen, weil mir einmal mehr bewusst wurde, dass ich meinem Vater nicht die Hilfe zukommen lassen konnte, die er brauchte. Ich war verzweifelt. Aber ich weinte nicht. Nicht hier.
Zeitmenschdoku: https://www.youtube.com/@zeitmenschdoku2678
#spreadthelove

15

10.07.2017, 20:54

Daragh


"Klar, um einfach dein Gesicht zu sehen, wenn du bei dem Wettreiten gegen mich verlierst", zog ihn auf und ignorierte geflissentlich, dass er der bessere Reiter war. Wir liefen ein zwei Gaststätte vorbei, aber ich wusste zu welchem Gaststätte wir gehen würde. Nämlich wo mehr Weinsorten zur Auswahl standen, als Bier und Rum. Entspannt verschränkte ich die Arme hinter dem Kopf und starrte zum Himmel hinauf: "Irgendwann wird ein Stern nach mir benannt werden." Alle Sternen trugen Namen eines Helden. Plötzlich rannte aus einer Seitenstraße eine Person und beinahe wäre sie in uns gelaufen, hätten wir nicht rechtzeitig reagiert. Ich wich geschmeidig zur Seite und erhaschte einen Moment das unglückliche Gesicht einer jungen Frau.

Yelva


Der Händlertrick war nicht nur die Kunden mit Worte anzulocken, sondern auch das Interesse zu erwecken, indem eine Ware verkauft werden konnte. Sobald dieser Interesse bestand, wollten Anderen ebenfalls unbedingt die Waren haben. Das war die Habgier der Menschen, er wohnte fast in jeder Seele inne. Die unfruchtbare Frau mit dem Trunk war nicht unbemerkt geblieben, andere Frauen standen nun hier. Mein Kopf begann wieder zu schmerzen. Ich fühlte mich schmutzig, weil ich die arme Frau getäuscht hatte. Ich hatte einfach ihren innigen Wunsch zu betrügerische Zwecke benutzt. Der Trunk würde ihr niemals ein Kind schenken können. Es war bloß Wasser mit Substanzen essbarer Kräutern. Meine Fingern verkrampften sich auf meinem Schoß. Ich spürte einen Blick auf mich ruhen und hob den Kopf. Ein Mann musterte mich und ein kalter Schauder rann meinem Rücken hinab. Ich sah in seine Augen die Dunkelheit. Er war befleckt von Sünden. Und als er direkt in meine Augen schaute, konnte ich nicht davor weglaufen, was ich jetzt sehen musste. Seine Seele war durch und durch hässlich. Ich war wie erstarrt vor Grauen und Angst schien meine Sinnen zu benebeln. Jemand schüttelte mich, es war Colm. "Was siehst du?", knurrte er in meinem Ohr. Ich schluckte und tonlos antwortete ich: "Dieser Mann da hinten ist ein Mörder. Er hat ein Mann getötet."


16

10.07.2017, 21:03

Devante

Ich musste leise lachen, als er tatsächlich annahm, ich würde ihn beim Wettreiten gewinnen lassen. Nichts da. In dieser Sportart war ich der Gewinner. Immer. Dafür lagen seine Talente wo anders. Wir ergänzten uns in jeglicher Hinsicht.
> Ach, du und deine Sterne. So wichtig ist...< Ich brach ab, als er schnell zur Seite wich, damit eine junge Frau an uns vorbeieilen konnte. Anhand ihrer Kleidung wusste ich, dass sie aus dem Sumpfviertel kam. Was hatte sie hier zu suchen? Normalerweise kamen sie nicht hierher, weil sie wussten, wie die Leute hier zu ihnen standen. Mir war es schlichtweg egal, wo wer geboren worden war, denn als einstiges Waisenkind wusste ich sehr gut, dass die eigene Herkunft nichts über das Wesen eines Menschen aussagte.
> Sie hat nicht sehr glücklich gewirkt. Bestimmt hat man sie verjagt..< merkte ich an.

Idoya

Fast wäre ich in zwei Männer hineingelaufen, aber sie wichen rechtzeitig aus, sodass ich nicht anhalten musste. Ich rannte, rannte immer weiter und verlor dabei einen Schuh. Auf sie war sowieso kein Verlass. Wenigstens stolperte ich nicht über meine eigenen Füße. Zu allem Überfluss löste sich mein Zopf und mein Haar schwang rhythmisch hin und her.
Ich wollte jetzt einfach nur nach Hause. Diese Stadt machte mich krank. Sie hatte meinen Vater krank gemacht, der tagtäglich schuftete, um uns Essen kaufen zu können. Für mehr reichte das Geld nicht. Ich schluchzte leise, hörte aber nicht auf zu rennen.
Zeitmenschdoku: https://www.youtube.com/@zeitmenschdoku2678
#spreadthelove

17

10.07.2017, 21:10

Daragh


"Nach ihrer Herkunft zu urteilen ist das wahrscheinlich", erwiderte ich darauf, als ich ihr kurz nachblickte. Das zerlumpte Kleid sagte mir, dass sie vermutlich aus dem Sumpfviertel kam. Ich hatte nichts gegen die arme Leute, sie waren ja auch Menschen. Aber leider wurden die Meisten im Sumpfviertel zum Verbrechern und gegen denen bekämpfte ich auch, damit die Stadt sicher leben konnte. Reichtum und Armut war hier wie Sonne und Mond. Zwei verschiedene Welten. Wir gingen weiter und erreichten den Marktplatz, den wir durchqueren mussten.

Yelva


"Soso", murmelte Colm nachdenklich: "Ich muss mir dieses Gesicht gut merken, vielleicht kann ich vor unsere Abreise in ein paar Tage Schweigegeld einfordern." Bei seine Worte wurde mir schlecht. Ein Mörder sollte nicht frei herumlaufen dürfen und ich sah dem unscheinbaren Mann hinterher, der in der Menge von Menschen verschwand. Was wenn er wieder Jemanden tötete? Seine Seele war so....kalt gewesen. "Los, an die Arbeit", befahl der Händler unfreundlich und ging hinter seinem Stand. Tief atmete ich ein und entdeckte meinen kleinen Bruder. Er versuchte unauffällig bei einem Mann das Geldbeutel vom Gürtel zu entnehmen.


18

10.07.2017, 21:18

Devante

Vergessen war der kleine Zwischenfall. Wir befanden uns jetzt in der gut besuchten Marktstraße und wurden nur dann mit Ehrfurcht angesehen, wenn sie das Zeichen auf Daraghs Brust entdeckten. Was mich betraf, glaubten sie wohl, ich wäre bloß ein Bruder oder ein Freund, jedoch nicht Teil der Schatten-Garde. Um diese Garde rankten sich nämlich die meisten Gerüchte, weil das Verborgene eben mehr Reiz ausübte. Zu schade, dass ich damit nicht bei den Frauen prahlen konnte. Immerhin wurden sie bei heldenhaften Geschichten schwach. Weich wie Wachs.
> Und? Siehst du etwas Interessantes oder bist du wunschlos glücklich?< grinste ich meinen Bruder an.

Idoya

Irgendwann erreichte ich mein Dorf. Die Leute sahen mich besorgt an, dachten wohl, man hätte mich mit Gewalt oder dergleichen fortgejagt. Ich achtete nicht auf sie, sondern flitzte zum Baumhaus, in dem meine kleine Schwester ihren Unterricht erhielt. Sie kam gerade heraus, ihre Lippen zu einem breiten Lächeln verzogen.
Um ihr keine Sorgen zu bereiten, setzte ich ebenfalls ein Lächeln auf. > Shiva, meine Kleine. Hast du viel gelernt heute?< begrüßte ich sie freudig, worauf sie sich in meine Arme warf, um mich fest zu drücken. Ihre Zahnlücke zwischen den oberen Schneidezähnen machte sie unglaublich sympathisch. Jeder hier im Dorf liebte ihre frische Art. Aber niemand liebte sie so sehr wie Vater und ich. Wir achteten auf sie, als wäre sie unser allerheiligster Schatz.
> Oh ja, ich war heute fleißig.< strahlte sie stolz, während wir uns auf den Weg nach Hause machten.
Zeitmenschdoku: https://www.youtube.com/@zeitmenschdoku2678
#spreadthelove

19

10.07.2017, 21:31

Daragh


"Wenn ich mein Bier bekommen, bin ich dann wunschlos glücklich", grinste ich breit und wir hatten den Markplatz durchquert. Endlich erreichten wir die Gaststätte und betraten in das Inneren. Hier schien bereits ein reges Treiben zu herrschen. Es war ein gut besuchter Ort. "Hallo Männer, setzt euch hin", kam die Wirtin auf uns zu. Sie kannte uns bereits und außerdem würde sie mich nie respektlos behandeln, da ich erkennbar der Licht-Garde angehörte. Daher wurde auch mein Dschinn geduldet. "Da hinten sieht es bequem aus", meinte ich und setzte mich an dem Tisch hin. Sogleich kam eine Bedienstete und lächelte uns breit an: "Na, was wollt ihr haben?" Sie sah hübsch aus und die kleine Sommersprossen ließ sie fröhlich wirken. Und dann noch der wohlgeformte Körper in diesem Kleid. "Für mich einfach ein Bier", antwortete ich ihr mit einem charmanten Lächeln.

Yelva


Ich hatte das Atem gehalten und als Niall geschafft hatte unbemerkt mit dem Beutel zu verschwinden, konnte ich erst aufatmen. Es tat in meiner Seele weh ihn in diese Situation gezwungen zu sehen. Ich war einfach machtlos, konnte ihn nicht genügend beschützen. Ich richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf die mögliche Kunden und schaute in ihre Seelen hinein. Ergründete ihr wahres Wesen und täuschte sie auf hinterhältige Weise. Die Kopfschmerzen kehrten zurück und ich spürte die Erschöpfung. Ich brauchte Energie.


20

10.07.2017, 21:37

Devante

Wie immer war ich wachsam, denn dort, wo sich viele Menschen herumtrieben, geschahen viele unbemerkte Dinge. Aber diesmal fiel mir nichts Merkwürdiges auf. Schließlich betraten wir die Gaststätte und fanden einen guten Platz zum Plaudern.
Die nette Bedienstete machte einen sehr reizenden Eindruck. Kein Wunder, dass Daragh gleich seinen Charme auspackte. > Für mich bitte einen Hellener.< Dieser Wein schmeckte einfach am besten. Den nahm ich fast immer.

Idoya

Kaum waren wir in unserer Hütte, machte sich unser Vater mit schwerem Husten bemerkbar. Ich war sofort zur Stelle, griff nach seiner Hand und drückte diese sanft. > Papa, bitte halte durch. Heute hatte ich nicht viel Glück, aber ich gebe nicht auf. Du wirst wieder gesund.<
Shiva tauchte neben mir auf. In ihren Augen standen Tränen. Sie hasste es, unseren Vater in diesem üblen Zustand zu sehen. Mir erging es genauso. Ich ließ Vaters Hand los und nahm meine kleine Schwester in den Arm. > Alles wird gut, Kleine. Wir werden uns um Papa kümmern.< versicherte ich ihr. Sie wischte sich die Tränen aus den Augenwinkeln und nickte langsam.
> Lass uns jetzt zusammen kochen. Hast du Hunger?< fragte ich sie schwach lächelnd. Sie bejahte und folgte mir in die kleine Küche, wo gerade mal Platz für eine Person war. Das war nicht mal eine richtige Küche. Aber es reichte, um uns mit Essen zu versorgen.
Zeitmenschdoku: https://www.youtube.com/@zeitmenschdoku2678
#spreadthelove